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Flugzeug-Crash: Flugschreiber gefunden ++ Chapecoense soll Titel erhalten

29.11.16, 06:25 29.11.16, 22:39

Flugzeug mit brasilianischem Erstliga-Team abgestürzt

Beim Absturz eines Flugzeugs sind 71 Menschen in Kolumbien gestorben, darunter 19 Profis des brasilianischen Fussballteams Chapecoense. Die Mannschaft sollte in Medellín das Finalhinspiel des Südamerika-Cups gegen Atlético Nacional Medellín bestreiten.

Als mögliche Ursache nannte die kolumbianische Luftfahrtbehörde Treibstoffmangel. Zunächst waren die Behörden von 75 Toten ausgegangen, aber anders als geplant hatten vier Passagiere die Reise nicht angetreten. Sechs Menschen überlebten: drei Spieler, zwei Crewmitglieder und ein Journalist. Die für die Ursachensuche wichtigen Flugschreiber (Blackboxes) konnten geborgen werden.

Das Charterflugzeug vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Gesellschaft Lamia verunglückte in rund 3000 Metern Höhe am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión - im Landeanflug, knapp 40 Kilometer vor Medellín.

Bevor das vierstrahlige Flugzeug gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) am Montagabend vom Radar verschwand, meldeten die Piloten technische Probleme. Angehörige versammelten sich am Stadion des Clubs in der Stadt Chapecó in Südbrasilien und warteten verzweifelt auf Nachrichten.

Paulo Cesar, links, und Mario Sergio, brasilianische Fussballspieler bei der AC Bellinzona, aufgenommen am 12. Oktober 1986.  Bild: KEYSTONE

Ex-Bellinzona-Spieler Mario Sergio unter den Opfern

Unter den 75 Opfern des Flugzeug-Unglücks in Kolumbien ist auch ein Journalist mit Bezug zum Schweizer Fussball. Der brasilianische Ex-Internationale Mario Sergio spielte in der Saison 1986/87 für die AC Bellinzona. Er arbeitete seit vier Jahren für den TV-Sender Fox Sports.
Mario Sergio sorgte im Herbst 1986 zusammen mit seinem Landsmann Paulo Cesar und dem Franzosen Philippe Fargeon für eine weder vorher noch nachher je erlebte Fussball-Euphorie im Tessin. Für ein paar Monate stürmte die AC Bellinzona als Aufsteiger in der Spitzengruppe der Nationalliga A. (sda)

Flugzeug mit brasilianischem Fussballteam in Kolumbien abgestürzt. Video: watson.ch

Dreitätige Staatstrauer

Nach Angaben der Behörden soll unter den Toten auch Torwart Danilo sein - er war mit spektakulären Paraden der Held im Halbfinale gegen den Lieblingsclub von Papst Franziskus, San Lorenzo aus Argentinien. Der Finaleinzug war der bislang grösste Erfolg des Vereins. Der brasilianische Präsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Der südamerikanische Fussballverband Conmebol sagte das Finale ab. Atlético Nacional schlug vor, den Titel 2016 Chapecoense zuzusprechen. «Es ist ein trauriger Tag für den Fussball», sagte der Präsident des kolumbianischen Vereins, Juan Carlos de la Cuesta.

Nach dem Absturz wollen brasilianische Erstligateams zudem Sonderrechte für den Club durchsetzen. Traditionsclubs wie Corinthians, Meister Palmeiras und der frühere Pelé-Club Santos starteten eine Initiative, die das kostenlose Leihen von Spielern in der Saison 2017 vorsieht, ausserdem soll der Club Chapecoense drei Jahre lang nicht absteigen.

Treibstoffmangel als mögliche Ursache

Ein Grund für den Absturz könnte Treibstoffmangel gewesen sein, sagte der Direktor von Kolumbiens Luftfahrtbehörde, Alfredo Bocanegra. Widersprüchliche Angaben zu den Opfern verunsicherten die Angehörigen.

Nach einem Linienflug von São Paulo nach Santa Cruz in Bolivien war die Maschine von dort in Richtung Medellín gestartet. In der Maschine waren auch rund 20 Journalisten, die über das Final-Hinspiel berichten wollten. Insgesamt waren 81 Menschen beim Charterflug nach Kolumbien an Bord.

Die Copa Sudamericana ist nach der Copa Libertadores der wichtigste Fussball-Clubwettbewerb in Südamerika und vergleichbar mit der Europa League. Das Erreichen des Finals war der bisher grösste Erfolg des 1973 gegründeten Teams aus der Stadt Chapecó im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina.

Chapecoense war erst 2014 in die erste Liga Brasiliens aufgestiegen. Der Absturz des Flugzeugs löste grosse Anteilnahme in der Fussballszene aus. Trauerschleifen, die das Wappen des Clubs umgeben, wurden auf Twitter veröffentlicht.

