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11 Explosionen in Thailand fordern vier Tote +++ Keine Verbindung zum «IS» +++ Polizei soll von Bedrohung gewusst haben

In Thailand sind am Freitagmorgen weitere Bomben explodiert. Bereits am Abend war es im Badeort Hua Hin zu zwei Explosionen gekommen. Bei der Anschlagsserie sind nach Behördenangaben insgesamt vier Menschen getötet worden.

11.08.16, 20:04 12.08.16, 10:38

Inmitten der Sommersaison sind in Thailand mehrere Ferienorte zum Ziel von Anschlägen geworden. Mindestens vier Menschen wurden getötet, als binnen weniger Stunden acht Bomben im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äussersten Süden des Landes explodierten.

Am Donnerstagabend detonierten zwei Bomben im thailändischen Touristenort Hua Hin. Nach Polizeiangaben starb dabei eine thailändische Verkäuferin. 20 Personen wurden verletzt, darunter seien zwei Niederländerinnen und fünf weitere Ausländer, teilte ein Polizeivertreter am Donnerstag mit. Vier Verletzte seien noch in einem kritischen Zustand.

Ein Überblick der Ereignisse

Video: reuters.com

Die erste Bombe explodierte vor einem Restaurant, die zweite eine halbe Stunde später etwa 50 Meter entfernt. Ermittlungen zur Art des Sprengsatzes und zum Motiv der Täter wurden eingeleitet. Der Touristenort Hua Hin liegt rund 200 Kilometer südlich von Bangkok.

Am Freitagmorgen gingen in Hua Hin nahe des Uhrenturms zwei weitere Sprengsätze in die Luft, wobei nach Behördenangaben ein weiterer Mensch getötet wurde. Auch von der Ferieninsel Phuket wurden am Morgen zwei Anschläge gemeldet; Informationen zu Opfern gab es bisher keine. Zeitweise gingen die Behörden nach eigenen Angaben von vier Todesopfern aus. Es handle sich bei den Explosionen nicht um islamistisch motivierte Attentate, sondern um «lokale Sabotage», schreibt die «Straits Times» unter Berufung auf die Polizei.

Hier ereigneten sich die Bombenanschläge.

Zudem soll die thailändische Polizei von bevorstehenden Angriffen gewusst haben, aber nicht, wann und wo sie stattfinden würden.

Das deutsche Aussenministerium rät Reisenden in Thailand, vorsichtig zu sein.« Reisenden in Thailand wird empfohlen, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden», schreibt das Ministerium auf ihrer Website.

«Koordinierte Attacke»

«Die Bombenattentate tragen dieselbe Handschrift», sagte Armeegeneral Danai Kritmethavee vor Journalisten. «Wir gehen zurzeit davon aus, dass es sich um eine koordinierte Attacke handelt.» Es sei aber noch zu früh, um sich zu möglichen Motiven zu äussern.

Zur zweiten Serie von Bombenanschlägen lagen zunächst nur spärlich Informationen vor. Laut lokalen Berichten gingen bis zu acht Bomben hoch. 

Anschlag vor Ehrentag

Hua Hin ist ein beliebter Badeort, der sowohl bei Thailändern als auch bei ausländischen Touristen beliebt ist. Viele Thailänder waren vor einem langen Wochenende schon in dem Badeort südlich von Bangkok eingetroffen. In Hua Hin liegt auch ein Palast, der über Jahre von Thailands König Bhumibol Adulyadej benutzt wurde. Der 88-Jährige liegt derzeit in Bangkok im Spital.

Der Anschlag erfolgte einen Tag vor einem Feiertag zu Ehren des Geburtstags von Königin Sirikit und wenige Tage nach einem umstrittenen Referendum über eine von der regierenden Militärjunta ausgearbeitete Verfassung.

 Hua Hin am Tag danach. Bild: REUTERS TV/REUTERS

Die Militärjunta, die 2014 nach einer Phase blutiger Unruhen die Macht ergriffen hatte, hält sich selbst zu Gute, das Königreich wieder zu Stabilität und Ordnung geführt zu haben. Allerdings ist es auch dem Militär nicht gelungen, den seit Jahren im äussersten Süden des Landes schwelenden Aufstand muslimischer Rebellen in den Griff zu bekommen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 6500 Menschen getötet.

