International

Türkei stellt Ultimatum: Visumfreiheit bis Oktober oder der Flüchtlingsdeal ist geplatzt

Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei könnte platzen: Aussenminister Mevlüt Cavusoglu fordert von der EU bis Oktober Visafreiheit für die Einreise nach Europa.

31.07.16, 18:10

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Aussenminister Mevlüt Cavusoglu
Bild: UMIT BEKTAS/REUTERS

Der Streit um eine Visafreiheit für Türken bei Einreise in die EU geht in die nächste Runde. Die Türkei verlangt von der EU bis spätestens Oktober die zugesagte Visumfreiheit für ihre Bürger. Andernfalls will die islamisch-konservative Regierung das Flüchtlingsabkommen mit der Europäischen Union aufkündigen.

«Wenn es nicht zu einer Visaliberalisierung kommt, werden wir gezwungen sein, vom Rücknahmeabkommen und der Vereinbarung vom 18. März Abstand zu nehmen», sagt Aussenminister Mevlüt Cavusoglu in der Montagsausgabe der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Cavusoglu und seine Regierung fordern einen konkreten Termin: «Es kann Anfang oder Mitte Oktober sein - aber wir erwarten ein festes Datum.»

Die Türkei und die EU verhandeln seit 2013 über die Aufhebung der Visumspflicht für Türken bei Reisen von bis zu 90 Tagen in die europäische Staatengemeinschaft. Als Teil des Flüchtlingsabkommens hatten beide Seiten im März vereinbart, die Visafreiheit bis zum Sommer auf den Weg zu bringen.

Die EU hatte der Türkei dafür 72 Bedingungen gestellt, die sie erfüllen müsse. Viele wurden umgesetzt, aber eben noch nicht alle. Darunter auch die Reform der türkischen Anti-Terror-Gesetze. Erst im Juni hatte Regierungschef Binali Yildrim sich kompromisslos gezeigt: Die Türkei werde ihre Anti-Terror-Gesetze niemals ändern, sagte er damals.

Im Zentrum des EU-Flüchtlingspakts mit der Türkei steht ein Tauschhandel. Die EU schickt Flüchtlingeund andere Migranten, die seit dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, zurück in die Türkei. Für jeden zurückgeschickten syrischen Flüchtling darf seit dem 4. April ein anderer Syrer aus der Türkei legal und direkt in die EU einreisen.

Das Flüchtlingsabkommen funktioniere, weil die Türkei sehr ernsthafte Massnahmen ergriffen habe, unter anderem zur Bekämpfung der Menschenschmuggler, sagt Cavusoglu nun. «Aber all das ist abhängig von der Aufhebung der Visumpflicht für unsere Bürger, die ebenfalls Gegenstand der Vereinbarung vom 18. März ist.»

Der Minister versicherte, dies solle keine Drohung sein.

