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Bob Dylan wird dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Bild: KI PRICE/REUTERS

Blowin' In The Wind: Bob Dylan erhält den Literatur-Nobelpreis

Publiziert: 13.10.16, 13:03 Aktualisiert: 13.10.16, 15:52

Grosse Überraschung: Der US-amerikanische Sänger und Songwriter Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis 2016. Er wird für seine poetischen Neuschöpfungen in der grossen amerikanischen Song-Tradition geehrt, wie die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt gab.

100 Songs von Bob Dylan. Video: YouTube/finetunes Folk

Es passt, dass der grösste Songschreiber des vorigen Jahrhunderts als erster Popmusiker den Literaturnobelpreis erhält. Mit seinen höchst anspruchsvollen Liedtexten galt Bob Dylan bei vielen schon lange als reif für diese Premiere. Nun sprang die Jury über ihren Schatten.

Seit 20 Jahren immer wieder nominiert

Rund 20 Jahre lang wurde Bob Dylan mit schöner Regelmässigkeit für den Nobelpreis vorgeschlagen, doch stets ging der Dauerbrenner unter den Kandidaten leer aus. Zu gewagt erschien es offenkundig der Jury, einem Musiker – und sei es auch der berühmteste Songschreiber überhaupt – die höchste Literaturauszeichnung der Welt zuzuerkennen. Nun hat sie sich getraut. Diesmal haben die favorisierten Romanautoren und Dramatiker das Nachsehen.

«Blowin' In The Wind» und «Like A Rolling Stone» gehören zu Bob Dylans berühmtesten Stücken. Der Musiker feierte im Mai seinen 75. Geburtstag.

«Amerika wandelte sich. Ich ahnte eine schicksalhafte Wendung voraus und schwamm einfach mit dem Strom der Veränderung.»

Bob Dylan

Von einigen Skeptikern abgesehen, dürften die meisten gut 50 Jahre nach Dylans Karrierestart anerkennen, dass der Autor von Folk-, Blues- und Rock-Lyrik wie «Masters Of War», «Like A Rolling Stone» oder «Visions Of Johanna» ein würdiger Preisträger ist. Den Pulitzer-Preis für «lyrische Kompositionen von ausserordentlicher poetischer Kraft» hatte er ja bereits.

Seinen Ruf als Revolutionär der Folk- und Rockmusik erwirbt sich Dylan schon Anfang der 60er Jahre, als er die Zeichen einer unruhigen Zeit richtig deutet. Seinen Start als Singer-Songwriter beschreibt er später in der literarisch anspruchsvollen Autobiografie «Chronicles» (2004) so: «Amerika wandelte sich. Ich ahnte eine schicksalhafte Wendung voraus und schwamm einfach mit dem Strom der Veränderung.»

Inspiration von Homer, der Bibel oder Brecht

Der als Robert («Bobby») Allen Zimmerman geborene junge Mann aus Duluth/Minnesota benennt sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Der Erfolg stellt sich mit dem Song «Blowin' In The Wind» (1963) ein. Wütende Lieder wie «Masters Of War» oder «A Hard Rain's A-Gonna Fall» qualifizieren Dylan für die weltweite Jugend- und Protestbewegung.

Danach mutiert er zum Rockmusiker mit elektrischer Gitarre, komponiert und textet Mitte, Ende der 60er Jahre Album- und Songklassiker in Serie. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Lyrics sind von beispielloser Qualität.

Seinem deutschen Biografen Heinrich Detering zufolge beziehen sich die Songtexte des Amerikaners «auf Dichtungen unterschiedlichster Zeitalter und Kulturen: von der Bibel und Homers »Odyssee« über die Dichtungen der römischen Kaiserzeit (Ovid, Vergil, Juvenal), die mittelalterlichen Mysterienspiele und Shakespeares Dramen bis zur amerikanischen Romantik, den französischen »poètes maudits« und dem Theater Bertolt Brechts».

