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Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Bob Dylan soll Nobelpreis-Vorlesung abgeschrieben haben

Der US-Musiker Bob Dylan ist wegen seiner Nobel-Vorlesung unter Plagiatsverdacht geraten. Die Autorin Andrea Pitzer verdächtigt den Literaturnobelpreisträger, in seiner Vorlesung zur Entgegennahme des Preises von einer Website abgekupfert zu haben.

14.06.17, 21:04 14.06.17, 22:57

Mindestens 20 Passagen in Dylans Ausführungen über den Roman «Moby Dick» von Herman Melville ähnelten Passagen auf der Website «SparkNotes». Dabei handelt es sich um eine Website, die Literaturklassiker für Schüler zusammenfasst und interpretiert.

Dylan hatte seine Rede nicht in Stockholm gehalten, sondern sie erst kürzlich und damit acht Monate nach seiner Kür zum Nobelpreisträger der Schwedischen Akademie in schriftlicher Version und als Tonaufnahme zugeschickt.

Bob Dylan gewann vergangenes Jahr den Nobelpreis für Literatur. Bild: AP/Invision

Die 76-jährige US-Rock- und Folklegende wahrte damit jedoch die Frist und sicherte sich so das Preisgeld. Seine Vorlesung dreht sich um das Verhältnis seiner Songtexte zur Literatur.

Als literarischen Werke, die ihn inspirierten, nannte Dylan neben «Moby Dick» auch Homers «Odyssee» und das Kriegsdrama «Im Westen nichts Neues» des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque.

Falsches Zitat

In ihrer von der US-Nachrichtenplattform «Slate» veröffentlichten Analyse der Vorlesung ging Pitzer unter anderem auf eine Passage ein, in welcher der Rockpoet ein falsches Zitat aus «Moby Dick» anführt. Demnach soll Melville in seinem Roman den Wal Moby als «Verkörperung des Bösen» bezeichnet haben.

Pitzer verwies darauf, dass dieses Zitat keineswegs aus dem Roman stammt, die Formulierung aber von «SparkNotes» benutzt worden sei. Diese Website ist als Lernhilfe für Schüler gedacht.

Von Dylan oder seinem Management kam keine Stellungnahme zu dem Plagiatsverdacht. Die Vorsitzende der Nobel-Akademie, Sara Danius, hatte die Vorlesung des Musikers als «ausserordentlich» und «eloquent» gerühmt. (sda/afp)

Schweizer Nobelpreisträger

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  • Maria B. 17.06.2017 12:29
    Highlight Diese Arroganz - Talent und Musikgeschichte hin oder her - den Preis (ohne jede gesundheitliche oder politische Notwendigkeit) nicht persönlich abzuholen und das Komitee dadurch zu desavouieren spricht echt nicht für seinen Charakter. Das darf trotz den hier nachstehenden verbalen Verrenkungen seiner fans offen angesprochen werden.

    Und dies ungeachtet dessen, dass er (angeblich) Teile seiner Rede abgekupfert haben soll.

    Immerhin, er hat sich das Preisgeld im letzten Moment doch noch reingezogen, und um das wird es ihm - trotz seiner Selbstherrlichkeit - ja hauptsächlich auch gegangen sein...
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  • Saraina 15.06.2017 09:45
    Highlight Don't think twice Bob, it's allright.
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  • Taebneged 15.06.2017 08:38
    Highlight Was soll jetzt der Scheiss? Jetzt werden also schon Reden auf Plagiat geprüft. Jeden Tag lese ich in den Nachrichten immer zu die gleichen Texte. Teils eins zu eins im Wortlaut. Sogar Parteien sagen immerzu das selbe. Absoluter Bullshit.
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  • Raphael Stein 15.06.2017 06:26
    Highlight So freut es mich doch hat der alte Barde die Frist nicht verpasst um das Preisgeld abzuholen. Immerhin.
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  • Trinity 15.06.2017 05:31
    Highlight Und ich dachte schon, es würde um einen seiner Songs gehen - die Nobelpreis- Vorlesung, come on...
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  • A_C_Doyle 15.06.2017 00:32
    Highlight Also beim besten Willen, das Mobtly Dick die Verkörperung des bösen sei, stammt mit Sicherheit nicht von der Seite. Das ist eine so allgemeine Formulierung, dass wenn man 1000 Leute befragt bestimt der ein oder andere die selben Worte wählt.

    Muss man denn heutzutage aus allem einen Plagiatsvorwurf machen? Speziell wenns wie hier um einen einzelnen Satz geht -.-
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  • Hierundjetzt 14.06.2017 23:39
    Highlight - Seine Assistentin sagt anlässlich der Verleihung Danke (Der Dylan hatte voll viel zu tun waisch -wohl grad einen Termin beim Gärtner)
    - Preisübergabe fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt
    - Es gab keine obligatorische Rese
    - Der Text ist ein Fake
    - Aber die 900'000 nehmen wir dann gerne.

    Ich glaube kaum dass sich Hemingway, Mann, Hesse oder Faulkner dermassen peinlich aufgeführt haben. Alleine die Tatsache, das der lustige Dylan nun auf der Stufe von Hemingway steht ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten.


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