ipp/dpa

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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  • Utopiot 01.08.2016 07:55
    Highlight Da verkaufen Menschen ihr ganzes Hab und Gut und riskieren ihr Leben um (illegal) nach Europa zu kommen und werden zurückgeschickt und gegen einen anderen ausgetauscht????????? gegen einen der halt nicht alles probiert hat???????
    1 6 Melden
  • Gabe 01.08.2016 06:49
    Highlight Dieser Deal ist so oder so moralisch von unterirdischem Niveau. Verstösst eigentlich gegen die EMRK und ist grenzend an Menschenhandel.
    Einfach nur traurig auf welche verzweifelte Idee da die EU gekommen ist.
    11 7 Melden
    • okey 01.08.2016 09:50
      Highlight Zeune an der Grenzen ja nicht...Da hat die EU auch super viel gesagt. Achbund ja Flüchtlinge auf dem Meer verecken lassen ist auch zumutbar.
      Der deal mit der Türkei ist faul aber die beste Lösung die ich sehe so lange der grossteil der europäischen Bevölkerung und Länder (Ungarn, Polen, Mazedonien....) Ausländer feindlich ist.
      1 5 Melden
  • Zeit_Genosse 01.08.2016 06:37
    Highlight Eine gute Gelegenheit den Boss vom Bosporus von seinem hohen Pferd zu holen. Dieser Deal ist problembehaftet und führt zu keiner stabilen und nachhaltigen Lösung. Die EU würde das mit Griechenland und den Balkanstaaten besser lösen. Doch auch die wollen sich über die EU des Problems (Kriegsflüchtende) über einen Freikauf entledigen. Jetzt ist EU-Leadership gefragt. Man will ja die Türkei nicht gänzlich verlieren.
    3 1 Melden
  • Spooky 01.08.2016 02:26
    Highlight Ich bin ein Schweizer AHV-Rentner mit Ergänzungsleistungen. Für mich ist es darum eigentlich total egal, ob Hillary oder Trump an die Macht kommen. Aber rein vom Gefühl her hoffe ich trotzdem, dass Hillary das Rennen machen wird.
    3 6 Melden
    • Spooky 01.08.2016 15:18
      Highlight Es ist aufschlussreich, dass man nur noch Blitze bekommt, sobald man sich als Rentner mit Ergänzungsleistungen outet. Typisch Linke - alles nur Fake!
      2 4 Melden
    • Spooky 01.08.2016 17:10
      Highlight Die Linken sind die Absahner des Jahrhunderts. Zum Beispiel in der Asyl- und Sozialindustrie.
      2 3 Melden
  • Herbert Anneler 31.07.2016 23:43
    Highlight Mir sind syrische Flüchtlinge lieber als demonstrierende und mobbende AKP-Türken in der Schweiz - keine Visumsfreiheit, solange Erdogan am Ruder ist!
    15 2 Melden
    • okey 01.08.2016 09:45
      Highlight Sinnvoll... weill die Türken die hier sind ja nicht schon seit Generationen bei uns verweillen...
      Und wieso dürfen dan türken nicht hier in die Ferien?
      0 4 Melden
  • Sapere Aude 31.07.2016 21:42
    Highlight Die 6 Milliarden wären sowieso besser investiert in den Flüchtlingslager im Libanon und Jordanien.
    69 5 Melden
    • Hussain Bolt 31.07.2016 22:05
      Highlight Ganz genau. Interessant das gerade Länder wie Deutschland diese Gelder gekürzt haben...
      22 7 Melden
    • Sapere Aude 31.07.2016 22:13
      Highlight Die Flüchtlingskrise wurde durch ja unter anderem darum ausgelöst, weil unter anderem das World Food Programm der Uno chronisch unterfinanziert ist. Stattdessen arbeitet man lieber mit einem autokratischen Herrscher zusammen, der gerade ein Teil der EMRK ausgesetzt hat. Für mich unverständlich, dass Deutschland weiterhin mit Erdogan zusammen arbeitet, obwohl dieser Teil des Problems war.
      48 3 Melden
    • Hussain Bolt 31.07.2016 22:32
