International

Spaniens Regierungschef Rajoy will sich nicht auf Verhandlungen mit Katalonien einlassen.  Bild: EPA/EFE

Blockade in Katalonien – Spanien lehnt Vermittlungen wegen «Erpressung» ab

05.10.17, 02:58 12.10.17, 11:40

Die spanische Regierung lehnt Vermittlungen um die Unabhängigkeit Kataloniens ab. «Die Regierung wird über nichts Illegales verhandeln und wird keine Erpressung hinnehmen», erklärte der spanische  Ministerpräsidenten Mariano Rajoy am Mittwochabend. Gespräche werde es erst geben, wenn der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont die Unabhängigkeitsbestrebungen aufgebe. 

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hingegen hat im Unabhängigkeitskonflikt zwischen seiner Region und der spanischen Zentralregierung seine Gesprächsbereitschaft bekräftigt. Gleichzeitig betonte er, die Pläne für die Unabhängigkeit verwirklichen zu wollen.

«Keine Millimeter abrücken»

«Ich stehe für einen Vermittlungsprozess zur Verfügung, weil der Frieden, der Dialog und die Verhandlung zu unserer politischen Natur gehören», sagte Puigdemont in einer TV-Ansprache am Mittwoch in Barcelona.

Der Regierungschef stellte aber auch klar, dass die Pläne zur Ausrufung der Unabhängigkeit von Spanien verwirklicht werden sollen. «Meine Regierung wird keinen Millimeter von ihrer Verpflichtung abrücken», sagte der 54-Jährige.

Er habe in den vergangenen Tage viele Vermittlungsangebote erhalten, sagte Puigdemont. An die Adresse der Regierung in Madrid, die sich einem Dialog mit der Gegenseite verweigert, sagte er: «Es wäre unverantwortlich», die Angebote auszuschlagen."

Scharfe Kritik am König

Energisch wies der liberale Politiker die Äusserungen des spanischen Königs Felipe VI. vom Vorabend zurück. «So nicht! Mit ihrer Entscheidung haben Sie sehr viele Menschen in Katalonien enttäuscht», sagte er in Richtung des Monarchen, der nur die katalanische Seite kritisiert und keinen Aufruf zum Dialog gemacht hatte.

Der König schliesse sich der Politik der Zentralregierung an und werde der vermittelnden und ausgleichenden Rolle eines Staatsoberhaupts nicht gerecht.

Bei dem umstrittenen Referendum am vergangenen Sonntag hatte eine grosse Mehrheit der Teilnehmer für eine Loslösung Kataloniens von Spanien gestimmt. Allerdings war die Beteiligung relativ niedrig. Barcelona hatte das Referendum trotz des Verbots durch das Verfassungsgericht und gegen den Willen der Zentralregierung abgehalten.

Katalonien in Aufruhr

Wahllokal in Katalonien gewaltsam gestürmt

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Video: srf

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  • Birdie 05.10.2017 09:20
    Highlight Es ist erst so weit gekommen, da Rajoy nie Verhandlungen führen wollte als Katalonien noch gar nicht die Unabhängigkeit anstrebte. Und jetzt, als es durch seine Kompromisslosigkeit schon so weit gekommen ist, will er immer noch nicht verhandeln. Und das obwohl Katalonien dazu bereit wäre und jeder weiss, dass man sie mit Konzessionen noch beschwichtigen könnte. Super Präsident des "ganzen" Volkes!

    18 2 Melden
  • Upsi 05.10.2017 08:13
    Highlight Wie zwei trotzende Kinder, die festgefahren sind. Beide sollten zurücktreten und Neuwahlen ansetzen um Klarheit zu schaffen was die Bevölkerung eigentlich von den Regierungen erwartet.
    11 4 Melden
  • Mirischgliich 05.10.2017 07:58
    Highlight Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission erklärte am Mittwoch in Straßburg während der Debatte im Europa-Parlament erneut: „Die EU-Kommission wird den Konflikt um Katalonien weiterhin als eine interne Angelegenheit behandeln.“ Er müsse auf der Grundlage der Gesetze Spaniens beigelegt werden.
    Quelle: tagesspiege.de

