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100 Verletzte, scharfe Munition: Proteste gegen die Regierung in Venezuela blutig wie nie

01.06.17, 15:20

Bild: Ariana Cubillos/AP/KEYSTONE

Bei heftigen Strassenschlachten zwischen der Polizei und Demonstranten sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Dutzende Menschen verletzt worden. Regierungsgegner hatten auf einer Stadtautobahn gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro protestiert.

«Die Unterdrückung durch die Sicherheitskräfte hat heute zu Dutzenden Verletzten geführt. Sie haben uns mit Tränengaskartuschen, Gummigeschossen, Stahlkugeln und Schrauben verletzt. Wir haben sogar scharfe Munition gefunden», sagte der oppositionelle Abgeordnete Miguel Pizarra. Die Rettungskräfte zählten mindestens 100 Verletzte.

Der Generalsekretär der oppositionellen Partei Primero Justicia, Tomás Guanipa, veröffentlichte auf Twitter Fotos von Stahlschrauben, die die Polizei auf Demonstranten gefeuert habe. Oppositionsführer Henrique Capriles zeigte ein Video von einem blutverschmierten Mann, der von einer Tränengaskartusche im Gesicht getroffen worden sein soll.

Seit zwei Monaten gehen in Venezuela fast täglich Demonstranten gegen Präsident Maduro auf die Strasse. Sie werfen der Regierung Menschenrechtsverletzungen vor und fordern Neuwahlen. Maduro hingegen spricht von einer Verschwörung der Opposition und des Auslands. Bislang kamen bei den Protesten 60 Menschen ums Leben, mehr als 1000 wurden verletzt.

Bild: Ariana Cubillos/AP/KEYSTONE

«Trotz dieses massiven und selektiven Terrorismus machen wir auf demokratische und pazifistische Weise weiter, bis die verfassungsmässige Ordnung wieder hergestellt ist», sagte der frühere Parlamentspräsident Henry Ramos Allup bei der Kundgebung.

Keine Einigung

Die Aussenminister der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gingen bei ihrer Krisensitzung zu Venezuela am Mittwoch in Washington ohne Ergebnis auseinander, weil sie sich nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen konnten.

«Wir müssen festhalten, dass es in Venezuela einen Bruch mit der demokratischen Ordnung gibt», sagte der mexikanische Aussenminister Luis Videgaray. Venezuelas Verbündete stemmten sich gegen eine gemeinsame Erklärung. «Einige Länder wollten eine Resolution verabschieden, die die Souveränität verletzt, die auf Intervention setzt. Das hat nicht geklappt», sagte Boliviens Aussenminister Fernando Huanacuni.

Währung abgewertet

Venezuela leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Regierung und Opposition stehen sich unversöhnlich gegenüber, mehrere Dialogversuche scheiterten bereits.

Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela zudem kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einzuführen. Die Inflationsrate lag zuletzt Schätzungen zufolge bei 800 Prozent.

Die Zentralbank wertete am Mittwoch die Landeswährung Bolívar um 64 Prozent ab. Das dürfte die Inflation weiter befeuern. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von mehr als 1600 Prozent. (sda/dpa)

Demonstrationen in Caracas

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  • Limpleg 01.06.2017 21:51
    Highlight Samstag ab 13:00 wird Solidarität für Venezuela gezeigt und zwar beim Casinoplatz in Bern...
    3 2 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 01.06.2017 18:14
    Highlight Komisch, wird Sozialismus wieder falsch angewendet und nicht begriffen von den Einheimischen?
    3 7 Melden
    • Echo der Zeit 01.06.2017 19:23
      Highlight Ein Wohlstandverwahrlostes Bubi wie sie, versteht die Welt nicht - schon gar nicht Venezuela - also lassen sie doch das Kommentieren.
      10 0 Melden
    • Switch_On 02.06.2017 00:34
      Highlight Bei Stipps Kommentaren habe ich den Eindruck dass er den Sozialismus eher nationalistisch auslegen würde.
      4 0 Melden
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