      Highlight Genau, einer der es versteht. Es ist eben nicht "nur" der Krieg schuld sondern auch die unbeabsichtliche oder eher absichtliche unterfinanzierung der Hilfsorganisationen vor Ort. So können die Schlepper auch Milliarden einnehmen.
      27 1 Melden
  • Tingeltangelbob 31.07.2016 21:19
    Highlight Darf ich kurz anmerken dass dieses tauschabkommen total banane ist?!
    56 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 31.07.2016 20:46
    Highlight Na da bin ich ja mal gespannt auf die Antwort aus der EU. Lässt sie sich wie ein verängstigtes Kind erpressen? Oder wird sie doch noch erwachsen und kann selbständig handeln?
    67 4 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 31.07.2016 23:31
      Highlight http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/eu-will-sich-im-visa-streit-nicht-von-tuerkei-erpressen-lassen-14366287.html
      1 0 Melden
  • Normi 31.07.2016 20:20
    Highlight Ach wie süss vom "ziglein&schiebrein"😈
    41 11 Melden
  • Gelöschter Benutzer 31.07.2016 20:16
    Highlight Verhandle nicht mit Schürken!
    93 6 Melden
  • amore 31.07.2016 19:59
    Highlight Wenn EU und Nato zusammen mit GR in der Zwischenzeit eine Grenzsicherung geplant hat, kann die EU die an Laib und Leben bedrohte Menschen kontrolliert einlassen. Wenn Sie solches nicht geplant haben, wären sie ja dumm. So oder so: dieser Deal muss sofort aufgelöst werden. Visa-los in dieser Situation wäre ja zum Lachen
    90 3 Melden
    • atomschlaf 01.08.2016 08:26
      Highlight Wenn NATO und EU schon nicht gewillt sind, die italienische Seegrenze zu schützen, die viel grössere Abstände zum Nicht-EU-Festland hat, dann wird das in Griechenland erst recht nicht klappen.
      6 0 Melden
  • Herbert Anneler 31.07.2016 19:55
    Highlight Von Erdogan lassen wir uns nicht erpressen! Es gibt humane Alternativen zum Deal mit der Türkei! Bin gespannt, wie die SVP laviert.
    52 29 Melden
    • Spooky 31.07.2016 21:35
      Highlight @Herbert Anneler
      Mit der Schweiz hat das nichts zu tun. Die Schweizer sind nicht in der EU.
      38 15 Melden
    • Fabio74 31.07.2016 21:59
      Highlight @Spooky: Sehr wohl steht die Schweiz in der Mitverantwortung.
      Beim Waffenexport sind wir auch dabei dann müssen wir auch mit der Kehrseite umgehen können
      31 26 Melden
    • Spooky 31.07.2016 23:58
      Highlight @Fabio74
      Du glaubst also in der Tat, dass die klitzekleine Schweiz für die Spinnereien vom grossen, mächtigen, grossartigen, überirdischen Erdogan verantwortlich ist? Warst du auch schon längere Zeit in Paris? In Paris wissen die Leute nicht einmal genau, wo die Schweiz ist. Und sobald du in Italien weiter runter kommst als Rom, verwechseln die Süditaliener die Schweiz bereits mit Schweden. Also, calm down, Fabio!!!
      5 1 Melden
  • Randy Orton 31.07.2016 19:33
    Highlight Ich hoffe der Deal platzt, es ist schändlich wie Flüchtlinge behandelt werden, als würde es sich um eine Ware handeln. Man tauscht sie hin- und her gegen ein bisschen Geld oder andere Gefälligkeiten. Wir reden hier von Menschen, die fliehen weil ihre Städte seit Jahren bombardiert werden und ihre Verwandte und Bekannte gestorben sind.
    86 30 Melden
    • Hussain Bolt 31.07.2016 21:58
