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«Ein Ort, an dem die verbindende, inspirierende und beglückende Kraft der Musik für alle spürbar wird», sagte Bundespräsident Joachim Gauck. Bild: FABIAN BIMMER/REUTERS

Hamburger Elbphilharmonie eröffnet 

11.01.17, 22:19 12.01.17, 10:19

Nach fast einem Jahrzehnt Bauzeit ist die Hamburger Elbphilharmonie am Mittwochabend eröffnet worden. Zum Festakt waren 2100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur gekommen – unter ihnen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das erste Konzert im Grossen Saal mit der besonderen Innenverkleidung durfte das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Leitung von Thomas Hengelbrock geben.

«Ein Ort, an dem die verbindende, inspirierende und beglückende Kraft der Musik für alle spürbar wird», sagte Bundespräsident Joachim Gauck. Die Popularität und die Anziehungskraft der Elbphilharmonie seien eine grosse Chance, mehr Menschen für klassische Musik zu begeistern.

Gauck ermunterte die Stadt: «Nutzen Sie die Möglichkeiten, die dieses Haus Ihnen bietet.» Dann werde aus der Elbphilharmonie, was viele Hamburger sich wünschten: «das Wahrzeichen einer weltoffenen, vielfältigen Metropole – und ein Juwel der Kulturnation Deutschland».

«Hamburg setzt mit der Elbphilharmonie ein unübersehbares Zeichen für die grosse Bedeutung, die Kunst und Kultur in einer freien Gesellschaft zukommt», hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz zuvor gesagt. Bild: CHRISTIAN CHARISIUS/REUTERS

Eröffnung mit «Pan» von Benjamin Britten

Wegen des schlechten Wetters startete das Konzert später als geplant. Im Konzertsaal war es anfangs völlig dunkel, als die ersten Töne von «Pan» erklangen. Es ist das erste Stück der «Sechs Metamorphosen nach Ovid» des englischen Komponisten Benjamin Britten. Der Oboe-Solist Kalev Kuljus spielte auf den Rängen zwischen den Zuhörern.

«Hamburg setzt mit der Elbphilharmonie ein unübersehbares Zeichen für die grosse Bedeutung, die Kunst und Kultur in einer freien Gesellschaft zukommt», hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz zuvor gesagt. Der 11. Januar 2017 sei ein historisches Datum.

Auf dem Programm des Eröffnungskonzertes stand eine musikalische Zeitreise von der Renaissance bis zur Gegenwart. Musiker, die in der Elbphilharmonie bereits proben durften, hatten von ihrem «warmen Klang» geschwärmt.

Illustre Gäste: Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel waren auch Norbert Lammert, der Präsident des Deutschen Bundestags, Bundespräsident Joachim Gauck und Präsident des Bundesverfassungsgericht Andreas Vosskuhle vor Ort.  Bild: OLAF MALZAHN/EPA/KEYSTONE

Akustik soll für alle gleich gut sein

Der Akustiker Yasuhisa Toyota wollte zudem, dass alle Besucher auf den terrassenförmigen Publikumsrängen gleich gut hören können. Aus Schallschutzgründen wurde der 12'500 Tonnen schwere Saal vom restlichen Gebäude entkoppelt, er liegt auf Federpaketen.

Auf der Gästeliste standen auch Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, zahlreiche Politiker aus Bund und Ländern sowie Regisseur Fatih Akin, Modeschöpferin Jil Sander und die Schauspieler Hannelore Hoger, Charly Hübner und Armin Mueller-Stahl.

Verstärkte Sicherheitsmassnahmen

Bei Schmuddelwetter wurde für Zuschauer draussen an den Landungsbrücken und auf Barkassen eine zur Musik passende Lichtinstallation auf das Gebäude projiziert.

Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit zahlreichen Massnahmen ab, dazu gehörten Betonpoller, Sperrungen und der Einsatz von Sprengstoff-Spürhunden. «Alles ruhig», sagte ein Polizeisprecher während des Eröffnungskonzertes.

Der Grundstein für den Prestigebau an der Spitze der Hafencity wurde bereits am 2. April 2007 gelegt. Eigentlich sollte das Konzerthaus der Architekten Herzog & de Meuron, das neben dem grossen Saal noch einen kleinen Konzertsaal, ein Hotel mit 244 Zimmern und 44 Eigentumswohnungen beherbergt, bereits vor sieben Jahren eröffnen.

Vom ersten Haus bis zur Elbphilharmonie – die spektakulärsten Bauten von Herzog und de Meuron

Zehnmal so teuer wie geplant

Die Kosten stiegen für die Steuerzahler von 77 auf 789 Millionen Euro, hinzu kamen 57,5 Millionen Euro Spenden. Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft - der Abgeordnete Norbert Hackbusch – kritisierte deshalb: «Die Luxus-Eröffnung ist das logische i-Tüpfelchen auf der irren Verschwendungs-Geschichte der Elbphilharmonie.»

Bürgermeister Scholz betonte: «Die Vorgeschichte dieses Hauses war bis zu seiner Eröffnung lang und bewegt – deutlich länger und bewegter, als wir uns das alle gewünscht haben.» Aber heute wolle man sich ausschliesslich auf die vielen Musiker, die diesen Ort mit Leben füllen werden, freuen. «Die Konzerte des Eröffnungshalbjahres sind restlos ausverkauft», sagte er.

