International

Donald Trump schlägt gegenüber Nordkorea einen aggressiven Ton an.  Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Trump twittert wie ein kampflustiger Teenager – derweil trifft Tillerson in Moskau ein

Die USA haben sich unter Trump sowohl in Syrien als auch in Nordkorea auf heikles Terrain begeben. Die Lage ist äusserst angespannt.

12.04.17, 06:24 12.04.17, 06:42

Die Lage in Nordkorea hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt. Kurz nach den «wohlwollenden» Gesprächen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping hat Donald Trump schweres Kriegsgerät in Richtung nordkoreanische Gewässer geschickt. 

Kim Jong-Un reagierte mit Kriegs-Rhetorik auf die Entsendung der US-Flugzeugträger-Kampfgruppe. Nordkorea werde die «härtesten Gegenmassnahmen gegen die Provokateure treffen, um uns mit starker Waffenmacht zu verteidigen», erklärte das Aussenministerium in Pjöngjang am späten Montagabend.

Sollten die USA «für eine militärische Aktion optieren», sei die Volksrepublik zur Reaktion auf jede von den USA gewünschte Art von Krieg bereit, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Und die Drohungen Nordkoreas fanden den Weg ins Weisse Haus. Donald Trump konterte gestern Mittwoch auf Twitter mit ähnlich scharfer Rhetorik – und wählte wieder einmal wenig diplomatische Worte aus.

«Nordkorea sucht Probleme. Wenn China sich entscheidet, uns zu helfen, wäre das grossartig. Falls nicht, werden wir das Problem selber lösen. U.S.A.»

Doch Trump hat mit Kim Jong-Un einen unberechenbaren Gegner vor sich. Das Raketenprogramm von Nordkorea ist so weit gediehen, dass selbst ein begrenzter Angriff mit unkalkulierbaren Risiken verbunden wäre.

Seoul, die Hauptstadt von Südkorea, liegt weniger als 50 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt. Ein blutiger Gegenschlag Kims wäre nicht ausgeschlossen. Nordkorea kündigte gar an, dass es in der Lage wäre, Angriffe auf das US-Festland durchzuführen.

Tillerson reist nach Moskau

Nicht nur vor der koreanischen Halbinsel ist die Lage angespannt. Mitten in Zeiten wachsender Konfrontationen im Syrien-Konflikt kommt US-Aussenminister Rex Tillerson am Mittwoch in Moskau mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow zusammen. Kurz vor dem Treffen hatte sich der Ton zwischen Russland und den USA verschärft.

Die USA und ihre wichtigsten Verbündeten wollen Russland zu neuen Verhandlungen über eine politische Lösung des blutigen Syrien-Kriegs bewegen. Sie verlangen von Moskau aber den Bruch mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Russland ist der wichtigste Verbündete Assads.

Tillerson kommt als erstes Mitglied der neuen US-Regierung von Präsident Donald Trump nach Moskau. Absehbar wird auch Präsident Wladimir Putin den Amerikaner empfangen, den er noch aus Tillersons Zeit als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil kennt.

Bei Tillersons Gesprächen soll es auch um die Ukraine, Nordkorea und andere internationale Konflikte gehen. Tillerson war am Dienstagnachmittag in Moskau eingetroffen.

US-Aussenminister Rex Tillerson traf gestern Nachmittag in Moskau ein. Bild: EPA/US DEPARTMENT OF STATE

Syrien dominiert die Gespräche

Vor allem die jüngsten Ereignisse im Bürgerkriegsland Syrien dürften die Gespräche dominieren. Beim mutmasslichen Einsatz von Giftgas in der syrischen Provinz Idlib waren vergangene Woche mehr als 80 Menschen getötet worden.

Die syrische Regierung bestreitet, dafür verantwortlich zu sein. Trump gab Assad die Schuld und hatte als Vergeltung einen syrischen Luftwaffenstützpunkt angreifen lassen.

US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte, die USA hätten bei dem Angriff 20 Prozent der einsatzfähigen syrischen Kampfjets zerstört. Ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, beschuldigte Russland, die Hintergründe des mutmasslichen Giftgaseinsatzes in Syrien verschleiern zu wollen.

