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Mindestens 500 Millionen Betroffene: Yahoo zählt insgesamt über 700 Millionen Nutzer.  Bild: MICHAEL NELSON/EPA/KEYSTONE

Gigantischer Hacker-Angriff: Daten von mindestens 500 Millionen Yahoo-Nutzern gestohlen

Publiziert: 22.09.16, 20:56 Aktualisiert: 23.09.16, 06:42

Das könnte der grösste Datendiebstahl der Geschichte sein: Beim Internet-Riesen Yahoo sind bei einem Hacker-Angriff im Jahr 2014 Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen worden. Es gehe um Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtstermine und verschlüsselte Passwörter, teilte das US-Unternehmen am Donnerstag mit.

Es seien keine Passwörter im Klartext oder Kreditkarten- und Bankkonto-Informationen entwendet worden. Die Angreifer seien derzeit nicht im Yahoo-Netzwerk, hiess es.

Wer steckt dahinter?

Yahoo vermutet hinter dem Hack einen «Angreifer mit staatlichem Hintergrund» – so werden in den USA meist Hackergruppen mit Nähe zu russischen oder chinesischen Geheimdiensten bezeichnet. Der Angriff habe sich wahrscheinlich Ende 2014 ereignet.

Weiteres Ungemach für CEO Marissa Mayer: Die Konzernchefin geriet in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik. Bild: LAURENT GILLIERON/EPA/KEYSTONE

Erste Berichte über einen Datendiebstahl bei Yahoo waren Anfang August aufgekommen, als Hacker behaupteten, Zugang zu 200 Millionen Profilen zu haben und einer von ihnen im Internet die angeblichen Nutzerdaten für weniger als 2000 Dollar im Internet zum Kauf anbot.

Dieser Hacker mit dem Namen «Peace» hatte zuvor schon Nutzerdaten des Online-Netzwerks MySpace und der Karriere-Plattform LinkedIn verkauft. Yahoo prüfte seitdem den Sachverhalt. Jetzt hiess es, Yahoo arbeite eng mit den US-Ermittlungsbehörden zusammen.

Wie sicher sind die Passwörter?

Die Frage ist nun, wie sicher die Passwörter verschlüsselt sind. Nach Informationen des «Wall Street Journal» kam dafür ein kryptografischer Algorithmus mit dem Namen MD5 zum Einsatz, der mit modernen Technologien geknackt werden könne. Vor vier Jahren waren Yahoo rund 450'000 unverschlüsselte Passwörter gestohlen worden.

Auch wenn die Angreifer die Passwörter nicht entschlüsseln und damit nicht in die Yahoo-Profile vordringen können, können sie auch Daten wie Namen und E-Mail-Adressen für gezielte Phishing-Nachrichten nutzen. Dabei werden Nutzern Passwort-Informationen abgeluchst oder Mails mit infizierten Links untergejubelt, über die dann Schadsoftware auf den Rechnern installiert wird.

Ein wichtiger Player

Mit über 300 Millionen Nutzern zählt das kostenlose E-Mail-Angebot von Yahoo zu den Marktführern im entsprechenden Segment. Das Unternehmen setzt mit über 10'000 Mitarbeitern rund fünf Milliarden Franken jährlich um. Erst im Juli wurde bekannt, dass das Webgeschäft des Unternehmens vom US-Telekommunikationskonzern Verizon geschluckt wird. (tat)

(tat/sda/dpa)

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30 Kommentare anzeigen
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600
  • Wilhelm Dingo 23.09.2016 06:56
    Highlight Ich habe auch einige Yahoo Acounts, alle fake, ist also nur wieder mal ein grosser Hype.
    2 3 Melden
    600
  • Spooky 23.09.2016 04:21
    Highlight Wer ist Yahoo?
    2 1 Melden
    • dmark 23.09.2016 15:08
      Highlight Yahoo hat quasi Altavista als Suchmaschine abgelöst, bevor Google die Benutzer von Yahoo abjagte.
      Eigentlich schon so gut wie tot, aber irgendwie existieren die aber dennoch mit ihrem Messenger, sowie ihren kostenlosen e-mail-accounts.
      0 0 Melden
    • Spooky 23.09.2016 21:58
      Highlight @dmark
      Danke!
      1 0 Melden
    600
  • Charlie7 23.09.2016 01:54
    Highlight Gut, dass ich da nur meinen 3. emailaccount habe.
    wird fürgewinnspiele und ähh, andere sachen gebraucht.
    PW ist und bleibt 666666 :P
    0 1 Melden
    600
  • Grufti 23.09.2016 01:30
    Highlight Saftladen. 2014 gehackt und jetzt geben sie es bekannt? Die wurden ja von Verizon geschluckt. Vielleicht bessert es jetzt. Meinen Yahoo Account habe ich nur wegen Flickr.
    2 1 Melden
    600
  • LeChef 22.09.2016 23:47
    Highlight Hat Yahoo eine halbe Milliarde Nutzer...? Würde ich mal bezweifeln
    1 3 Melden
    600
  • Ursula Schüpbach 22.09.2016 23:18
    Highlight "...von mindestens 500 Millionen Nutzern..."

    Vielleicht etwas naive Frage: Aber sind das nicht ein paar zu viel?

