International

Fliessband-Hinrichtungen in Arkansas vorerst gestoppt

15.04.17, 08:05 15.04.17, 08:28

Sieben zum Tode verurteilte Häftlinge im US-Bundesstaat Arkansas müssen nicht mehr damit rechnen, in den nächsten Tagen hingerichtet zu werden. Der Oberste Gerichtshof von Arkansas setzte am Freitag (Ortszeit) die Hinrichtung von Bruce Ward aus, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt.

Wenig später untersagte ein Bezirksgericht in sechs anderen Fällen vorläufig den Gebrauch des Medikaments Vecuronium, das Teil der Giftmischung für die Exekutionen ist. Geklagt hatte der Pharmahändler McKesson, der das Mittel an den Bundesstaat verkauft hatte.

Die Todeskandidaten von Arkansas, oben links Bruce Ward. Bild: EPA/ARKANSAS DEPARTMENT OF CORRECTIO

Arkansas wollte von Ostermontag an binnen elf Tagen sieben Häftlinge hinrichten lassen. Der Grund dafür ist, dass Ende des Monats das Haltbarkeitsdatum für noch vorhandene Dosen des Medikaments Midazolam ausläuft, das Teil des Giftcocktails ist.

Die geplanten Hinrichtungen lösten Proteste aus. Auch Hollywood-Star Johnny Depp hat am Freitag in Little Rock im US-Gliedstaat Arkansas an den Protesten teilgenommen. Dabei wurde er von dem Ex-Häftling Damien Echols begleitet, wie unter anderem der Lokalsender THV11 berichtete. Auch Kirchenvertreter und Menschenrechtsorganisationen wenden sich gegen die Hinrichtungswelle. 

Immer wieder Justizirrtümer

Damien Echols (rechts) und Johnny Depp. Bild: AP/The Arkansas Democrat-Gazette

Echols war mit zwei Freunden 1994 in Arkansas wegen Mordes an drei Jungen verurteilt worden und 2011 nach langjähriger Haft wegen entlastender Beweise wieder freigekommen. Mehrere Dokumentarfilme beleuchteten den Fall der sogenannten «West Memphis 3» um Echols und seine beiden Freunde.

Der 53-jährige Johnny Depp und andere Stars wie Musiker Eddie Vedder und Filmemacher Peter Jackson hatten sich für die Männer im Todestrakt eingesetzt. Zahlreiche Personen protestierten zudem mit Plakaten vor einem lokalen Regierungsgebäude.

Kein Nachschlag! So sahen die letzten Mahlzeiten von Mördern aus

(sda/dpa/meg)

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  • Spooky 16.04.2017 12:35
    Highlight Die echt bösen Kriminellen kommen sowieso nie mit dem Gesetzt in Konflikt.

    Sie landen darum auch nie in irgendwelchen Gefängnissen.

    In den Knästen dieser Welt hocken nur geistig beschränkte Leute, die so dumm waren, sich erwischen zu lassen.

    (Und glaubt jaa nicht, dass ich nicht weiss, wovon ich rede.)

    Warum ist das so?