(whr/sda/dpa)

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23 Kommentare anzeigen
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  • blobb 14.10.2016 01:54
    Highlight Ein paar Jahrzehnte zu spät und der falsche Preis war es meiner Meinung nach auch. Er hätte den Friedens-Nobelpreis verdient. Der geht sowieso zu oft an Politiker. Obama haben sie, obwohl es gut gemeint war, auch mehr geschadet als geholfen.
    Das Komitee sollte sich auf die Wissenschaft konzentrieren und gesellschaftliche Ehrungen anderen überlassen. Ist halt nicht so sexy, leider.
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  • Bluetooth 13.10.2016 20:06
    Highlight Sorry, aber das ist eine Ohrfeige für jeden seriösen Schriftsteller. Dylan ist zwar ein grandioser Musiker mit überdurchschnittliche Songtexte, doch seine Werke sind ohne Musik in der Literaturwelt von keiner Bedeutung.

    Die Nobelpreise für Frieden und Literatur verkommen immer mehr zur Farce und die Leute klatschen dem munter zu. Beide Preise dienen heute hauptsächlich als PR Stunt, um mit der Auszeichnung einer berühmten Person ein bisschen Aufmerksamkeit auf die Verleihung zu ziehen. (Siehe selbst: Bereits 3 Artikel auf watson, während die anderen knapp einmal erwähnt wurden.)
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  • AL:BM 13.10.2016 17:49
    Highlight Einfach nur genial!
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  • deleted_337758608 13.10.2016 17:38
    Highlight A propos Bob Dylan:



    Cracks me up, everytime😂
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  • Aufwecker 13.10.2016 16:32
    Highlight Bob Dylan war ein Illuminati-Satanist, also hebt ihn nicht in den Himmel.

    Wers nicht glaubt, soll googeln - Bob Dylan + Illuminati - Ihr werdet schockiert sein.
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    • Volande 13.10.2016 21:56
      Highlight HAHAHA! Made my day! Und jetzt geh schlafen, Aufwecker. Wir Reptiloiden werden sonst arg traurig, und dann scheissen wir Chemtrails in queeren Regenbogenfarben, um damit die Schafshirne derer zu beeinflussen, die nicht an Xavier Naidoo glauben. Tschühüüss!
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  • Saraina 13.10.2016 16:15
    Highlight Es gibt sie noch, die guten Nachrichten! Und angesichts der Stunden, die ich damit zubrachte mich durch den einen oder anderen Roman des einen oder anderen Preisträgers zu quälen, kann ich jetzt einfach mal wieder "Blonde on Blonde" auflegen! Yeah!
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  • kleiner_Schurke 13.10.2016 15:35
    Highlight Habe Dylan mal in Montreux gesehen. Ich bin da eher aus Neugierde hin gefahren und kannte nur wenige Stücke von ihm. Der Abend war geradezu magisch. Dylan fing an zu spielen und von da war ich mit meinen Gedanken irgendwie weit weg, vollkommen vom Film in meinem Kopf Kino eingenommen. Ich konnte kaum fassen als er aufhörte zu spielen, waren 2 Stunden vergangen....
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    • Aufwecker 13.10.2016 16:33
      Highlight Ja - beim Teufel - so geht Gehirnwäsche.
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  • Lezzelentius 13.10.2016 14:08
    Highlight Hätte lieber Murakami gesehen und muss sagen, dass einem Sänger - Bob Dylan und seine Lieder in allen Ehren - den Nobelpreis zu geben etwas despektierlich ist gegenüber Schriftstellern und der Literatur selbst.

    Einseitige Liedtexte sind keine Literatur und das ganze wirkt etwas grotesk, wenn man daran denkt, dass Leute wie Hesse den Literaturpreis erhalten haben.

    Ich mag Bob Dylan wirklich sehr, aber ich würde nie behaupten, er sein ein Vertreter guter Literatur.
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    • stef2014 13.10.2016 14:32
      Highlight Klar, Murakami wäre auch OK gewesen. Aber wenn man auf die vermeintlichen Ursprünge der Literatur zurückschaut, waren das im Grunde genommen auch nichts anderes als Gesänge (Homer). Wenn man dann noch die Tragweite seiner Texte betrachtet, v.a. auch im politischen Kontext, sehe ich kein Problem mit dieser Preisvergabe.
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    • Dr. Zoidberg 13.10.2016 14:39
      Highlight echt jetzt? despektierlich ggü leuten wie elfriede jelinek oder herta müller? hast du von den preisträgern der letzten jahre mal was gelesen?

