International

Scotland Yards Anti-Terror-Chef Mark Rowley: Es wird «Jagd auf Verdächtige» gemacht. Bild: AP/PA

Anschlag in London: Polizei verhaftet zweiten Verdächtigen

16.09.17, 10:58 17.09.17, 09:42

Nach der Festnahme eines 18-Jährigen in Dover hat die britische Polizei einen zweiten Verdächtigen im Fall des Londoner U-Bahn-Anschlags festgenommen. Das teilte Scotland Yard am Sonntag mit. Der 21-jährige Mann wurde in Hounslow im Westen der britischen Hauptstadt wegen Terrorverdachts in Gewahrsam genommen.

Bereits im Anschluss an die Verhaftung des 18-Jährigen verkündete die Polizei: «Wir prüfen noch, ob mehr als eine Person für den Anschlag verantwortlich war», sagte Neil Basu von der Antiterror-Einheit der Londoner Polizei am Samstag vor Journalisten. Die «Priorität» sei, jeden potenziellen Verdächtigen «zu identifizieren und ausfindig zu machen».

U-Bahn-Station evakuiert

Nach dem Anschlag in einer Londoner U-Bahn am Freitagmorgen ist es am Samstagnachmittag in der britischen Hauptstadt erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Gemäss Medienberichten wurde der Bahnhof Fulham Broadway Station nach einem Alarm evakuiert. Die District Line, die die Haltestelle bedient, bestätigte die Meldung auf Twitter

Fulham Broadway Station liegt eine Haltestelle von Parsons Green entfernt, wo gestern der Anschlag stattfand, bei dem 30 Personen verletzt wurden.

Mehr Informationen folgen.

Hausdurchsuchung im Süden Englands

Die britischen Sicherheitskräfte haben im Zusammenhang mit dem Anschlag in der Londoner U-Bahn im Süden des Landes ein Gebäude durchsucht. Aus Sicherheitsgründen seien umliegende Häuser evakuiert worden, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die Aktion in der Grafschaft Surrey hänge mit dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn am Freitag sowie der Festnahme eines Verdächtigen am Samstagmorgen zusammen. Surrey grenzt im Südwesten an den Grossraum London.

Bei der Explosion eines Sprengsatzes im Londoner Berufsverkehr waren 30 Menschen meist leicht verletzt worden. Tote oder Schwerverletzte gab es offenbar vor allem deswegen nicht, da die selbst gebastelte Bombe nicht die vorgesehen Sprengwirkung entfaltete. 

18-Jähriger festgenommen

Nach dem Bombenanschlag in einer Londoner U-Bahn mit 30 Verletzten hat die Polizei einen 18-jährigen Terrorverdächtigen gefasst. Die «bedeutende Festnahme» sei am Samstagmorgen im Hafenviertel der südenglischen Stadt Dover erfolgt.

Dover liegt am Ärmelkanal. Von dort starten Fähren und Züge nach Frankreich. Der 18-Jährige sei in einer örtlichen Polizeiwache und werde «zu gegebener Zeit» in eine Polizeiwache im Süden Londons verlegt, teilte die Polizei weiter mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei vorerst keine weiteren Angaben zu dem Verdächtigen machen.

«Auch wenn wir über den erzielten Erfolg erfreut sind, dauert diese Ermittlung an und der Bedrohungsgrad bleibt bei ‹kritisch›», erklärten die Ermittler und deutete weitere Einsätze gegen Verdächtige an. Die Festnahme vom Samstagmorgen werde «zu mehr Aktivitäten unserer Beamten führen».

In Folge des Anschlags hatte die Regierung die Terrorwarnstufe von «ernst» auf «kritisch» erhöht. Die höchste Terrorwarnstufe bedeutet, dass nach Einschätzung der Behörden ein weiteres Attentat unmittelbar bevorstehen könnte. In ganz Grossbritannien waren am Samstag tausend zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz.

In einem U-Bahn-Waggon an der Station Parsons Green im Westen Londons war am Freitag im morgendlichen Berufsverkehr ein selbstgebauter Sprengsatz detoniert. Augenzeugen berichteten von einem grossen «Feuerball».

Noch drei Verletzte im Spital

Nach neuen Angaben vom Samstagmorgen mussten 30 Personen im Spital behandelt werden. Die meisten erlitten nach Polizeiangaben Verbrennungen, andere wurden in der allgemeinen Panik niedergetrampelt. Keiner der Verletzten schwebte in Lebensgefahr, am Samstag befanden sich nur noch drei der Betroffenen im Spital.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Chefermittler Mark Rowley hob jedoch hervor, die Fahndung nach dem Täter und möglichen Komplizen werde ergebnisoffen geführt.

