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Die Jungen Katalanen demonstrieren für ihre Unabhängigkeit Bild: EPA/EFE

«Es kann kaum schlechter werden» – weshalb junge Katalanen für die Unabhängigkeit stimmen

Perspektivlosigkeit, Frust und Idealismus treiben junge Katalanen dazu, sich für das Unabhängigkeitsreferendum zu engagieren. Sie wollen aber keine Abschottung.

29.09.17, 10:28 12.10.17, 11:43

Claus Hecking

Es riecht nach Dope vor dem altehrwürdigen Justizpalast von Barcelona, Popmusik dröhnt aus den mobilen Lautsprecherboxen, über die Kataloniens Separatisten das Gebäude und sich selbst beschallen. Ihre Protestkundgebung verwandelt sich gerade in ein Happening.

Ein Artikel von

Tausende Menschen haben sich an diesem Spätsommerabend auf dem Platz nahe des Triumphbogens versammelt. Viele haben sich die Estelada umgehängt: die rot-gelbe katalanische Unabhängigkeitsflagge mit dem weissen Stern auf blauem Grund. Die meisten hier sind noch keine 35 Jahre alt. Sie schwätzen und singen, tanzen und flirten. Lassen Litronas kreisen, 1-Liter-Flaschen Bier. Da und dort auch mal einen Joint. Polizisten stehen um die Menge herum, sie sehen entspannt aus.

Streng genommen müssen sie hier eine Belagerung im Zaum halten. Die separatistische Bürgerinitiative ANC - die seit Jahren Grossdemonstrationen für Kataloniens Unabhängigkeit organisiert - hat ihre Anhänger aufgerufen, vor dem Justizpalast Wache zu halten. So lange, bis die 14 Mitglieder der Regionalregierung von Katalonien freikommen, die verhaftet wurden: Sie werden verdächtigt, das illegale Abspaltungs-Referendum am 1. Oktober vorbereitet zu haben. 

Doch hier auf dem palmengeschmückten Platz zeigen sich keine Aufrührer, keine Pflastersteinwerfer, keine Vermummten, sondern vor allem junge Leute, die sich versammeln und feiern. Fiesta People.

Traum von der besseren Gesellschaft

Egal, wie das Referendum am 1. Oktober ausgeht: Der katalanische Separatismus hat Zukunft. Keine Nationalistenbewegung in Europa zieht so viele junge Menschen an. Es ist ein Mix aus Frust und Idealismus, aus Enttäuschung über die herrschenden Verhältnisse und dem vagen Traum von einer neuen, besseren Gesellschaft, der Jugendliche und junge Erwachsene in Massen zu Independentistas macht, wie sich die Abspaltungs-Befürworter selbst nennen.

Hunderttausende bringt die Bewegung seit fünf Jahren zum katalanischen Nationalfeiertag am 11. September auf die Strassen. Es waren bislang stets bunte, friedliche Kundgebungen, oft mit ausgefeilten Choreografien.

Julia Vernet scrollt durch ihr Smartphone. Dutzende Nachrichten hat die 21-jährige Philosophie-Studentin in der letzten Stunde erhalten, sie wird nur die wichtigsten beantworten können. Vernet, Wuschelkopf, braune Augen, hat diese Kundgebung mitorganisiert. Sie leitet die Jugendorganisation der Bürgerinitiative. Und sie hat Stress, so kurz vor dem 1. Oktober.

Jetzt, da die Zentralregierung in Madrid unter dem konservativen Premier Mariano Rajoy und die Gerichte mit Polizeieinsätzen und Beschlagnahmungen versuchen, das verfassungswidrige Referendum zu verhindern, kommt es für Julia Vernet darauf an, so viele junge Katalanen wie möglich zu mobilisieren für ihre Sache. Die gute Sache, wie sie meint.

Tausende Studenten kämpfen für ihre Unabhängigkeit Bild: EPA/EFE

«Ich bin überzeugte Katalanin», sagt Vernet. Dabei ist die Independentista Gastarbeiter-Enkelkind. Ihre Grosseltern wanderten vor Jahrzehnten ein ins wohlhabende Katalonien, sie kamen aus Aragon weiter westlich und Andalusien im Süden. Der Opa spricht nicht mal Katalanisch. Und doch arbeitet Julia Vernet daran, dass auch er für die Trennung von Spanien stimmt.