    Erinnert mich etwas an die NSA, die gemäss Snowden im Grunde so viele Daten sammelte, dass sie vor lauter Daten unter Umständen den "Wald" nicht mehr sieht. Oder den EINEN absolut wichtigen Baum. ;)
    3 13 Melden
    • Grufti 23.09.2016 01:27
      Highlight Yahoo ist ja nicht irgendjemand. Die haben schon soviele Nutzer.
      1 0 Melden
    • joevanbeeck 23.09.2016 01:42
      Highlight Yahoo hat 700 Millionen Nutzer... zu Yahoo gehören Tumblr, Upcoming, Yahoo Pulse und Flickr.
      2 0 Melden
    600
  • droelfmalbumst 22.09.2016 22:57
    Highlight Yahoo gibts noch? 🤔
    30 7 Melden
    • rasca 23.09.2016 00:33
      Highlight Yahoo hat 500 Millionen Nutzer? 😄
      1 1 Melden
    • E. Edward Grey 23.09.2016 02:50
      Highlight Zahlreiche recht populäre Plattformen wie Flickr, Tumblr und Upcoming gehören zu Yahoo, und allen wurde damals das einheitliche Yahoo-Login aufgedrückt. Auch Teile von Alibaba gehören dazu.
      2 0 Melden
    600
  • SVARTGARD 22.09.2016 22:50
    Highlight Am Arsch,Passwort ändern lächerlich,mein Passwort lautet 1234 die Scheisse lob ich mir.
    12 1 Melden
    600
  • nick11 22.09.2016 22:01
    Highlight MD5 verschlüsselt ohne "salt"? Dann ist es ein leichtes, grosse Teile der Passwörter zu entschlüsseln. Es gibt mittlerweile vollständige MD5 Datenbanken. Passwörter unbedingt ändern, und falls bei mehreren Diensten mit selber Mailadresse oder Benutzername benutzt, diese auch!
    Selbst ein Programmiertanfänger weis, dass MD5 nur in Kombination verwendet werden darf!
    16 2 Melden
    • Oberon 22.09.2016 22:21
      Highlight Etwas spät finde ich.
      8 0 Melden
    • rasca 23.09.2016 00:34
      Highlight Wer MD5 ohne Salt einsetzt sollte Berufsverbot kriegen.
      1 0 Melden
    • ThomasG 23.09.2016 06:23
      Highlight Wie kommt man auf MD5? Passwörter verschlüsselt ablegen? Da haben einige Instanzen im Security- und Qualitäsmanagement versagt.
      Sicherer Hash über das Passwort (min. sha256) plus ein "Salt"...
      0 0 Melden
    600
  • sambeat 22.09.2016 22:00
    Highlight Das schlimmste daran ist ja nicht mal der Hack an sich! Alles wäre nur halb so schlimm, wenn die absolut lernresistenten Leute nicht einfach auf jeden Link klicken würden, den sie zugemailt bekommen. Die würden selbst dann noch auf einen Link klicken, wenn dieser ihnen zugefaxt würde!
    40 3 Melden
    • Ursula Schüpbach 22.09.2016 23:24
      Highlight Das stimmt, auf der anderen Seite muss man sich ja auch fragen, was man mit 500 Millionen Nutzern anfangen will, wenn manche darunter nur so Dinge austauschen wie:



      ;)

      3 10 Melden
    • Ursula Schüpbach 23.09.2016 02:23
      Highlight Gibt es eigentlich unter diesen Hackern auch ein paar Frauen? Oder geht es nur wieder mal darum, sein "Ding" um ein Mehrfaches des Erdradius zu erweitern?
      0 3 Melden
    • RobertQWEC 23.09.2016 07:02
      Highlight Diese Meinung ist veraltet. Ich klicke auf viele Links, die mir zugesendet werden und der letzte Virencheck hat nix gemeldet. Das System läuft seit 2 Jahren. Das echte Problem sind die Downloads und Logins, zu denen du von diesen Seiten gedrängt wirst. Einfach nix laden und den Tab wieder schliessen -> Gefahr gebannt.

      http://www.howtogeek.com/135546/htg-explains-why-you-cant-get-infected-just-by-opening-an-email-and-when-you-can/

      https://www.quora.com/Can-I-get-hacked-by-clicking-on-a-malicious-link-What-can-I-do-to-protect-myself-if-I-clicked-on-a-malicious-link
      1 3 Melden
    • Fumo 23.09.2016 08:09
      Highlight "Gibt es eigentlich unter diesen Hackern auch ein paar Frauen? Oder geht es nur wieder mal darum, sein "Ding" um ein Mehrfaches des Erdradius zu erweitern?"

      Ja es gibt auch Frauen, meist welche die ihre kleine Brüste kompensieren müssen ;)
      Ich hoffe dass diese sinnlose Aussage dir aufzeigt dass die von dir angedeutete Relation völlig stupide ist.
      3 0 Melden
    600
  • thunderbolt 22.09.2016 21:48
    Highlight Yahoo hat 500 Millionen Nutzer?? Man lernt jeden Tag etwas neues...
    37 5 Melden
    • Olf 23.09.2016 01:30
      Highlight Mir scheint der Preis von 2000$ auch ziemlich hoch angesetzt... Wer benutzt den schon Yahoo?
      1 2 Melden
    600
  • Lord_ICO 22.09.2016 21:18
    Highlight Wow, da hat Yahoo seine Nutzer ja richtig schnell informiert, wenn der Diebstahl 2014 geschah. Diese schnelle digitale Welt, ich dreh durch!!
    74 3 Melden
    • E. Edward Grey 23.09.2016 02:43
      Highlight Yahoo hat selbst erst jetzt von dem Einbruch erfahren als die Datensätze zum Kauf angeboten wurden.
      1 1 Melden
    600
  • Dudenstaat 22.09.2016 21:08
    Highlight Soll ich mein Passwort ändern?
    11 6 Melden
    • Slant 22.09.2016 21:16
      Highlight Ja! Am besten schon vor 2 Jahren.
      64 2 Melden
    • Hackphresse 22.09.2016 21:17
      Highlight Nö, passt schon, hab ich schon gemacht für dich🙂👍🏼
      91 1 Melden
    600

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