International

Attacke auf libyschen Stützpunkt: 141 Menschen bei offenbarer Massenhinrichtung getötet

19.05.17, 23:52 20.05.17, 07:02

Beim Angriff regierungstreuer Kämpfer auf einen Stützpunkt rivalisierender Einheiten in Libyen sind nach Angaben aus Armeekreisen mindestens 141 Menschen getötet worden. Es habe standrechtliche Hinrichtungen gegeben. Die libysche Einheitsregierung zog Konsequenzen.

Bei den meisten Opfern handle es sich um Soldaten, die dem abtrünnigen General Chalifa Haftar angehörten, teilte ein Sprecher der Haftar-treuen Truppen am Freitagabend mit. Weitere Opfer seien Zivilisten, die auf dem Stützpunkt arbeiteten oder sich in der Nähe aufhielten.

«Die Soldaten kamen von einer Militärparade zurück, sie waren unbewaffnet», sagte der Sprecher Ahmed al-Mesmari. Die meisten von ihnen seien hingerichtet worden.

Die libysche Einheitsregierung teilte am Freitagabend mit, es sei eine Untersuchungskommission zu dem Angriff eingerichtet worden. Es seien bereits personelle Konsequenzen gezogen worden. So sei unter anderen Verteidigungsminister Al-Mahdi al-Barghati von seinen Aufgaben entbunden worden, bis die Verantwortlichen identifiziert seien.

Eine Miliz auf Seiten der von der UNO unterstützten libyschen Einheitsregierung hatte Militärkreisen zufolge am Donnerstag die Luftwaffenbasis Brak al-Schati im Süden des Landes attackiert. Diese wird von Haftar-treuen Einheiten kontrolliert.

Haftar unterstützt mit seinen Kämpfern die Gegenregierung in Bengasi. Zuletzt aber hatte es eine vorsichtige Annäherung des Generals mit dem Chef der Einheitsregierung, Fajis al-Sarradsch, gegeben.

Entsetzen beim Sondergesandten

Der UNO-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, hatte sich entsetzt über den Angriff gezeigt. Auch er hatte Berichte über mögliche Massenhinrichtungen erwähnt.

Auch der britische Botschafter Peter Millett verurteilte die jüngste Attacke sowie die mutmasslichen Hinrichtungen. Er forderte auf Twitter, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Trotz der Bildung der Einheitsregierung werden weite Teile des Landes weiter von bewaffneten Milizen kontrolliert. (viw/sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Deutscher kassiert Busse in der Schweiz – und findet das wenig witzig

Guck mal, was die Russen in einem ihrer stillgelegten Hangars verstecken

Was diese Frau treibt, ist so grossartig wie abstossend – und ich kann nicht wegsehen

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Wie er Nazis verteidigt und über Wein schwafelt – Trumps irre Wutrede in sieben Akten

Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!

Zum 40. (angeblichen) Todestag: ELVIS LEBT! 20 handfeste Beweise dafür

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
22Alle Kommentare anzeigen
22
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • _kokolorix 20.05.2017 16:59
    Highlight Ein Land welches derart von Korruption und Günstlingswirtschaft gezeichnet wurde, kann ohne Gewaltexzesse nicht umgebaut werden. Jedenfalls nicht solange die Rüstungswirtschaft hemmungslos jeden beliefert welcher bezahlen kann. All die reichen Speichellecker, Warlords und 'Geschäftsmänner' trennen sich niemals freiwillig von ihrem zusammengestohlenen Vermögen.
    Auch die Eidgenossen mussten sich in jahrhundertelangen Gewaltorgien vom einheimischen und ausländischen Adel befreien. Und heute unterwirft sich eine knappe Mehrheit der​ Schweizer freiwillig ein paar Milliardären...
    0 4 Melden
    600
  • bfh 20.05.2017 09:21
    Highlight Hä und ich habe gedacht, wir hätten denen die Demokratie gebracht.
    33 11 Melden
    • Braun Pascal 20.05.2017 10:26
      Highlight Wir?? Nee die Franzosen und Amis wir haben nur ihr Geld und unsere Botschaft gerettet.
      11 7 Melden
    • Töfflifahrer 20.05.2017 12:47
      Highlight Also wenn unter Demokratie totales Chaos und Anarchie gemeint ist, dann ist das so, dabei verhielt sich die Schweiz aber wie gewohnt neutral und gab den diversen Vermögen grosszügig Asyl.
      7 6 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 20.05.2017 08:26
    Highlight Gehen unsere Wohlstandskinder jetzt auch auch die Strasse mit pinken Hüten oder zeigen sich auf facebook mit libyscher Flagge? Ne, ausschlafen vom städtischen Ausgang und dann per Fixie an den Frischmarkt haha!
    42 34 Melden
    • Lord_Mort 20.05.2017 10:23
      Highlight Samstag Morgen und schon wieder am rumtrollen? Man nehme ein wenig Whataboutism, mische es mit ein wenig Abneigung gegen anders denkende Menschen und schon kann man wieder mal eine deiner Trollgeschichten lesen? Ist das eigentlich für dich ein Ventil zum Frustabbau oder sammelst du nur möglichst viele Blitze?
      34 17 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.05.2017 10:32
      Highlight @Lord: Ah, jetzt verstehe ich ein weiteres Puzzle eurer sädtischen link-grünen Intoleranz:

      Anteilnahme an was euch nicht nahe steht, ist whataboutism. Steht es aber auf eurer Agenda, ist das weltweit in den Medien. Tja, wie war das nochmal mit der Presse rsp. der "Elite" und der Filterblase?
      18 26 Melden
    • Meinungsvielfalt 20.05.2017 11:16
      Highlight Stippsi, Stippsi, was soll ich nur mit dir machen?