Es kommt nicht auf die Herkunft an

Schliesslich ist der katalanische Nationalismus kein rechtsgerichteter Blut- und Boden-Nationalismus wie in so vielen anderen Staaten Europas. Es komme nicht auf Herkunft, Hautfarbe oder Religion an, sagt Julia Vernet: «Katalane ist, wer sich katalanisch fühlt, in Katalonien lebt und die katalanische Sprache respektiert.» Dass es Hunderttausende solcher Menschen in ihrer Region gibt, die aber bei Spanien bleiben möchten, sagt die junge Frau nicht.

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Sie war 16, als sie beschloss, Aktivistin zu werden. 2012, auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise. Spanien musste damals die EU zur Hilfe rufen, um Banken zu retten, dem Staat drohte der Bankrott, die Wirtschaft taumelte. Und Spaniens Jugend verlor den Anschluss. Zeitweise waren fast 40 Prozent der unter 35-Jährigen arbeitslos, bei den unter 25-Jährigen waren es sogar 54 Prozent. Hunderttausende Uni-Absolventen kamen auf den Arbeitsmarkt, ohne jegliche Perspektive. «Generación Zero» nannte man sie: Generation Null.

In dieser Zeit entstand das «Movimento 15-M», die Bewegung des 15. Mai 2011. An jenem Tag gingen erstmals überall in Spanien die Enttäuschten auf die Strasse, gegen ihre Chancenlosigkeit und immer neue Korruptionsskandale der Volksparteien. Sie besetzten zentrale Plätze und riefen den «Spanischen Frühling» aus.

Die linke Partei Podemos ist ein Resultat dieser Proteste. In Katalonien war der Unmut über Madrid besonders gross: 2010 hatte das spanische Verfassungsgericht ein neues Autonomieabkommen in Teilen gekippt, das der Region mehr Eigenständigkeit eingeräumt hätte.

«Es kann kaum schlechter werden»

«Ich will in einem Land leben, das meine Sprache, meine Kultur, meine Lebensweise respektiert und beschützt», sagt Julia Vernet. «Es kann kaum schlechter werden als in diesem spanischen Staat.» Die Regierung in Madrid sei ideenlos, sie biete jungen Menschen keine Perspektive und den Katalanen keine echte Autonomie: «Sie sagen immer nur: Nein, Ihr dürft nicht. Nein, Ihr könnt nicht. Nein, Nein, Nein.»

Mariano Rajoy ist für die jungen Separatisten die Verkörperung all dessen, was sie ablehnen: den Status Quo, die Korruption, die Repression. In ihren Augen ist der Premierminister ein Nachkömmling der Franco-Diktatur, die Katalonien besonders unterdrückte.

Für sie ist er ein grauer Mann in schlechtsitzenden Anzügen, der so monoton Reden hält, als lese er gerade das Telefonbuch vor. Seine vehemente Ablehnung des Referendums und das massive Vorgehen gegen die Separatisten steigern seine Beliebtheit nicht - da hilft es auch nicht, dass die 14 Festgenommenen in der Woche vor dem geplanten Wahltermin wieder freikommen.

Julia wird Ja sagen beim Abspaltungs-Referendum, wie immer es am Sonntag ablaufen mag. «Wenn sie uns die Stimmzettel wegnehmen, dann drucken wir selbst welche. Wenn die Polizei vor den Abstimmungslokalen steht, dann überreichen wir ihnen Blumen.»

Aber sie und die Anderen haben einen Traum: im unabhängigen Katalonien eine neue, bessere Gesellschaft aufzubauen. «Katalonien soll ein Land werden, in dem die Menschen Vorrang haben vor der Wirtschaft», sagt Julia Vernet. Eine Bastion der Solidarität: mit bedingungslosem Grundeinkommen für alle, Energie aus Sonne, Wind und Wasser, Asyl für Kriegsflüchtlinge ohne wenn und aber, direkter Demokratie und so weiter.

