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Bild: instagram/ juliet evancho

Jackie Evancho singt für Trump und bricht ihrer Schwester Juliet fast das Herz

18.01.17, 14:20 19.01.17, 11:22

Jackie Evancho ist 16, sieht aus wie wie eine Teen-Ivanka, und singt, was Andrea Bocelli so singt: Klassik und Pop gemischt. Aber im Gegensatz zu Andrea Bocelli wird sie an Trumps Vereidigung singen. Sie will sogar dort singen. Und nicht irgendwas, sondern die Nationalhymne.

Als 10-Jährige trat sie an der Weihnachtsfeier der Obamas vor dem Weissen Haus auf. Damals hatte sie gerade die Castingshow «America's Got Talent» gewonnen. «Ich brauchte das wieder», sagt sie. Ihre Familie würde gerne mitkommen, aber sie hat bis heute keinen Bescheid gekriegt, ob das möglich ist.

Jackie vor dem Weissen Haus, 2010

Video: YouTube/jimjosh64

Nur eine bleibt traurig zuhause. Jackies 18-jährige Schwester Juliet. Denn Juliet hiess bis zu ihrem 17. Geburtstag Jacob. Jackie und Jacob traten oft zusammen auf und sangen schöne Duette. Jacob wusste schon mit 11, dass er ein Mädchen sein möchte. Es folgten Depressionen und Therapien, zuhause war Jacob Juliet, in der Schule und auf der Bühne versteckte sich Juliet hinter Jacob – einem Jungen mit exzentrisch langem Haar.

Jackie und Jacob Evancho singen «Let It Be», 2012

Video: YouTube/Christopher Borowski

Jackies Prominenz habe «die ganze Familie unter ein Mikroskop gestellt», sagt Juliet. Deshalb hat sie sich für die Offensive entschieden, hat Auftritte absolviert und Essays geschrieben. Dafür wird sie gehatet. Es dürften sich unter ihren Hatern viele Trump-Wähler finden. Juliet hat deshalb gar nie in Betracht gezogen, am 20. Januar nach Washington zu reisen. 

Jackie wird jetzt von der Gegenseite gehatet. Trump-Nichtwähler wünschen sich, dass Trump sie während der Vereidigung begrapscht. Trump selbst hat Anfang Januar in seinem bekannten Übertreibungsmodus über Jackie getwittert: «Jackie Evanchos Albumverkauf ist in den Himmel geschossen nach der Ankündigung ihres Auftritts an der Vereidigung. Manche Leute verstehen die ‹Bewegung› einfach nicht.»

Umgehend wurde er von der Journalistin Parker Molloy darauf hingewiesen, dass Jackies Album keineswegs in den Himmel geschossen, sondern in den Billboard Charts um 41 Plätze nach hinten gefallen sei.

Die beiden Schwestern, die jetzt von einander entgegen liegenden Lagern aus beschossen werden, versuchen, sich gegenseitig zu schützen und zu stützen. An ihren Absichten ändert dies allerdings nichts. Juliet will nach der Schule für die Rechte transidenter Menschen arbeiten, Jackie will Karriere machen.

Ihre Eltern sagen nicht, wem sie ihre Stimme gegeben haben, und setzen sich gerade dafür ein, dass Juliet in ihrer Schule die Mädchen-Toilette benutzen darf. Die Identität ihrer Tochter ist eines. Das politische Amerika ein anderes. Trumps Vizepräsident Mike Pence hat längst klar gemacht, dass Trump nicht der Präsident der LGBT-Community sein werde. Juliets Eltern ignorieren dies. Jackies Karriere ist ihnen genauso wichtig wie Juliets Glück.

Jackie träumt. Immer vom Allergrössten. bild: instagram/jackie evancho

«Es ist eine Ehre, für den Präsidenten zu singen. Ich denke, ich mache das für mein Land. Wenn mich Leute dafür hassen, dann aus den falschen Gründen», sagt Jackie. Der Präsident ist nur der Präsident. Amerika steht über ihm. So kann man das natürlich auch sehen.

