International

Leistet Donald Trump auch in Sachen Wahlfälschungsvorwürfen Beistand: Sein Vize Mike Pence.  Bild: Bebeto Matthews/AP/KEYSTONE

Wahlfälschung? Prominente Republikaner schliessen sich Trumps Verschwörungstheorien an

In rund drei Wochen wählen die US-Bürger einen neuen Präsidenten, Kandidat Trump spricht von Betrug durch «verlogene Medien» und «in vielen Wahllokalen». Nun erhält er Unterstützung von Parteikollegen.

Publiziert: 17.10.16, 09:56 Aktualisiert: 17.10.16, 10:13

Ein Artikel von

«Diese Wahl wird von den verlogenen und verfälschenden Medien manipuliert, die die korrupte Hillary unterstützen – aber auch in vielen Wahllokalen – traurig.» So lautet einer der jüngsten Tweets des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Der 70-Jährige liegt gut drei Wochen vor der Wahl in Umfragen hinter seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton. In vielen US-Bundesstaaten kann bereits gewählt werden, entweder per Briefwahl oder in früher geöffneten Wahllokalen.

Trump hat die Medien bereits mehrfach der Voreingenommenheit beschuldigt und von «Wahlbetrug» gesprochen, ohne jedoch Details oder Beweise vorzulegen. Bei Wahlkampfveranstaltungen am Wochenende sagte er nun, Demokratie in den USA sei eine Illusion. Zudem rief er seine Anhänger erneut dazu auf, Wahllokale im Auge zu behalten.

Diese Stars und Sternchen stehen Trump zur Seite:

Es wird befürchtet, dass Anhänger seiner Aufforderung folgen könnten – und Wähler bei der Stimmabgabe eingeschüchtert werden. Auch grassiert die Sorge, dass es nach einem für Trump negativen Wahlergebnis zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen könnte. So schrieb beispielsweise David Clarke, ein Sheriff in Milwaukee, am Wochenende via Twitter, angesichts der «korrupten Regierungsinstitutionen» und «korrupten Medien» sei es Zeit für Mistgabeln und Fackeln.

Parteikollegen an Trumps Seite

Newt Gingrich, ehemaliger Sprecher des US-Repräsentantenhauses, sprach am Sonntag mit dem Sender ABC über Trumps Wahlbetrugbehauptungen. Wer sage, in Philadelphia gebe es keinen Betrug mit Wählerstimmen, leugne die Realität, so Gingrich. Er behauptete zudem, Dutzende TV-Produzenten hätten sich entschieden, Trump zu zerstören.

«Ohne die unendlichen, einseitigen Beschuldigungen in den Nachrichten würde Trump Hillary Clinton um 15 Prozentpunkte schlagen», sagte Gingrich. Wähler sollten bei der Stimmabgabe besonders aufmerksam sein, weil in der Vergangenheit schon Wahlen gestohlen worden seien.

Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, deutete in einem Interview mit dem Sender CNN an, die US-Demokraten würden bei Wahlen betrügen, indem sie die Stimmen von Verstorbenen zählten. «Sie wollen von mir hören, dass ich daran glaube, die Wahlen in Philadelphia und Chicago werden fair ablaufen? Ich müsste ein Idiot sein, um das zu sagen.»

New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani (links) bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump. Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Das Ausmass des Betruges würde allerdings nur bei einem sehr engen Rennen einen Unterschied ausmachen, sagte Giuliani. Er gilt schon länger als enger Vertrauter Trumps, er hatte ihn auch im jüngsten Skandal um sexuelle Übergriffe unterstützt.

Trumps Vize-Kandidat Mike Pence äusserte sich moderater. Gegenüber dem Sender NBC sagte er, «das amerikanische Volk ist die offensichtlich voreingenommenen Medien leid». Daraus würden auch die Betrugsvorwürfe resultieren. Zugleich versicherte Pence aber, sowohl er als auch Trump würden «das Ergebnis der Wahl vollkommen akzeptieren».

US-Promis, die gegen Trump Stellung beziehen:

Bereits am Samstag hatte Paul Ryan – als Sprecher des Abgeordnetenhauses derzeit der mächtigste US-Republikaner – gesagt, er habe keinerlei Zweifel am Wahlsystem des Landes. Seine Sprecherin teilte in Ryans Namen mit: «Unsere Demokratie stützt sich auf das Vertrauen in Wahlergebnisse, und der Sprecher ist überzeugt, dass die Bundesstaaten die Wahl rechtmässig durchführen.» Ryan hatte Trump vor Kurzem öffentlich die weitere Unterstützung für den Wahlkampf entzogen.

In Trumps jüngsten Äusserungen sehen Beobachter ein Ablenkungsmanöver: Der Kandidat stand zuletzt wegen seines Skandalvideos heftig in der Kritik. Kurz darauf meldeten sich mehrere Frauen, die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen.

