International

Massendemo gegen Malaysias Regierungschef Najib

19.11.16, 06:44 19.11.16, 15:28

In Malaysia haben tausende Demonstranten den Rücktritt von Regierungschef Najib Razak wegen einer seit Monaten schwelenden Korruptionsaffäre gefordert. Stein des Anstosses ist der Staatsfonds 1MDB.

Viele Menschen, die sich am Samstag an dem Protestmarsch in der Hauptstadt Kuala Lumpur beteiligten, trugen gelbe T-Shirts – das Markenzeichen der Demokratiebewegung Berish, die zu den Protesten aufgerufen hatte. Trotz massiver Polizeipräsenz und befürchteter Zusammenstösse mit Regierungsanhängern verlief die Demonstration zunächst friedlich.

Tausende Malaysier sind auf die Strasse gegangen, um den Rücktritt von Premierminister Najib zu fordern. Bild: Vincent Thian/AP/KEYSTONE

U-Bahnstationen und Busbahnhöfe waren schon in den frühen Morgenstunden überlaufen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung, die in einen milliardenschweren Korruptionsskandal verwickelt ist.

Verhaftung kritisiert

Premier Najib steht seit mehr als einem Jahr wegen unterschlagener Gelder aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB unter Druck. Bereits im August 2015 hatten zehntausende Demonstranten seinen Rücktritt gefordert, damals hatte Berish zwei Tage lang in Kuala Lumpur demonstriert.

Bersih heisst auf deutsch sauber. Dessen Cheforganisatorin Maria Chin Abdullah wurde am Samstag festgenommen, angeblich weil die Organisation illegalerweise Spenden aus dem Ausland annahm. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch verurteilte das.

Dunkle Kanäle

Nach Informationen des «Wall Street Journal» sollen Verwandte und Vertraute des Regierungschefs mit unterschlagenen Geldern aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York und Gemälde von Van Gogh gekauft haben. Mehrere Milliarden Dollar verschwanden in dunklen Kanälen.

Im Juli kündigte das US-Justizministerium an, Vermögenswerte in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar zu beschlagnahmen, die vermutlich mit unterschlagenen Geldern aus dem Fonds bezahlt wurden. In den US-Dokumenten ist von Beweisen für die Verwicklung eines hochrangigen malaysischen Regierungsvertreters die Rede – Najib wird aber nicht namentlich erwähnt. Ein malaysischer Regierungsvertreter räumte mittlerweile aber ein, dass Najib gemeint ist.

Unter Druck: Premierminister Najib.  Bild: POOL/REUTERS

Auch die Schweiz ermittelt

Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt wegen mutmasslicher Veruntreuung von Geldern in Milliardenhöhe des Staatsfonds 1MDB. Es geht um strafbare Handlungen, die den Schweizer Finanzplatz betreffen könnten.

Im August 2015 hatte die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen zwei ehemalige Organe des malaysischen Staatsfonds 1MDB und Unbekannte wegen Bestechung fremder Amtsträger und ungetreuer Amtsführung, Geldwäscherei und ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet. Aber auch Schweizer Banken sind in den Skandal verwickelt.

Der 63-jährige Najib hat die Korruptionsvorwürfe stets zurückgewiesen und von einer «Verschwörung» gesprochen. Die seit dem Jahr 1957 regierende Nationale Front steht seit langem wegen Korruption und Vetternwirtschaft sowie Najibs autoritären Regierungsstils in der Kritik. (sda/afp/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Zu heiss fürs iPhone? Heute wird's brenzlig

Sie haben einfach nie den Durchbruch geschafft: Die grössten Produkte-Flops der Geschichte

Uber ist verloren – die unglaubliche Chronologie der Uber-Fails

Männer, je öfter, desto besser! Fleissig ejakulieren senkt das Prostatakrebs-Risiko

Zuerst schmeisst Le Pen ihren Vater aus der Partei, nun fordert dieser ihren Rücktritt

Sean Spicer – irgendwie vermissen wir ihn jetzt schon

Mit iOS 11 kommen die Killer-Apps für Shopping-Fans und Einkaufs-Muffel

Raucher und Trinker sollen selber zahlen – Entsolidarisierung im Gesundheitswesen?

