International

Miese Masche der Mittelmeer-Schleuser – sie lassen Flüchtlinge von der Marine «abholen»

Publiziert: 29.11.16, 17:26 Aktualisiert: 29.11.16, 17:36

Rettung im Mittelmeer: Das italienische Marineschiff Spica mit Flüchtlingen an Bord. Bild: EPA/ANSA/ITALIAN NAVY PRESS OFFICE

Schlepper machen sich nach den Worten des UNO-Sondergesandten in Libyen, Martin Kobler, die Rettungsaktionen vor der afrikanischen Küste gezielt zunutze.

«Europäische Schiffe sind nur ausserhalb der Zwölf-Meilen-Zone unterwegs. Deswegen bringen Schleuser die Menschen an die Grenze der Zwölf-Meilen-Zone und rufen sogar die italienische Küstenwache an: Holt diese Menschen jetzt dort ab», sagte Kobler am Dienstag in einem Interview der Deutschen Welle.

«Natürlich haben diese Operationen diesen »Pull-Faktor«, dass sie die Leute anziehen, deshalb können sie auch nur ein Teil der Lösung sein», fügte er hinzu. «Solange die Staatlichkeit in Libyen nicht wiederhergestellt wird, wird der Menschenschmuggel nicht aufhören.»

Zur Bekämpfung der Schlepper brauche man «repressive Massnahmen», sagte der UN-Sondergesandte. «Diese Leute müssen bestraft werden.» Unabhängige Gerichte gebe es in Libyen jedoch nicht.

Kobler appellierte an die Politik, frühzeitig die demografischen Veränderungen in Afrika, Nahost und Europa zu berücksichtigen: «Es ist wichtig, dass wir heute schon anfangen, an das Szenario 2050 zu denken. 2.2 Milliarden Menschen aus Afrika werden nach Norden drängen. Man muss viel intensiver in den Ursprungsländern anfangen.»

Auch die private Seenotretter stehen vor diesem Problem

(sda/dpa)

15 Kommentare anzeigen
15
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Spooky 01.12.2016 01:57
    Highlight Die Europäer sind die Indianer des 21. Jahrhunderts.
    Einfältig bis zur Vernichtung.
    0 0 Melden
    600
  • gnp286 29.11.2016 21:49
    Highlight Und das ganze haben wir der suupi Aussenpolitik der Amis zu verdanken. Speziell H.Clinton. Danke vielmals!
    11 6 Melden
    • Ruffy 29.11.2016 21:54
      Highlight So ein Blödsinn, das war die Politik der Europäer, dies dann einfach nicht ohne die Amis durchziehen konnten..
      2 9 Melden
    • gnp286 29.11.2016 23:08
      Highlight Salopp gesagt habe die Amis Gadaffi entmachtet und haben keinen Plan fürs Machtvakuum gehabt. Dann sind se einfach abgehauen. Dass dann die Franzosen beim die ganze Suppe auslöffeln versagt haben kann man ihnen nicht wirklich ankreiden, da sie unvorbereitet im Regen stehen gelassen wurden.

