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Die Schlepper kosten viel Geld, und der Weg ist gefährlich: Flüchtlinge auf dem Mittelmeer.
Bild: ALKIS KONSTANTINIDIS/REUTERS

Refugee Air! Aktivisten wollen Flüchtlinge per Flugzeug nach Schweden bringen

Der Landweg ist mühsam und gefährlich, die Schlepper kosten viel Geld: Eine schwedische Initiative will Flüchtlinge nun per Flugzeug nach Schweden bringen – zur Not auf eigene Kosten.

14.09.15, 03:57 14.09.15, 09:57

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In ein Flugzeug nach Europa kommen Flüchtlinge bislang nur mit gültigem Visum. Das ärgert die beiden schwedischen Unternehmer Susanne Najafi und Emad Zand. Ihre Initiative Refugee Air verhandelt Medienberichten zufolge derzeit mit den Fluggesellschaften Scandinavian Airlines (SAS) und Norwegian, damit Flüchtlinge nicht mehr den gefährlichen Land- und Seeweg nach Europa nehmen müssen: Sie sollen direkt nach Skandinavien fliegen können.

Das Argument von Refugee Air: «Haben die Fluggäste ein legitimes Anrecht auf Asyl, dann darf man sie auch transportieren», zitiert der Radiosender Sveriges Radio Emad Zand. Billiger sei es für die Flüchtlinge ausserdem meist auch: Linienflüge kosten mehrere hundert Dollar, Schlepper verlangen oft mehrere tausend.

Erster Flug noch vor Wintereinbruch geplant

Dass Flüchtlinge bislang nicht nach Europa fliegen können, hängt an der 2001 in der EU erlassenen Trägerhaftung, wonach die Airlines die Kosten für den Rücktransport von Reisenden ohne gültiges Visum oder im Zielland anerkannten Pass übernehmen müssten. Laut Refugee Air ist es also nicht verboten, dass Flüchtlinge fliegen – ein entsprechendes schwedisches Gutachten, welches den Vorwurf des Menschenschmuggels widerlegen soll, liefert die Initiative mit.

«Haben die Fluggäste ein legitimes Anrecht auf Asyl, dann darf man sie auch transportieren.»

Emad Zand

Nur treffe die Entscheidung über die Frage «jemand an einem Check-In Schalter in Antalya (in der Türkei), der nicht in fünf Minuten beurteilen kann, ob es sich um einen Flüchtling handelt», sagte Susanne Najafi dem «Guardian». «Also sagen sie zu jedem Nein.»

Gemeinsam mit Menschenrechtsorganisationen in Jordanien und der Türkei wollen die beiden laut Sveriges Radio nun Passagierlisten erstellen und diese anschliessend den Airlines zur Verfügung stellen. Sollte der Asylbewerber später doch nicht anerkannt werden, wolle die Initiative für die Kosten der Fluggesellschaft aufkommen. «Wir sind bereit, diese Risiken für zu übernehmen. Denn jeden Tag sterben dort Menschen», zitiert der Sender Emad Zand. Sollte es keine Partnerschaft geben, wolle die Initiative selbst eine Maschine chartern und syrische Flüchtlinge ausfliegen.

Und Refugee Air macht Druck: Bereits vor dem ersten Schneefall in Stockholm will die Initiative ein erstes Flugzeug mit Flüchtlingen in Sicherheit bringen.

Das Leben im jordanischen Flüchtlingscamp

(apr)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Gelöschter Benutzer 14.09.2015 11:14
    Highlight Ich glaube auch dass Susanne Najafi und Emad Zand schwedische Unternehmer sind. Das sind klassische schwedische Namen. Ich schwör.

    Und Menschenrechtsorganisationen aus Jordanien und der Türkei arbeiten also lieber an einer Airline nach Schweden als dass sie die Bedingungen der Flüchtlinge in ihren eigenen Ländern verbessern würden? Find ich super! Denen spende ich ab sofort mein gesamtes Monatseinkommen und zwar jeden Monat und für immer und alle Zeiten, weil ich so ein Engagement voll bewundernswert finde. Wirklich. Pfadfinderehrenwort.
    1 1 Melden
  • M@ Di11on 14.09.2015 06:43
    Highlight Wohl noch nie was vom trojanischen Pferd gehört?

    Die Leute sollen wenn schon vor Ort betreut werden, dort ist ihre Kultur und Religion. Geld haben die Saudis ja zum wegwerfen.
    3 5 Melden
    • Zuagroasta 14.09.2015 09:33
      Highlight Re Saudis:
      Dir ist schon klar, dass es im Islam verschiedene Religionsgruppen, wie auch im Christentum, gibt?
      Nur sind dieses im Gegensatz zu den Christen arg verfeindet
      und bekämpfen sich aufs Messer.
      Ansonsten würden ja nicht solche Gebilde wie der IS existieren.
      2 0 Melden
    • M@ Di11on 14.09.2015 12:44
      Highlight Das ist ja wohl deren Problem. Das sollten die Islamisten unter sich regeln. Haben wir in Europa schliesslich auch selber geschafft.
      1 3 Melden

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