International

Schüsse und Tränengas: Bei den umstrittenen Wahlen in Venezuela eskalierte die Gewalt.  Bild: EPA/EFE

Chaos-Wahl in Venezuela: 15 Menschen sterben ++ Länder anerkennen Ergebnis nicht

31.07.17, 02:24 31.07.17, 02:44

In Venezuela sind laut Opposition mindestens 15 Menschen am Rande der umstrittene Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung getötet worden. In Städten herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände. Fast alle südamerikanischen Staaten werden das Ergebnis nicht anerkennen.

Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte zunächst acht Tote. In mehreren Städten fielen Schüsse, des gab Tränengaswolken und Schlägerbanden, die auf Motorrädern Schrecken verbreiteten. Aber auch die Polizei wurde angegriffen. Ein Kandidat der Sozialisten für die Verfassungsversammlung wurde im Bundesstaat Bolívar von Unbekannten erschossen.

In Caracas gab es mindestens sieben verletzte Nationalgardisten bei einem Anschlag, mutmasslich verübt von Gegnern des sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro. 

Unzählige Menschen wurden bei Protesten verletzt.  Bild: EPA/EFE

Absetzung des Parlaments möglich

Die Opposition hatte die Wahl boykottiert, da die geplante Zusammensetzung von Maduro so geplant worden war, dass das Lager der Sozialisten eine Mehrheit haben wird. Befürchtet wird, dass die Verfassungsversammlung, die bis Mittwoch mit der Arbeit beginnen soll, einfach das bisherige Parlament, wo die Opposition eine Mehrheit hat, ersetzen soll. Dann wäre der Venezuela de facto eine Diktatur ohne Gewaltenteilung.

Der Oppositionsführer Henrique Capriles sagte am Sonntagabend in Caracas: «Dies ist ein schwarzer Tag, verursacht von den kranken Ambitionen einer einzigen Person». Die Wähler seien massenhaft zu Hause geblieben, die Repression zeige die Verzweiflung.

Capriles äusserte die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Regierung Maduro wegen der starken internationalen Kritik und dem Widerstand im Land. «Dieser Prozess geht mit einem monumentalen Scheitern zu Ende.»

Staaten lehnen Wahl ab

Unabhängig vom Ausgang der umstrittenen Wahl der Mitglieder einer Verfassungsgebenden Versammlung werden fast alle südamerikanischen Staaten das Ergebnis nicht anerkennen. Die argentinische Regierung von Präsident Mauricio Macri nannte die Wahl «illegal».

«Die Wahl respektiert nicht den Willen von über sieben Millionen venezolanischen Bürgern, die sich dagegen ausgesprochen hatten», teilte das argentinische Aussenministerium am Sonntag in Buenos Aires mit.

Mitte Juli hatte es eine symbolische Volksbefragung gegeben, wo die Wahl als Versuch zurückgewiesen worden war, mit Hilfe einer Reform der Verfassung möglicherweise eine sozialistische Diktatur zu errichten. Die Regierung von Nicolás Maduro sei verantwortlich für eine Gewaltwelle, die schon zu über 100 Toten geführt habe.

Appell an friedliche Lösung

Auch Peru, Chile, Brasilien und Kolumbien werden die Wahl definitiv nicht anerkennen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos forderte eine «friedliche und demokratische Lösung. Hoffentlich schnell.» Maduro sagte, Santos habe wohl den Kopf verloren, wenn er die Wahl nicht anerkennen werde. Auch die EU hatte im Vorfeld die Durchführung der Wahl scharf verurteilt.

13 Staaten der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), darunter Mexiko und die USA, hatten mehrfach an Maduro appelliert, von dem Plan abzulassen - die USA drohen mit Wirtschaftssanktionen, sie sind einer der grössten Abnehmer von Erdöl aus Venezuela.

Bereits 2016 wurde Venezuelas Mitgliedschaft im südamerikanischen Wirtschaftsbund Mercosur suspendiert. In Südamerika hatte zuletzt nur noch Boliviens linker Präsident Evo Morales vehement für Maduro Partei ergriffen. (sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Xi Jinping 31.07.2017 12:36
    Highlight Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber zwischen Kolumbien und Venezuela ist es schon etliche male in den letzten beiden Jahrzenten fast zum Krieg gekommen. Da könnte es in Zukunft krachen... (was ich nicht hoffe)
    0 0 Melden
  • flausch 31.07.2017 08:30
    Highlight Das ist ja schon fast wie in der Türkei.
    Nur ein kleiner Unterschied gäbe es da: Bei Erdowahn drucksen alle nur ein bisschen rum.
    6 0 Melden
    • PaLve! 03.08.2017 07:16
      Highlight Und die Kurden die in der Osttürkei massakriert werden, sind ja auch nicht allzu wichtig...
      0 0 Melden
  • wiisi 31.07.2017 06:46
    Highlight Eine jahrelang von Aussen vorbereite Kriegsoperation. Das Ziel: immer mehr Gewalt mit diversen Mitteln...

    Der Plan dieser paramilitären Gruppen:

    1. Die zivile Konfrontation so weit hochtreiben, dass ein des Chavismus verdächtigter Jugendlicher auf offener Straße gelyncht und in Brand gesetzt wird.

    2. Bewaffnete zivile Zusammenstöße entfesseln.

    3. Caracas belagern.

    4. Tatsächliche und symbolische Teile des Territoriums kontrollieren.

    5. Das Land ins Chaos zu stürzen.

    6. Die offene internationale Intervention erreichen.
    (Die verdeckte ist schon längst in vollen Gange!)
    6 5 Melden
    • Energize 31.07.2017 15:36
      Highlight Quellen? Herleitungen?
      2 2 Melden
    • wiisi 31.07.2017 18:29
      Highlight Einfach mal selber in der dpa freien Presse bisschen herumwühlen, sie deren gegenüberstellen und sich eine eigene Meinung bilden auf Grund der Geschichte und den Erfahrungen.
      Ich bin sicher es ist lernbar - wenn man sich dafür interessiert.
      2 1 Melden
    • Echo der Zeit 31.07.2017 19:10
      Highlight @wiisi: Sie meinen Interpretieren. Die Chavenisten haben sich selber in die Scheisse Geritten.
      4 0 Melden
  • skofmel79 31.07.2017 06:09
    Highlight Und welches land wird die wahl akzeptieren?
    2 1 Melden
    • Echo der Zeit 31.07.2017 19:03
      Highlight Vielleicht die Russen, die haben so auf Kumpel gemacht - aber Anscheinend das Interesse wider verloren.
      2 0 Melden

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