      Highlight Leider sind die wenigsten wirkliche Kriegsflüchtlinge. Viele haben Gefälschte Pässe angeblich aus Bürgerkriegsländern wie Syrien, Irak und co. Vorallem Nordafrikaner kaufen sich diese das bemerkt man ja nicht da sie ja auch Araber sind. Viele kommen obwohl sie in Sicherheit sind im Land trotzdem hier her. Jemand aus dem Maghreb hat mir dies erzählt das es vermehrt Junge Männer machen im Maghreb. Sogar Kriminelle werden "abgeschoben" und kaufen sich Syrischr Fakepässe um sich Asyl zu erschleichen. Sicher muss man wirklichen Flüchtlingen helfen.
      39 18 Melden
    • Hussain Bolt 31.07.2016 22:15
      Highlight Ich sage nicht das gar keiner ein Wirklicher Kriegs-Flüchtling ist, aber es kommen vermehrt auch solche von Sichereren Herkunftsländern. Klar auch dort fehlt die Perspektive aber wir können uns die alle einfach nicht Leisten. Zudem kommen durch Offene Grenzen auch Menschen her die Terroristen sind wie in Würzburg, Ansbach und co. Auch in Paris 13.11.15 "flüchteten" die Attentäter auf der Balkanroute. Die Kriminalitätsrate steigt. Wenn diese Offene Migrationpolitik Mord und Zerstörung bedeutet dann ist sie es einfach nicht wert sie weiter zu führen. Klar die NATO zerstörte auch viele Länder.
      25 14 Melden
    • Randy Orton 31.07.2016 22:43
      Highlight Die wenigsten sind Kriegsflüchtlinge? Kannst du das auch belegen? Dir ist schon klar, dass alleine im Syrienkonflikt über 100'000 gestorben sind und Millionen (!) fliehen mussten? Ich sage nicht, dass es auch vereinzelt schwarze Schafe gibt, aber deine Aussage, dass eine Mehrheit der Flüchtlinge nur Profiteure sind, ist eine absolute Frechheit und einfach abscheulich zynisch.
      24 23 Melden
    • _kokolorix 31.07.2016 23:11
      Highlight @DJ
      Du bist also bereit wegen ein paar möglichen Terorristen, einigen kriminellen und mit falschen Pässen bewaffneten Wirtschaftsmigranten alle echten Flüchtlinge irgendwo verrecken zu lassen? Während wir hier gerade den reichsten der Reichen erneut 1.5 mia in den Arsch schieben?
      Wer auch nur ein kleines bisschen Empathie für die Opfer unseres Wohlstands empfindet muss auf einer gründlichen Einzelprüfung jedes Asylbewerbers bestehen. Nur so können wir echte von unechten Flüchtlingen unterscheiden.
      Ansonsten könnte man alle jungen Männer hier einsperren, weil ein paar davon kriminell sind
      6 4 Melden
    • Mett-Koch 01.08.2016 02:44
      Highlight DJTerror, hast du deinen Satz mal reflektiert? "Sogar Kriminelle werden abgeschoben und kaufen sich Fake-Pässe...."
      1 1 Melden
  • Jannabis420 31.07.2016 19:12
    Highlight Hauptsache dieser schändliche EU-Türkei Deal platzt! Europa muss die Grenzen (vor allem bei der Balkanroute) wieder öffnen und legale Einreisemöglichkeiten schaffen, wenn man den Schleppern wirklich das Handwerk legen will...
    53 74 Melden
    • MaskedGaijin 31.07.2016 19:35
      Highlight Wieder öffnen? Die waren doch gar nie geschlossen.
      38 29 Melden
    • Jannabis420 31.07.2016 20:38
      Highlight Masked Gajjin: Verfolgst du die Nachrichten etwa nicht? Oder warum stecken so viele Leute auf der Balkan Route fest? etwa nicht weil immer mehr Länder die Grenzen dicht machen?! Bezüglich der Blitzer bei meinem oberen Kommentar (24) fühle ich mich hier langsam wie beim Blick oder 20min...
      37 23 Melden
    • michiOW 31.07.2016 21:52
      Highlight @jannabis
      Von mir gabs auch einen Blitz, da ich die vorherige Situation auch nicht als wünschenswert empfinde. Das Problem ist, dass jedes Land etwas anderes will und selbst irgendwas herumwurstelt damit die eigene Bevölkerung einigermassen zufriedengestellt ist oder man davon profitieren kann.