Vor knapp einem Jahr waren bei einem Anschlag in Bangkok zudem an einem beliebten Hindu-Schrein 20 Menschen getötet worden, die meisten davon ausländische Touristen. Es war der blutigste Anschlag der jüngeren Geschichte des Landes. Die Behörden machen zwei Uiguren aus dem Westen Chinas dafür verantwortlich. Die beiden Männer, die demnächst vor Gericht erscheinen sollen, bestreiten jedoch jede Verwicklung. (sda/dpa/reu/afp)

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  • bamuang 12.08.2016 16:12
    Highlight Thailand kennt seit jahrzenten terrorissmus im süden durch islamisten.
    Schulen können z.t. nur unter polizeiausicht unterricht halten.
    Seit das militär wieder mal geputscht hat, gibt es unabhängikeitsbestrebungen im nordosten, vor allem durch die “แนวร่วมประชาธิปไตยต่อต้านเผด็จการแห่งชาติ“, die rothemden.
    Der ehemaligen premierministerin Yingluck Shinawatra soll jetzt dann der prozess gemacht werden, wegen korruption. Anklage: sie habe den bauern einen mindestpreis für reis (ca.30 rappen pro kilo) garantiert, und die bauern, damit bestochen.
    Also: islamisten oder rothemden.
    1 0 Melden
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  • GeorgOrwell 1984 12.08.2016 13:24
    Highlight Das ist soooooo krass,, wenn es um "IS, Glaubenskrige, Moslems" etc. geht, gibt es 100e von Kommentaren, und hier, "lediglich" 13 - 14... Wir Menschen brauchen so schnell wie mögliche einen "Restart"..
    12 2 Melden
    600
  • Chirschiiii 12.08.2016 06:13
    Highlight Bin gerade in Patong Beach, Phuket und anscheinend ist an der Banglaroad auch eine Bombe explodiert. Zum Glück sind wir gestern nicht in den Ausgang...
    46 4 Melden
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  • Spooky 12.08.2016 05:24
    Highlight Auf dem Planeten Erde gibt es die Hölle, und auf dem Planeten Erde gibt es das Paradies. Leider ist es für Journalisten finanziell um ein Vielfaches ergiebiger, über die Hölle zu berichten, als über das Paradies.
    45 81 Melden
    • Salz & Pfeffer 12.08.2016 08:42
      Highlight Verstehe die Blitzsetzter nicht ganz, aber stimme dir zu 100% zu Spooky.
      Anschlag hier, Messerstecherei da.

      Bestes Beispiel "Mann geht in Deutschland mit Machete auf Frau los". Interessiert mich nicht im Geringsten, jedoch hat jede Zeitung dies als "Breaking-News" betitelt.
      17 21 Melden
    • Schreiberling 12.08.2016 09:29
      Highlight Es gibt da etwas, das nennt sich Nachrichtenwerte. Der Machetenmann erfüllt diese leider, die Meldung "3 Kinder spielten heute mit einem Hund" eher nicht.

      Wobei, Der Machetenmann hätte ohne den Amoklauf von München wohl nicht so viel Medienaufmerksamkeit gekriegt.
      28 2 Melden
    600
  • M@tt Di11on 11.08.2016 20:57
    Highlight bin mal gespannt wer das war. hat sicher wieder nichts mit der friedlichen religion zu tun.
    55 99 Melden
    • drjayvargas 11.08.2016 22:30
      Highlight Mit der Religion als solchea ziemlich sicher nicht, aber man bedenke dass in Thailand seit geraumer Zeit eine Militärdiktatur an der Macht ist. Und das ist garantiert nicht förderlich für das friedliche Zusammenleben ...
      105 33 Melden
    • Max Havelaar 12.08.2016 06:10
      Highlight Ganz im Süden Thailands gab es immer wieder Vorfälle von radikalen Islamisten. Es herrscht aber auch immer noch Zwist zwischen den gelben Königs-Treuen und den Roten Taksin-Anhängern. Dazwischen ist das Militär. Zudem hat Thailand auch Probleme mit organisiertem Banden und Korruption. Erst einmal abwarten.
      78 2 Melden
    • winglet55 12.08.2016 06:21
      Highlight Der Konflikt im Süden schwelt schon Jahrzehnte. Begründet ist er einerseits mit der fehlenden Unterstüzung des Südens durch die Zentralregierung einerseits, und Religion anderseits. Die Ethnien der verschiedenen Völker im thailändischen Staat, werden von der Regierung unterdrückt, respektive mit Verachtung betrachtet. Das gilt nicht nur für die im Süden, ebenfalls die Khmer in den Provinzen Sisaket, Surin Buriram, Mukdahan; die Laoten Khon Kaen, Chaiyaphum, Mahasarakam, Kalasin usw werden offen gering geschätzt, haben nicht die selben Berufschancen wie die Thais.
      38 2 Melden
    • winglet55 12.08.2016 06:22
      Highlight Ebenfalls die Bergvölker im Norden die teilweise nicht einmal eine Identitätskarte erlangen können, und weitgehend von höherer Schulbildung und Berufen ausgeschlossen sind. Der Militärregierung ist es zwar gelungen, die politisch motivierten Zwiste, die durchaus gewalttätigen Charakter hatten, zu unterbinden. Die jahrzehntelange Benachteiligung der verschiedenen Ethnien, konnte auch die Armee in der kurzen Zeit nicht zum verschwinden bringen.
      33 1 Melden
    • Fabio74 12.08.2016 06:48
      Highlight Das Christentum oder der Islam?
      Sind ja die Anhänger beider Religionen nicht für friedliches Leben bekannt.
      Kann sich auch gegen die Militärdiktatur gewandt haben
      14 49 Melden
    • ElendesPack 12.08.2016 08:00
      Highlight Ja, Fabio, das waren sicher thailändische Christen. Christen sind in Thailand überaus berüchtigt für Bombenattentate. *facepalm*

