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30. September 2015: Rauch über Homs.
Bild: AP/Homs Media Centre

Syrien plant Bodenoffensive im Westen – Russland verletzt zum zweiten Mal den türkischen Luftraum

Die syrische Regierung will tausende Kämpfer der Hisbollah, der iranischen Revolutionsgarden, der syrischen Streitkräfte und verbündeter Milizen mobilisieren. Derweil soll Russland bereits ein zweites Mal den türkischen Luftraum verletzt haben.

06.10.15, 05:18 06.10.15, 07:09

Nach russischen Bombenangriffen auf Rebellengebiete in Westsyrien plant die syrische Regierung dort angeblich eine Bodenoffensive. Das verlautete am Montag aus dem Umfeld eines von der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah geführten Militärbündnisses. 

Russische Luftangriffe in Syrien

Für die Offensive nördlich der Stadt Homs würden Tausende Kämpfer der Hisbollah, der iranischen Revolutionsgarden, der syrischen Streitkräfte und verbündeter Milizen mobilisiert. Die Bodenoffensive dürfte harte Kritik der westlichen und sunnitischen Staaten hervorrufen, die in der Region aktive Rebellen unterstützen.

Derweil hat die Türkei eine weitere Verletzung des heimischen Luftraums durch ein russisches Kampfflugzeug gemeldet. Der Vorfall habe sich bereits am Sonntag ereignet. Deswegen sei erneut der russische Botschafter einbestellt worden, sagte ein Vertreter des türkischen Aussenministeriums.

Nach Angaben des Nato-Mitglieds Türkei war bereits am Samstag ein russischer Kampfjet an der Grenze zu Syrien über türkisches Gebiet geflogen. Russland räumte den Fehler ein und versprach, den Luftraum in Zukunft zu respektieren. 

Die russische Luftwaffe hatte Homs bombardiert.
google Maps

Russland hatte die Luftschläge damit gerechtfertigt, die Bombenangriffe richteten sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere terroristische Organisationen. Einige Rebellengruppen, die den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad anstreben, werden vom Westen aber nicht als terroristisch, sondern als gemässigt angesehen, auch wenn sie mit Islamistentruppen taktische Bündnisse eingehen.

Mehr als 40 Rebellengruppen hatten am Montag der russischen Luftwaffe ein «Massaker» an Zivilisten in der Provinz Homs vorgeworfen und Vergeltung angedroht. Die «russische Militäraggression» sei eine «offene Besatzung» und alle Besatzungsmächte seien «legitime Ziele», heisst es in der Erklärung, die von gemässigten Rebellenbrigaden sowie von radikalislamischen Truppen wie Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam getragen wurde. Die al-Nusra-Front unterzeichnete nicht.

Syrien: Der vergessene Krieg

(dwi/sda/dpa)

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  • E7#9 06.10.2015 10:45
    Highlight Jetzt mischt also auch noch die Hisbollah mit. Das waren doch die, die ihre Raketenwerfer in eigene Wohngebiete aufgestellt haben um nachher die Israelis zu verurteilen, weil sie Bomben auf die Zivilbevölkerung werfen würden.

    Nun sind verschiedene Terror-Organisationen, "Rebellen", europäische Länder, zwei Supermächte und ein Diktator gegen einander im Krieg. Wer genau welche Interessen und welche Schuld hat ist schwer abzuschätzen. Aber jetzt glaubt wohl niemand mehr an ein rasches Ende dieses Konfliktes. Die Diplomatie hat zwischen allen Parteien versagt und die Waffenlobby lässt grüssen.
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  • _kokolorix 06.10.2015 10:13
    Highlight ich glaube mittlerweile das alle in Syrien ein wenig mit ihren spielzeugen herumpöbeln wollen.
    wäre ja auch schade wenn der böse feind zu schnell in die flucht geschlagen würde.
    von den kriegführenden parteien einige als gemässigt, andere als extremistisch einzustufen ist wohl nichts als heuchelei. die wirklich gemässigten kräfte wurden mit dem vom westen wie von russland kräftig unterstützten ausbruch des bürgerkrieges niedergeknüppelt.
    selbst die usa haben trotz brutalster methoden ihre indianer nicht soweit befriedet, dass es nicht immer wieder zu gewaltsamen aufständen kommt.
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  • Openyourmind 06.10.2015 08:50
    Highlight Was ist eure Meinung, Leute?