      Man kann wirklich nicht alle aufnehmen, aber niemand darf die Verantwortung total ablehnen. Die Politiker sollten sich aber erstmal weniger gegenseitig fertig machen sondern eine gemeinsame Linie finden.
      14 1 Melden
    • Jannabis420 01.08.2016 02:15
      Highlight @michiOW: Durch den Deal will man die Verantwortung erst recht ablehnen... Natürlich hast du recht, dass die vorherige Situation auch nicht wünschenswert war, ich denke einfach, dass es möglich sein sollte auf einem Kontinent mit mehr als 500 Millionen Einwohnern, ein paar Millionen Flüchtlinge aufzunehmen... Aber die meisten EU-Staaten (20 von 27 ohne GB) haben sich schlicht geweigert, eine verbindliche Anzahl an Flüchtlingen aufzunehmen und zwar nicht nur die ärmeren Länder innerhalb der EU. Das finde ich einfach schrecklich...
      1 2 Melden
    • michiOW 01.08.2016 19:03
      Highlight @jannabis
      Menschenleben zählen eben wenig wenns um die eigene (Polit-)Karriere geht.
      Leider
      1 0 Melden
  • Jarl Ragnar 31.07.2016 19:01
    Highlight >>Der Minister versicherte, dies solle keine Drohung sein.<<
    Sehe ich auch so.
    Ich würde es aber eine Erpressung nennen
    135 4 Melden
  • äti 31.07.2016 18:30
    Highlight Was soll das? Es bestehen klare Abmachungen betreffend Visa und Flüchtlinge. zudem:
    - kein Erdogan-Türke will doch die Türkei aus Liebe zum
    Diktator verlassen. Ergo Visas unnötig.
    - zur Zeit hat kein Land Bock auf Erdogan-Türken, siehe
    Deutschland, Schweiz. Besser erhöhte Kontrollen.
    - die Türkei soll gefälligst Abmachungen einhalten und
    Ihre immensen Probleme demokratisch lösen. In der
    Türkei selbst, nicht irgendwo.
    103 8 Melden
  • rodolofo 31.07.2016 18:22
    Highlight Dieser Ziegenhandel musste ja kommen...
    Aber wir sind hier nicht auf einem Türkischen Basar!
    Die EU bekommt jetzt eine zweite Gelegenheit, endlich Rückgrat zu zeigen und dieser faschistisch gewordenen Türkei mit der nötigen Entschlossenheit entgegenzutreten, indem sie ihrerseits den faulen Flüchtlings-Deal aufkündigt und ab sofort keine Gelder mehr an die Türkische Regierung dafür überweist, dass sie für die "Festung Europa" den Türsteher macht!
    Diese Arbeit könnte auch Griechenland erledigen, gegen anständige Bezahlung natürlich, und humaner!
    Eine Art sinnvolles Arbeitsbeschaffungs-Programm .
    146 9 Melden
    • FrancoL 31.07.2016 19:27
      Highlight Bin auf Deiner Linie, Europa muss nun gegenüber der Türkei Farbe bekennen. Ich denke dass Erdogan auch einen Druck von den hier teilweise gut integrierten Türken erfahren müsste, denn wenn die hiesigen Erdogan stützen sind sie wohl für eine Integration in die Demokratie noch nicht reif, das kann auch einmal klar kommuniziert werden.
      70 5 Melden
    • okey 31.07.2016 20:20
      Highlight Gebe dir recht. Aber das eigentliche probelm der EU sind seine Mitglider selbst der osten nimmt sicher keine Flüchtlinge und die Deutschen haben ja auch schon genug.. so ja die EU wird nie eine Lösung finden ausser sie zwingen Mitgliederstaaten zu etwas so bleibt nur die Türkei übrig und Visa ist ja nicht gleich imigration nur Ferien. Man muss das halt gut überwachen (PS alle türken die für Erdogan arbeiten =grüner Pass. Kommen schon Visafrei nach Europa)
      13 1 Melden
    • E7#9 31.07.2016 20:45
      Highlight Das mit dem Druck der hiesigen gut integrierten Türken ist eine Illusion und beruht auf völlig falschen Vorstellungen. Ich kenne viele Erdogan-Wähler. Allesamt hier geboren, perfekt integriert, gebildet, teilw. hoch (Uni, ETH, HSG etc.). Ich weiss, das passt nicht in unser einseitig aufgebautes Bild des verrufenen Erdogan-Wählers. Natürlich lasse ich mich dennoch auf Diskussionen ein, doch sie sind mir argumentativ immer überlegen, weil sie allesamt viel besser informiert sind (unterschiedliche Kanäle) und die Situation viel komplizierter ist, als wir uns das vormachen.