Es klingt teilweise naiv, weltfremd, unausgegoren, utopisch, was sie erzählt. Und vieles lässt sich hinterfragen. Was etwa geschieht mit denjenigen Katalanen, die gar nicht raus wollen aus Spanien? Wie realistisch ist ein radikaler Systemwechsel in einer Region, deren führende Partei zwischen Union und FDP zu verorten ist? Löst noch mehr Kleinstaatlerei in Europa die grossen Probleme der Welt? Und hätte das ach so solidarische Katalonien, Spaniens grosser Nettozahler, als unabhängiger Staat noch Geld für die Menschen in Andalusien oder andere ärmere Regionen übrig?

Doch so wie Julia Vernet träumen viele. Sie wollen keine Nullen sein. Und es ist hier so einfach, Teil von etwas vermeintlich ganz Grossem zu sein. Separatistenfahnen gibt es im Fünf-Euro-Shop um die Ecke. Jeder ist willkommen, dabei sein alles, Party garantiert.

Und wenn das Referendum ein Fehlschlag wird? «Unsere Bewegung wird sicher nicht verschwinden», sagt Vernet. Dann rebellieren und feiern sie erst recht weiter, die Revolutionäre in spe.

Zusammengefasst: Am Sonntag soll in Katalonien über die Unabhängigkeit von Spanien abgestimmt werden. Unter den Separatisten sind viele junge Menschen. Sie sind oft frustriert und enttäuscht vom spanischen Staat und der Regierung Mariano Rajoys. In der Abspaltung sehen sie die Chance für den Aufbau einer besseren Gesellschaft.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • SonShine 29.09.2017 16:12
    Highlight Eine sehr schwierige Situation, um Lösungen zu finden. Was soll man wichtiger werten? Gilt es hier die Integrität des Spanischen Staates zu schützen oder doch das Selbstbestimmungsrecht der Völker?
    Zumal hier von einer Minderheit in der Gesamtbevölkerung gesprochen wird, welche mehrheitlich separatistische Ziele verfolgt. Die Spanische Regierung sollte lieber mal die Profiteuere der Bankenkrise ab 2008 demaskieren, welche Spanien mit Zwangsanleihen bis heute zerstören. Der Spanische Staat soll dem Volk dienen und nicht irgendwelchen dubiosen Gläubigern. Schafft Vertrauen und Sicherheit.
    11 0 Melden
  • whatthepuck 29.09.2017 15:35
    Highlight Wer ständig nur die anderen für das eigene Elend verantwortlich macht, der hat wohl nichts besseres verdient. Katalonien ist ja schon heute eine der wohlhabendsten Regionen innerhalb Spaniens. Dass man da nur noch mehr will und gleichzeitig aber nicht bereit ist, strukturschwächere Regionen in anderen Teilen des Landes zu unterstützen, sowas widert an. Die Katalanen sind für die aktuellen Missstände genauso verantwortlich wie die eisernen Zentralisten in Madrid. Wer wohl eher recht hat? Der keine Vielfalt duldet, oder der seine eigene Kultur über alles andere stellt?
    7 11 Melden
    • Raphael Stein 29.09.2017 20:46
      Highlight und gleichzeitig aber nicht bereit ist, strukturschwächere Regionen in anderen Teilen des Landes zu unterstützen, sowas widert an.....

      Etwas Geschichte über Spanien büffeln, dann schaut die Sache schon ganz anders aus.
      3 1 Melden
  • loplop717 29.09.2017 14:25
    Highlight Es gibt keine Mehrheit für eine unabhängigkeit von Katalonien genau so wie es keine für eine unabhängigkeit von Schottland gibt.
    8 5 Melden
  • Snegurotschka 29.09.2017 14:12
    Highlight Für ein Europa der Vielfalt! Spanien, Frankreich und Grossbritannien haben "ihre" Völker lange genug gegängelt, diskriminiert und die Bewohner ihrer Identität beraubt. KATALONIEN macht den Anfang mit der Selbständigkeit: Korsika, Elsass&Lothringen und Schottland werden folgen!
    9 18 Melden
  • Namenloses Elend 29.09.2017 12:39
    Highlight Omg, wo kann ich das Titelbild in gross anschauen? 😍😍😍