Russland will eine Untersuchung des Giftgasangriffs

Kremlchef Putin kündigte an, Russland wolle bei den Vereinten Nationen in Den Haag eine Untersuchung des mutmasslichen Giftgasangriffes in Syrien beantragen. Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums hatte die syrische Luftwaffe bei dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt eine Chemiewaffenfabrik getroffen.

«Wir haben Informationen aus unterschiedlichen Quellen, dass weitere Provokationen – ich kann sie nicht anders nennen – vorbereitet werden», sagte Putin. Unter anderem gebe es Pläne, in Vororten von Damaskus Substanzen abzuwerfen und die syrische Regierung zu beschuldigen, sagte er.

Putin will eine Untersuchung zum mutmasslichen Giftgasanschlag in Moskau. Bild: EPA/SPUTNIK POOL

Tillerson hatte Russland vor seiner Abreise nach Moskau aufgerufen, eine klare Position im syrischen Bürgerkrieg zu beziehen – ob es mit dem Westen einerseits oder mit der syrischen Führung und dem Iran andererseits zusammenarbeiten will.

Der Sprecher des US-Aussenministeriums, Mark Toner, sagte, im Falle eines erneuten Giftgaseinsatzes behielten sich die USA das Recht einer erneuten Reaktion vor. Toner erneuerte die Sichtweise Washingtons, dass Präsident Assad einer Befriedung Syriens im Weg stehe.

Warnung vor Vergeltungsmassnahmen

Das russische Aussenministerium hatte vor möglichen Vergeltungsmassnahmen gewarnt, sollten die sich häufenden Probleme nicht gelöst werden: «Es ist offensichtlich, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen die schwierigste Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges durchleben.»

Im italienischen Lucca hatten die G7-Aussenminister bei einem Treffen am Dienstag die russische Regierung zur Kooperation aufgefordert.

Die Aussenminister verzichteten jedoch auf Druckmittel wie neue Sanktionen. Russland müsse sich entscheiden, ob es sich mit den USA und ihren Alliierten oder mit Assad, dem Iran und der Hisbollah verbünden wolle, sagte US-Aussenminister Tillerson. (cma/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Was beim iPhone X wirklich neu ist

Spanien-Attentäter planten Anschlag auf Basilika

Massenschlägerei unter Flüchtlingen in Calais

So lief der Dwamena-Deal wirklich ab. Wir haben exklusiv die Whatsapp-Protokolle

Totale Sonnenfinsternis in den USA – hier gibt's den Livestream der NASA

Sebastian Kurz greift Erdogan an

Frauenleiche ist die vermisste Journalistin

Um den Dienstag zu überstehen, brauchst du diese 16 Fail-GIFs

Die Schule geht wieder los? So viel verdient dein Lehrer – der grosse Lohnreport

Die kreative Reaktion dieses Supermarkts auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Bürgerkrieg und Sklaverei: Die unverheilte Wunde der USA

Fanta gibt's dank den Nazis – und 12 weitere WTF-Fakten zu Cola, Limo und Co.

