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Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Barack Obama und Wladimir Putin. Bild: KEVIN LAMARQUE/REUTERS

Schweigen zwischen Obama und Putin – doch dann macht der Russe ein Abschiedsgeschenk

Wladimir Putin und Barack Obama gehen sich beim Asien-Pazifik-Gipfel weitgehend aus dem Weg. Nur kurz sprechen sie über den Syrienkrieg. Dennoch zeigt sich Wladimir Putin zum Abschluss von seiner charmanten Seite.

Publiziert: 21.11.16, 04:31 Aktualisiert: 21.11.16, 08:33

US-Präsident Barack Obama hat sich nach einem kurzen Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wenig zuversichtlich über eine Lösung des Syrienkonflikts gezeigt. «Ich bin nicht optimistisch mit Blick auf den Prozess in nächster Zeit», sagte Obama.

Das Gespräch sei ähnlich verlaufen wie viele in den vergangenen Monaten, sagte der scheidende Präsident am Sonntagabend (Ortszeit) bei seiner letzten Pressekonferenz auf einer Auslandsreise in der peruanischen Hauptstadt Lima. Er kritisierte erneut scharf die russischen Bombardements in Syrien. In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört.

Obama und Putin waren zwei Tage lang beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC). Es gab aber kein gemeinsames bilaterales «Abschlussgespräch», sondern nur einen vierminütigen Wortwechsel am Rande einer Arbeitssitzung. Man sei sich «mit Respekt begegnet», sagte Putin anschliessend.

Zuvor ging man sich so gut es ging aus dem Weg und schwieg sich an. Auch auf dem Gruppenfoto und dem gemeinsamen Abendessen wurde die Distanz deutlich. Beim feierlichen Dinner sassen Barack Obama und Wladimir Putin 15 Plätze auseinander. Der US-Präsident sass neben Chiles Präsidentin Michelle Bachelet, Putin neben Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto.

Das abschliessende Gruppenfoto: Sicherer Abstand zwischen Wladimir Putin und Barack Obama.  Bild: Martin Mejia/AP/KEYSTONE

Am 20. Januar 2017 übernimmt Donald Trump das Präsidentenamt in den Vereinigten Staaten. Er will mit Putin das Gespräch suchen und strebt auch einen neuen Ansatz in der amerikanischen Syrien-Politik an. Obama hatte stets die russische Unterstützung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad kritisiert. Assad sei ein Mann, der sein Land zerstöre, kritisierte Obama in Lima.

Warnung an die Adresse Trumps

Seinen designierten Nachfolger Trump warnte Obama indirekt davor, das Freihandelsabkommen TPP aufzukündigen. «TPP ist ein Plus für die amerikanische Wirtschaft, für Arbeitsplätze und für Arbeiterrechte», sagte Obama.

Die Transpazifische Partnerschaft (TPP) war 2015 beschlossen worden und ist das bisher grösste Freihandelsabkommen der Welt. Es umfasst die USA, Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Trump will TPP aufkündigen, weil es Arbeitsplätze in den USA kosten könnte. Die USA haben mit den TPP-Staaten ein Handelsvolumen von rund 1600 Milliarden Dollar, 40 Prozent ihres Aussenhandels.

Donald Trump: Er ist in Lima zwar nicht anwesend, dennoch allgegenwärtig.  Bild: PETER FOLEY/EPA/KEYSTONE

Putins Verständnis

Putin rechnet allerdings nicht mit einem kompletten Ende der liberalen US-Handelspolitik unter dem künftigen US-Präsidenten Trump. «Es gibt einen grossen Unterschied zwischen der Rhetorik im Wahlkampf und der Realpolitik, das ist in jedem Land der Welt so», sagte Putin in einer Pressekonferenz zum Abschluss des Asien-Pazifik-Gipfels in Lima. «Und wenn Herr Trump erklärt, dass er Firmen in die USA zurückholen will, um damit in seinem Land Arbeitsplätze zu sichern, was gibt es Schlechtes dabei?», fragte Putin.

Er bekräftigte, dass Trump auf «eine Normalisierung der Beziehungen» zu Russland setze. Aber noch sei kein Termin für ein Treffen der beiden vereinbart worden. Trump hatte im Wahlkampf Putins Führungsstärke gelobt, Putin gehörte unter den Staatschefs zu einem der ersten Gratulanten.

«Abschiedsgeschenk»

Trotz der spürbaren Kälte zwischen Obama und Putin kam es ganz zum Schluss des Gipfels zu einer versöhnlichen Geste. Putin machte Obama bei ihrer letzten Begegnung ein besonderes «Abschiedsgeschenk»: Er stellte Obama eine Art Willkommensgarantie für Russland aus.

