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Mehrere zehntausend Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan haben sich in Istanbul versammelt.   Bild: Emrah Gurel/AP/KEYSTONE

Fahnenmeer am Bosporus – Erdogan-Anhänger feiern den Jahrestag des gescheiterten Putschs

15.07.17, 20:25

In Istanbul haben sich am Samstagabend mehrere zehntausend Menschen versammelt, um an den gescheiterten Putschversuch vor einem Jahr zu erinnern. Mit türkischen Flaggen zogen sie zu einer der Brücken über den Bosporus.

Dort soll am späten Abend ein Denkmal für die Opfer des Putschversuchs eingeweiht werden. Auf der Brücke hatten bei dem Putschversuch besonders blutige Kämpfe stattgefunden. Zu Ehren der Opfer wurde sie inzwischen umbenannt in «Brücke der Märtyrer des 15. Juli».

Ein unübersehbares rot-weisses Fahnenmeer am Bosporus.  Bild: Emrah Gurel/AP/KEYSTONE

Präsident Recep Tayyip Erdogan traf in Istanbul ein, um an der Zeremonie teilzunehmen. Zuvor hatte er einer Sondersitzung des Parlaments in Ankara beigewohnt.

Auch in anderen türkischen Städten versammelten sich am Abend viele tausend Menschen. Die Regierung hatte sie aufgerufen, zu «Demokratiewachen» auf die Strasse zu kommen.

Neuer Feiertag

Anlässlich des neuen gesetzlichen Feiertags von «Demokratie und Einheit» am 15. Juli konnten die öffentlichen Verkehrsmittel etwa in Istanbul am Wochenende kostenlos genutzt werden. Der Mobilfunkanbieter Turkcell versprach seinen Kunden ein zusätzliches Gigabyte Datenvolumen.

Am Abend des 15. Juli 2016 hatte eine Gruppe Militärs versucht, die Macht in der Türkei an sich zu reissen. Sie besetzten Strassen und Brücken und bombardierten das Parlament und den Präsidentenpalast, doch scheiterte der Umsturzversuch am Widerstand der Bevölkerung. Dass der Putsch vereitelt wurde, sieht die türkische Regierung als historischen Sieg der Demokratie. (sda/dpa)

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  • äti 15.07.2017 23:11
    Highlight Wird wohl auch die letzte Feier sein.
    0 0 Melden
    600
  • demokrit 15.07.2017 21:43
    Highlight Sie feiern ihren eigenen Untergang.
    6 3 Melden
    • rodolofo 16.07.2017 11:39
      Highlight Diesen Spruch könntest Du auch auf die SVP anwenden...
      Wenn sie an der Macht sind, lassen sie die Masken der biederen und rechtschaffenen, "Besorgten Bürger, Steuerzahler und Wehrmänner" fallen.
      Zum Vorschein kommt dann etwas ganz Anderes:
      Die "Dunkle Seite", welche sie immer den "Anderen" andichteten, die diese Anderen auch tatsächlich haben. Sie kommt aber erst dann so richtig zum Vorschein, wenn sie an die Macht kommen...
      Und so kommt Erdogan und verschwindet wieder, so wie Blocher kam und wieder abgewählt wurde.
      So ist der Lauf der Dinge in der ewigen Wellenbewegung zwischen Leben und Tod.
      1 0 Melden
    • demokrit 16.07.2017 22:05
      Highlight Oder die SP? Ich wähle beide Extreme nicht. Diesen Fahnenmeer-Nationalismus konnte ich aber selbst bei der SVP noch nie feststellen. Passt eher zur PNOS.
      0 0 Melden
    • rodolofo 17.07.2017 07:29
      Highlight Aber demokrit, die SP ist doch nicht extrem!
      Oder findest Du Pascale Bruderer, Daniel Jositsch und (sein Vornamen fällt mir nicht mal mehr ein) Fehr etwa extrem?
      Sag doch wenigstens: "Die marxistische Strömung innerhalb der JuSo"!
      Die lehnen die AHV-Reform ab, weil sie gegen die Erhöhung der Frauen-Rentenalters um 1 Jahr auf 65 Jahre sind.
      Das tönt doch erschreckend nach einer Sozialistischen Revolution, oder?
      1 0 Melden
    • demokrit 17.07.2017 09:50
      Highlight Bruderer und Jositsch sind allerdings nicht exemplarisch. Sie werden regelmässig an Parteiversammlungen von der SP mundtot gemacht.
      0 0 Melden
    • rodolofo 17.07.2017 19:17
      Highlight Ist das so?
      Ich glaube nicht.
      1 0 Melden
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  • Beri_sha_24a 15.07.2017 20:42
    Highlight Die Türkei zeigt, warum die USA immer noch das beste Beispiel für die Demokratie ist. Es spielt keine Rolle, was für ein Turnschuh gerade Präsident ist. Das Justizsystem ist unabhängig und der Präsident kann nicht willkürlich Menschen die nicht seiner Meinung sind einsperren.
    Erdogan ist ein Diktator sondergleichen.

    Mir tun die "guten" Türken leid. Er ruiniert deren Ruf und stellt sie in eine sehr unangenehme Situation.
    12 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.07.2017 21:18
      Highlight "gute türken, schlechte türken"
      so so.. und du redest von demokratie? guet nacht am sächsi..
      6 4 Melden
    • Beri_sha_24a 15.07.2017 22:33
      Highlight Das war eine Anspielung an das Staatsoberhaupt der Türkei, der dass ja andauernd macht. Bitte die Anführungs- und Schlusszeichen beachten.
      2 3 Melden
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