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Dieser geklaute Gartenzwerg kehrt nach vielen Abenteuern wieder zur Besitzerin zurück

05.08.16, 20:41 06.08.16, 09:22

Leopold auf der Route 66.
Bild: Bev York

Plötzlich war er weg. Offenbar hatte er genug davon, vom Nachbarshund angepinkelt zu werden. Leopold, der Gartenzwerg, ging auf Reisen und kam erst acht Monate später zurück. 

Besitzerin Bev York aus Victoria in der kanadischen Provinz British Columbia merkte zuerst gar nicht, dass jemand ihren Gartenzwerg gestohlen hatte. Erst gegen Ende letzten Jahres fiel ihr auf, dass er nicht mehr an seinem gewohnten Platz stand. Aber das machte ihr nicht viel aus. Sie dachte einfach, er sei gestohlen worden. 

Und hier am Grand Canyon.
Bild: Bev York

Vergangene Woche aber war der Gartenzwerg plötzlich wieder da. Und er war nicht allein: In einer Plastiktüte, die an ihrem Gartenzaun festgemacht war, befand sich ein grosses Fotobuch – voll mit den gesammelten Abenteuern des kleinen Zwergs mit der grossen blauen Mütze. 

Die Story beginnt so: 

«Hallo, mein Name ist Leopold, der reisende Zwerg. Eines morgens im Dezember 2015 sah ich ein Wohnmobil an der Finlayson Arm Road und ich dachte mir, es muss doch mehr im Leben geben als hier knietief im Regenwasser zu stehen, vom Nachbarshund angepinkelt zu werden und jeden Tag die gleiche Aussicht anzustarren.»

Das Fotobuch mit Leopolds Abenteuern.
Bild: Bev York

Und im Vergleich zu seinem bisherigen Dasein erlebte Leopold allerhand: Die Fotos zeigen ihn auf der Route 66, am Grand Canyon, an einem Strand in Mexiko. Er sieht Sonnenuntergänge und trinkt einen grossen Margarita. 

Ein bisschen viel Margarita für einen Gartenzwerg.
Bild: Bev York

Gartenzwerge auf Reisen

Ganz neu ist die Idee vom reisenden Gartenzwerg nicht. Im französischen Erfolgsfilm «Die fabelhafte Welt der Amélie» (2001) kommt eine sehr ähnliche Szene vor: Amélie stiehlt ihrem Vater einen Gartenzwerg und übergibt ihn einer Freundin, die als Stewardess arbeitet. Danach erhält ihr Vater Fotos seines Gartenzwergs aus allen Teilen der Welt – bis er schliesslich, davon inspiriert, selber auf Reisen geht. 
Gartenzwerge auf Reisen sind im Übrigen ein Phänomen,
das gar nicht so selten ist. 

Die Gartenzwerg-Episode aus «Amélie».
YouTube/alodia84

Bev York war gerührt und dankbar, wie sie den «Vancouver Island News» erzählte. Wer ihr diesen – man kann es kaum anders nennen – netten Streich spielte, weiss sie nicht. Es muss sich um eine Familie mit zwei Hunden handeln, das geht aus den Fotos hervor, und auf einer Aufnahme ist ein kleiner Junge zu sehen, wie er in Gesellschaft von Leopold ein Nickerchen macht. 

Auf jeden Fall müssen es Leute sein, die Humor haben. Davon ist Bev York überzeugt. «Wer immer das getan hat, muss Sinn für Humor haben. Es sind vermutlich sehr nette Leute», sagte sie der Zeitung.

Am Ende des Reisetagebuches hat Leopold noch eine Botschaft für seine Besitzerin, die sie sich zu Herzen nehmen will: 

«Hoffentlich hat dir mein Album gefallen. Entschuldige bitte, dass ich so lange verschwunden war – und vergiss nicht: Abenteuer vor der Demenz.»

(dhr)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • andersen 06.08.2016 07:50
    Highlight Ich habe eine Abneigung gegen Gartenzwerge :-P
    0 5 Melden
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  • Der kleine Finger 06.08.2016 02:06
    Highlight Es gibt eine Webseite, wo man sein Objekt (z.b.) Kuscheltier anmelden kann. Die Community schickt dann das Tier immer weiter und macht Fotos. Am Schluss kommt es dann wieder zurück. Also gar nicht neu diese Idee.
    3 0 Melden
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  • A.C 06.08.2016 01:16
    Highlight "Ich will euch ja nicht euer schönen Illusion berauben, aber hier handelt es sich doch nur um ein bisschen Fantasie und Fotoshop. Keine Ahnung wie sich hiermit Geld verdienen lässt aber zumindest Aufmerksamkeit gibts. Und glaubt keinen Zitaten aus dem Internet!"

    - William Shakespeare
    2 2 Melden
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  • Angelo C. 06.08.2016 00:38
    Highlight Bemerkenswerte Geschichte, gefällt mir recht gut 👻 !
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  • Sheez Gagoo 06.08.2016 00:14
    Highlight Die Story habe ich vor gefühlten hundert Jahren schon andernorts gelesen. Ich glaube, in der Huffpost.
    2 0 Melden
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  • Rümel-Krümel 05.08.2016 21:46
    Highlight Die beste Geschichte, die ich seit langem gehört habe 😍
    21 1 Melden
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  • kleiner_Schurke 05.08.2016 21:28
    Highlight Wie öde, einfach bei “die wunderbare Welt der Amelie“ von Jean Pierre Jeunet abgeguckt und nachgemacht. Leider nicht sehr originell.
    7 35 Melden
    • Merida 05.08.2016 22:05
      Highlight Machen muss mans trotzem... Ist ja nicht nur nachgeplappert, da steckt ganz viel Zeit und Aufwand dahinter...
      30 1 Melden
    • kleiner_Schurke 06.08.2016 00:08
      Highlight Ist aber langweilig weil es 2001 in einem Film vorkam und es 2008 eine Kollegin nachmachte wie 10'000 andere auch und auf Facebook gepostet hatte und jetzt kommt noch mal so ein verschnarchter Kopierer... gähn
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