International

Die entführten Schülerinnen. Bild: AP/Militant Video via Site Institute

«Bring Back Our Girls»: 21 Mädchen aus Geiselhaft befreit – Schweiz vermittelte

13.10.16, 16:32 13.10.16, 18:14

Rund zweieinhalb Jahre nach der Entführung durch die islamistische Terrormiliz Boko Haram sind 21 Mädchen aus dem nigerianischen Ort Chibok freigekommen. Die Geiselhaft der Mädchen sei beendet, erklärte Regierungssprecher Mallam Garba Shehu am Donnerstag.

Sie seien nun in Sicherheit. An den Verhandlungen zwischen der dschihadistischen Miliz und der Regierung seien auch das Internationale Rote Kreuz und die Schweizer Regierung beteiligt gewesen, hiess es. Die Gespräche würden fortgesetzt.

«Bring Back Our Girls»: Die Kampagne zur Befreiung der Mädchen wurde unter anderem auch von US-First-Lady Michelle Obama unterstützt. Bild: AKINTUNDE AKINLEYE/REUTERS

Kontakte erleichtert

Die Schweiz habe auf Anfrage der nigerianischen Regierung die Kontakte zwischen Regierungsvertretern und Boten von Boko Haram erleichtert, sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ziel sei die Befreiung der verschleppten Mädchen gewesen.

Das Schweizer Engagement sei humanitär begründet; der Einsatz respektiere die Grundsätze der Neutralität und der Nichteinmischung. Die Schweiz forderte weiterhin die rasche Befreiung aller entführten Mädchen.

200 Mädchen immer noch vermisst

Im April 2014 waren 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno verschleppt worden. 57 Mädchen gelang wenige Stunden später die Flucht. Mehr als 200 galten weiterhin als vermisst.

Im Mai kamen die ersten beiden von ihnen frei: Die erste, eine 19-Jährige, wurde im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno von einem Suchtrupp gefunden, die zweite wurde zwei Tage später entdeckt und in Sicherheit gebracht.

«Bring Back Our Girls»

Ihre Entführung löste international Entsetzen aus. Die Kampagne zur Befreiung der Mädchen («Bring Back Our Girls») wurde unter anderem auch von US-First-Lady Michelle Obama unterstützt.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20'000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. (whr/sda/dpa/afp/reu)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1Kommentar anzeigen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Roaming212 13.10.2016 17:49
    Highlight "Schweiz vermittelte"
    2 8 Melden

Gegenwind für Macron: Hunderttausende demonstrieren in Frankreich gegen Regierungspläne

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Frankreich aus Protest gegen die Regierungspolitik gestreikt und auf der Strasse demonstriert. Die Gewerkschaft CGT sprach am Dienstag von 400'000 Teilnehmern an Demonstrationen im ganzen Land.

Es hätten aber noch deutlich mehr Menschen gestreikt, ohne auf die Strasse zu gehen, sagte eine Sprecherin. Das Innenministerium berichtete am Abend hingegen von 209'000 Demonstranten. Für Paris sprach die CGT von 45'000 Menschen, während die Polizei …

Artikel lesen