    Würden wir es durch unsere Medien überhaupt erfahren, falls die IS-Truppen durch die unheilige Koalition "Russia in the Sky"/"SAA on the Ground", vernichtet werden wie kürzlich in Deir Ezzour geschehen?

    http://www.almasdarnews.com/article/isis-suffers-disastrous-defeat-in-deir-ezzor-over-150-terrorists-killed-in-24-hours/
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    • Roger Gruber 06.10.2015 08:57
      Highlight Nein, Openyourmind, das würden wir so nicht erfahren. Wir würden erfahren, dass die russische/syrische Koalition zivile Tote verursacht hat, wahrscheinlich werden Rufe nach neuen Sanktionen laut. Wir werden wieder Bilder sehen von Opfern, vorzugsweise von Kindern. Der (hypotetische) Sieg wird uns als Errungenschaft des Westens verkauft, die man trotz russischer Einmischung erzielt hat. Propaganda eben, wie gewohnt, im Westen nichts neues...
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    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 06.10.2015 09:01
      Highlight Naja, der Artikel ist übertrieben. Die Syrische Armee ist an dieser Stelle total abgeschnitten vom Rest und hat auch 59 Leute verloren. Andere berichten zudem von >100 und nicht >150 IS Verluste. Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrheit....
      http://www.naharnet.com/stories/en/158245
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    • Openyourmind 06.10.2015 09:16
      Highlight @andre, hast voll Recht...ist sicher übertrieben dargestellt...

      Irgendwie finde ich es trotzdem Schade, dass solche "Mini-Erfolge" gegen IS, im Herzen des Kalifats, nicht wirklich publiziert werfen (Deir Ezzor liegt weit im Südosten Syriens).
      8 0 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 06.10.2015 11:23
      Highlight Es ist kein Erfolg, wenn Menschen sterben, egal auf welcher Seite. Wieso ist das so schwer zu verstehen?
      Die treibende Kraft hinter dem IS sind nicht die Männer die dort sterben, sondern die Ideologie vom IS und die lebt davon, dass man den Westen (und Russland) dazu bringt zu töten.
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  • Braun Pascal 06.10.2015 08:32
    Highlight nichts gegen die türken... aber kriegstechnisch haben die auch nicht viel geliefert gegen den IS also sollten sie lieber mal die russischen flugzeuge über ihrem Luftraum ausholen lassen...
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  • mitch01 06.10.2015 06:24
    Highlight Umso schneller Russland da unten aufräumt, umso schneller müssen die Menschen nicht mehr von dort flüchten. Dieser Krie muss von jemandem mir Gewalt beendet werden.
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    • sheimers 06.10.2015 08:04
      Highlight Je heftiger dort aufgeräumt wird, desto mehr Menschen flüchten. Es ist doch umgekehrt, der Westen und die Araber sollten aufhören die Terroristen zu unterstützen, dann hätten wir bald wieder Ruhe.
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    • Gelöschter Benutzer 06.10.2015 08:13
      Highlight Stellt sich die Frage ob eine unheilige Allianz aus Hisbollah, Revolutionsgarde, Assad und Russland die Situation verbessert. Selbst wenn Russland einen Rücktritt Assads will, dürften der Iran und die Hisbollah kaum wollen, die verfolgen andere Interessen (Iran braucht Syrien für Waffenlieferungen an die Hisbollah und sieht in Assad den einzigen Verbündeten). Und die Hisbollah hat ja von zuhause aus Erfahrung damit, Bürgerkriege in die Länge zu ziehen. Das ist ein Deal mit dem Teufel für Russland.
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    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 06.10.2015 08:45
      Highlight Ironie ist nicht jedermanns Gabe. Oder... meinst du das etwa in ernst?
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    • Max Havelaar 06.10.2015 09:31
      Highlight Juhu, genau. Bombt sie nieder. Für den Frieden und weniger Flüchtlinge. Ähm, ja...
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    • _kokolorix 06.10.2015 09:50
      Highlight ja ja, die russen haben auch in Afghanistan aufgeräumt und setdem ist da ruhe...
      2 0 Melden

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