Noch mehr über Jackie und Juliet gibt es in dieser lesenswerten Reportage aus der «New York Times».

(sme)

Donald Trump – sein Leben in Bildern

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  • Gelöschter Benutzer 18.01.2017 23:52
    Highlight Fakten: Richtig ist Evancho hat in der Chart Woche die am 15 Dezember geendet hat 6000 Alben verkauft am 14 Dezember ging die Meldung raus das Evancho für Trump singt. In der Chartwoche die am 22 Dezember geendet hat, hatte sie 11000 Alben verkauft das ist eine 94% Steigerung zur Vorwoche. Selbst wenn alles nur Zufall ist oder andere Ursachen mitgespielt haben, kann man nicht behaupten die Aussage von Trump sei falsch. Zudem sagt eine Chartplatzierung nichts über die Steigerung oder Senkung des Verkäufe von Evancho selbst aus. Spätestens da wird der Artikel lächerlich.
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  • Pana 18.01.2017 18:20
    Highlight Interessant in diesem Artikel ist einmal mehr die postfaktische Welt des Donald T.

    Er behauptet auf Twitter, dass das Album der Sängerin dank ihm erfolgreicher verkauft wird. Das Gegenteil ist der Fall. Hat er sich darüber informiert? Wohl kaum. Lügt er bewusst? Wahrscheinlich auch nicht. Er und seine Anhänger leben in einer eigenen Realität, wo er Sachen erfindet und diese nach 140 Zeichen als Tatsache gelten.
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  • Bijouxly 18.01.2017 16:55
    Highlight Toller Bericht... Was will man denn eigentlich mit diesem Bashig erreichen? Ganz im ernst. Es gibt wohl keine bessere Wahl als die Schwester eines Transgender. Es zeigt Offenheit und macht auf das Problem aufmerksam. Ihr wärt mit gar keiner Wahl zufrieden. Weil es einfach um Trump geht. Jetzt ist er gewählt also macht man das beste draus. Wollt ihr dass er ne rechtsextreme Band engagiert? Dass dann alle sagen können "war ja klar"? Ich versteh's echt nicht...
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  • FancyFish 18.01.2017 16:50
    Highlight Heul leise!

    Der ist halt President. Findet euch damit ab
    17 31 Melden
    • Tsunami90 19.01.2017 04:33
      Highlight Nope, muss man nicht.
      2 4 Melden
    • Bowell 19.01.2017 07:46
      Highlight @Tsunami90: Also schmollst du für die nächsten 4 Jahre? Was Obama als Vorschusslorbeeren erhielt schlägt Trump purer Hass entgegen. Bleibt zu hoffen, dass auch letzteres unbegründet war.
      2 2 Melden
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  • Mockingbird 18.01.2017 16:43
    Highlight «Es ist eine Ehre, für den Präsidenten zu singen. Ich denke, ich mache das für mein Land. (...) Der Präsident ist nur der Präsident. Amerika steht über ihm.»

    Für mich das mit Abstand Abgeklärteste und Erwachsenste, was ich seit Monaten zum Thema "Trump" in Medienberichten und Kommentarspalten lesen durfte. Bravo, Jackie!
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    • Lichtblau 18.01.2017 22:11
      Highlight "Nur eine bleibt traurig zuhause. Jackies 18-jährige Schwester Juliet. Denn Juliet hiess bis zu ihrem 17. Geburtstag Jacob."
      Das ist ja grausam: Watson goes Glückspost. Ich nehme schwer an, dass der Artikel ironisch gemeint ist?
      0 4 Melden
    • Schreiberling 19.01.2017 00:16
      Highlight @Lichtblau: was ist grausam?
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    • exeswiss 19.01.2017 03:44
      Highlight "Der Präsident ist nur der Präsident. Amerika steht über ihm.» "

      die frage ist bloss, sieht das trump auch so?
      0 0 Melden
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