    Genau das ist das Problem: Die EU hat keinen Plan. So war das schon damals, als auf dem Balkan ein furchtbarer Krieg tobte und die EU mit der Noemierung von Erdbeeren und Gueken voll ausgelastet war...
    13 0 Melden
  • chnobli1896 05.10.2017 06:59
    Highlight Rajoy scheint sich immer mehr ins Abseits zu manövrieren..
    37 0 Melden
    • ujay 05.10.2017 09:16
      Highlight ....und Puigdemont erst?!?!
      2 14 Melden
    • chnobli1896 05.10.2017 12:39
      Highlight Er signalisiert immerhin gesprächsbereitschaft. Ohne Gespräche ist dieser Konflikt nicht zu lösen, daher hat er gegenüber Rajoy schon mal einen Vorsprung.
      2 0 Melden
    • Johnny M 05.10.2017 12:41
      Highlight Puigdemont kann nicht verlieren. Entweder bleibt es bei der abspaltung (was wohl einem bürgerkrieg gleichkäme) oder es wird verhandelt. Bei beidem ist puigdemont bei den öffentlichen augen der gewinner.
      1 0 Melden
  • javier 05.10.2017 06:11
    Highlight Kein Kompromiss! Demokratie kann nur im Rahmen der Legalität funktionieren.Sollen wir auch mit Al Qaida einen Kompromiss verhandeln?!Wo fängts an und wo hörts auf?
    Es gibt Gesetze und die gelten für alle.
    Klar ist es nicht schön wen die Ordnungshüter auf die eigene Bevölkerunglosgeht.Anscheinend waren über 2Millionen Wähler am Sonntag bei den Wahlen. Es gab ca.900Leichtverletzte. Darunter waren auch Polizisten.Ich denke man ging so gut wie nur möglich mit der Situation um. Zu Verantworten hatt dies ein Teil des Katalanischen Parlaments.Da habe ich eine ganz klare Meinung.
    So nicht!
    10 61 Melden
    • Paul_Partisan 05.10.2017 08:59
      Highlight Die katalanische Seperatisten-Bewegung mit der Al Qaida gleichzusetzen, ist ein Hohn und Affront sondergleichen. Die Guardia Civil sind die wahren Terroristen! Nieder mit den Schergen Francos und Freiheit für Katalonien!
      17 1 Melden
    • Birdie 05.10.2017 09:54
      Highlight Also so wie ich das verstehe.

      Du bist Spanier. Du vergleichst Katalanen mit Al-Qaida. Wieso genau sollen diese Terroristen also in deinem Land bleiben? Soll man in einem Land nie einen Kompromiss suchen und finden?

      Du wünscht dir wohl Franco zurück.
      11 0 Melden
    • Johnny M 05.10.2017 12:44
      Highlight Nicht schön? Junge junge, 33 von über 900 verletzte waren cops. Und die gelten bei demos wegen einem blauem fleck als verletzt. Wo ist die verhältnissmässigkeit? Und wie kommen sie darauf das man richtig darauf reagiert hat? Verstehen sie überhaupt was eine demokratie ist?
      3 0 Melden
    • javier 05.10.2017 18:51
      Highlight Was soll die Spanische Regierung machen?!Allen einen Katalanischen Pass aushändigen, die Grenzen zu machen und ihnen auf die Schulter Klopfen???!Wovon träumt ihr Nachts schönes?Viva la Anarchie oder was?Die haben nicht demonstriert, sondern ein illegales Referendum abgehalten.Ist es Demokratie wen nur die Separatisten zur Wahl gehen? Es gibt mindestens soviele Katalanen die wollen das ihre Region Spanien bleibt und die sich an das Gesetz gehalten haben.Interessant sind Diese aber für euch ja kaum! Auf wen sollt ihr sonst eure Finger richten?! Wer ist hier Diktator und Richter zu gleich?
      0 3 Melden
  • ujay 05.10.2017 03:11
    Highlight Rajoy ist wenigstens ehrlich in seiner Starrkoepfigkeit. Puigdemont ist ein Luegner und Heuchler. Beide sollten zuruecktreten.....der Koenig haette es in der Hand.
    9 34 Melden

Diese 5 Fakten zeigen dir, warum Katalonien seit 300 Jahren unabhängig sein will

Wie geht es weiter in Katalonien? Nach dem Unabhängigkeitsreferendum sind die Fronten auf allen Seiten verhärtet. Wie es soweit kommen konnte, zeigt der Blick in die Vergangenheit. 

Es heisst, der Streit zwischen Katalonien und der spanischen Zentralregierung, sei vor allem finanzieller Natur. Die Katalanen wollten frei sein, weil sie alleine finanziell besser dastehen würden. Auch heisst es, bei dem Streit gehe es um eine alte Rivalität zwischen Spaniens grössten Städten Barcelona und Madrid. In Wahrheit sitzt der Konflikt aber viel tiefer. Kataloniens Zerwürfnis mit der Zentralregierung von Spanien ist über 300 Jahre alt. 

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