Uber-Chef Travis Kalanick tritt zurück

Rap-Ikone Prodigy von «Mobb Deep» ist tot

Scheinbeschäftigung: In Frankreich rollen reihenweise Köpfe von Macrons Ministern

So geht Apples Security gegen iPhone-Leaks vor

Sportlerpics auf Social Media: Rio Ferdinand ist eine krasse Maschine

«Wir werden mit frischem Hass zurückkommen»: Bye Bye «Circus HalliGalli»

Marco Streller hat's per WhatsApp eingefädelt – Cristiano Ronaldo wechselt zum FC Basel! 

Welches Land suchen wir? Wenn du Nummer 1 nicht weisst, sind die Ferien gestrichen!

Frauenhaut verboten! 23 absurde Album-Cover-Zensuren aus Saudi Arabien

Quizz den Huber! Bist du schlauer als unser schlauster Mitarbeiter?

Warum zwei Appenzeller Piloten im Mittelmeer Flüchtlinge retten müssen – eine Reportage

«Leute, die Anglizismen benutzen, gehen mir sooo auf den Sack!»

Verloren auf dem Meer des Unwissens: Rettet den Geschichtsunterricht!

History Porn – Showbiz Edition Teil III!

Liebe Karnivoren, lasst die Vegi-Wurst in Ruhe!

Sag mir doch einfach, dass du mich scheisse findest

EU schafft jetzt die Roaming-Gebühren ab – darum zahlen Schweizer nun gar mehr

Medikamente neu interpretiert – Teil 2!

20 Gründe in Bildern, warum du deinen Bart nicht abrasieren solltest

Clooney verkauft Tequila-Firma für 1 Mrd. Dollar

Dress like a «Goodfella»: So geht der perfekte Mafia-Look – vom Hut bis zum Hemdkragen

Ein Abend im Luxus-Restaurant: So sieht ein Menü für 400 Franken aus

Starkoch Gordon Ramsay kriegt Filet auf einem Dachziegel serviert ... und ist sprachlos

Macron-«Tsunami» bei Parlamentswahl: Der Durchmarche

Lucrezia Borgia: Die päpstliche Bastardbrut der Renaissance

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2 Kommentare anzeigen
2
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • The Destiny 19.11.2016 11:07
    Highlight Sieht aus wie eine Farbenrevolution...
    1 1 Melden
    600
  • Philipp Burri 19.11.2016 09:39
    Highlight Auch Schweizer Banken sind in den Skandal verwickelt... NEHEIIIIEN??!!! Wen überrascht denn das noch? Bei jeder Schweinerei sind die doch ganz vorne mit dabei. Aber die Linken schimpft man Kommunisten wenn sie das Pack an die Kandarre nehmen wollen. Pfui!!!
    3 5 Melden
    600

Der treue Pitbull: Wie Marc Kasowitz Trump (bis jetzt) aus jedem Schlamassel befreite

Ob Scheidung, Casino-Pleite oder Grapsch-Vorwürfe: Wenn es eng wird für Donald Trump, ist Marc Kasowitz zur Stelle. Doch in der Russlandaffäre könnte der Anwalt des US-Präsidenten an seine Grenzen stossen.

Täglich gibt es neue Enthüllungen in der Russlandaffäre um Donald Trump. Die jüngste: Sonderermittler Robert Mueller nehme den US-Präsidenten nun auch direkt unter die Lupe. Trump schiesst via Twitter zurück – und über seinen Rechtsanwalt: Dass solche Interna durchsickerten, liess Marc Kasowitz von seinem Sprecher erklären, sei «unentschuldbar und illegal».

Zwei Dinge sind daran bemerkenswert. Erstens: Selbst der Anwalt hat einen Sprecher, so haarig ist das alles. Zweitens: Nicht den Inhalt …

Artikel lesen