International

Irakische Sicherheitskräfte im Häuserkampf bei Ramadi.
Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

«IS» erobert Industriegebiet – harte Kämpfe in Ramadi

Der «Islamische Staat» hat laut Aktivisten ein Industriegebiet im Osten Syriens unter seine Kontrolle gebracht. In der Hochburg Ramadi meldet die irakische Regierung hingegen Erfolge gegen die Terrormiliz.

24.12.15, 15:54 24.12.15, 17:36

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Der Angriff auf ein syrisches Industriegebiet begann laut Berichten mit drei Selbstmordattentätern, die mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge zur Explosion brachten. Mittlerweile hat die Terrormiliz «Islamischer Staat» das Gebiet im Osten des Landes offenbar erobert. Das teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit.

Das Gelände nahe der Stadt Deir al-Sor sei zuvor noch von Regimeanhängern kontrolliert worden, melden die Aktivisten. Insgesamt seien bei der Attacke am Mittwochabend 26 Regierungstreue und zwölf «IS»-Kämpfer getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk aus Informanten vor Ort.

Der «IS» beherrscht in Syrien und im Irak grosse Gebiete. Deir al-Sor und die gleichnamige syrische Provinz stehen fast vollständig unter Kontrolle der Miliz.

Noch rund 350 «IS»-Kämpfer in Ramadi

Zwischen dieser Gegend und der westirakischen Stadt Ramadi gibt es eine wichtige Versorgungsroute des «IS». In dem Nachbarland steht die Terrormiliz unter Druck. Anhänger der Regierung rückten nach eigenen Angaben im Zentrum der «IS»-Hochburg Ramadi bis auf 500 Meter an den Regierungskomplex heran.

Die Offensive gegen die Extremisten laufe wie geplant am Donnerstag, sagte Dschasim al-Asal, Mitglied des Rates der westirakischen Anbar-Provinz. Bereits am Dienstag hatten irakische Regierungskräfte den Grossangriff mit internationaler Luftunterstützung gestartet. Eigenen Angaben zufolge drangen sie in mehrere Innenstadtviertel vor.

Die irakischen Streitkräfte werden durch US-Luftangriffe unterstützt.
Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Ein weiterer Offizieller berichtet von Selbstmordattentätern, Scharfschützen und Sprengfallen, die den Vorstoss erschwerten. Nach Schätzung des US-Pentagons sollen sich bis zu 350 «IS»-Kämpfer in der Innenstadt verschanzt haben. Die vor allem von Sunniten bewohnte Provinzhauptstadt Ramadi steht seit Mai unter Kontrolle der Dschihadisten.

Syriens Aussenminister Walid al-Muallim teilte unterdessen mit, seine Regierung sei zu Friedensverhandlungen mit den Regimegegnern bereit. Sie wolle an einem innersyrischen Dialog «ohne jegliche ausländische Einmischung» teilnehmen, sagte er nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana.

Die internationale Gemeinschaft hatte sich bei Treffen in Wien und in New York auf neue Friedensverhandlungen festgelegt. Sie sollen im Januar voraussichtlich in Genf beginnen.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • vRUS 24.12.2015 18:03
    Highlight Den IS kann man auch offiziell Saudi Arabien Katar und Türkei nennen.
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