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United Airlines steht seit dem Skandal-Video im Kreuzfeuer. Bild: AP/ap

Aktie von United Airlines im Sturzflug – das Internet stichelt weiter

Der Skandal um ein Video aus einem United-Airlines-Flug zieht immer weitere Kreise. Mittlerweile sind die Folgen des Vorfalles sogar wirtschaftlich zu spüren: Am Montagnachmittag verlor die Aktie der Holdinggesellschaft United Continental Holdings eine Milliarde Dollar an Wert.

12.04.17, 13:39

Ein Passagier wird brutal von Flughafenpolizisten aus seinem Sitz gerissen und in den Gang gezerrt. Am Schluss läuft dem Arzt Blut über das Gesicht und er wirkt sichtlich verstört. Es sind Bilder aus einem überbuchten Flug der United Airline vom Sonntag aus Chicago. Das Video wurde von einem anderen Passagier aufgenommen und ins Internet gestellt. 

Seitdem wird die Fluggesellschaft mit Häme überschüttet. Am Montagnachmittag, als die Welle so richtig ins Rollen kam, verlor die Dachgesellschaft United Continental Holdings fast eine Milliarde US-Dollar an Aktienwert.

Anstatt die Krise zu entschärfen hat United-CEO Oscar Munoz das Feuer sogar noch weiter angefacht. In einem internen Email bezeichnete er den betroffenen Passagier als «zerstörerisch und aggressiv». Seine Angestellten hätten nach professionellen Regeln gehandelt.

#NewUnitedAirlinesMotos

Im Internet geht der Spiessrutenlauf derweil weiter. Auf Twitter wird unter #NewUnitedAirlinesMotos nach einem neuen Motto für United gesucht, was an Häme kaum noch zu überbieten ist. Hier ein paar Beispiele:

Nun hat auch die Konkurrenz Lunte gerochen. Auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal hat Emirates Airlines einen Werbespot mit dem Slogan «Fly the friendly skies, this time for real!» veröffentlicht.

US-Comedian Jimmy Kimmel hat in seiner Late-Night-Show sogar einen neuen Werbespot für United gedreht. Der Slogan hier? «United Airlines: F*ck You!»

CEO will Umgang mit Passagieren überprüfen

United wird ebenfalls des Rassismus verdächtigt. In China löste das Video Proteststürme im Internet aus. Viele forderten den Boykott der Airline, weil der Arzt asiatischer Herkunft ist. Manche vermuten, er sei deshalb ausgewählt worden. United hat sich bisher nicht zu diesen Vorwürfen geäussert.

United-CEO Munoz hat sich am Dienstag zum zweiten Mal öffentlich zum Vorfall geäussert. Dieses Mal stellte er sich nicht mehr so klar hinter seine Angestellte. Er wolle nun die Statuten zur Umgangspolitik mit Passagieren bei United überprüfen und gegebenenfalls anpassen. (leo)

32 Bilder der allerbesten Stewardessen-Uniformen EVER (ever, ever ...)

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  • Waedliman 13.04.2017 16:35
    Highlight Wer häufiger mit US-Fluggesellschaften fliegt weiss, dass es dort manchmal recht ruppig zugeht. Das Kabinenpersonal wirkt oft gehetzt, Passagiere bezeichnen ihren halben Hausrat als Handgepäck und versuchen dieses zeitgleich mit dem tropfenden Burrito zu verstauen, während aus dem Kopfhörer laute Musik dröhnt und das Boarding innerhalb von 15 Minuten erledigt sein muss, damit in der Pünktlichkeitsstatistik der Flug auch ja um 18:07, wie geplant, losgehen kann. Ich finde das Handeln von UA im konkreten Fall ungehörig, aber manchmal habe ich Verständnis für gestresste Flugbegleiter.
    1 0 Melden
  • Emperor 13.04.2017 02:09
    Highlight Selten war ein blutiges Gesicht so teuer...

