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Hat Nordkorea diesen Amerikaner entführt – damit er Kim Jong-un Nachhilfe in Englisch gibt?

Publiziert: 20.09.16, 07:03 Aktualisiert: 20.09.16, 07:51

David Sneddon hatte gerade seine zweijährige Auslandsmission in Südkorea abgeschlossen. Der 24-jährige Mormone aus Utah sprach fliessend koreanisch und ein bisschen Mandarin, das er während eines Semesters in Peking gelernt hatte. Vor seiner Rückkehr in die USA wollte er noch reisen. Auf einer Wanderung in der Tigersprung-Schlucht im Norden der chinesischen Provinz Yunnan verschwand er vom Erdboden.

Das war im Sommer 2004. Seine Eltern glaubten, er sei verhaftet worden. Doch als sein Vater und zwei seiner Brüder vor Ort nachforschten, sagte man ihnen, er sei er auf der Wanderung ausgerutscht und verstorben. Seine Leiche wurde nie gefunden.

Dann vor vier Jahren klingelte bei der Familie Sneddon das Telefon. Am Apparat war ein Mann aus Südkorea, der behauptete, er habe von einem Mann in Pjöngjang gehört, auf den die Beschreibung ihres vermissten Sohns zutreffe. Könnte es sein, dass der Schurkenstaat Nordkorea etwas mit Davids Verschwinden zu tun hatte?

Die Familie erinnerte sich an eine seltsame Begebenheit: David sei in einem Supermarkt in Peking von einer koreanischen Frau angesprochen worden. Ihre Kinder würden nicht oft genug Koreanisch sprechen, sagte sie und fragte, ob er interessiert daran wäre, ihnen Nachhilfe zu geben. 

Doch es gab eine zweite Verbindung nach Nordkorea: Einer von Davids Freunden auf der Auslandsmission arbeitete in der chinesischen Stadt Yanji nahe der Grenze Nordkorea, die erste Anlaufstelle für Personen, die aus der Diktatur fliehen. War dieser Freund ein heimlicher Fluchthelfer?

Keine Beweise

Ob David Sneddon tatsächlich am Leben ist und in Pjöngjang festgehalten wird, lässt sich nicht überprüfen. Die USA haben bislang nichts in der Sache unternommen, wie ein Vertreter des Aussenministeriums gegenüber der «Washington Post» erklärte. «Wir haben keinerlei Beweise gesehen, die nahelegen, dass er entführt wurde», sagte er. Gleichzeitig räumte er ein, dass es bei Entführungen durch Nordkorea nie Beweise gegeben hat.

Es ist tatsächlich so, dass Nordkorea in der Vergangenheit zahlreiche Personen entführen liess, darunter vor allem japanische Staatsbürger. Diese sollten nordkoreanischen Agenten Sprache und Kultur der Japaner beibringen. Nordkorea hat zugegeben, zwischen 1977 und 1983 ein Dutzend Japaner entführt zu haben. In Wirklichkeit dürften es viele mehr gewesen sein. Auch damals gab es Vermutungen, aber keinerlei harte Beweise.

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9 Kommentare anzeigen
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  • äti 20.09.2016 12:26
    Highlight Hotzenplotz in Korea?
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  • Luca Brasi 20.09.2016 09:49
    Highlight Diese Geschichte ist vier Jahre her, das US-Aussenministerium unternimmt nichts und die Washington Post bringt den Artikel ausgerechnet in der Zeit, wenn Nordkorea wegen seinen Atomtests international in der Kritik steht?
    Eine gewisse Skepsis macht sich bei mir breit, weil die Beweislage auch etwas dürftig ist. Aber gerade weil Nordkorea so ein verschlossenes Land ist, nährt das immer wieder Spekulationen.
    15 1 Melden
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  • Radiochopf 20.09.2016 09:26
    Highlight Die Hälfte der Geschichten über Kim Jong sind erfunden oder übertrieben.. das war bei allen Diktatoren so.. man will ja schliesslich ein Feindbild aufbauen, dass man später mal bekämpfen kann.. zu seinem Glück scheint es nicht viel Öl in Nordkorea zu haben..
    19 20 Melden
    • PLOmaha90 (Retarded Wizard) 21.09.2016 04:11
      Highlight Schliesslich muss man ja irgendwie von der Brutalität, Ausbeutung und Arroganz westlicher Grosskonzerne unter Schutz derer Regierungen ablenken.

      Wir brauchen solche Feindbilder um uns unsere Demokratie schönzureden. Wir müssen die "Guten" sein.

      Nun ist es aber so, dass demokratische Entscheidungen in unseren Wohlstandsländern direkt zu Ausbeutung und Leid in Drittweltländern führen.

      Der "irre" Kim müsste also noch extrem an Brutalität zulegen um alleine der Schweizer Regierung und deren Machenschaften ebenbürtig zu sein.
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  • Zerpheros 20.09.2016 08:11
    Highlight Bizarr.
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  • walsi 20.09.2016 07:52
    Highlight Hirn einschalten! Weshalb sollen die Nordkoreaner jemanden entführen um als Englischlehrer zu arbeiten? Ich bin mir sicher, dass es sicher eine oder zwei Englisch sprechende Personen gibt die auch koreanisch sprechen und den Job freiwillig übernehmen würden.
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    • Columbo 20.09.2016 08:28
      Highlight Ich bezweifle das. Wer eine Alternative hat, würde nicht dieses Risiko eingehen. Aus Nordkorea kommt man nicht so einfach wieder heraus. Vor allem, wenn man den "Führer" unterrichtet, unter Umständen noch per Zufall heikle Informationen mitkriegt, vielleicht glauben die sowieso, dass sich auf so einen Job nur potentielle Spione bewerben...
      Die nötige Paranoia dazu haben die bestimmt.
      36 3 Melden
    • Hayek1902 20.09.2016 09:05
      Highlight Diese Persomen gibt es, dürften dann aber höchstwahrscheinlich Agenten der CIA oder der Südkoreaner sein. Entführt man die Leute einfach, ist dieses Risiko quasi 0. So komisch diese Geschichte klingt, so plausibel ist sie, wenn man sich mit diesem Staat etwas mehr auseinandergesetzt hat.
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    • Alex_Steiner 20.09.2016 09:20
      Highlight @Columbo: Sorry… aber das er Kim Jong-un Nachhilfe gibt ist ja wohl totaler Blödsinn. Es gibt genügend Leute in Nord-Korea die Englisch sprechen. Und wenn er Nachhilfe braucht reisen sich wohl alle Nord-Koreaner drum.

      Das heisst nicht, dass sie ihn nicht entführt haben – aber sicher nicht für den Diktator…
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Der Schweiz kann die EU egal sein? Von wegen! Schau dir mal diese 4 Grafiken an 

Man mag zu den Bilateralen Verträgen stehen, wie man will, aber an einem lässt sich nicht rütteln: Wenn's um die Exporte geht, dann ist die EU definitiv der wichtigste Partner der Schweiz. Das belegen die folgenden Grafiken. 

Die Schweiz importierte 2015 Waren im Wert von 166 Milliarden Franken, 120 Milliarden aus der EU. Am meisten importierten wir aus Deutschland, nämlich 28 Prozent. Darauf folgen Italien (10 Prozent), Frankreich (8 Prozent) und Österreich (4 Prozent).

Aus Überseestaaten wie zum Beispiel China oder den USA kommen lediglich 7,4 beziehungsweise 7 Prozent unserer Importe.

Bei den Exporten ergibt sich ein ähnliches Bild. 54,7 Prozent unserer Exportgüter gehen in die EU. Auch hier liegt Deutschland mit …

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