Der FC Bayern teilte mit: «Der FCBayern gedenkt der Opfer und Angehörigen des Flugzeugabsturzes in Kolumbien.» Auch der brasilianische Superstar Neymar, Argentiniens Lionel Messi und Englands Wayne Rooney reagierten bestürzt. Messi war nach dem WM-Qualifikationsspiel in Brasilien (0:3) am 11. November noch selbst mit seinen Kollegen mit der Unglücksmaschine geflogen. (sda/dpa)

Atletico Nacionals Antrag

Die Vereinsführung von Atletico Nacional stellte beim südamerikanischen Fussballverband (CONMEBOL) den Antrag, Chapecoense die Trophäe der Copa Sudamericana zu überreichen. Dies als Zeichen der Ehrerweisung und als posthume Hommage an die Opfer des schrecklichen Unglücks, wie der kolumbianische Finalgegner in einer Mitteilung schrieb. «Was uns betrifft, wird Chapecoense für immer der Sieger der Copa Sudamericana 2016 sein.»

Erst am 23. November qualifizierte sich Chapecoense für den Final der Copa Sudamericana  Bild: EPA/EFE

Der kleine Fussballclub aus Chapeco war erst 2014 in die oberste Liga Brasiliens aufgestiegen. Nun hatte er erstmals den Einzug in das Finale eines grossen Wettbewerbs in Südamerika geschafft.

Der Absturz weckte Erinnerungen an das Flugzeugunglück von München im Jahr 1958, bei dem die Mannschaft von Manchester United auf dem Rückweg von einem Europapokal-Spiel an Bord war. 23 Menschen kamen damals um, darunter acht Spieler des englischen Traditionsvereins. 

Sportteams, die mit dem Flugzeug abstürzten

(pre/feb/dhr/phi/sda/dpa/afp/reu)

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  • Androider 30.11.2016 00:29
    Highlight Ich habe gelesen, dass PSG angeblich 40 Millionen an den AFC spenden will. Konnte leider keine Quelle ausfindig machen, aber wenn es stimmen sollte, wäre dies mer als nur eine noble Geste.
    3 0 Melden
  • UlrichVoZürich 29.11.2016 21:39
    Highlight Sehr schöne Geste von Athletic National!
    Obwohl der Titel in so einem Fall wohl keine allzu grosse Rolle mehr spielt, zeigt es, dass Fussball noch immer sehr respektvoll sein kann..