      Ist so ne Art Standardvorgehensweise der Amis (Irak/Afghanistan/...)
      6 1 Melden
    600
  • Ruffy 29.11.2016 20:58
    Highlight Oh nein wer hätte dass gedacht, Schleuser sind Arschlöcher, gibts ja nicht sowas...
    12 0 Melden
    600
  • Blutgruppe 29.11.2016 20:42
    Highlight Werden diese Menschen dann nicht zurück an die Küste ihres Ursprungslandes gebracht sondern nach Europa?
    20 1 Melden
    • Spooky 30.11.2016 02:44
      Highlight @Blutgruppe
      Nein, das geht nicht. Das würde das Geschäft der Schlepper und vor allem das Geschäft ihrer Hintermänner ruinieren. Und das geht halt einfach schon grad gar nicht.
      5 2 Melden
    • Anam.Cara 30.11.2016 07:24
      Highlight Es gibt ein Seerecht an das sich die italienische Marine halten muss. Ausserdem kommt es meistens nicht so gut an, wenn man mit einem Kriegsschiff in einen ausländischen Hafen einfährt...
      2 0 Melden
    • Spooky 01.12.2016 02:00
      Highlight @Anam.Cara
      Mit einem Gummiboot ist man besser dran. Das wissen die Schlepper.
      0 0 Melden
    600
  • stamm 29.11.2016 20:34
    Highlight UNO-Sondergesandter in Libyen sagt: man muss in den Ursprungsländern anfangen! Libyen? Unsere Freunde (oder jetzt nicht mehr?) aus der NATO haben doch den bösen Gaddafi vor 5 Jahren eliminiert? Und jetzt ist die Lage immer noch nicht gut? Aber Syrien wird nach der Beendigung sicher zu einer Wohlfühloase, und dann werden sicher auch alle wieder sehr gerne zurück gehen. Leute, was glaubt ihr eigentlich, um was es geht? Wir werden überflutet! Gut 30% hat es gemerkt...und der Rest träumt vom Multi-Kulti Europa...
    17 9 Melden
    • Anam.Cara 30.11.2016 07:31
      Highlight @Stamm: und was genau ist jetzt Dein konstruktiver Lösungsvorschlag für das Problem?
      Wir alle wissen, dass Afrika und Vorderasien nicht in Europa Platz haben. Aber diese Erkenntnis dauernd zu wiederholen, ändert genau gar nichts an der Situation.
      Und ganz nebenbei: Europa war schon vor über 2000 Jahren Multikulti...
      0 1 Melden
    • stamm 30.11.2016 22:05
      Highlight Lösungsvorschlag? Eben das, was der UNO-Botschafter gesagt hat: im Ursprungland beginnen. Das sind Leute, die kommen aus einem Kriegsgebiet. Und ich will keine Probleme, mit Leuten aus einem Kriegsgebiet (Gefängnis CH über 80% Ausländer!). Oder hast du etwa das Gefühl, dass solche Leute keine Probleme verursachen? Die sind sich anderes gewohnt, als wir Schweizer Füdlibürger. Europa vor 2000 Multikulti? Jaja, und dazumal war es schon ein Riesenproblem! Viel Glück unseren Kindern....
      1 0 Melden
    600
  • Spooky 29.11.2016 20:02
    Highlight "Zur Bekämpfung der Schlepper brauche man «repressive Massnahmen», sagte der UN-Sondergesandte. «Diese Leute müssen bestraft werden.»

    Das wird nicht geschehen. Zuviele Leute verdienen zuviel beim Geschäft mit den Flüchtlingen.
    17 2 Melden
    600
  • Lami23 29.11.2016 18:52
    Highlight Das ist ja keine neue Info. Das man in den Ursprungsländern etwas machen muss, um nicht überrant zu werden, auch nicht.
    Aber eben, handeln will die Politik trotzdem nicht. Auf was sie wohl warten?
    10 0 Melden
    600
  • Tomb_the_Womb 29.11.2016 18:05
    Highlight So wurde eine Antischlepperaktion zur grössten Hilfe der lokal ansässigen Menschenschlepper. Wie unvorhersehbar war das denn?
    41 2 Melden
    600

Ku-Klux-Klan im Aargau? Ein Fackel-Umzug gegen Asylbewerber wird kontrovers diskutiert

In Muhen AG demonstrierten 500 Personen mit einem Fackelumzug gegen eine Asylunterkunft in Schulnähe. Das kommt unterschiedlich gut an. Während die einen den Widerstand begrüssen, ziehen andere Vergleiche mit dem rechtsextremen amerikanischen Ku-Klux-Klan.

Der Kanton Aargau sucht immer noch fieberhaft nach Unterkünften für Flüchtlinge und Asylsuchende. 500 Betten fallen auf Anfang 2017 weg. In Muhen will er deshalb die beiden Gasthöfe Rössli und Waldeck zur Unterbringung der Menschen nutzen. Wer einquartiert wird, darüber gibt es viele Gerüchte.

Seitens der Direktion Gesundheit und Soziales heisst es: «Es ist noch nicht klar, welche Asylbewerber in der Waldeck untergebracht werden. Darum kann man auch noch nicht sagen, dass es ausschliesslich …

Artikel lesen