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Fast 10'000 Menschen wurden nach Angaben der italienischen Küstenwache innerhalb weniger Tage auf See gerettet.  Bild: EPA

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer: Menschen sterben, Europa schaut weg

Wieder sind Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken, die Politik gerät in Bedrängnis. Hilfsorganisationen fordern endlich Konsequenzen, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederholt.

16.04.15, 12:24 16.04.15, 13:27

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Es ist eine der schlimmsten Flüchtlingstragödien der vergangenen Jahre: Im Mittelmeer sind vermutlich wieder Hunderte Menschen ertrunken, nachdem vor der libyschen Küste ein voll besetztes Boot kenterte. Im Oktober 2013 waren vor der italienischen Insel Lampedusa bereits mehr als 360 Menschen ertrunken.

Das neue Unglück setzt die Europäische Union unter Handlungsdruck. Die Uno hatte bereits am Mittwoch mehr Einsatz der EU gefordert, jetzt verstärken Hilfsorganisationen ihre Kritik. Die italienische Operation «Mare Nostrum» zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge müsse wieder aufgenommen werden, forderte Jan Egeland, ehemaliger Vizegeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten bei der Uno und jetzt Generalsekretär des norwegischen Flüchtlingsrates. «Mare Nostrum» müsse «als kollektive europäische Anstrengung» zurückkommen, fordert er in der britischen Zeitung «Guardian».

Bild: EPA/ANSA

Das Mittelmeer sei weltweit die gefährlichste Grenze zwischen Staaten, die im Frieden miteinander lebten, schreibt Egeland. Die EU müsse mit ihren Ausreden aufhören und handeln, «um noch grössere Tragödien als die, die wir bereits erlebt haben, zu verhindern».

«Wenn morgen weitere Migranten ankommen, können wir keine Unterstützung mehr garantieren.»

Die EU hatte «Mare Nostrum» im Oktober 2014 auslaufen lassen. Der Nachfolgeeinsatz «Triton» steht unter der Leitung der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Anders als «Mare Nostrum» dient er weniger der Rettung von Flüchtlingen, sondern dem Schutz der EU-Aussengrenze.

Italien will mehr Unterstützung

Italien forderte erneut mehr Unterstützung der EU-Partner. «Die Überwachung und die Hilfsmassnahmen im Meer lasten zu 90 Prozent auf unseren Schultern», sagte Aussenminister Paolo Gentiloni der Zeitung «Corriere della Sera». «Das Problem ist europäisch, aber die Medizin ist italienisch, das geht nicht.» Die EU müsse auch mehr in den Ursprungsländern der Flüchtlinge tun.

Und die Schweizer Politik? 

«Bei aller Tragik, die das Unglück beinhaltet: Die Tragödie auf dem Mittelmeer kann die Schweiz nicht lösen», sagt der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr in der Aargauer Zeitung. Die EU müsse der Schlepperindustrie das Handwerk legen, fordert er. Die Schweiz könne sich in den Flüchtlingslagern vor Ort für bessere Bedingungen einsetzen und sich selbst für Wirtschaftsflüchtlinge unattraktiv machen. Würden das alle Industrieländer tun, liesse sich der Flüchtlingsstrom trockenlegen, ist sich Fehr sicher. 

Ähnlich äusserte sich auch Michael Diedring, Generalsekretär des Europäischen Flüchtlingsrates. «Unsere Forderungen nach EU-Such- und Rettungsmassnahmen im Mittelmeer sind auf taube Ohren gestossen», kritisierte er. Die Europäische Union müsse jetzt Beschlüsse fassen.

Die britische Wohltätigkeitsorganisation Save the Children kündigte für diesen Donnerstag eine Kampagne an: Die Parteien in Grossbritannien werden darin aufgefordert, Such- und Rettungseinsätze in die europäische Agenda zur Migration aufzunehmen.

Italien ist am meisten vom Ansturm der verzweifelten Menschen betroffen. Fast 10'000 Menschen wurden nach Angaben der italienischen Küstenwache innerhalb weniger Tage auf See gerettet. Italiens Kommunen und Regionen warnen, keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu können. «Wir sind am Ende unserer Kräfte», sagte Giuseppe Geraci, Bürgermeister der kalabrischen Stadt Corigliano Calabro. «Wenn morgen weitere Migranten ankommen, können wir keine Unterstützung mehr garantieren.»

Die Uno hatte am Mittwoch dazu aufgerufen, Rettungseinsätze im Mittelmeer zu verstärken. Dass erneut Hunderte von Menschen auf der Flucht ertrunken seien, demonstriere, «wie wichtig eine robuste Seenotrettung im zentralen Mittelmeer ist», sagte der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. (als/dpa/AFP)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 16:39
    Highlight Europa schaut nicht weg. Ganz im Gegenteil. Die "Festung Europa" inkl. Schweiz (im Schengenraum) wird durch unmenschliche Methodik verteidigt. Zum Beispiel durch die Europäische Grenzagentur "Frontex", die "fast immer mit dabei ist, wenn Flüchtlinge auf hoher See abgewiesen- und ihrem Schicksal überlassen werden."
    12 8 Melden
  • droelfmalbumst 16.04.2015 15:45
    Highlight ich finde auch dass die EU einfach anständige Boote zur Verfügung stellen sollte... irgendwie sowas. Dann können die alle im Mittelmeer hausen. Zu Essen gibt es genug, einfach immer schön fischen.

    7 20 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 21:38
      Highlight Scheff!
      0 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 14:03
    Highlight In China ist soeben ein Sack Reis umgefallen.
    15 39 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 20:57
      Highlight Ich bin auch nur ein Schreibtischtäter. Wie die Schreiberlinge hier auch.
      1 2 Melden
    • Simon 16.04.2015 22:27
      Highlight Du bist wohl wohlstandverwahrlost.
      2 1 Melden
  • zombie1969 16.04.2015 13:21
    Highlight Die echten Probleme auf der arabischen Halbinsel fangen erst an, wenn das Öl knapp wird. Die Reichsten aller Reichen sind jetzt schon dort zu Hause wo das Geld keine Rolle spielt. Ihnen wird es auch in Zukunft an nichts fehlen. Aber die Konflikte die Mittleren Osten erfassten, werden noch zunehmen. Da diese Regionen ausser dem Rohstoff Öl nichts zu bieten hat, werden die Verteilungskämpfe und religiöser Fanatismus eher zu- als abnehmen.Es ist zu befürchten, dass diese Konflikte Flüchtlingsströme auslösen werden,die das heutige Ausmass als ein eher bescheidenes Problem aussehen lassen könnten.
    16 2 Melden
  • Pieter 16.04.2015 13:18
    Highlight Die EU = chaotisch und total überfordert. Sowas passiert bei einer Diktatur früher oder später.
    9 22 Melden
    • oskar 16.04.2015 22:17
      Highlight dämlicher kommentar. das flüchtlingsdrama für ein primitives eu-bashilg zu missbrauchen ist geschmacklos
      3 2 Melden
    • poga 16.04.2015 22:26
      Highlight Vor allem ist sie nicht lernfähig.
      2 0 Melden
    • Hans Jürg 17.04.2015 01:42
      Highlight Definiere Diktatur...
      1 1 Melden

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