International

Sanktionen gegen Nordkorea: Chinas Lehrstunde für Donald Trump

Die neuen Uno-Sanktionen gegen Nordkorea sind ein Erfolg für China und Russland – sie zeigen dem US-Präsidenten die Grenzen seiner Macht auf.

12.09.17, 08:03

Roland Nelles, Washington / spiegel online

Ein Artikel von

«Feuer und Zorn» hatte Donald Trump Nordkorea angedroht. Die «härtesten» Sanktionen wollte seine Uno-Chefdiplomatin Nikki Haley dem Regime nach den letzten Bombentests aufzwingen. Starke Sprüche können sie im Hause Trump, das war es dann aber auch schon. So richtig viel erreicht haben sie mit dieser Polterei bislang nicht.

Die neuen Sanktionen, die der Uno-Sicherheitsrat nun einstimmig gegen Nordkorea verhängt, sehen erstmal nach viel aus. Gemessen an den Erwartungen, die die US-Regierung in den vergangenen Wochen mit ihrer kraftvollen Rhetorik geweckt hat, sind sie jedoch eher mager. Die Öl-Exporte (vor allem aus China) sollen um 30 Prozent gekappt werden, die USA wollten ursprünglich einen vollständigen Stopp erreichen.

Schiffe, die Nordkorea ansteuern oder verlassen, dürfen durchsucht werden, aber nur mit Erlaubnis der Staaten, in denen die Schiffe registriert sind. Das lässt viel Raum für weitere Schmuggeltricks. Eigentlich wollten die Amerikaner die Schiffe notfalls auch mit Waffengewalt stoppen können, um den Warenverkehr zwischen Nordkorea und anderen Staaten zu kontrollieren. Auch daraus ist also nichts geworden.

China und Russland haben erfolgreich verhandelt, sie zeigen Trump seine Grenzen auf. Härtere Massnahmen hätten sie mit ihrer Vetomacht verhindert. Trump musste das notgedrungen akzeptieren, um eine vollständige Blamage im Sicherheitsrat zu umgehen.

So ist dies auch eine Lehrstunde für ihn: Wenn er einen grossen Krieg vermeiden will, wird er in diesem Konflikt nur mit China und Russland zu Ergebnissen kommen, nicht gegen sie. Da helfen auch keine starken Sprüche.

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  • Clayton 12.09.2017 12:09
    Highlight Die UNO hat in dieser Eskalationsstufe doch noch eine gewisse Beruhigung bzw eine loose-loose-Situation mit einem win für die Welt herbeigeführt. Das Problem bleibt aber nach wie vor voll bestehen.
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  • MadScientist42 12.09.2017 09:10
    Highlight Ich frage mich, wieviel die Sanktionen gegen Nordkorra effektiv bringen. Denn die Idee von Sanktionen ist ja, die Situation der Bevölkerung derart zuverschlechtern, dass sie sich von selbst gegen das Regime erheben. Das Nordkoreanische Regime hat die Bevölkerung propagandamässig aber so sehr im Griff, dass die Wirkung der schon Jahrzehnten von Sanktionen auf das Regime komplett ausbleibt. Das einzige, was man bewirkt hat, sind Armut und Hunger unter der Bevölkerung, die propagandatechnisch dem Westen angehängt werden können.
    Wäre es nicht Zeit über eine neue Strategie nachzudenken?
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    • lkay 12.09.2017 13:14
      Highlight Welche denn? In den Krieg ziehen?
      2 3 Melden
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  • Bruno S. 88 12.09.2017 08:25
    Highlight "Wenn er einen grossen Krieg vermeiden will, wird er in diesem Konflikt nur mit China und Russland zu Ergebnissen kommen, nicht gegen sie..."
    Bei mir hat die USA nicht den Eindruck erweckt, dass sie einen Krieg vermeiden wollen. Das war eine ganz üble Kriegsrethorik. Nicht die Reaktion eines vernünftigen Staates. Man verhindert keinen Krieg, indem man den Dicken mit der Lustigen Frisur provoziert! (Witzig, diese Beschreibung trifft ja auf beide zu 😂)
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    • Domsh 12.09.2017 09:16
      Highlight Ich persönlich glaube nicht das jemand einen Krieg will. Keiner will an einem zerbombten Seoul Schuld sein.
      Kim braucht die Bombe nur um einen Regimesturz von aussen zu verhindern.
      Einen Regimesturz von innen verhindert netterweise Trump mit seinem Grossmaul, da Kims Macht auf der Bedrohung durch die USA fundiert.
      Nordkorea droht seit 10 Jahren, eigentlich nichts neuen, ausser dass auf der Gegenseit zu ersten Mal ein derartiger Depp sitzt, dass man sich ein bisschen fürchtet.
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    • Bruno S. 88 12.09.2017 12:33
      Highlight Naja...dass niemand einen Krieg will, ist meiner Meinung nach nicht ganz korrekt.
      Da gibt es eine Industrie mit einer sehr starken Loby die vom Krieg direkt profitiert! Das sind die gleichen, die Trump davon überzeugt haben dass der 16 Jährige Afghanistan Krieg weiter geführt werden muss.

      YT Video "Amerikas Kriege - Nichts persönliches, nur Business // Doku" - arte
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    • Domsh 12.09.2017 17:27
      Highlight Seoul ist der springende Punkt.
      Amis sind nicht zimperlich, wenn es um Krieg geht, da gebe ich dir recht.
      Aber eine zerbombte 1.-Welt Millionenstadt, meinst du echt das würden sie in Kauf nehmen?
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  • Max Dick 12.09.2017 08:10
    Highlight Etwas magere Ausbeute für den best dealmaker god ever created.
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    • m. benedetti 12.09.2017 10:28
      Highlight Wieder so ein unnötiger Artikel. Wer etwas erreichen will, stellt nicht die Forderung mit der er zufrieden ist, sondern geht darüber hinaus. Das Resultat wird beinahe immer ein Kompromiss sein, also das Resultat eines Deals.
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    • Duscholux 12.09.2017 11:02
      Highlight Naja gegen Vetorecht kann man schlecht dealen.
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    • SemperFi 12.09.2017 11:47
      Highlight @Duscholux: Sie wissen das, ich weiss es, viele andere wissen es auch. Aber ER weiss es offensichtlich nicht 😂
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