International

Jérôme Valcke darf nicht mehr mitmischen.
Bild: Felipe Dana/AP/KEYSTONE

FIFA schmeisst Generalsekretär Valcke per sofort raus

13.01.16, 10:35 13.01.16, 12:08

Die FIFA hat den Franzosen Jérôme Valcke mit sofortiger Wirkung entlassen. Dies teilt der Weltfussball-Verband auf seiner Webseite mit. Jérôme Valcke war seit 2007 Generalsekretär der FIFA, war aber seit September bereits provisorisch gesperrt.

Die Mitteilung der FIFA im Wortlaut:

Das FIFA-Dringlichkeitskomitee hat am 9. Januar 2016 beschlossen, Jérôme Valcke mit sofortiger Wirkung als FIFA-Generalsekretär abzusetzen. Jérôme Valcke ist damit nicht länger Generalsekretär der FIFA.
Das Arbeitsverhältnis zwischen der FIFA und Jérôme Valcke wurde ebenfalls vorzeitig beendet.
Gegen Jérôme Valcke, der bereits am 17. September 2015 von seinen Aufgaben als Generalsekretär vorläufig entbunden wurde, ist durch die rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission unter dem Vorsitz von Hans-Joachim Eckert am 7. Januar 2016 ein formelles Verfahren eröffnet worden; die gegen ihn am 8. Oktober 2015 verhängte und am 6. Januar 2016 verlängerte provisorische Sperre ist weiterhin gültig.
Die Aufgaben des Generalsekretärs werden vorläufig weiterhin durch den geschäftsführenden Generalsekretär, Dr. Markus Kattner, wahrgenommen.

Gegen den langjährigen FIFA-Funktionär wurden im letzten Jahr diverse Korruptionsvorwürfe laut. Demnach habe sich Valcke im Zusammenhang mit einem Ticketing-Vertrag der FIFA für die WM-Turniere 2010 bis 2022 eine Gewinnbeteiligung zusichern lassen.

Die amerikanische Justiz verdächtigt den 55-Jährigen zudem, im Rahmen der Vergabe der WM 2010 zehn Millionen Dollar aus Südafrika an die von Skandalfunktionär Jack Warner kontrollierten Fussball-Verbände Concacaf und CFU weitergeleitet zu haben.

Die FIFA-Ethikkommission hatte vergangene Woche eine Sperre von neun Jahren für Valcke und eine Strafzahlung von 100'000 Franken gefordert. Zudem war die vorläufige Sperre, die am 5. Januar ausgelaufen wäre, um weitere 45 Tage verlängert worden. (meg)

Mehr in Kürze ...

Alle FIFA-Präsidenten seit Gründung des Weltverbands 1904

Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen

Mehr zum Thema

FIFA schmeisst Generalsekretär Valcke per sofort raus

Blatter: «Natürlich werden wir Einspruch einlegen»

Ex-FIFA-Vize Hawit plädiert auf nicht schuldig

Schweiz liefert den USA erste Beweismittel im Fall FIFA aus

Blatter: «Wir können nicht zulassen, dass Einzelne den Namen der FIFA in den Dreck ziehen»

Platini will nun doch nicht mehr FIFA-Präsident werden

Platini: «Alles ist von Blatter ausgegangen. Er wollte mich erledigen» 

Von der Schweiz ausgelieferter FIFA-Funktionär Figueredo gesteht umfangreiche Korruption

Keine Aufstockung – Fifa verwirft die Idee eines grösseren Teilnehmerfeldes an der WM 2026

Frauenquote, Amtszeitbeschränkung, Transparenz: Viele neue Ideen bei der FIFA 

Wird Ex-FIFA-Vize Warner ausgeliefert oder nicht? – Gericht verschiebt Entscheidung erneut

«Vermarktungsrechte am Strafverfahren in die Karibik verkauft»: So reagiert das Netz auf die Blatter-Ermittlungen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1Kommentar anzeigen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Gelöschter Benutzer 13.01.2016 18:46
    Highlight Ja was nun? Ist er bloss weitere 45 Tage suspendiert oder ein für allemal (bzw für 9 Jahre) gesperrt? Klar ist anders...
    1 0 Melden

Das wüste Tun in der Wüste müsste uns mehr beschäftigen als ein paar Ohrfeigen

Die Schläge von Sion-Präsident Christian Constantin gegen TV-Experte Rolf Fringer sind eine Lappalie im Vergleich dazu, wie noch weiter oben im Fussball-Geschäft betrogen, bestochen und beschissen wird. Doch das juckt fast keinen.

An hiesigen Online-Stammtischen unterhalten sich Sportfans darüber, ob Christian Constantin für seine Ohrfeigen mit der Todesstrafe oder nur mit lebenslänglichem Stadionverbot bestraft werden müsste. Dabei könnte beinahe der Eindruck entstehen, neben der Ohrfeigenaffäre gebe es im Fussballsport gegenwärtig gar keine Probleme.

Leicht könnte dabei vergessen gehen, dass gegen Scheich Nasser Al-Khelaifï, Geschäftsmann aus Katar, Präsident von Paris Saint-Germain und Initiant des Neymar-Transfers, …

Artikel lesen