      Und wenn von offizieller Stelle gesagt wird, dass es vermutlich kein islamistischer Anschlag war, dürfte das schon auch stimmen. Es ist nicht gerade so, dass die thailändische Armee sich die Gelegenheit entgehen lassen würde, gegen die verschiedenen militanten muslimischen Gruppen vorzugehen.
      Gibt momentan auch sonst genügend Konfliktpotential ohne religiöse Motive in diesem Land .
      30 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.08.2016 08:09
      Highlight Sepp Münggeler: Letzten Sonntag war eine Abstimmung zu einer Verfassungsreform. Das danach etwas passieren könnten, wurde von allen Seiten gewarnt.
      In Thailand herschte in den letzten 2 Jahren eine trügerische Ruhe. Das Land ist gespalten. Wie es dort weitergeht weiss niemand.
      28 0 Melden
    • 's all good, man! 12.08.2016 09:47
      Highlight Solche Kommentare kotzen mich einfach nur noch an. Vorschnell mal irgend einen Bockmist gegen den Islam schreiben, wenn zu dem Zeitpunkt noch nicht annähernd klar ist, wer für diese Anschläge in Frage kommt.

      Das verdeutlicht, was die verdammte Hetze die ganze Zeit so alles bewirkt. Ziel erreicht, könnte man fast geneigt sein zu sagen, nicht wahr?
      26 15 Melden
    • Fabio74 12.08.2016 13:00
      Highlight @elendes Pack: Mit bisschen Leseverständnis sollte mein Kommentar klar sein.
      Er beziehtvauf diedes "Religion des Friedens" sprich sofort auf den Islam loszugehen.
      Mein Vergleich ist generell betreffend friedlich sein und nicht auf Thailand.
      Abgesehen davon gibts viele ungelöste Konflikte im Süden wie im Norden
      9 1 Melden
    • Charlie Brown 12.08.2016 13:59
      Highlight ...wenn denn der saubere Herr Münggeler noch die Eier hätte, in seiner Hetze den Islam zu nennen. Aber nein, lieber sich der "save my ass" Polemik bedienen, damit niemand sagen kann, er habe gegen eine bestimmte Religion gehetzt.

      Ich geh jetzt auch ko**en.
      10 2 Melden
    • ElendesPack 12.08.2016 14:48
      Highlight Fabio: Mit verständlichem Schreiben wäre Dein Kommentar sogar noch klarer. Wenn Du das Christentum in dem Kontext mit Thailand als lüpfiges Beispiel nennst, dann insinuiert Deine Aussage, dass es in Thailand ebensogut auch Christen hätten sein können, die Anschläge verübt hätten. Da es in Thailand aber noch nie solche Anschläge gab, muslimische aber schon, ist das, was Du schreibst sinnfrei. Denn wir reden hier von...na?...was wohl?...Thailand, genau.
      Und wie ich oben schon schrieb: Werden wohl keine Moslems gewesen sein.
      3 5 Melden
    • M@tt Di11on 12.08.2016 19:59
      Highlight charlie: dass ich nicht gerade islamfreundlich bin, dürfte wol klar sein, ebenfalls dass mit "friedliche religion" der islam gemeint ist.

      guckst du hier: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article132932718/Das-Funktionaersproblem-im-deutschen-Islam.html
      1 6 Melden
    • winglet55 13.08.2016 02:56
      Highlight Den islamischen Terror in Thailand, mit den Islamisten in Deutschland zu vergleichen, ist Apfel mit Birnen vergleichen. Der Terror im Süden Thailans fusst nicht auf den selben Ursprüngen. Die Unzufriedenheit im Süden Thailaand entstand durch die andauernde Diskriminierung und Chancenungleichheit der Muslime. Thaksin hat mit seinem Krieg gegen den Terror, mit unglaublicher Gewalt, ohne Rücksicht auf Unschuldige, oder zivile Opfer geführt.
      2 1 Melden
    • winglet55 13.08.2016 02:56
      Highlight Bis jetzt sind im Süden rund 7000 Tote und rund 20'000 Verletzte Personen zu beklagen, wobei beide Seiten nicht gerade zimperlich mit der Wahl der Mittel vorgehen. Die Muslime wünschen sich Autonomie, ähnlich wie bei uns vor Jahren die Jurassier. Eine Scharia, wollen nur ein kleiner Prozentsatz.
      2 1 Melden
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