    United bietet wirklich einmaligen Service...
    1 0 Melden
  • Gummibär 12.04.2017 17:27
    Highlight Für den Preis dieses PR Desasters hätten Unlimited Agression Lines die deadheading crew locker mit einem Citation charter an den Bestimmungsort fliegen können.
    8 2 Melden
    • Randy Orton 12.04.2017 20:09
      Highlight Für di etwas über 400km hätte es auch ein Taxi getan.
      0 0 Melden
  • Toerpe Zwerg 12.04.2017 16:50
    Highlight Klarer Anlagetipp in dem Fall. Kaufen.
    9 5 Melden
    • Randy Orton 12.04.2017 16:59
      Highlight Hast du auch noch Swissair-Aktien? ;)
      18 3 Melden
    • Don Alejandro 12.04.2017 17:38
      Highlight Zuwarten. Die fallen noch weiter.
      7 1 Melden
    • Pat the Rat (der Echte) 12.04.2017 18:22
      Highlight Wie sagen doch gewiefte Börsianer? "Never catch a falling knife"
      7 1 Melden
  • Saperlot 12.04.2017 16:18
    Highlight Bei Der Swiss hatte ich das mal, dass sie 400 stutz geboten haben, wenn jemand sich freiwillig auf einen 2,3 Stunden späteren Flug umbuchen liess. Viel eleganter.. Aber sowas ist typisch für die Amis.
    4 10 Melden
    • Toerpe Zwerg 12.04.2017 16:56
      Highlight Jaja, die Amis.
      2 4 Melden
    • Volare 12.04.2017 17:06
      Highlight Die Airline hat 800 $ (manche Quellen sprechen von 1000 $) plus Hotel und Essen angeboten. Keiner der Passagiere hat angebissen. Sie hätten ruhig etwas mehr bieten können. Jetzt wird es teurer für United.
      16 1 Melden
  • Str ant (Darkling) 12.04.2017 16:08
    Highlight Wenn ein Flug überbucht ist verweigert man dem Kunden seinem Platz im Flugzeug richtig oder ?
    In diesem Fall waren die Leute aber bereits an Bord gelassen worden die alleinige Schuld liegt also bei der Fluggesselschaft
    33 3 Melden
    • coronado71 12.04.2017 16:28
      Highlight Richtig. Man hätte bereits beim Check-in oder spätestens am Gate Alternativen anbieten müssen (das ist mir in CDG auch mal passiert). Was United da veranstalte, ist jedenfalls unter aller Kanone.
      25 1 Melden
    • Volare 12.04.2017 17:12
      Highlight So wie es aussieht, war der Flug zwar voll, aber gar nicht überbucht. Deswegen wurden die Passagiere normal an Bord gelassen. Kurz vor Schliessung des Boardings bestieg ein United Agent das Flugzeug und bat um vier Freiwillige. Der Grund: vier Crew Member müssten dringend mitfliegen, um zu einem Arbeitseinsatz zu gelangen. United, das schreit nach Inkompetenz.
      15 1 Melden
  • fabsli 12.04.2017 14:26
    Highlight Wie funktioniert das eigentlich mit dem Overbooking? Einfach 10% überbuchen? Das machen anscheinend viele Airlines. Hab's selber aber noch nie erlebt.
    9 1 Melden
    • Leo Helfenberger 12.04.2017 14:57
      Highlight @fabsli: In diesem Fall war es so, dass der Flug ausgebucht war, die Airline aber noch vier Angestellte transportieren musste. Diese sollten dann vom Zielflughafen aus einen weiteren Flug betreuen. Grundsätzlich werden Flugtickets nicht doppelt verkauft.
      12 31 Melden
    • Eine 12.04.2017 14:59
      Highlight Die haben so ihre Statistiken wieviele Leute ihren Flug nicht antreten und überbuchen entsprechend.
      32 2 Melden
    • coronado71 12.04.2017 16:19
      Highlight @Leo: im Sinne von "wir verkaufen auf dem Flug 4-10% mehr Tickets als Sitzplätze vorhanden" wird schon "doppelt" verkauft. Grund ist, eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen. Mehrfachbuchungen sind bei Geschäftsreisenden nicht selten. Krieg' ich den einen Flug nicht, hab ich den Sitzplatz im nächsten. Das ist insbesondere auf "Rennstrecken" üblich. Chicago-Louisville ist so eine, da ab dort zahlreiche (günstige) weitere Verbindungen abgehen.
      8 0 Melden
    • Maett 12.04.2017 16:35
      Highlight @Leo Helfenberger: grundsätzlich doch. Selbst die Swiss überbucht gerne.