Heisst Barack Obama in Russland immer willkommen: Wladimir Putin. Bild: MARIANA BAZO/REUTERS

«Ich habe ihm für die Jahre der Zusammenarbeit gedankt und ihm gesagt, dass wir uns immer freuen, ihn in Russland zu sehen – wenn es notwendig sein sollte oder wenn er es sich wünscht», sagte Putin zum Abschluss des Asien-Pazifik-Gipfels in der peruanischen Hauptstadt Lima. 

Putin bezeichnete die Zusammenarbeit als schwierig. «Aber Präsident Obama und ich haben betont, dass wir uns immer gegenseitig respektiert haben, genauso wie unsere Standpunkte. (cma/sda/dpa)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
27 Kommentare anzeigen
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  • rodolofo 21.11.2016 21:42
    Highlight Putin hat die Ausstrahlung eines Haifisches, oder eines dressierten Pitbull-Kampfhunds.
    Und das ist der Oberste Russe...
    Armes, armes Russland!
    Da können ja die Yankees mit ihrem Trump-Trottel noch zufrieden sein, wenn sie sich mit den Russen vergleichen, und die Deutschen können mit ihrem unzerstörbaren Wackelpudding Merkel auch noch zufrieden sein, wenn sie sich mit den Russen vergleichen.
    Ja sogar wir können mit unserem Schneider-Amann und seinem "Rire est Bon pour la santée!" noch sehr zufrieden sein.
    Nur bei den Türken und ihrem Erdowahn habe ich Zweifel, ob sie zufriedener sein können...
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  • Saraina 21.11.2016 21:10
    Highlight Putin bietet Obama Asyl an, für den Fall dass die Rassisten in den USA gänzlich überhandnehmen?
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  • ströfzgi 21.11.2016 12:22
    Highlight Wäre interessant zu wissen, wie der "Ami" denn auf des "Russen" sein Geschenk reagiert hat.
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  • Bolly 21.11.2016 08:36
    Highlight Bild 16
    Ist mit Jimmy Fallon, da gibt es immer was zu lachen.
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  • AJACIED 21.11.2016 06:33
    Highlight Putin hat doch auch menschliche Züge. Das muss wohl seinen hatern wohl sehr gegen den Strich gehen 😂😂
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    • rodolofo 21.11.2016 13:18
      Highlight Natürlich ist Putin ein Mensch!
      oder hast Du gedacht, wir hielten ihn für einen Ausserirdischen?
      Aber wenn ich Barak Obama wäre, dann würde ich das mit dem "jederzeit willkommen" etwa so wörtlich nehmen, wie alles andere, was Putin schon gesagt (und dann komplett gegensätzlich getan) hat.
      Wenn ihm sein Leben lieb ist, dann wird er diese Art von Russischer Kälte meiden!
      Übrigens war Adolf Hitler auch ein Mensch...
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    • Toerpe Zwerg 21.11.2016 13:40
      Highlight Mir wird ganz warm ums Herz.
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  • ChristianSchmid26 21.11.2016 05:52
    Highlight Warum sollte Putin auch noch mit Obama reden? Es gibt ja keinen Grund mehr. Trump ist der neue Ansprechpartner und ich hoffe sie finden gemeinsam Lösungen in den Konflikten.
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    • roger.schmid 21.11.2016 07:36
      Highlight Putin hätte mit Obama z.b. über das Thema Amtszeitbeschränkung reden können..

      und vor den gemeinsamen "Lösungen" der Psychopathen Trump und Putin graut mir jetzt schon.
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    • FrancoL 21.11.2016 10:44
      Highlight Wenn ich sehe was Trump an "Ministern" einsetzen will dann glaube ich kaum dass Trump auch nur mit einem wichtigen Politiker nach Lösungen suchen wird. Er wird versuchen diese Lösungen zu diktieren und das wird kaum gut ankommen. Allerdings könnte ich mir vorstellen dass Trump und Putin das Gleichgewicht in der EU umkrämpeln könnten, der eine um die Nato zu entlasten der andere um wieder mehr Einfluss zu haben. Leidtragend ist dann die EU, deren Redimensionierung sicherlich auf dem Menueplan der beiden Herren aufgeführt ist.
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    • Maett 21.11.2016 13:26
      Highlight @roger.schmid: Putin kann das ja dann mit Merkel besprechen.
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    • roger.schmid 21.11.2016 14:36
      Highlight @Maett: na, doch noch was zum whatabouten gefunden? gratuliere.. oder gings in dem Artikel um Merkel?