In Grossbritannien haben islamistische Terroristen seit März bereits vier Anschläge verübt, bei denen insgesamt 35 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Drei Anschläge ereigneten sich in London, der vierte und folgenschwerste in Manchester. (viw/sda/afp)

Terror-Anschlag in London am 15. September 2017

Das könnte dich auch interessieren:

Kein Schamgefühl – dieses Trump-Getue von CC macht alles nur noch schlimmer

Cassis muss in der Europapolitik liefern – und den Beschuss von rechts aushalten

Extrem hässliche Menschen erzählen uns, wie es ist, extrem hässlich zu sein

Ständemehr als Stolperstein: Bei der AHV-Reform wird um jeden Swing State gekämpft

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
14Alle Kommentare anzeigen
14
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Gavi 17.09.2017 13:09
    Highlight Nun, solche Nachrichten werde in naher Zeit zur Normalität.
    Ich bin gespannt, wann das in CH passieren wird. Vor allem bin ich dann auf die Reaktion der Bürger und auf die Konsequenzen gespannt.
    15 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.09.2017 16:49
      Highlight ;-) die Staatsgewalt wird einen Moment zurücktreten müssen, aber die wird aufgrund des Milizsystems eh nicht einsatzfähig sein.

      Die Konsequenzen sind aufgrund der durchmischten Gesellschaft grausam ... aber wir sind fit und bereit haha!
      2 1 Melden
    600
  • Grundi72 17.09.2017 11:56
    Highlight Die Geister die wir riefen!
    17 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.09.2017 16:50
      Highlight Nicht wir, die.

      Wir haben gewarnt, aber ihre Hochwohlgeborenen wussten es ja besser.

      Immer dasselbe - so wiederholt sich die Geschichte.
      3 1 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 17.09.2017 10:37
    Highlight Interessant, wie ruhig links sich nun verhält - 24h vorher noch bashen, von wegen arme Flüchtlingskinder *trän*

    Booom! "Forster Child" zeigt, was es von eurer Gesellschaft hält.

    Aber die Konsequenz der Durchsetzung der Brechung (oder Verdünnung) Europas gibt einen Einblick in die Härte sozialistischer Ideologien. Die Zurückhaltung wiederum zeigt die unterschwellige Verbundenheit bei den Mitteln zur Zielerreichung.
    22 15 Melden
    • aglio e olio 17.09.2017 14:53
      Highlight Was für eine gequirlte Kacke!

      4 13 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.09.2017 16:51
      Highlight Wertvoller Beitrag, aber entspricht der Diskussionslinie von links.
      3 1 Melden
    • roterriese {gender fluid; AH-64} 17.09.2017 17:06
      Highlight @knoblauch, dein Kommentar? Ja da hast du recht.
      2 1 Melden
    600
  • Marc Mueller 16.09.2017 22:12
    Highlight So, nun war es doch wieder ein Refugee welcher vor wenigen Jahre einreiste. Laut englischen Medien ein sogenanntes "Foster Child". Wie dem auch sei, wer glaubt dies sei wieder jemand der sich nur durch das Internet radikalisert hat, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Wieviele Leute daran beteiligt sind, Hintermänner, Moscheen etc. ist wohl kaum zu ermitteln. Das GB dies nie in den Griff kriegen wird dürfte wohl nicht überraschen! Mit Mehr als 3000 potenziell radikalisierten welchen den westlichen Lebensstil ablehnen und mit Samthandschuhen angefasst werden. TOLL!
    74 45 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.09.2017 00:38
      Highlight Grossartig ... einfach nur grossartig.

      Leider trifft es wieder nicht die gutgesittete und goldgelöffelte Teddyfraktion ... ist über die Jahrhunderte immer dasselbe.

      7 12 Melden
    600
  • derlange 16.09.2017 17:22
    Highlight Spannend wie sich der Londoner, Sadiq Khan, Bürgermeister von London mit islamischem Glauben verhalten wird.
    Dieser hat durchaus ein gutes Netzwerk zu islamischen Extremisten. Aber auch klare Feinde in dieser Szene...
    46 17 Melden
    600

14-jähriges Mädchen aus Utzigen BE in Frankreich wohlauf gefunden

Das 14-jährige Mädchen, das am Mittwochnachmittag in Utzigen BE als vermisst gemeldet worden war, ist wohlauf. Wie die Kantonspolizei Bern in einer Medienmitteilung schreibt, wurde das Mädchen durch die französische Polizei im Département du Doubs aufgefunden. Sie war alleine unterwegs. Hinweise auf strafrechtliche relevante Sachverhalte lägen nicht vor.

Zu den Hintergründen werden aus Rücksicht auf das Alter des Mädchens keine Angaben gemacht, schreibt die Polizei weiter. 

Bei der Suche in …

Artikel lesen