Aus Clintons Wahlkampfteam hiess es: «Diese Wahl wird eine Rekordbeteiligung haben, weil Wähler Donald Trumps beschämende Versuche durchschauen, eine Wahl zu untergraben, bevor sie stattfindet.» Am kommenden Mittwoch treffen sich Trump und Clinton in Las Vegas zu ihrer dritten und letzten TV-Debatte. (aar/dpa/Reuters)

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
10 Kommentare anzeigen
10
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • rodolofo 17.10.2016 23:01
    Highlight "Ja, wenn ein so toller Superman, wie Donald Trump einer ist, nicht gewählt wird, dann muss doch etwas faul sein in dieser Establishment-Classe Politique-Diktatur!
    Darum gibt es nur eine Rettung:
    Donald Trump MUSS jetzt Präsident der USA werden!
    Alle, die gegen ihn stimmen, sind vom Ausland gesteuerte Terroristen und sicher keine richtigen Amerikaner!
    Damit der Putschversuch der Clinton-Bewegung mit diesen manipulierten Wahlen nicht gelingt, müssen jetzt die Massen der echten Amerikaner mobilisiert werden!"
    Kommt Euch das irgendwie bekannt vor?
    Ich sage nur zwei Stichworte: Blocher, Erdogan...
    2 0 Melden
    600
  • Zarzis 17.10.2016 11:37
    Highlight Leider hat Trump aber recht.
    In den USA werden 8 bis 12 Mio. Wählerstimmen nicht gezählt. Also gestohlen.
    Nur nicht die Demokraten bescheissen im grossen Stil, sondern die Reps. Das schon seit 16 jahren.
    Immer mit dem selben vorwand, Doppelwähler Auszuschliessen. Deshalb werden in Rep Staaten aufwändige Listen mit Angeblichen Doppelwählern erstellt. Hauptsache Afro, Latinos, Studenten und Asiaten.
    Das habe ich aus Greg Palast Film:
    The best Demokratie you can buy it.

    Darum muss Trump das jetzt behaupten, um ja nicht den Verdacht aufkommen zu lassen die Reps betrügen.
    12 3 Melden
    600
  • Töfflifahrer 17.10.2016 11:35
    Highlight Na ja, Trump macht es aber auch verdammt einfach ihn nicht zu mögen. Dass die Presse da mehrheitlich negativ über ihn berichtet ist, mangels Positivem, auch nicht verwunderlich.
    18 3 Melden
    600
  • E. Edward Grey 17.10.2016 11:11
    Highlight Ich bin sicher dass Chemtrails einer der wichtigsten Hinweise in der Beweiskette zur erfolgten Wahlmanipulation sein werden.
    41 9 Melden
    600
  • N. Y. P. 17.10.2016 10:48
    Highlight Hat Hollywood die Rechte bei Donald Trump schon gekauft ? Er könnte sich dann nach den Wahlen gleich selber spielen.
    Falls das Wahlresultat deutlich ausfällt, werden allfällige Anschuldigungen wegen Wahlbetrugs sowieso im Sande verlaufen.

    Dann freuen wir uns jetzt auf Hillary Clinton.
    Integer. Authentisch. Sympathisch. Berechenbar.
    18 10 Melden
    600
  • Madison Pierce 17.10.2016 10:46
    Highlight Die Taktik könnte aufgehen: Nach all den Skandalen auf beiden Seiten denken sich die normalen Bürger (und die sind in den USA hoffentlich noch in der Mehrheit) doch "leckt mich am A..." und gehen nicht zur Wahl.

    Es gehen dann nur die wirklichen Anhänger von Clinton und Trump wählen. Und von denen hat Trump wahrscheinlich mehr.
    7 11 Melden
    600
  • Kronrod 17.10.2016 10:27
    Highlight Dass die grossen Medien (inkl Watson :-) ) alle gegen Trump sind, stimmt schon. Aber dazu braucht es keine Verschwörung. Sie sind einfach unabhängig voneinander zum selben Schluss gekommen.
    47 7 Melden
    600
  • Sapere Aude 17.10.2016 10:09
    Highlight Diese Vorwürfe von jener Partei die seit Jahrzehnten alles unternimmt um Minderheiten die Ausübung ihrer Bürgerrechte zu erschweren ist absurd und lächerlich. Die letzten bekannten Wahlmanipulationen fanden in Florida 2000 statt und verhalfen Bush zur Wahl.
    36 3 Melden
    • Zarzis 17.10.2016 11:43
      Highlight @Sapere Aude

      leider nicht, seit dann war jede Wahl mit diesem Trick manipuliert. Jede!
      Nur war bei Obama der Vorsprung so gross, das es keinen Unterschied gab.
      Greg Palast schätzt bei jeder Wahl von 4 - 8 Mio. nur dieses mal sollen es bis 12mio ausgeschlosse sein!
      6 5 Melden
    600
  • Pana 17.10.2016 10:06
    Highlight Was für ein Witz von Artikel. Prominente Republikaner? Pence, Giuliani und Gingrich? Die sind (mit Christie) seit Monaten die letzten Hardcore Trump Supporter.
    14 3 Melden
    600

Experten entdecken Hinweise auf Wahlbetrug – wird Trumps Sieg untersucht?

Ein Jurist und ein IT-Experte drängen Hillary Clinton, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl anzufechten. Dies berichtet das «New York Magazine». Wahlrechtsanwalt John Bonifaz und der Direktor des Instituts für IT-Sicherheit und Gesellschaft der Universität Michigan, J. Alex Halerman, wollen Hinweise gefunden haben, wonach die Resultate in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania manipuliert oder sogar gehackt worden sind. Trumps unerwartet gute Abschneiden in diesen drei Swing …

Artikel lesen