    Mein Beileid an alle Familienmitglieder, Fans und Beteiligten!
    15 0 Melden
  • Spi 29.11.2016 13:51
    Highlight Also entweder stimmt das Bild 5 der Serie (British Aerospace 146) oder der Text und das Bild von Flightradar24 (Avro RJ85) nicht. Ist noch erstaunlich, dass hier die Meldungen auseinander driften und niemand in der Redaktion das bemerkt.
    3 27 Melden
    • Jaing 29.11.2016 14:17
      Highlight Ist dasselbe.
      24 0 Melden
    • 7immi 29.11.2016 14:17
      Highlight das flugzeug wurde zuerst von british aerospace entwickelt und von Avro International gebaut. daher die beiden bezeichnungen. British aerospace 145-200, BAe 146-200 und Avro RJ 85 sind also das selbe.
      21 0 Melden
    • Spi 29.11.2016 15:19
      Highlight Man lernt nie aus - danke für den Update.
      17 1 Melden
    • 7immi 29.11.2016 21:49
      Highlight 146-200 sollte es bei allen heissen, nicht 145-200. meine breiten finger bitten um vergebung ;)
      5 1 Melden
  • Radiochopf 29.11.2016 10:20
    Highlight Muss das Foto mit dem Absturzopfer wirklich sein? ein wenig Privatsphäre und Respekt bei solchen tragischen Ereignissen finde ich mehr als angebracht.. soll sich jeder selber mal vorstellen, wie man sich fühlen würde wenn man ein Unglück überlebt und dann solche Fotos weltweit die Runde machen..
    115 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.11.2016 11:30
      Highlight also der spieler, der überlebt hat? würde ich da liegen... mir wäre es wahrscheinlich egal, würde ich fotografiert werden. hab grade einen abstutz überlebt! und du regst dich auf wegen 2 fotos? tzz..
      8 37 Melden
    • Too Scoop 29.11.2016 13:02
      Highlight Die überlebende Person wäre dann hoffentlich zufrieden und glücklich über sein Schicksal. Ansonsten muss man sich nicht mehr wundern bzw. gehört es dazu, wenn man Facebook oder Twitter etc. verwendet.
      3 19 Melden
    • Radiochopf 29.11.2016 14:28
      Highlight @hiob es geht ja nicht um den aktuellen Zeitpunkt sondern, wenn du wieder gesund bist und die ganze Welt dich halbknackt und schwer verletzt gesehen hat.. findest du das toll? solltest du also mal einen schweren Auto-Unfall haben auf der CH-Autobahn (was ich nie hoffe!) und die tollen Lesereporter schicken dann Bilder an 20min/Watson/Blick wie du so abtransportiert wirst, findest du das dann immer noch super? es ist jedem selber überlassen ob die Fotos gezeigt werden oder nicht, aber erst nach dem man ihn/sie fragen konnte ob er/sie der Veröffentlichung zustimmt..
      30 4 Melden
    • Too Scoop 29.11.2016 15:09
      Highlight Meine Aussage bezieht sich lediglich auf die Twitterbeiträge, der Mannschaft, wo keine "halb Nackte" zu sehen sind. Nun, eine solche Fussballmanschaft erhält das größere Aufsehen und einen detailierteren Einblick in die Geschehnisse. Wobei hier die Diskretion total verloren ging. Zudem empören sich nur wenige, wenn sie/er Kriegs-Bilder vom nahen Osten sehen, wo Menschen/Opfer etc. klar zu erkennen sind, man hätte die Privatsphäre überschritten. Denkt einmal darüber nach.
      2 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.11.2016 15:16
      Highlight ganz ehrlich? mir wäre es dennoch egal, oder sogar: ich würde mich freuen! den die fotos würden mich daran erinnern, dass ich es überlebt habe und würde zeigen, wie gut ich mich erholt habe. man kann das jetzt so oder so sehen. ich persönlich würde was positives daraus ziehen. ist jetzt nicht so, dass man mein geschlechtsteil sehen würde. ich finde nichts schamvolles an den fotos. das wäre ja immer noch ich. wärst du etwa beschämt und traurig, wenn man dich wieder erkennt? hast du angst, dass dich jemand öffentlich bloss stellt oder du beschimpft wirst?
      3 14 Melden
    • Snoe 29.11.2016 22:01
      Highlight Geht leider in die selbe Richtung wie Baby-/Kinderfotos auf Facebook/Twitter/Insta ect...Auch die können sich nicht dazu äussern ob sie das wollen oder nicht...resp. können ja gar nicht abschätzen was das bedeutet...aber heute ist es leider "normal" bei einem Unfall erst mal das Handy zu zücken und wild darauf los filmen und fotografieren anstatt zu helfen!!
      6 0 Melden
  • 7immi 29.11.2016 09:29
    Highlight gemäss elkin ospina, einem bürgermeister aus der region, gab es ein problem mit dem treibstoffsystem. dies ist eigentlich eher unwahrscheinlich bei den avros, da sie vier redundante systeme haben. ausser natürlich man hat gar keinen treibstoff mehr...
    mal schauen was die ermittlungen ergeben. allen hinterbliebenen wünsche ich viel kraft.
    36 1 Melden
    • Jaing 29.11.2016 13:43
      Highlight Viel weiter als die geflogene Strecke kommt ein Avro mit vollen Tanks nicht.
      17 0 Melden
  • insomniac 29.11.2016 09:10
    Highlight Warum genau ist es hier wichtig ob Fussballspieler in der Maschine sassen?!
    24 57 Melden
    • Anded 29.11.2016 11:10
      Highlight Weil möglicherweise eine ganze Fussballmannschaft drin war. Was gravierende Folgen für den entsprechenden Verein und die Liga hat. Ist jeweils genau so, wenn eine Gruppe Kader von derselben Firma oder Vertreter derselben Regierung zusammen abstürzen. Auch da wird das jeweils in den News betont, obwohl alle Menschenleben gleich viel wert sind.
      79 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.11.2016 11:26
      Highlight und wenn man von einer bombe o.ä. ausgeht, ist so was schon eine wichtige indiz, finde ich.
      6 49 Melden
    • Schreiberling 29.11.2016 18:36
      Highlight @hiob: Wer hat irgendetwas von einer Bombe gesagt?
      12 0 Melden

Heute wird der Barrage-Gegner der Nati auf dem Weg zur WM bekannt

Heute Nachmittag klärt sich in Zürich, gegen wen sich das Schweizer Nationalteam Mitte November in zwei Spielen durchsetzen muss, um sich über die Playoff-Zusatzschlaufe das Ticket für die WM-Endrunde im kommenden Jahr in Russland zu sichern. Das Heimspiel steigt in Basel.

Die Playoff-Paarungen der europäischen WM-Qualifikation werden ab 14 Uhr in einem rund 30-minütigen Prozedere (im watson-Liveticker) am FIFA-Hauptsitz auf dem Sonnenberg in Zürich ausgelost. Die besten acht zweitplatzierten Teams der neun Qualifikationsgruppen, darunter die Schweiz, kämpfen um die vier verbleibenden Tickets für die Endrunde im kommenden Jahr in Russland. Die Hinspiele werden zwischen dem 9. und 11. November ausgetragen, die Rückspiele zwischen dem 12. und 14. November.

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