    Weil die echt bösen Kriminellen die Gesetze machen. Zum eigenen Vorteil, schon klar.
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  • Jaing 15.04.2017 13:51
    Highlight Zu Echols sollte man noch erwähnen, dass er zum Tod verurteilt worden war. Nachdem er und die beiden anderen Verurteilten nach (privat durchgeführten) DNA-Vergleichen entlastet worden waren, dauerte es nochmals rund 4 Jahre bis sie rauskamen. Zudem wurden sie nicht freigesprochen. Sie mussten sich schuldig bekennen und erhielten damit eine Strafreduktion, nach der sie sogleich entlassen wurden. Sie können deshalb keinen Schadenersatz verlangen und der wahre Täter bleibt unangetastet. Was für ein Skandal!
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  • eysd 15.04.2017 13:02
    Highlight Sehe nicht ein wieso sich jemand für nachweislich Schuldige einsetzt...ist doch kako. Weg damit und fertig Diskusion. Soll meine Haltung gegen den Mensch sein? Ne gegen die Bösen, die Guten will ich beschützen egal welche Rasse oder Geschlecht. Sehe aich keine Strafe im Tod sondern die Befreiung der Gesellschaft.
    1 14 Melden
    • Symoris 16.04.2017 01:56
      Highlight In einigen Ländern ist man "böse" oder "des Teufels" oder "Staatsfeind" nur weil man Homo ist. Also wer bestimmt wo das Böse beginnt?
      Wo ist die Wertetabelle?
      Wenn ein Mörder böse ist und man diesen deswegen ermordet wird man dann nicht selber zum Bösen und müsste ebenfalls ermordet werden?
      Teufelskreis?
      Und zusätzlich: Die unschuldigen Opfer sind dann einfach Kollateralschäden, die man akzeptieren muss?
      6 0 Melden
    • Asalato 17.04.2017 17:58
      Highlight @eysd: Es gibt auch Justizirrtümer. In den USA nicht gerade wenige. Ausnahmen könnte man höchstens bei Arschl**hern wie Breivik machen, bei dem ist die Sache glasklar bewiesen und er steht ja noch dazu und ist super stolz drauf. Bei solchen Fällen: Einverstanden. Ansonsten sehe ich das wie Symoris.
      1 0 Melden
    • eysd 17.04.2017 22:09
      Highlight Symoris genau bei vorsätzlich verursachtem Tod ohne das es Notwehr wäre würde ich lieber das Geld für das Lebenlassen sparen. Klar muss man die Kolateralschaden berücksichtigen und somit verhindern. Es gibt aber Fälle da würde ich mir eher öffentlich eine Exekution wünschen als im Gefängnis beherbergen.
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    • eysd 17.04.2017 22:10
      Highlight Ich differenziere und teile deine Meinung. Ausser eben bei klaren Fällen.
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  • Fulehung1950 15.04.2017 10:41
    Highlight Bruce Ward sitzt seit 27 Jahren in der Todeszelle. Er ist psychisch krank und leidet unter einen schizophrenen Paranoia. Gemäss seinen Anwälten war er bereits zum Zeitpunkt seines Prozesses krank und hatte deshalb nie einen fairen Prozess. Er wird, gemäss Aussagen, von Psychiatern, nicht begreifen, was mit ihm geschieht, wenn er zur Hinrichtung geführt wird.

    7 5 Melden
    • Symoris 15.04.2017 16:03
      Highlight Das ist in den USA sowieso extrem schlimm.
      Gemäss Studien von
      - dem Treatment Advocacy Center in Arlington
      - der National Sherriff's Association
      - dem US-Bureau of Justice Statistics
      - dem Criminal Justice/Mental Health Consensus Project
      haben rund 356'000 US-Gefängnis-Insassen, schwere psychische Krankheiten
      z.B. (paranoide) Schizophrenie, oder schizoaffektive, bipolare Störungen.
      Gefängnisse werden zum Ersatz für Kliniken.
      In jedem US-Staat, befinden sich mehr psychisch kranke Menschen in Gefängnissen als in Psychiatrien.
      4 0 Melden
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  • Boogie Lakeland 15.04.2017 09:23
    Highlight Ich hab mich ja selbst auch schon oft dabei erwischt wie ich dachte “den soll man umbringen“ wenn ich von Verbrechen gelesen habe.
    Aber da die Gerichte nicht unfehlbar sind, ist die Todesstrafe nur primitiv.
    Zum Glück exportieren europäische Unternehmen immer weniger die entsprechenden Stoffe
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  • wir sind alle menschen 15.04.2017 08:43
    Highlight und was ist der grund, dass "Pharmahändler McKesson" geklagt hat?
    29 0 Melden
    • bullygoal45 15.04.2017 12:49
      Highlight Sie haben das Mittel anscheinend als Medikament und nicht zur Tötung verkauft.

      Das macht schon ein Unterschied ob du ein Baseballschläger als Sportgerät oder als Waffe verkaufst!
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  • pamayer 15.04.2017 08:42
    Highlight Immerhin konnte die absurde Massen-Schlachterei vermieden werden.
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    • Töfflifahrer 15.04.2017 11:08
      Highlight Achtung, nur aufgeschoben.
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