    Nein im Ernst; Ich verstehe die Katalanen mit ihrem Vorhaben grundsätzlich schon. Ich bezweifle einfach, dass sie losgelöst von der Zentralregierung in Madrid wirtschaftlich auch nur 1% besser dastehen als sie es jetzt tun. Es ist halt eben doch ein prägnanter Unterschied über die Regierung zu schimpfen oder es schlussendlich selber besser zu machen.
    28 13 Melden
    • Raphael Stein 29.09.2017 20:47
      Highlight ...wirtschaftlich auch nur 1% besser dastehen...

      Es geht hier nicht nur um Moneten. Eigentlich überhaupt nicht.

      2 4 Melden
    • Namenloses Elend 30.09.2017 03:41
      Highlight Es geht im Endeffekt immer un Moneten 😉
      3 0 Melden
  • Angelo C. 29.09.2017 12:23
    Highlight Katalonien ist die Milchkuh Spaniens, sein Wirtschaftsmotor. Genau wie vor Jahren dies Slowenien für Jugoslawien war. Grossteile der Gewinne wandern zu den "Beschaulichen" hin, was die Fleissigen ärgert 🤔!

    Aber auch sonst: nach dem höchst unzufriedenen Baskenland rumort es nun seit Längerem auch in Katalonien, was nicht nur Barça gegen Real heisst 😉.

    Und was man dem Kosovo gegen Serbien mit Natohilfe zugestanden hat, sollte nun (ohne Bürgerkrieg) auf demokratischem Wege lösbar sein, sonst kann man die Demokratie abschaffen.

    Zwar nicht ganz dasselbe, aber trotzdem:
    Kantonswechsel BE zu JU
    26 7 Melden
    • G3r1 29.09.2017 13:24
      Highlight Der Unterschied ist aber, dass der Kantontswechsel (oder die Abstimmung in Schottland) demokratisch waren, hier aber die demokratische Grundlage fehlt und das mit Stimmung wett gemacht wird ...
      3 5 Melden
    • dä dingsbums 29.09.2017 13:47
      Highlight "Bei der Höhe des Bruttoinlandsprodukts je Einwohner lag Katalonien im Jahr 2009 nach Madrid, Navarra und dem Baskenland auf dem vierten Platz". Quelle: Wikipedia

      Milchkuh auf dem 4. Platz? Naja.

      Es gibt in jedem Land produktivere und weniger produktive Regionen, das allein darf nicht der Hauptgrund für eine Loslösung sein.

      Die Abstimmung wird kein legitimes Ergebnis liefern, aber wenn man nur auf Konfrontation aus ist wie viele Separatisten und die PP, ist das ja egal.