      endlich mal kein ostkufnukischer poet, der in wortreichen und blumigen elegien das schicksal der frauen der letzten südöstlichen tschwurbelnomaden beklagt, sondern jemand, der mit seinen texten eine ganze generation beeinflusst hat.

      ob man seine musik mag oder nicht, ist ja ein ganz anders thema.
      35 5 Melden
    • Volande 13.10.2016 14:50
      Highlight Dylan hat vielleicht nicht die beste Stimme, aber Hesse's Gejammer ist nicht mal geschrieben erträglich
      21 15 Melden
    • JoeyOnewood 13.10.2016 14:53
      Highlight Warum ist das bitte despektierlich? Wenn er seine Texte nicht gesungen hätte, wären es Gedichte gewesen und niemand käme auf die Idee, diese Wahl anzuzweifeln.

      By the way. Deine Aussage "Einseitige Liedtexte sind keine Literatur" ist einfach nur falsch. Gehst du mal recherchieren, was alles Literatur ist.
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    • Schlafwandler 13.10.2016 15:15
      Highlight Ich verstehe die Aufregung nicht ganz...ein Liedtext ist doch im Grunde nichts anderes als Lyrik und es würde wohl niemand behaupten Lyrik sei keine Lyrik.
      Und die Länge eines Werks spielt erst recht keine Rolle. Es gibt Gedichte von nur wenigen Zeilen, die absolut genial sind (z.B. von Ezra Pound).
      29 4 Melden
    • Schlafwandler 13.10.2016 15:37
      Highlight In meinem obigen Kommentar muss es natürlich heissen es würde wohl niemand behaupten Lyrik sei keine Literatur.
      14 3 Melden
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  • dr.nonsens 13.10.2016 13:31
    Highlight Im ernst? Ich bin für eine frische jury... aber wahrscheinlich wird dylan jetzt noch weiter in den himmel gelüpft und alle applaudieren. Nervz mich grad bitzeli.
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    • JoeyOnewood 13.10.2016 14:54
      Highlight Öhm, Argumente Hr. Dr. Nonsense? Bestreitest du die lyrische Qualität seiner Texte? Und wer soll denn bitte in den Himmel gelobt werden, wenn nicht Bob Fucking Dylan
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    • dr.nonsens 14.10.2016 10:55
      Highlight Siehste... meinte ich doch. So viele blitze. 😂
      0 0 Melden
    • dr.nonsens 14.10.2016 11:02
      Highlight Eben keine argumente... brauchts nicht immer. Ist halt doch geschmacksache! Auch wenn die im literaturclub grad diese woche etwas anderes behauptet haben. Und ich persönlich mag dylan nicht... ist doch nix verkehrt dran, oder?
      0 0 Melden
    • dr.nonsens 14.10.2016 11:05
      Highlight Und joeyonewood... ich respektiere deinen geschmack. Aber dieses oberlehrer-getue in den kommentaren hier nervt manchmal auch. Nur weil jemand ne andere meinung hat, heisst das nicht dass er dümmer ist... und komm mir jetzt bloss nicht mit der verbesserung meiner rechtschreibung!!!
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    • dr.nonsens 14.10.2016 11:09
      Highlight Ach und... versuch nicht dich mit jemandem der sich selber dr.nonsens nennt über vernünftige argumente und so erwachsenenzeugs zu diskutieren... 😜
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  • Lowend 13.10.2016 13:18
    Highlight Whow! Eine echte Überraschung, aber hochverdient für diesen Menschen, der mit seinen Texten meine Generation geprägt hat! Meine herzlichste Gratulation a Robert Zimmerman, wie Dylan mit bürgerlichem Namen heisst!
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Zürich hat eine neue Hymne! Der Soundtrack des Frühlings 2016 «Guete Morge Züri, du bisch wach»

Zu diesem Clip wollen wir nicht viele Worte Verlieren. Es reicht ein Emoji: 

Dieses Wochenende wird's warm, fast schon sommerlich warm. Der ideale Soundtrack für den Duft des Frühlings (und für den kommenden Sommer! Yeah!) ist dieser wunderbar chillige Song:

😂

Oder auch drei:

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Ach, seht (und lacht) selber:

Wir von watson haben einst diesen flashigen Züri-Clip gedreht

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