      11 13 Melden
    • FrancoL 31.07.2016 21:37
      Highlight @E7#9; Ich mache da eher die gegenteilige Erfahrung und dies auch mit langjährig hier weilenden Türken, auch Türken die mit mir studiert haben. Zuerst allerdings geht es häufig um den Nationalstolz der sehr tief verankert ist, dann allerdings wird die Einsicht dass etwas schief läuft anerkannt, wenn auch immer wieder die Einmischung abgelehnt wird, was die Diskussion nicht einfach macht. Doch wenn man die Ebene zB der Korruption anspricht sind gerade gebildete Türken durchaus abzuholen. Bei bildungsfernen Türken ist dagegen mit der Teilsicht der Korruption kaum zu punkten.
      11 5 Melden
    • Peter von der Flue 31.07.2016 21:54
      Highlight Ich kenne keine deiner aufgelisteten Mitbürger und habe Abschlüsse an zwei deiner gelisteten Instutionen.
      3 10 Melden
    • rodolofo 31.07.2016 22:21
      Highlight Ich vermute eine perfide Strategie dahinter, die -ähnlich wie nach dem Putschversuch einen Putsch durchführend- mit unerfüllbaren Maximalforderungen eine Zurückweisung durch die EU provoziert, und dann mit einer Zurückweisung Europas zu reagieren.
      Die Türkei hat sich doch schon längst dem Eurasischen "Ost-Imperium" angeschlossen, bestehend aus Autoritären Staaten mit einer Einheits-Partei und dieser unterstellten Oligarchen-Kapitalisten.
      Das Ost-Imperium produziert im Syrischen Bürgerkrieg Flüchtlings-Kolonnen, die dann Europa überfordern und destabilisieren sollen.
      12 5 Melden
    • E7#9 31.07.2016 22:31
      Highlight FrancoL: Wenn ich z.B. mit der bereits vorhandenen Liste der bei Gelegenheit zu entlassenden oder zu verurteilenden Richter, Professoren etc. komme, dann erhalte ich sehr fundierte Antworten über eine weltweiten Indoktrination einer ganzen türkischen Generation durch Gülen. Ein extrem reicher und einflussreicher Mann, der nicht zufällig in der USA sitzt. Hab sogar eine Rede übersetzt bekommen... unglaublich was dieser Typ von sich gibt. Klar, ich bin auch kein Erdogan-Fan. Aber wir machen es uns oft zu einfach. Von Watson über Blick bis NZZ bei uns brutal einseitig informiert.
      3 11 Melden
    • E7#9 31.07.2016 22:39
      Highlight Natürlich haben hiesige Erdogan-Wähler auch keine Freude an einer Einführung der Todesstrafe. Hab nie gesagt, dass sie alles super finden. Doch manchmal kommt es mir echt vor, als seien auch hier alle Medien unter dem Einfluss von Gülen. Der nicht besser, ist nicht säkular, und ich bin mir nicht sicher, ob nicht wirklich er hinter diesem Putsch steht. Ich weiss es wirklich nicht, weil ich jedes Mal erkennen muss, dass alles auch geschichtliche Hintergründe hat, sehr kompliziert ist, und wir "Unwissende" es uns mit unserer ständige Hetze ausschliesslich gegen Erdogan sehr einfach machen.
      4 11 Melden
    • E7#9 31.07.2016 22:45
      Highlight Peter: Dann würde ich mal die Augen öffnen oder deinen Kreis etwas erweitern. Oder du erkennst sie nicht als Türken weil sie dermassen integriert sind. Sehr viele in der Schweiz sind überaus gebildet. Nicht nur in der Schweiz. In der Türkei und auf der ganzen Welt. Die Türken sind generell und sogar historisch betrachtet ein sehr gebildetes Volk.
      4 11 Melden
    • E7#9 01.08.2016 00:00
      Highlight Gut, ihr habt euer Opfer ausgesucht und das wars. Die Türken sind nun die Dummen und Bösen. Alles klar, soviel zu den selbsernannten ach so differenzierten Mehrbesseren.

