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Nadia Murad wurde am Freitag offiziell in ihr Amt als Sonderbotschafterin eingeführt. Bild: EPA/DPA

Nadia Murad wurde vom «IS» als Sexsklavin misshandelt – jetzt ist sie UNO-Sonderbotschafterin

Publiziert: 17.09.16, 01:52 Aktualisiert: 17.09.16, 10:55

Eine 23-jährige Jesidin aus dem Irak, die vom «IS» als Sexsklavin missbraucht wurde, ist zur UNO-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel ernannt worden. Nadia Murad Basee Taha wurde am Freitag in New York offiziell in das Amt eingeführt.

«Ich hatte Glück, denn ich konnte entkommen, was tausenden anderen nicht gelang», sagte Murad bei der Zeremonie am UNO-Sitz. Murad war im August 2014 aus ihrem Heimatdorf Kocho nahe der nordirakischen Stadt Sindschar in die Hochburg der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») nach Mossul verschleppt worden.

Sindschar liegt westlich von Mossul, nahe der syrischen Grenze. google maps

«Ich war nicht allein»

Dort wurde sie Opfer von Gruppenvergewaltigungen, mehrmals wurde sie weiterverkauft. «Ich wurde auf die Art und Weise benutzt, wie sie es wollten», sagte die 23-Jährige. «Ich war nicht allein.»

Murad forderte die Freilassung von schätzungsweise 3200 jesidischen Frauen und Mädchen, die weiter als Sexsklavinnen vom «IS» festgehalten werden, und verlangte, die Täter vor Gericht zu stellen. Ihre grosse Angst sei es, dass die «IS»-Kämpfer, wenn die Miliz einmal besiegt sei, «einfach ihre Bärte abrasieren und durch die Strassen der Städte gehen, als sei nichts gewesen», sagte Murad. «Wir dürfen das nicht geschehen lassen.»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er sei «zu Tränen gerührt» vom Schicksal der jungen Frau, aber auch von «ihrer Kraft, ihrem Mut und ihrer Würde».

Unterstützung von Amal Clooney

Als Sonderbotschafterin der UNO wird Murad auf das Leid der Opfer von Menschenhandel aufmerksam machen, vor allem auf das Schicksal von Flüchtlingen, Frauen und Mädchen. Unterstützt wird sie dabei von der Anwältin Amal Clooney. Diese bezeichnete das Vorgehen des «IS» gegen die Jesiden als «Völkermord». «Und wir wissen, dass er andauert», fügte sie hinzu. «Ich schäme mich als Mensch, dass wir ihre Hilferufe ignorieren», sagte Clooney mit Blick auf die Opfer.

Amal Clooney. Bild: EPA/DPA

Anlässlich der kommende Woche beginnenden Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York, zu der Staats- und Regierungschefs aus aller Welt anreisen, wollen der Irak und Grossbritannien am Montag eine Kampagne für die Bestrafung von Verbrechen des IS starten. An der Veranstaltung sollen neben dem britischen Aussenminister Boris Johnson auch Murad und Clooney teilnehmen. (dwi/sda/afp)

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6 Kommentare anzeigen
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  • grumpy_af 17.09.2016 12:41
    Highlight Nennt mich ein A****loch, aber das ist wohl das letzte Mal, dass wir von ihr hören. Ich weiss echt nicht was solche Sonderämter, welche rein aus Emotionen vergeben werden, überhaupt was bringen.
    14 12 Melden
    • JoJodeli 17.09.2016 14:47
      Highlight Nun ja, immerhin hast du den Artikel gelesen... Die Message welche die UNO damit vermittelt ist ein Statement, und das zählt. Sei es auch nur für 5 Minuten in der Presse....
      12 2 Melden
    • Rhabarber 17.09.2016 15:38
      Highlight Es sind Emotionen, die Menschen bewegen.
      Jede Entscheidung, die jemand fällt, basiert auf Emotion.

      Und wenn das Amt dazu führt, dass nur ein weiterer Mensch befreit wird, hat sich das gelohnt.
      8 4 Melden
    • grumpy_af 17.09.2016 16:38
      Highlight @Rhabarber: Macht Sinn, hoffen wir, dass es so sein wird.
      2 1 Melden
    600
  • M@tt Di11on 17.09.2016 11:33
    Highlight Diese Frau hat - im Gegensatz zu den Daesh-Eunuchen - Eier in der Hose. Respekt!!!
    45 3 Melden
    • trio 17.09.2016 13:07
      Highlight Auch im Gegensatz zum Westen! Wie im Bericht steht, ignorieren wir die Hilferufe.
      11 3 Melden
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