International

48 Tote in 2 Tagen: Auch die US-Koalition tötet Zivilisten in Syrien

18.02.16, 17:56

F-15 Kampfflugzeuge auf dem NATO-Stützpunkt Incirlik in der Türkei. Von hier aus fiegen sie Bombardements auf Syrien.
Bild: STRINGER/EPA/KEYSTONE

Die US-geführte Koalition hat nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern ihre Luftangriffe gegen die IS-Terrormiliz im Nordosten Syrien verstärkt. Bei den Luftschlägen sollen in zwei Tagen insgesamt 48 Zivilisten getötet worden sein.

Am Donnerstag seien bei Bombardements südlich der Stadt Hasaka mindestens 15 Menschen gestorben, darunter 3 Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Die Koalition habe mehrere Orte unter IS-Kontrolle bombardiert.

Bereits am Vortag hatte das Bündnis in der Region Angriffe geflogen, um eine Offensive der Kurden-Miliz YPG gegen den IS zu unterstützen. Bei der YPG handelt es sich um den bewaffneten syrischen Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Volksschutzeinheiten beherrschen grosse Teile des Grenzgebiets zur Türkei. Sie sind in Syrien der wichtigste Partner des Westens im Kampf gegen den IS.

UNO-Hilfslieferungen laufen an

Hilfskonvoi auf dem Weg nach Madaya.
Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Zugleich wurden in fünf belagerten syrischen Städten rund 100 Lastwagen mit Hilfsgütern für 80'000 Menschen ausgeladen. Die Konvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten waren in den vom Regime abgeriegelten Orten Muadamija, Madaja und Sabadani sowie in den von Rebellen umstellten Orten Fuaa und Kafraja eingetroffen.

Die Menschen dort brauchen dringend Hilfe. Laut UNO leben mehr als 400'000 Syrer in belagerten Gebieten. Hilfsorganisationen hatten in den vergangenen Wochen von Dutzenden Toten durch Mangelversorgung berichtet.

Die Hilfskonvois sollen möglichst bald weitergehen. Die am Mittwoch eingetroffenen Konvois seien nur die erste von vielen Lieferungen, sagte die Sprecherin der UNO-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA), Linda Tom. Die UNO hofft nach eigenen Angaben, die vom IS belagerten Teile der Stadt Dair as-Saur im Osten Syriens bis Ende nächster Woche aus der Luft versorgen zu können.

Kaum Aussichten auf Kampfpause

Auf die Lieferungen hatten sich die USA, Russland und andere Staaten Ende vergangener Woche in München geeinigt. Das Abkommen sieht auch eine Feuerpause vor, die am Freitag in Kraft treten soll.

Allerdings nahm die Gewalt in vielen Teilen des Landes in den vergangenen Tagen zu. Im Kampf gegen die Rebellen verschärfte Russlands Luftwaffe als Verbündeter des Regimes laut Aktivisten ihre Angriffe.

Auch der russische Lenkwaffenkreuzer Varya mischt im Konflikt mit.
Bild: AP/Russian Defense Ministry Press Service

Die Europäische Union hat offensichtlich gesicherte Erkenntnisse darüber, dass die russischen Streitkräfte in Syrien noch immer moderate Oppositionsgruppen ins Visier nehmen. Im jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels an diesem Donnerstag und Freitag werden Russland und das syrische Regime aufgefordert, Angriffe auf moderate Oppositionsgruppen unverzüglich zu beenden. Diese verschärften die Flüchtlingskrise und kämen dem IS zunutze.

(sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • frankyfourfingers 18.02.2016 18:39
    Highlight Vielen dank dafür, dass ihr unsere kommentare ernst nehmt und solche meldungen auch bringt.👍🏼
    18 5 Melden
    • Toerpe Zwerg 18.02.2016 20:58
      Highlight Auf der Suche nach dem Kausalzusammenhang ...
      4 6 Melden
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  • Radiochopf 18.02.2016 18:38
    Highlight Komisch, keine breaking News? Keine Uno die das verurteilt? Das so was nicht auf Blick, Bild zu lesen ist verwundert mich nicht... Danke für den Artikel watson!
    20 3 Melden
    • Toerpe Zwerg 18.02.2016 20:58
      Highlight qed
      2 6 Melden
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  • Toerpe Zwerg 18.02.2016 18:08
    Highlight Aber ihr zeigt immer auf den Phoesen Putin, dabei sind die Amis viel schlimmer. Ein Wunder, dass ihr als NATO Propaganda Postille diese Meldung bringt. Putin ist naemlich ganz ein Lieber. Phoese sind die imperialistischen Amis, welche die NATO bis an die Grenzen Russlands erweitern und ueberall Krieg stiften und Babys aus Brutkaesten reissen ... ah nein, das war ja anders. Aber sowieso Ami phoese. Putin Lieb. Und gescheit. Und super. Besser als der Westen. Und imphall Irak! CIA und der IS und viele Tote weisch.

    Und der Zusammenhang? Keine Ahnung.
    13 20 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.02.2016 18:41
      Highlight Habe soeben eine Landkarte des Krieges gesehen und muss sagen das ihre Analyse ohne Zusamennhang eigentlich bestens zu der dort geschilderten Lage passt: http://syria.liveuamap.com/

      Mit Ausnahme vom IS (immer böse), wie soll man da noch gross zwischen gut und böse unterscheiden können? Es ist nur noch ein Blutbad.

      14 1 Melden
    • Sapere Aude 18.02.2016 21:41
      Highlight Man sollte keine Seite idealisieren. Sowohl USA wie Russland betreiben imperiale Geopolitik und haben unschuldige Menschenleben auf dem Gewissen.
      8 2 Melden
    • Radiochopf 19.02.2016 08:50
      Highlight @Sapera

      nur die einen sind die "Guten" und machen es "nur" gegen Terrorismus und für die Demokratie/Sicherheit auf der Welt und die anderen sind einfach nur die "Bösen"..
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7 Gründe, weshalb er der gefährlichste Mann der Welt ist

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