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Angehörige legen Rosen auf das Grab eines der Opfer.
Bild: Lefteris Pitarakis/AP/KEYSTONE

Terroranschlag in Ankara: Wer es auch war – der IS profitiert

Innenpolitische Spannungen, Krieg gegen die PKK und Abwehr des IS: Die Türkei steht im Mittelpunkt mehrerer Konflikte. Der Anschlag von Ankara verschärft die Situation – davon profitiert vor allem der «Islamische Staat». Der Überblick.

12.10.15, 19:13 13.10.15, 07:38

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Nach der Auswertung von Videos und Zeugenaussagen seien sich die türkischen Ermittler über eines sicher, erklärt am Montag ein Sprecher des Premiers: dass der Anschlag von Ankara von zwei Selbstmordattentätern verübt wurde. Die Täter seien jedoch noch nicht identifiziert. Türkischen Medienberichten zufolge werden derzeit DNA-Proben von 16 Familien untersucht.

Eine Rolle soll der ältere Bruder des Attentäters von Suruc gespielt haben – ob als Attentäter oder Mittäter ist noch unklar. In Suruc waren im Juni bei einem ähnlichen Anschlag 34 Menschen ums Leben gekommen.

Mit 97 Toten war das Attentat von Ankara am Samstag das verheerendste, das es in der modernen Türkei gegeben hat – und es wirft zahlreiche Fragen auf:

Warum nimmt die Gewalt in der Türkei zu? Die türkische Regierung steht im Zentrum mehrerer Konflikte:

Wer steckt hinter dem Ankara-Anschlag? Das ist noch unklar. Die Opposition macht die türkische Regierung oder den sogenannten tiefen Staat – also Verflechtungen aus Militär, Polizei und Verwaltung – dafür verantwortlich. Die türkische Regierung bezeichnet den IS als Hauptverdächtigen. Bisher hat niemand sich dazu bekannt.

Warum gibt es so viele Theorien? Weil die Türkei so stark gespalten ist, ist auch das gegenseitige Misstrauen gross – jeder traut der Gegenseite alles zu. Die Regierung hetzt gegen die Opposition und wittert hinter allem die PKK, die sie seit Juli wieder bekämpft. Die Opposition wiederum glaubt der Regierung kein Wort mehr. Dazu haben Erdogans umstrittene Syrien- und Kurden-Politik sowie die Repression von Kritikern beigetragen.

Wie steht die türkische Regierung zum IS? Erdogan hat den IS lange geduldet als vermeintlich kleineres Übel im Kampf gegen Syriens Herrscher Assad. Manche Berichte legen sogar nahe, dass der türkische Geheimdienst den IS teils aktiv unterstützte, was Ankara dementiert. Im Juli vollzog Erdogan spät und halbherzig eine Wende. Statt den angekündigten Bomben auf den IS bekämpfen seine Kampfjets jedoch vor allem die PKK, einen der schlagkräftigsten Gegner des IS.

Warum nützt der Anschlag dem IS? Noch ist offen, ob der IS hinter der Attacke steckt. In jedem Fall wird er davon profitieren. Der Anschlag kommt einer Warnung an Erdogan gleich, sich aus Syrien herauszuhalten. Zuletzt hatte er angekündigt, sich stärker im Kampf gegen den IS zu engagieren. Zudem lenkt der Anschlag von Syrien ab: Die Türkei ist nun vor allem mit sich selbst beschäftigt. Türkische Kurden, die den Krieg gegen den IS unterstützten, werden sich fortan auf den Konflikt mit ihrer Regierung konzentrieren.

Was bedeutet der Anschlag für die Wahlen? Oft führen Terrorattacken dazu, dass sich ein Land geschlossen hinter seine Regierung stellt. Doch im Falle der Türkei scheint die Attacke die Polarisierung des Landes zu verstärken. Dies könnte bedeuten, dass die Wahl ein ähnliches Parlament hervorbringt wie im Juni und die konservativ-islamische AKP doch noch eine Koalition eingehen muss mit der stärksten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP).

(ras)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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  • ferox77 13.10.2015 17:35
    Highlight R. Erdogan zu hassen ist eine Sache, aber wenn es um die existenzielle Bedrohung der Türkei geht, wird es eine extreme Polarisierung geben. Die PKK hat z. B. mit der Ermordung von 2 Polizisten ein Gegenschlag der türkischen Armee provoziert, es dann aber nicht dabei belassen, sondern immer weiter an der Gewaltspirale gedreht. Sobald der Daesh (IS) gegen die Türkei bombt kann und muss das auch harte Gegenschläge auslösen. Das letzte Wort muss sowohl im Falle von Daesh-Terror sowie PKK-Terror der Staat haben, alles andere würde Kapitulation heissen.
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  • philosophund 12.10.2015 22:51
    Highlight Machterhalt um jeden Preis: Wohin gezüchteter, politischer Hass führt zeigt der türkische Ayatollah Erdogan. Das politische Hüpfen um Wählerstimmen ist eben mal auch ein hüpfen über Leichen. Hatte vor ein paar Jahren der Pomp-Sultan im Dr. Jekyll Kostüm seinen Erfolg in erster Linie seiner Annäherung zur Kurdenfrage zu verdanken, frisst dieser heute als Dr. Hyde das Land auf.

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  • Jomnitech 12.10.2015 21:17
    Highlight Kann mich jemand aufklären wann das war?
    1 7 Melden
    • Babsy3 12.10.2015 23:23
      Highlight 😡
      1 1 Melden
    • Friends w/o pants 12.10.2015 23:37
      Highlight Erstens: es steht im Text. Und Zweitens: http://www.gidf.de
      Gern geschehen.
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