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Symbolbild. Bild: EPA/SANA

Mindestens 42 Tote bei Luftangriffen auf Moschee im Norden Syriens

16.03.17, 20:48 17.03.17, 09:29

Bei mehreren Luftangriffen auf eine Moschee im Norden Syriens sind am Donnerstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 42 Menschen getötet worden. Über 100 Personen wurden verletzt.

Bei den meisten Opfern handle es sich um Zivilpersonen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstagabend mit. Viele Personen lägen noch unter den Trümmern des Gebäudes.

Getroffen wurde eine Moschee in dem von Rebellen kontrollierten Ort al-Dschinnah westlich von Aleppo, während dort Gläubige zum Abendgebet zusammengekommen waren. Aktivisten berichteten, es seien etwa 300 Menschen in der Moschee gewesen.

Bilder zeigten Leichen auf dem Boden des Gebäudes. In der Region sind zahlreiche Vertriebene untergekommen, die im vergangenen Jahr aus dem heftig umkämpften Aleppos geflohen war. Das Dorf al-Dschinnah ist unter der Kontrolle von Rebellen und islamistischen Gruppen, dschihadistische Terrorgruppen sind dort jedoch nicht präsent.

Unklar war, wer für den Angriff verantwortlich ist. In der Region fliegen regelmässig Jets der syrischen und russischen Luftwaffe Angriffe. Sie bekämpfen dort bewaffnete Gegner der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Auch die US-geführte internationale Koalition greift in Syrien immer wieder extremistische Gruppen an. Dazu zählt die al-Kaida-nahe Miliz Tahrir-al-Scham-Front (Ex-al-Nusra-Front), die im Norden und Nordwesten Syriens Stellungen hat. Seit Anfang des Jahre sind bei Luftschlägen Dutzende Anführer der Gruppe getötet worden.

Von Protesten zu Krieg

Im Bürgerkriegsland Syrien gilt eigentlich seit Ende Dezember eine Waffenruhe. Trotzdem kommt es immer wieder zu Luftangriffen gegen Rebellen. Ausgenommen von der Waffenruhe sind neben der Tahrir-al-Scham-Front auch die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS»).

Die Opposition war in dieser Woche neuen Verhandlungen über eine Stärkung der Waffenruhe in der kasachischen Hauptstadt Astana ferngeblieben. Sie protestierte damit gegen Verstösse gegen die Feuerpause, die sie der Regierung und ihrem Verbündeten Russland vorwerfen.

Erst am Mittwoch waren in der von Rebellen kontrollierten Stadt Idlib im Nordwesten Syriens bei einem Luftangriff 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Kinder. Die Menschenrechtsbeobachter gingen davon aus, dass dafür russische Flugzeuge verantwortlich waren.

Der Syrien-Konflikt hatte sich in dieser Woche zum sechsten Mal gejährt. Er war im März 2011 mit Protesten gegen die autoritäre Regierung ausgebrochen. In dem Bürgerkrieg sind mindestens 400'000 Menschen ums Leben gekommen. (sda/dpa/afp)

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  • frankyfourfingers 17.03.2017 08:58
    Highlight Centcom hat bereits bestätigt, dass es sich um einen US-Angriff handelte.
    8 0 Melden
    • i schwörs 19.03.2017 10:55
      Highlight Ja, aber nicht auf die Moschee, sondern auf ein 50m daneben stehendes Gebäude. Das Centcom bestätigte den Angriff auf dieses Gebäude, nicht aber auf die Moschee. Sie hätten weder die Moschee als Ziel gehabt, noch hätten sie die Moschee unbeabsichtigt bombardiert. So lautete das Statement vom CENTCOM. Bitte nicht nur Titel lesen...
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  • rodolofo 17.03.2017 07:48
    Highlight Kann man eine Moschee aus der Luft für etwas Anderes halten, als für eine Moschee?
    Ein weiteres scheussliches Kriegsverbrechen an unschuldigen Zivilisten, die etwas Trost suchten in ihrem Gotteshaus.
    Doch die Schlächter Assads und ihres Verbündeten, Putin-Russland, kennen weder Gnade noch Mitleid!
    Ihr Ziel ist es, alle eigenständig denkenden Menschen aus Syrien zu vertreiben, so dass sie sich aufmachen zu einer weiten, gefährlichen Reise der "Letzten Hoffnung" nach Europa.
    Die Flüchtlinge sollen als Menschliche Waffe Europa destabilisieren!
    Zynischer und Menschenverachtender geht es nicht mehr
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    • Stojan 17.03.2017 15:07
      Highlight Nur zu schade, dass es die Amerikaner waren
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    • Informant 17.03.2017 15:13
      Highlight Es waren US-Schlächter, lieber Rodolofo.

      Aber als treuer Konsument propagandistischer Mainstream Medien, die auch bei völlig fehlender Beweislage erst mal subtil Assad/Russland verantwortlich machen, ist Deine Reaktion zu verstehen.
      Es wäre allerdings langsam an der Zeit, sich aus der Filterblase hinaus zu bewegen.


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    • rodolofo 17.03.2017 20:43
      Highlight Okay,
      Russland oder heutige USA ist sowieso Hans was Heiri.
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    • Informant 17.03.2017 22:51
      Highlight Trumps Wahl hat also doch etwas Positives. Plötzlich werden die Machenschaften der USA, über welche unter Obama noch hinweggesehen wurde, kritisch beurteilt. ;)

      Irgendwann wird dann hoffentlich auch der Dümmste merken, dass das Einschiessen auf die Person Trump reiner Selbstbetrug ist.
      Man kann sich so richtig suhlen in seiner moralischen Überlegenheit, während das "System USA" mit all seinen Verfehlungen natürlich noch genau das selbe ist wie zuvor.




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    • rodolofo 18.03.2017 08:20
      Highlight @ Informant
      Ich verstehe Deine Logik nicht.
      Warum verteidigst Du denn dann ausgerechnet diesen Trump?!
      Die USA sind die Supermacht mit den weitaus höchsten Militärausgaben, richtig?
      Und was will Trump?
      Diese Militärausgaben weiter erhöhen und gleichzeitig massiv beim Umweltschutz und bei der Entwicklungszusammenarbeit kürzen, ausserdem die Reichen und Super-Reichen steuerlich entlasten und weitere astronomische Schulden machen.
      Barak Obama's Administration WAR dazu eine Alternative!
      Darum muss ja dieser hässliche Grosskotz mit der Perücke alles wieder rückgängig machen!
      Mir wird übel...
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    • Radiochopf 20.03.2017 15:57
      Highlight @Rodolfo Jaja egal wer's war, aber zuerst Putin/Assad verteufeln als die schlimmsten Mörder... aber du hast absolut recht, eine Moschee kann man mit den amerikanischen hochtechnologischen und präzisen Drohnen nicht übersehen, vorallem wenn über 300 Leute drin waren.. das ist ein Kriegsverbrechen höchster Güte und da können nicht mal Putin/Assad mithalten.. aber in den Medien ist kaum was zu lesen.. du bist sicher mit mir einig, dass der Aufschrei viel grösser wäre wenn es Assad/Putin gewesen wäre.. . dein 1. Kommentar ist ja gerade der bester Beweis dafür..
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    • rodolofo 20.03.2017 19:25
      Highlight Dass es ein weiteres grässliches Kriegsverbrechen ist, stimmt.
      Dass Putin / Assad nicht mithalten können, ist nachweislich falsch.
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  • Watcher 16.03.2017 22:35
    Highlight Der Erdölkrieg der USA dauert an.... und Europa macht mit.
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