      Immerhin muss Merkel keine faulen Tricks anwenden um die Verfassung auszumogeln um an der Macht zu bleiben - ganz im Gegensatz zu Putin.
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  • Spooky 21.11.2016 04:40
    Highlight "In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört."

    Als ob das Obama schlaflose Nächte bereiten würde.
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    • Aged 21.11.2016 07:23
      Highlight Und Ihnen?
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    • Russian Lady 21.11.2016 07:26
      Highlight Vorallem werden auch im Irak Kinder getötet. Aber wenn die Amis wo einmarschieren, dann ist das völlig legitim. Sobald die Russen sich militärisch beteiligen, sind es Kriegsverbrecher...
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    • Pius C. Bünzli 21.11.2016 08:18
      Highlight genau das dachte ich auch..
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    • Olaf! 21.11.2016 08:39
      Highlight Also soll es ihm einfach egal sein? Scheiss auf die Syrer?
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    • Radiochopf 21.11.2016 08:42
      Highlight @Spooky

      Ich glaube auch, dass Obama weiterhin ein ruhiges Händchen hat wenn er irgendwo auf einem schönen Golfplatz einen Put zum Birdie machen muss.. und das obwohl er weltweit mehr Tote, mehr Zivilisten, mehr Drohnenangriffe, mehr Massenüberwachung als Bush zu verantworten hat..

      Hätte sich Obama nochmals in Moskau gezeigt, hätte er von Putin sicher noch ein "richtiges" Geschenk erhalten.. Russen sind sehr gastfreundliche Menschen, aber Obama wollte sich halt nur nochmals den Applaus vom alten Europa und das Küsschen von Merkel abholen..
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    • Aged 21.11.2016 10:00
      Highlight @radiochopf: Ihre tägl. behaupteten eMails fehlen noch immer. Warum?
      10 2 Melden
    • FrancoL 21.11.2016 10:47
      Highlight @Radiochopf; Wenn Politik so einfach wäre wie Du sie immer darstellen magst dann bräuchte man sich für die Zukunft keine Angst zu haben.
      Sie ist aber nicht so einfach und darum steht Dein Post etwas schief in der Faktenlandschaft.
      19 14 Melden
    • R&B 21.11.2016 12:43
      Highlight @Spooky: Ich finde Ihren Post realitätsfern. Obama versucht den Krieg zu beenden und zwar schnell und mit wenig Toten. Russland versucht den Krieg zu gewinnen. Gnadenlos und mit sehr vielen Toten. Russland will das Assad-Regime, das Menschenrechte nicht akzeptiert installieren. USA will in Syrien Demokratie und Menschenrechte. Obama hat in Syrien klar wohlwollende Ziele, während Putin ein mordender Diktator ist.
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    • Pius C. Bünzli 21.11.2016 14:32
      Highlight ja klar obama versucht den Krieg zu beenden. Desshalb hat er auch die Rebellen bewaffnet und während des Arabischen Frühlings Libyen bombadiert. Obama sucht immer die friedlichere Lösung Kappa
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    • R&B 21.11.2016 16:42
      Highlight @Pius C.Bünzli: 😂😂😂
      Das glauben Sie ja selber nicht, was Sie hier schreiben. Falls doch, muss ich Ihnen dringend anraten, seriöse Nachrichten (etablierte Medien) zu lesen.
      5 2 Melden
    • Spooky 21.11.2016 17:15
      Highlight @Dazugehörtauch

      "Und Ihnen?"

      Nein. Aber ich töte ja auch keine unschuldigen Kinder in Aleppo.
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    • Aged 21.11.2016 18:28
      Highlight @spooky: auch nicht indirekt?
      5 2 Melden
    • Spooky 21.11.2016 19:31
      Highlight @Dazugehörtauch

      Definitiv: Nein.

      Ich habe keine Aktien bei den Waffenproduzenten. Ich lebe mit dem Existenzminimum und habe darum genug zu tun mit meinem eigenen Überleben.
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    • Spooky 22.11.2016 01:29
      Highlight @Radiochopf
      Nicht, dass ich dich, Radiochopf, vereinnahmen will, aber falls ich dich richtig verstanden habe, sehe ich es ähnlich wie du.

      Machtmenschen und andere super erfolgreiche Menschen sehen die Welt nicht mehr auf die gleiche Art wie wir gewöhnlichen Leute. Putin, Merkel, Obama, Trump, Bob Dylan, der Papst, The Rolling Stones usw. leben nicht mehr in der gleichen Realität wie wir. Sie leben in einer anderen Welt. Heute würde man sagen: Diese abgehobenen Leute leben in einer Blase, die mit der alltäglichen Realität von uns gewöhnlichen Leuten nichts mehr zu tun hat.
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