      Ein Agglomerationsneurotiker, der seine Hasstiraden gegen alles richtet.
      Der glaubt, Zynismus sei eine zu beschützende Charaktereigenschaft.

      Mein herzliches Beileid, Stümpelchen.

      Mein herzliches Beileid, Stippselchen.
      20 16 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.05.2017 12:07
      Highlight lol@Meinungsvielfalt

      Selektives Aufleuchten der städterischen Anteilnahme erscheint tatsächlich als "bigottisches" Verhalten für Beobachter ausserhalb der Stadtmauern.

      8 14 Melden
    • Meinungsvielfalt 20.05.2017 13:32
      Highlight Stumpelchen@ lieber einmal echte Anteilnahme, statt unermüdlichem Hass und Ignoranz.
      8 6 Melden
    • Meinungsvielfalt 20.05.2017 13:38
      Highlight Stupsi@ meinst du eigentlich
      " bigottes" Verhalten?
      War wegen deiner Schreibweise etwas verunsichert. Sorry.
      7 5 Melden
    • Lord_Mort 20.05.2017 13:41
      Highlight @Stipps. Wir können gerne über die vom Westen geführte Destabilisierung der arabischen Welt sprechen und darüber, wieso und ob die Leute hier die Problematik ignorieren. Das Thema ansprechen indem man eine andere politische Bewegung, hier die Feministische, diskreditiert indem man ihr vorwirft sie würde ihr Anliegen in voller Absicht über andere politische Themen stellen, ist meiner Meinung nach Whataboutism. Zudem ists auch eine Filterblase, denn man könnte dann auch die Investitionsstrategie der Nationalbank in Rüstungsfirmen ins Feld führen und diese für ihre Nichtanteilnahme kritisieren.
      4 1 Melden
    • Maragia 20.05.2017 15:04
      Highlight Stipps hat schon recht. Da sterben 140 Personen in einem Massaker, aber es interessiert niemanden. Da sterben 2-3 Personen in Frankreich und das eben von Stipps geschilderte passiert!
      5 2 Melden
    • MaxHeiri 20.05.2017 15:37
      Highlight Was machst Stipps dagegen?
      1 4 Melden
    • _kokolorix 20.05.2017 16:41
      Highlight Euer kindisches Gezanke könntet ihr euch verkneifen. Es ist einfach nur lächerlich, peinlich und absolut sinnfrei
      4 3 Melden
    600
  • walsi 20.05.2017 08:24
    Highlight So sieht eine erfolgreiche Demokratisierung eines Landes mit US Unterstützung aus. Chaos und Anarchie.
    36 7 Melden
    • E. Edward Grey 20.05.2017 09:48
      Highlight Demokratisierung a la USA geht nur ohne Chaos wenn sich das Land auch als US-Absatzmarkt unterwirft. In dem Sinne haben wir in Europa nochmal richtig Glück gehabt 1945 als wir uns von Care-Paketen anfixen liessen.
      16 7 Melden
    • Hoppla! 20.05.2017 10:42
      Highlight Na ja... Man darf sich auch über den Start des Bürgerkriegs in der Diktatur (!) Libyen informieren. Ebenso erfährt man sehr einfach unter welcher Flagge/mit welchem "Recht" und mit welchen beteiligte die "Befreiung" durchgeführt wurde. Und zum Schluss darf man darüber diskutieren was bei einem Nichteingreifen passiert wäre und ob es ein Syrien gegeben hätte.

      Oder man motzt gemäss seinem Weltbild einfach mal rum.

      Es gibt immer verschieden Arten sich einem Thema zuzuwenden.
      7 3 Melden
    • MaxHeiri 20.05.2017 15:43
      Highlight Korea und Vietnam hat es prima geklappt. Properien wie eh und je. Gib den Leuten Zeit!
      2 2 Melden
    • _kokolorix 20.05.2017 16:40
      Highlight Der alte Gaddafi war sowieso am Ende, seine Söhne, einer nichtsnutziger als der andere, hätten das Land unweigerlich in den Bürgerkrieg gezogen. So gesehen ist das Chaos halt ein paar Monate früher ausgebrochen. Es waren übrigens Sarkozy und Berlusconi welche den Krieg gegen ihren ehemaligen Freund Gaddafi angefangen haben. Die USA mussten notgedrungen auch ein paar Bomben abwerfen um nicht als unzuverlässiger Verbündeter dazustehen.
      1 6 Melden
    • Datsyuk * 20.05.2017 18:48
      Highlight _kokolorix, glaubst du daran?
      3 0 Melden
    • _kokolorix 21.05.2017 00:23
      Highlight Ja, Demokratie und Freiheit kann dir niemand geben. Du musst sie dir verdienen, erkämpfen und erarbeiten, auch wenn du sie geerbt hast
      0 2 Melden
    600

Flüchtlingskrise und kein Ende: Im Mittelmeer wird wieder gestorben – mehr als je zuvor

Lampedusa ist weit weg: Fast unbeachtet von der Öffentlichkeit hat sich das Mittelmeer im ersten Halbjahr 2016 erneut zu einem nassen Grab entwickelt. Die Politik scheut sich, das Thema anzusprechen – trotz grosser Dringlichkeit.

Knapp drei Minuten dauert es, sich durch die Todes-Liste zu scrollen. Die Einträge lesen sich alle ähnlich. Todesursache: Ertrinken – Nationalität: Unbekannt – Ort: Mittelmeer. 

Gestorben wird überall, aber im Mittelmeer, zwischen Tripolis, Bengasi und der ionischen See, um ein Vielfaches häufiger – das ist die bittere Erkenntnis, die sich aus aus dem Missing Migrants Projects der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ergibt. 

Für Aufsehen vermögen die Meldungen aber kaum …

Artikel lesen