Hamburgs Tourismus-Chef Michael Otremba rechnet mit vielen zusätzlichen Besuchern aus aller Welt – vor allem aus den USA und Asien. Bereits am 5. November war die öffentliche Plaza in 37 Metern Höhe eröffnet worden. Mittlerweile haben dort bereits eine halbe Million Menschen die Aussicht genossen. (sda/dpa)

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User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
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  • Saraina 14.01.2017 07:01
    Highlight Ich freue mich auf das erste Konzert, das ich dort geniessen kann! Schön ist der Bau auch. Und Mann! Bin ich froh, dass ich den nicht bezahlen muss!
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  • 8004 Zürich 12.01.2017 07:17
    Highlight Das 8-10fache an Kosten als budgetiert und dann hatten die dafür auch noch drei Mal so lang wie geplant. Und das verkaufen die jetzt als Erfolg? Stell Dir vor, Du machst das in einem Unternehmen!
    Das ist doch die pure Unfähigkeit. Wo müssen bei Beschaffenheitsanalysen, Planung, Umsetzung, usw. überall Fehler gemacht worden sein, wenn man sooo weit vom Budget abweicht?!
    Und wie läuft so was in der Praxis,da ist doch ein Auftrag? Wird der bei schlechter Entwicklung einfach immer laufend dem zu erwartenden Ergebnis angepasst?
    Und dann noch diese "Super gemacht-Stimmung" - ich verstehs nicht...
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    • Majoras Maske 12.01.2017 08:05
      Highlight Nur leider waren es private Investoren. Die Stadt Hamburg (unter SPD-Führung) hat erst übernommen, als die Baustelle schon an die Wand gefahren war (und es ja offensichtlich gerettet). Probleme waren der Boden, der das Gebäude nicht tragen konnte, sowie die Statik des Daches, wo niemand die Verantwortung übernehmen wollte, weshalb die Baustelle über ein Jahr lang still stand. Teuer waren die mehrfachen Glaswände, die in einer eigens dafür erstellten Maschine gemacht wurden sowie die Wände des Konzertsaals selber.
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    • 8004 Zürich 12.01.2017 08:14
      Highlight Verkäufer:„Kunde, Du musst jetzt 1.5Jahre auf Dein Auto warten anstatt der vereinbarten 6 Monate.Ausserdem kostet das Auto jetzt 300‘000.- anstatt 45‘000.-„.
      Du: „Hey geilo, so hab‘ ichs immer gewollt.“

      Du kommst vom Einkauf nach Hause. Zu spät, anstatt einer Stunde hast Du deren drei benötigt. Vom beauftragten Einkauf bringst Du kein Wechselgeld nach Hause,weil Du anstatt der budgetierten 20 Franken einfach das ganze Zweihunderternötli von Mami verbraten hast. Dein Mami ganz stolz: „Gut gemacht.“

      Im Taxi. Über 1h zu spät. Kosten: 250.- anstatt 30 Franken. Du so: „Geile Siech! YOLO!“

      Absurd
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    • henkos 12.01.2017 09:01
      Highlight Die Schweizer Architekten waren nicht ganz unschuldig an dem Debakel.
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    • Malin.B 12.01.2017 09:07
      Highlight Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
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    • deleted_964468590 12.01.2017 10:54
      Highlight Die wussten doch von Anfang an wieviels kostet, aber bring das mal durch. Dann "verschätzt" man sich lieber ein bisschen viel zu tief und wenn die Chose schon eingerüstet ist, kann man argumentieren mit "ja es wird zwar x-mal teurer aber wenn wir jetzt aufhören, haben wir das Geld bis jetzt verschwendet" ;)
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    • 8004 Zürich 12.01.2017 14:14
      Highlight Mir ist doch egal, ob CH-Architekten oder deutsche Politiker oder was auch immer. Fakt ist doch, dass der Plan bei Weitem (sogar diese Beschreibung wird dem Ausmass des Nichteinhaltens schlecht gerecht) nicht eingehalten werden konnte und jetzt dennoch (zumindest vorne rum) auf Friede, Freude, Eierkuchen gemacht wird. Mich persönlich irritiert das.

      Bin gespannt auf die Eröffnung vom Flughafen Berlin Brandenburg...


      @ Malin: ;-)
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  • Angelo C. 12.01.2017 01:28
    Highlight Ein ungeheures, begeisterndes Bauwerk, bei dem jahrelang einige tausend Arbeiter und Spezialisten ihr Bestes gegeben haben.

    Habe mir gerade die ARD-Doku über die Entstehung und die heutige Eröffnung reingezogen - es ist einfach alles den höchsten baulichen und akustischen Ansprüchen entsprechend und wird Hamburgs Wahrzeichen werden. Es waren jene Journalisten aus allen Erdteilen und viel Prominenz vor Ort.

    Aber eben: 75 Mio. waren budgetiert und dann mit 770 Mio. irre teuer geworden, dazu in der doppelten Zeit wie geplant gebaut. Man wundert sich, wie das Hamburg finanziell wegsteckt 🤔!

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