      Für die, die einen etwas weiteren Horizont haben als sich über Böhlermann und Co. eine Meinung zu bilden, hier ein etwas anderer Einblick. Setzt natürlich eine gewisse Bereitschaft voraus, die eigene vorgekaute Meinung etwas freigeistiger und abseits von Boulevard-Konsum kritisch zu hinterfragen. Fähigkeit zwischen den Zeilen zu lesen erforderlich:

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-12/guelen-bewegung-deutschland
      4 1 Melden
    • Mett-Koch 01.08.2016 03:03
      Highlight @E7#9: sollte sich die Türkei unter Erdogan, welcher bereits vor dem Putsch Medien "verstaatlichte" oder geschlossen hat, lieber Richtung Osten orientieren?
      3 1 Melden
    • E7#9 01.08.2016 08:17
      Highlight Türkei war schon immer ein Bindeglied zwischen Ost und West. Das soll es bleiben. Aber ich werde falsch verstanden. Mich machen die Entwicklungen in der Türkei und Erdogans "Aufräumaktionen" auch nicht glücklich. Ich sage aber: Vorsicht mit dieser blinden Basherei als wären alle plötzlich Türkeiexperten. Es sind nicht 52% aller Türken ungebildete Demokratieverachter. Wäre der Putsch gelungen, dann könnte es sein, dass wir von Hunderttausenden Entlassungen, Verhaftungen etc. reden würden. Wir bekommen ein einseitiges Bild vermittelt. Auch wir entlassen Richter wenn sie nicht unabhängig sind.
      1 3 Melden
    • FrancoL 01.08.2016 08:42
      Highlight @E7#9; Bei meinen Gesprächen mit Türken (Seit Jahren), die ich mit einfachen Bauarbeitern, Händlern, Importeuren und türkischen Naturwissenschaftler (ETH) geführt habe, ging und geht es mir nicht um Erdogan versus Güllen, das ist für mich in Sachen Türkische Demokratie zweitrangig, es geht mir von diesen türkisch stämmigen, teilweise CH+D Bürger zu erfahren, welche Prinzipien sie denn wirklich von einer Demokratie hochhalten mögen und dann wird es meistens sehr heikel, wenn sie Erdogan stützen wollen, denn dann würden sie die Demokratie verraten, die sie grundsätzlich schätzen gelernt haben.
      3 1 Melden
    • E7#9 01.08.2016 09:18
      Highlight Wie gesagt, ich höre von den hier lebenden Türken (Erdogan-Wähler) auch, dass sie die Entwicklungen bedauern. Und wenn Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ausgehebelt werden kommt der Erdogan-Wähler in Erklärungsnot, ja. Aber trotzdem, man MUSS Erdogans Motivation in Relation mit der Gülen-Bewegung setzen. Diese greift tief in die Strukturen des türkischen Systems ein. Es rein demokratisch zu lösen ist nicht einfach, denn davon sind nunmal Richter, Schulen und Presse betroffen. Ich mahne nur zur Vorsicht mit blindem Erdogan-Bashing. Gülen hat grad im Ausland einen grossen Einfluss.
      1 3 Melden
    • rodolofo 01.08.2016 09:28
      Highlight @ E7x9
      Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob dieser Putschversuch mit früheren Militärputschen vergleichbar ist.
      Nach dem, was ich bisher über die Ereignisse weiss, halte ich es für immer wahrscheinlicher, dass dieser Putschversuch tatsächlich eine Verzweiflungstat jener bedrängten Kräfte in der Türkei war, die sahen, wie Erdogans AKP schrittweise die Kontrolle über alle staatlichen Institutionen und über die Medien übernahmen.
      Die heute stattfindenden "Säuberungen" hätten auch ohne Putschversuch stattgefunden! Die "Schwarzen Listen" waren ja bereits erstellt!
      Na, klingelt's jetzt bei Dir?
      3 1 Melden
    • E7#9 01.08.2016 10:40
      Highlight rodolofo: Meinen Link aufgerufen? Das wäre eine Erklärung für die bereits vorhandenen schwarzen Listen. Die Gülen-Bewegung gibt es nicht erst seit dem Putsch-Versuch. Mir gefällt aber deine Textstelle "nachdem was ich bisher weiss...". Ich für meinen Teil bleibe deshalb kritisch (auch unseren Medien gegenüber). Wie hier alle ins gleiche Horn blasen und sich blind auf eine Seite schlagen finde ich sehr fragwürdig. Wie manipulierbar die Masse doch ist. Lass doch Argumente von Erdogan-Anhänger einfach mal urteilsfrei zu und relativiere unsere Überheblichkeit andere mit Halbwissen zu verurteilen.
      1 4 Melden
    • rodolofo 01.08.2016 18:29
      Highlight "Lichthaus" tönt für mich tatsächlich ziemlich sektenhaft.
      Es ist durchaus möglich, dass die Gülen-Bewegung Sektenhafte Züge aufweist.
      Aber schau doch, wie sich Erdogan gegenüber der diesbezüglich unverdächtigen HDP aufführt!
      Er versucht ständig, sie als verlängerten Arm der PKK darzustellen und damit zu kriminalisieren!
      Die HDP hat mit ihrem überraschenden Erfolg auch im nicht Kurdischen Teil der Türkei und damit ihrem Einzug ins Parlament in den vorletzten Wahlen die Absolute Mehrheit für die AKP verhindert. Prompt hat Erdogan den Konflikt mit den Kurden angeheizt und war damit erfolgreich.
      2 0 Melden

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