      Z.B. hier nachzulesen: http://www.20min.ch/finance/news/story/25446970
      7 0 Melden
    • Leo Helfenberger 12.04.2017 16:53
      Highlight @coronado71: Das habe ich nicht gewusst. Danke für den Input!
      7 1 Melden
    • Volare 12.04.2017 17:18
      Highlight Man muss verstehen, dass man bei einer Flugbuchung eigentlich nur den Transport von A nach B bucht. Alles andere liegt im Ermessen der Airline. Weder ist ein bestimmter Tag/Uhrzeit noch ein bestimmter Sitz oder das Routing auf sicher. Das wissen viele nicht.
      5 0 Melden
    • Kstyle 12.04.2017 18:19
      Highlight @ volare das ist so nicht richtig. Wenn ich ein flugticket habe für einen bestimmten flug muss ich diesen antretten den ich habe ein ticket. Die fluggesellschaft kann nicht sagen du hast ein flugticket für heute aber den flug geht erst in 2 wochen.
      0 2 Melden
    • Volare 12.04.2017 19:22
      Highlight @Kstyle,Gleich zwei Wochen sind es schon nicht, keine Angst. Die Airline kann aber nach Buchung jederzeit bis zwei Wochen vor dem Flug stornieren oder dich umbuchen, ohne Entschädigung. Entweder akzeptierst du diese Änderung oder du stornierst den Flug. Das Geld bekommst du zurück. Stornieren ist selten ideal, da es vielleicht keine günstigen Flüge mehr gibt. Da bleibt dir nichts anderes übrig, als die neuen Bedingungen zu akzeptieren. Es kann sein, dass neu aus Nonstop 1 oder gar 2 Stopps werden, die Reise-/ und Wartezeit länger oder du zu ungünstigen Zeiten abfliegen oder ankommen musst.
      3 0 Melden
    • Waedliman 13.04.2017 16:37
      Highlight Es gibt Strecken, die gerne überbucht werden, weil es viele no-shows gibt (Südamerika). Bei Flügen nach Japan ist dies viel riskanter, da die Disziplin der Passagiere deutlich grösser ist. Um alle Plätze voll zu kriegen, wird also ein Überbuchen riskiert, der Preis, den man als Passagier bekommt, rechtfertigt dies scheinbar.
      0 0 Melden
  • Micha Moser 12.04.2017 14:05
    Highlight
    32 4 Melden
  • Posersalami 12.04.2017 13:52
    Highlight Tja, in Zeiten von Sozialen Medien kann man sich so etwas halt nicht mehr erlauben, und das ist auch gut so! Ich sehe keinen Grund, wieso die 4 "neuen Passagiere" die 450km nicht auch mit dem Auto hätten zurücklegen können..
    25 3 Melden
  • Magnum 12.04.2017 13:51
    Highlight Hatte vergangenes Wochenende das "Vergnügen" mit United, aufm Rückflug von Redmond/Oregon nach Taipeh, Taiwan.

    Flieger nach San Francisco war um satte 3h verspätet, der Anschluss darum unmöglich. Alternative Route via Seattle gebucht bekommen von United - in einen überbuchten Anschluss-Flieger. Kam nur aus Seattle weg, weil ich vor Ort einen Upgrade für USD750.- aus eigener Tasche geblecht habe. Das Geld hole ich mir von United zurück. Jeden Cent davon.

    32 9 Melden
    • Waedliman 13.04.2017 16:38
      Highlight Ich wäre da nicht so vorlaut. Es ist ein zähes Ringen mit Fluggesellschaften, selbst wenn man sich im Recht wähnt ;-)
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