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Blackbox von abgeschossenem Kampfjet: Putin holt Hilfe aus China und Grossbritannien

War der abgeschossene russische Kampfjet in türkischem Luftraum? Diese Frage soll eine russische Untersuchungskommission klären. Auch ein Brite und ein Chinese sollen ihr angehören.

18.12.15, 10:54

Russischer Kampfjet von der Türkei abgeschossen

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Der Abschuss des russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze im November hat das russisch-türkische Verhältnis schwer belastet. Nun soll eine von der russischen Regierung eingesetzte Kommission klären, wie es dazu kommen konnte.

Ausser russischen Experten sollen auch Fachleute britischer und chinesischer Staatsbürgerschaft der von Moskau eingesetzten Kommission angehören, sagten russische Beamte am Freitag. Wer genau in der Moskauer Kommission sitzen soll, verrieten sie nicht. Möglicherweise hofft die russische Regierung, so den Verdacht entkräften zu können, dass eine Untersuchung, die von einer der beiden Streitparteien durchgeführt wird, automatisch als parteiisch gelten könnte.

Eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls, die von keiner der beiden Streitparteien durchgeführt wurde, gibt es bisher nicht. Moskau und Ankara behaupten jeweils Widersprüchliches.

Die türkische Regierung sagt, dass der russische Kampfjet 17 Sekunden lang in türkischem Luftraum war, als er einen über drei Kilometer breiten türkischen Landzipfel überflog, der nach Syrien hineinragt. Trotz zehn Funkwarnungen habe der russische Kampfjet nicht abgedreht. Ein zweiter russischer Kampfjet, der ebenfalls den türkischen Luftraum verletzt habe, sei nicht abgeschossen worden. Um ihre Behauptungen zu belegen, legte die türkische Regierung Tonaufnahmen der Funkwarnungen vor, die sie dem russischen Kampfjet gegeben haben will.

Die russische Regierung sagt, dass der Kampfjet den türkischen Landzipfel umflogen und den syrischen Luftraum nicht verlassen habe. Der Kampfjet habe keine Funkwarnungen von türkischer Seite bekommen. Um ihre Behauptungen zu stützen, legte die russische Regierung weitere Behauptungen vor. Russlands Präsident Wladimir Putin warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayyep Erdogan vor, den russischen Kampfjet abgeschossen zu haben, weil dieser Öl-Lieferrouten des «Islamischen Staats» gefährdet habe, von denen Erdogan persönlich profitiere. Einen Beweis für diese Aussagen blieb Moskau bisher schuldig.

ras/AP

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  • Gelöschter Benutzer 18.12.2015 13:23
    Highlight Was aus dem Artikel nicht hervorgeht ist die Tatsache, dass Experten aus 14 Ländern eingeladen wurden, aber alle ausser China und Grossbritannien haben abgelehnt.
    Dass dies nicht erwähnt wird ist natürlich Teil der Meinungsmache des SPON. Kleine aber entscheidende Details weglassen und so unterschwellig Misstrauen wecken gegen das russische Vorgehen.

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    • E. Edward Grey 18.12.2015 13:54
      Highlight Weil diese Länder dann gezwungen gewesen wären ggf. gegen den eigenen Bündnisgegner zu ermitteln. Putin hätte es damit evtl. geschafft die Türkei von der NATO abzusprengen, welche sich ihrerseits nur gerade so knapp loyal gibt um die Interessen der NATO am Bosporus zu wahren.
      Das sind die Momente wo Politik richtig zum kotzen ist.
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  • Gelöschter Benutzer 18.12.2015 12:18
    Highlight kgb fsb mit freundlichen grüssen...
    1 12 Melden
  • Wilhelm Dingo 18.12.2015 11:12
    Highlight Die Russen können machen was sie wollen, die meisten hier glaueben den Russen eh nichts. Andersrum glauben die meisten von uns hier so ziemlich alles was aus Westen kommt. Ich finde wir sollten uns daher mehr mit russischem Kulturschaffen beschäftigen, dort geht es nur um gefallen, weniger um glauben!
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