      Auf demokratischem Weg die Verfassung ändern und dann ein legales Referendum durchführen, ist der einzig richtige Weg.
      5 3 Melden
    • Jag517 29.09.2017 15:52
      Highlight Der Kantonswechsel-Vergleich ist wirklich nicht das selbe. Dann schon eher, wenn der Kanton Zug unabhängig sein will, weil man nicht mehr die Restschweiz finanzieren will. Wäre dem so, dann wären die Zuger pure Egoisten. Genau so, wie die katalnischen Separatisten.
      5 4 Melden
  • Bob_das_Fahrrad 29.09.2017 11:39
    Highlight Katalonien ist eine autonome Gemeinschaft, mit eigener Amtssprache, Polizei, etc.
    Es wurde ein spezieller Autonomieartikel in der Spanischen Verfassung verankert, der von Katalunien selbst geschrieben und in einem Referendum bestätigt wurde..
    Katalunien werden wesentlich mehr Zugeständnisse gemacht als anderen Regionen..
    Hier werden Emotionen geschürt von Politikern, die durch Macht und Geld getrieben werden. Das Resultat wird niemandem gefallen..
    19 13 Melden
  • Ohniznachtisbett 29.09.2017 11:37
    Highlight Rechte dürfen nicht unabhängig sein wollen, aber wenn Linke die Unabhängigkeit wollen, dann ists natürlich super. Was hier passiert ist nichts anderes als das was die Lega Nord will. Das industrielles Zentrum und grösster Zahler will weg vom geldfressenden Zentralstaat mit ihren strukturschwachen Regionen und Korruption. Ich glaube kaum, dass watson je einen positiven Artikel über die Lega Nord und ihre Ziele macht. Aber wenns kiffende Utopisten sind, dann ists natürlich toll. Ah und Gerrard Pique macht halt auch noch mit...aber Weltmeister ist er gern geworden mit Spanien.
    22 25 Melden
    • SonShine 29.09.2017 18:01
      Highlight Wieso sollen Rechte mit meist nationalistischen Tendenzen die Integrität und Souveränität ihres eigenen Vaterlands verletzen wollen? Willst du dies etwa oder warum erhebst du Anspruch darauf? Blochers BaZ Holding hat sich übrigens über 20 Lokalzeitungen in der Schweiz gekrallt, also ist WATSON für mich doch noch eines der News-Portale, die etwas Diversität in eine gleichgeschaltete und zahnlose Medienlandschaft bringen. Immer dieses Mimimi aus der rechten Ecke...
      3 2 Melden
    • Ohniznachtisbett 29.09.2017 19:09
      Highlight Sunneschiii: neineinei...
      1. Ich schätze watson durch und durch
      2. Es geht mir darum, dass Unabhängigkeitsbestrebungen egal von welcher Seite sie kommen, eine gewisse Problematik bergen. Ich bin tendenziell gegen diese. Ob sie von links oder von rechts kommen. Der Punkt ist für mich: Warum ist man bei den einen dafür und bei anderen dagegen. Im fall von Norditalien und Katalonien sond die Gründe ähnlich, aber die Medien befürworten die einen und die andern nicht.... beide Seiten. Dies ist gaga.
      0 1 Melden
    • SonShine 29.09.2017 20:49
      Highlight Nun gut... Dann ein dickes Sorry für den scharfen Kommentar. Allerdings ist die Autonomie Kataloniens mit in die Spanische Verfassung eingeflochten und somit eine mögliche Basis für ein solches Referendum. Ob dies in Italien der Fall ist, weiss ich nicht. Da muss ich mich noch informieren. LG
      0 0 Melden
  • Jag517 29.09.2017 11:35
    Highlight Ist Cataluña so anders als die «Comunitat Valenciana»? (Fast) gleicher Dialekt und Geschichte. Trotzdem sehen sich dort alle als Spanier.. Einziger Unterschied: Die Politiker in Katalonien betreiben seit zig Jahren Gehirnwäsche und erzählen Märchen. Macht das diese besser? Sollen die Hoffnungen und Wünsche der Katalanen wirklich auf solchen Lügnern aufgebaut werden?

    Dass die Politiker in Spanien korrupt sind, ist nicht neu. Aber zum Guten ändern wird sich bei einer Unabhängigkeit wohl nichts. Ein geeintes Spanien ist und bleibt stärker. Allerdings muss so oder so politisch einiges ändern.
    15 7 Melden
  • .:|HonigTroll|:. 29.09.2017 11:06
    Highlight Damit ihr Spanien heute Abend kulturell besser versteht, empfehle ich euch allen dringend den Film:

    Torrente - der dumme Arm des Gesetztes
    (Torrente - el brazo tonto de la ley)
    20 1 Melden
  • ujay 29.09.2017 11:03
    Highlight Kein Argument fuer ein unabhaengiges Katalonien gelesen, eher weltfremdes Blabla. Nur schon die Illusion vom boesen spanischen Staat und das ein freies Katalonien dann besser ist.....bitte?
    29 59 Melden
    • dan2016 29.09.2017 11:15
      Highlight wenn immer die spanische Zentralregierung eine Chance hatte, die ursprünglich sehr kleine Unabhängigkeitsbewegung klein zu halten, hat sie die falsche Alternative gewählt und jede Möglichkeit 'genutzt', die Unabhängigkeitsbewegung zu bestätigen und zu stärken....
      38 7 Melden
    • Caio Nehme 29.09.2017 11:43
      Highlight Dann verstehst du den Artikel nicht...
      6 3 Melden
    • Hansdamp_f 29.09.2017 11:56
      Highlight History matters, ujay, lies mal was.
      8 2 Melden
    • whatthepuck 29.09.2017 15:45
      Highlight Nein, in diesem Fall mattert die Historie kaum. Die Leute jammern, sie würden unterdrückt. Dabei leben sie in einem demokratischen Rechtsstaat, in einer der reichsten Regionen Spaniens. Sie berufen sich auf frühere Kriege und auf Franco, doch diese Zeiten sind vorbei, Katalonien geht es heute gut - und dennoch verwenden sie diese Geschehnisse als Grundlage für die aktuellen Proteste. Ob die Katalanen wohl auch so sehr unabhängig sein wollten, wenn sie arm wären? Abgesehen davon stünde Katalonien ohne Spanien wirtschaftlich erstmal für Jahre schlechter da und müsste gegen den Bankrott kämpfen.
      5 7 Melden
    • Jag517 29.09.2017 15:55
      Highlight @Hansdamp_f: Welche Geschichte hat Katalonien als unabhängiges Königreich? – Korrekt, sie waren nie unabhängig.
      2 5 Melden
    • ujay 29.09.2017 17:39
      Highlight @Caio und Hansdampf. Ich kenne die spanische Geschichte wahrscheinlich besser als ihr Beiden. Habe auch zig Jahre dort gelebt;also kommt mir nicht mit Schwachsinn, sondern mit Argumenten
      1 1 Melden
    • Hansdamp_f 29.09.2017 21:54
      Highlight Jag517, ujay (deine Behauptung glaub ich nicht) : Geht nicht um Unabhängigkeit. Geht um Unterdrückung von Volk, Sprache und Kultur seit dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Sieg von General Francisco Franco in Spanien.
      2 0 Melden
    • Hansdamp_f 29.09.2017 21:58
      Highlight @whatthepuck

      Ich sage nicht, wer "recht" hat, ich sage bloss, worum es geht.

      Wer nicht Katalane ist oder Familie hat, die unter Franco zu leiden hatte, sollte sich nicht anmassen, zu sagen, die Geschichte sei mittlerweile egal.
      1 0 Melden
    • Enzasa 29.09.2017 22:19
      Highlight Zurück ins Mittelalter, jeder Region ihre eigenen Grenzen am besten mit Zollbaum.
      Nein, ich habe kein Verständnis dafür, ex Jugoslawien ist ein absolutes Negativ Beispiel.
      Ja, es gibt viele Völker in vielen Ländern. Das ist so und niemand auf dieser Welt sollte als Legitimation Beweise von vor hunderten Jahren aufführen. Wir leben heute und jetzt und Solidarität ist der einzige Weg erfolgreich in die Zukunft zu gehen.
      Wenn Reiche Spanier arme Spanier nicht unterstützen wollen, wie soll dann Solidarität in der EU funktionieren?
      1 2 Melden
    • Hansdamp_f 29.09.2017 22:57
      Highlight Noch mehr für Euch, Jag517 & ujay:

      https://www.nzz.ch/international/wieso-katalonien-die-unabhaengigkeit-will-ld.1318816

      Gern geschehen.
      1 0 Melden
    • ujay 30.09.2017 06:46
      Highlight @Hansdampf,kenne ich alles. Dieses verweisen auf die Franco Diktatur ist wohl ein Witz. Die ist seit 1977 Geschichte. Wir schreiben 2017. Was ist in den letzten 40 Jahren passiert? Katalonien immer noch unterdrueckt? Mach dich nicht laecherlich. Spanien und diese Provinz profitieren voneinander. Katalonien geniesst ausserdem zusammen mit dem Baskenland sehr viel Autonomie. Unterdrueckt???
      Ohne Spanien wird Katalonien nicht, wie diese komischen Politiker fabulieren, in der wirtschaftlichen Agonie versinken. Es glaubt doch niemand, dass intrn. Firmen in Katalonien bleiben ohne EU. Traeumer.
      3 1 Melden

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