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Panama Papers: Razzia bei der Uefa, Rücktritt bei der Fifa und Sorgen bei Infantino

06.04.16, 16:35 06.04.16, 21:58

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch die Büros der Europäischen Fussball-Union (UEFA) im waadtländischen Nyon durchsucht. Der Schritt erfolgte nur wenige Stunden nach Berichten über Verträge zwischen der UEFA und der Briefkastenfirma Cross Trading SA.

Neuer Fifa-Chef, alte Probleme: Gianni Infantino.
Bild: EPA/KEYSTONE FILE

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch im Rahmen eines Strafverfahrens am Geschäftssitz der UEFA sowie bei einer weiteren Unternehmung eine «begleitete Edition» durchgeführt, wie die Justizbehörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Sie bestätigte damit einen Bericht des britischen «Telegraph» über eine Hausdurchsuchung. Auch die UEFA hatte kurz zuvor die Durchsuchung bestätigt und betont, dass vollumfänglich kooperiert worden sei.

Neue Hinweise für den Staatsanwalt

Die Durchsuchung erfolgte in einem Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Erwerb von TV-Übertragungsrechten wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung und eventuell auf Veruntreuung. Es richtet sich gegen unbekannte Täterschaft und nicht gegen eine konkrete Person, wie die Bundesanwaltschaft festhielt.

Erst am Dienstagabend hatten Medien mit Verweis auf die Panama Papers berichtet, dass unter anderem der frühere UEFA-Generalsekretär und heutige FIFA-Chef Gianni Infantino Verträge mit einer Briefkastenfirma namens Cross Trading abgeschlossen haben soll.

Juan Pedro Damiani nimmt seinen Hut.
Bild: IVAN FRANCO/EPA/KEYSTONE

Diese Veröffentlichungen in den Medien ergaben zusätzliche Hinweise, welche bisherige Erkenntnisse entscheidend zu ergänzen vermochten, wie die Bundesanwaltschaft festhielt. Ausschlaggebend sei die Bestätigung der UEFA gewesen, wonach sie Verträge mit Cross Trading SA abgeschlossen habe. Mit der Durchsuchung sollten Beweise sichergestellt werden. 

Infantino sorgt sich um «Ruf des Fussballs»

Sowohl die UEFA wie auch FIFA-Präsident Infantino hatten die Berichte bereits am Dienstagabend in aller Form zurückgewiesen.«Es gibt keinerlei Anzeichen für irgendein Fehlverhalten der UEFA oder mir in dieser Angelegenheit», wurde Infantino in einer Medienmitteilung der FIFA zitiert. Er gab zudem an, niemals persönlich mit Cross Trading oder deren Eigentümern verhandelt zu haben.

Etwas versöhnlicher zeigte sich Infantino am Mittwochabend. Er begrüsse jegliche Untersuchungen, die dem Ziel dienten, den «Ruf des Fussballs» wiederherzustellen, liess er über ein weiteres FIFA-Communiqué mitteilen. Er sei bereit, vollumfänglich mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Auch die Fifa macht erneut Negativschlagzeilen: Juan Pedro Damiani, einer der Mitbegründer der Ethikkommission, hat seinen Rücktritt eingereicht. Der 57-Jährige aus Uruguay ist laut dem «Tages-Anzeiger» ebenfalls Opfer der Panama Papers: Sie hatten gezeigt, dass der Funkionär enge Beziehungen zu korrupten Kollegen und Sportvermarkter unterhielt.

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(phi/sda)

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18 Kommentare anzeigen
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  • vRUS 06.04.2016 21:37
    Highlight Briefkasten Firma. Nur komisch das niemand aus den USA auf der Liste ist.
    Rotschild? Morgan? Rockefeller?
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  • Gelöschter Benutzer 06.04.2016 20:09
    Highlight Bin nicht wirklich überrascht.

    Von diesem Typen habe ich auch nichts anderes erwartet. Der ist kein Bisschen besser als Blatter... wenn nicht noch hinterlistiger.
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  • Spooky 06.04.2016 18:48
    Highlight Geld verdirbt den Charakter. Kein Geld auch.
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  • Ignorans 06.04.2016 18:10
    Highlight Da war Blatter ja geradezu sauber...
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  • SVARTGARD 06.04.2016 17:39
    Highlight Schmeisst sie alle raus.
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  • Gelöschter Benutzer 06.04.2016 17:17
    Highlight hat irgenwelche folgen für Gianni Infantino?
    weiss da jemand etwas genaueres?
    17 2 Melden
    • Soulrider 06.04.2016 17:32
      Highlight Der sagt einfach er habe nichts davon gewusst...
      19 1 Melden
    • Duweisches 06.04.2016 17:34
      Highlight Vor allem weil er auf dem Titelbild des Artikels ist... ^^
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  • Alex Aber Andersch 06.04.2016 17:15
    Highlight Von "Opfern der Panama-Papers" zu reden, beziehungsweise zu schreiben, finde ich doch etwas falsch formuliert. ;-)
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    • Thanatos 06.04.2016 17:54
      Highlight Das sind wir ;)
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    • alessandro 06.04.2016 18:19
      Highlight ist mir auch gleich aufgefallen. das sind keine opfer sondern der grund warum überhaupt diese papiere so existieren.
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  • zombie woof 06.04.2016 17:14
    Highlight Mich erstaunt nichts mehr!
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    • Maxx 07.04.2016 16:50
      Highlight Ja, aber leider in allen Bereichen - Politik - Sport oder Business. Aber am schlimmsten für die Bürger sind die Politiker, die schaden uns am meisten. Wenn alle wüsten was die hunderten von zugelassenen Lobbyisten in Bern zurechtbiegen, die FIFA wäre ein Klacks im Vergleich. Ich denke da nur an BR Leuthard die vor den Bilaterale allen erzählte, dass auf keinen Fall mehr als 8-14'000 Einwanderer kommen würden. So werden wir angelogen. Und das im Vergleich zur FIFA betrifft uns alle persönlich.
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  • Anton Eigenheer 06.04.2016 16:46
    Highlight fuessball isch doch eh en huere pussyscheis 😂
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  • TanookiStormtrooper 06.04.2016 16:40
    Highlight Da hab ich mich im Picdump schon über Uranus gefreut, und jetzt kommt auch noch Uruguay. :D
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  • Der Brummer 06.04.2016 16:39
    Highlight Traurig, dass man einem Mitbegründer der Ethikkommission mal erklären müsste, was Ethik bedeutet. Alles eine Farce.
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    • TheCloud 06.04.2016 18:41
      Highlight Ethik wird bei allen Firmen grossgeschrieben und heisst lediglich man weiss was richtig oder fasch ist.
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    • kiawase 06.04.2016 18:58
      Highlight wenn eine organsiation eine ethik kommission braucht sagt das eigentlich schon alles; und es wird mit der grösse der organisation immer schlimmer mit der diskrepanz zwischen anspruch und realitäten... beispiele: zeitung lesen
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«In unseren Investigativraum kam nicht mal die Putzfrau rein» – Datenjournalistin Vanessa Wormer über die Panama Papers

Von der «Heilbronner Stimme» zum grössten Datenleak aller Zeiten: Vannessa Wormer hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Die 28-jährige Datenjournalistin hat im Investigativteam der «Süddeutschen Zeitung» (SZ) über Monate an den Recherchen zu den Panama Papers  mitgearbeitet. Im Interview erzählt sie, wie man einen Datenberg von der Grösse des Mount Everest abarbeitet, welche Rolle Harry Potter bei der Recherche spielte und wie viel «Spotlight» im Investigativteam der SZ steckt.

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