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«Ein Denkmal der Humanität» – Künstlerkollektiv will Brücke zwischen Europa und Afrika bauen 

28.09.15, 12:07 28.09.15, 13:44

Die Jean-Monnet-Brücke soll 2030 fertiggestellt werden.
bild: politicalbeauty

«Lassen Sie uns eine Brücke in die Zukunft bauen, [...] um das sinnlose Sterben im Mittelmeer ein für allemal zu beenden».

«Die Brücke»

YouTube/Political Beauty

Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS), ein europaweites Künstlerkollektiv, sorgt erneut mit einer Aktion für Aufsehen. Vor zwei Monaten karrten Aktivisten 17 Särge mit Leichen von Flüchtlingen, die bei der Überfahrt nach Europa ums Leben kamen, nach Berlin, um sie vor dem Bundestag zu begraben. Jetzt werben die Künstler für eine Brücke, die Sizilien und die tunesische Küste verbinden – und so eine sichere Überfahrt für Flüchtlinge schaffen soll.

Zentrum für politische Schönheit

Die Künstlergruppe ist bekannt für «Kunstprojekte» jenseits von Geschmacks- und Anstandsgrenzen. Derzeit ermittelt die Zürcher Stadtpolizei gegen das ZPS, weil es im Strassenmagazin «Surprise» ein ganzseitiges Inserat schalten liess mit dem Aufruf «Tötet Roger Köppel!» Auch gegen einzelne Teilnehmer des «Marschs der Entschlossenen» sind offenbar Ermittlungen im Gang. (wst/sda)

bild: political beauty

Die Jean-Monnet-Brücke, so das ZPS, sei ein gemeinsames Projekt der Republik Österreich und des Baukonzerns Strabag. Spatenstich soll 2017 sein, die Fertigstellung ist für 2030 geplant. Das Künstlerkollektiv zitiert aus einem angeblichen Papier der österreichischen Behörden:

«Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass mit kurzfristigen nationalen Massnahmen diese grösste europäische Herausforderung nicht bewältigt werden kann. In diesem Sinne konzentriert die Republik Österreich sämtliche zuvor formulierten Ziele in eine Massnahme: Die Errichtung einer Brücke von Nordafrika nach Europa. Die Steinbrücke soll vom tunesischen Küstenort Al Huwariyah auf 230 Kilometern nach Agrigento (Sizilien) führen. Ein Denkmal der Humanität.»

Rettungsplattform Aylan 1, benannt nach dem syrischen Jungen, der Anfangs September bei der Überfahrt zwischen Griechenland und der Türkei ertrunken ist.
bild: politicalbeauty

Weil aber die Menschen bis zum Baubeginn weiterhin die gefährliche Überfahrt wagen würden, brauche es eine Ad-Hoc-Massnahme: Die Installation von 1000 Rettungsinseln in der Strasse von Sizilien. Die 36 Quadratmeter grossen Plattformen sollen mit Positionslichtern, Lebensmittelreserven, Notrufgerät, Rettungsring und Kameras ausgestattet werden.

19'600 Euro werden für die erste der 1000 Inseln benötigt. Zur Finanzierung greift das Zentrum auf die Crowdfunding-Plattform Indiegogo zurück. In  drei Stunden sind gut 1'500 Euro zusammengekommen. Vergütet werden die Unterstützer mit einer Postkarte (5 Euro), einem Brückenstein (250 Euro) oder einem persönlichen Treffen mit dem österreichischen Flüchtlingskoordinator Christian Konrad. (wst)

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Alles schaut nach Osteuropa – derweil geht das Flüchtlingsdrama in Sizilien seinen gewohnt grausamen Gang

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Tschiger 28.09.2015 18:08
    Highlight Immer nur Symptombehandlung.
    Das Übel muss an der Wurzel behandelt werden. Die Menschen brauchen Kleinkredite um sich eine Existenz aufbauen zu können
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  • Mr. Kr 28.09.2015 12:53
    Highlight Die Italiener haben es bis heute nicht geschafft eine Brücke nach Sizilien zu bauen, und die wollen ausgerechnet Afrika mit Sizilien verbinden..
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