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Blutiges «IS»-Attentat in Pakistan: Mindestens 60 Tote und über 100 Verletzte

Publiziert: 25.10.16, 01:01 Aktualisiert: 25.10.16, 06:45

Extremisten haben eine Polizeischule in Pakistans Unruheprovinz Belutschistan angegriffen und 60 Menschen getötet. Das bestätigte am Dienstagmorgen ein Polizeibeamter der Provinzhauptstadt Quetta, Haseeb Ahmed. Mehr als 120 Menschen wurden demnach verletzt.

Auch die drei Täter seien tot. Nach Militärangaben zündeten zwei der Angreifer bei dem Überfall in Quetta Sprengstoffwesten, einer wurde erschossen. Der Innenminister von Belutschistan, Sarfraz Bugti, erklärte den stundenlangen Einsatz der Sicherheitskräfte in Quetta am frühen Morgen für beendet.

Die Angreifer hätten kurz vor Mitternacht (Ortszeit) den Wachmann erschossen und sich Zugang zu dem Schulgelände verschafft, wo sich rund 700 Polizeianwärter aufhielten, teilte der Minister mit. Nach seinen Worten waren die Täter bis zu einem Schlafsaal vorgedrungen und hatten dort das Feuer auf die schlafenden Kadetten eröffnet.

Medien berichteten von heftigen Feuerwechseln und schweren Explosionen auf dem Gelände. Die Polizei befreite zum Ende der Gefechte etwa 250 Geiseln.

Hinter der Tat scheint die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) oder eine ihr angeschlossene Gruppe zu stecken. Am frühen Morgen bekannte sich der «IS» mit einem Anruf bei einem gut vernetzten pakistanischen Journalisten zu dem Anschlag. Ein Kommandant drohte mit weiteren Anschlägen.

Angehörige trauern vor der Polizeiakademie um die Opfer. Bild: NASEER AHMED/REUTERS

«IS» kündigt formales Bekenntnis an

Bald werde der «IS» «der Albtraum der pakistanischen Regierung» sein, habe er gesagt. Für den späteren Tagesverlauf habe der «IS» zudem ein formales Bekenntnis angekündigt. So hatte es die Terrormiliz bereits bei früheren Anschlägen gehalten.

Ein hochrangiger Offizier des paramilitärischen Grenzkorps, General Sher Afghan, machte eine Extremistengruppe verantwortlich, die dem IS 2015 die Anhängerschaft geschworen hat: Lashkar-e-Jhangvi al-Almi, ein Ableger der sunnitischen pakistanischen Extremistengruppe Lashkar-e Jangvi.

Dies gehe aus angehörten Gesprächen hervor, sagte er. Während des Angriffs hätten die Angreifer in Kontakt mit «Aktivisten in Afghanistan» gestanden, sagte der General.

Wieder Quetta

Die pakistanische Regierung betont immer wieder, dass der IS keine organisierte Präsenz im Land habe. Medien melden aber regelmässig Razzien und die Festnahme von Schläfern oder Kämpfern der Miliz. Der «IS» selbst sagt, er wolle unter anderem auf pakistanischem und afghanischem Staatsgebiet eine neue «IS»-Provinz einrichten, die Khorasan-Provinz.

Zuletzt hatte der IS im August einen grossen Anschlag in Pakistan für sich reklamiert - ebenfalls in Quetta. Bei dem Anschlag vor einer Klinik waren damals 71 Menschen getötet und fast 190 verletzt worden. Allerdings bekannte sich damals auch die pakistanische Talibangruppe Jamaat-ul-Ahrar zu der Tat. Doppelbekenntnisse sind in Pakistan nicht ungewöhnlich. Bis heute ist nicht klar, wer die Tat beging.

Separatisten und Islamisten

Belutschistan ist zugleich die grösste, ärmste und unruhigste Provinz Pakistans. Dort sind mehr extremistische Gruppen präsent und aktiv als in den anderen Landesteilen. Separatisten kämpfen zum Beispiel für die Abspaltung von Pakistan oder für mehr politische und finanzielle Autonomie der Provinz. Auch einige pakistanische Taliban-Gruppen sowie die afghanischen Taliban haben hier ihre Basis. (cma/sda/afp/dpa/reu)

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  • N. Y. P. 25.10.2016 09:11
    Highlight Ganz stark,
    schlafende Kadetten anzugreifen. Oder Menschen zu köpfen. Oder Frauen und Kinder als Schutzschilde zu nehmen. Ihr vom IS seid doch ein Riesenhaufen Feiglinge. Selbst die Peshmerga lacht über euch Witzfiguren.
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    • deleted_200316475 25.10.2016 10:01
      Highlight Ganz stark ist, dass in Pakistan seit 2004 regelmässig Drohnenangriffe durch die US Regierung durchgeführt werden, welche sie erst im Jahr 2012 offiziell zugegeben haben.
      Laut offiziellen Angaben mit bisher über 2000 Toten und 1000 unbeteiligten.

      Diese Art der Kriegsführung, ist wohl noch ein gutes Stück hinterhältiger und feiger, jedoch wird sie kaum kritisiert. Weil USA, Freiheit, Demokratie und so. Dann darf man.

      Kein Wunder bekommen solche Gruppierungen in diesen Regionen Zulauf.
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    • Simsalabim 25.10.2016 10:12
      Highlight Wieso selbst die Peshmerga?
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    • N. Y. P. 25.10.2016 12:07
      Highlight @Simsabim
      Vor Wochen schaltete ich im tv in ein Interview rein. Frag mich nicht mehr welcher Sender es war. Sie haben einen Kommandanten der Peshmerga Interviewt. Er sei erstaunt, wie wenig IS-Soldaten teilweise geschult sind und wie wenig sie von Kriegstaktik verstehen. Man könne sie eigentlich gar nicht als Soldaten bezeichnen.
      @PLOmaha90
      Das Thema hier ist für mich der IS.
      Hätte der IS Drohnen, würde er sie AUCH einsetzen. Gezielt auch gegen Zivilisten. Weil der IS keine Drohnen hat, kann das keinesfalls eine wohlwollendere Beurteilung des IS nach sich ziehen..


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