7 Gründe, warum die Badenfahrt das bessere Züri Fäscht ist

Macht, Mord und Monobrauen: Im Harem des persischen Schahs

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
14Alle Kommentare anzeigen
14
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • die 200 12.04.2017 11:23
    Highlight wtf??? Sollen jetzt zwei Regime-Wechsel nach amerikanischem Gusto gleichzeitig vollzogen werden, nachdem man das gleiche im Irak und in Afganistan verbockt hat??? Oder ist der Plan wirklich einfach nur Chaos zu sähen und die Welt mit eignem Profit brennen zu lassen? Dann geht er natürlich seit Jahren bestens auf...
    2 0 Melden
    600
  • Butzdi 12.04.2017 10:31
    Highlight Objektiv betrachtet gibt es keine konkreten Beweise, dass das Gas nicht von einem getroffenen Labor freigesetzt wurde. Somit ist die Option genauso legitim, wie die dass Assads Truppen das Gas einsetzten. Weshalb Assad genau jetzt Gas einsetzen sollte, wo konventionelle Bomben denselben Effekt hätten macht nicht wirklich Sinn. Ich würde mich da nicht festlegen. Dass Trump aber laut seinem Sohn Eric reagiert, weil Ivanka die Bilder der Kinder leid taten ist sehr bedenklich. Was wäre das für ein Shitstorm gewesen, wenn Obama wegen Malia das Parlament übergangen hätte um Syrien zu bombardieren.
    2 0 Melden
    600
  • Butzdi 12.04.2017 10:22
    Highlight Wer hätte gedacht, dass ein dünnhäutiger Narzist sich rein auf die Ausbeutung seines eigenen Landes beschränken würde? Niemand, ausser ein paar machthungrigen Republikanern, die Partei über Land stellen und ein paar Ewiggestriger die immer noch glauben, dass Trump ihnen ihre Kohlejobs zurückbringt. Wer ist jetzt der Warhawk?
    1 1 Melden
    600
  • Gummibär 12.04.2017 08:29
    Highlight Niemandem würde es einfallen einen erfolgreichen Gebrauchtwagenhändler aus Hintertupfingen an die Spitze des Volkswagenskonzerns zu berufen.
    Einen erfolgreicher Liegenschaftenhändler and die Spitze der U.S.A. zu wählen lässt sich damit vergleichen.
    Man kann nur hoffen, dass der Rest der Geschäftsführung einigermassen vernünftig arbeitet.
    We hope they keep their shit together.
    16 1 Melden
    • Firefly 12.04.2017 11:28
      Highlight Diese Hoffnung schwindet von Tag zu Tag
      0 0 Melden
    600
  • ev0lution 12.04.2017 07:59
    Highlight Wer in einem aufgeklärten und weltoffen Land wie der Schweiz sitzt und das Verhalten von Putin, Edogan & Co. noch gut findet, ist einfach nur widerlich und sollte das Land schnellst möglich verlassen!
    Frauen - Verweigert solchen Typen die Kinder!!!
    14 23 Melden
    • EvilBetty 12.04.2017 08:38
      Highlight Weil ja nur Männer ... ach vergiss es.
      26 5 Melden
    • ev0lution 12.04.2017 09:01
      Highlight @evil
      Leider ist es so, auch wenn Ihnen das als Mann nicht passt!
      2 12 Melden
    600
  • N. Y. P. 12.04.2017 07:53
    Highlight «Nordkorea sucht Probleme. Wenn China sich entscheidet, uns zu helfen, wäre das grossartig. Falls nicht, werden wir das Problem selber lösen. U.S.A.»

    Hier sehen wir, was in der heutigen Zeit ein Staatstreffen zweier Präsidenten noch für einen Wert hat: Keinen.
    Da kam vor kurzem der Präsi aus China in die USA. Tolle Worte wurden ausgetauscht. Beginn einer wunderbaren Beziehung ausgerufen.

    Tage später : «.. Falls nicht, werden wir das Problem selber lösen. U.S.A.»
    17 0 Melden
    600
  • Ruefe 12.04.2017 07:11
    Highlight Der orange Typ zettelt noch einen 2.Koreakrieg an -.-
    34 4 Melden
    • rodolofo 12.04.2017 07:36
      Highlight Vor allem hat jetzt das "Gelbe Riesen-Baby" (Kim Jong Un) genau das, was es wollte:
      Endlich kann es mal mit einem richtig fetten grossen Imperator "Kriegerlis" spielen!
      Aber dieser "Grosse" ist im Grunde nur ein "Oranges Riesen-Meerschweinchen"...
      Tut mir leid, Kimilein! Aber so sind die Verhältnisse nun mal, heutzutage.
      15 14 Melden
    600
  • rodolofo 12.04.2017 07:10
    Highlight Putin fordert eine Untersuchung...
    Da kugeln sich ja sogar seine eigenen humorlosen "Wölfe" vor Lachen!
    Da inszeniert doch tatsächlich ein mit Lügen gegen die "Lügen-Propaganda des Westens" operierender Doppelagent ein verwirrendes Theater von einem Kampf zwischen dem ehrenwerten Ostblock-Rechtsstaat und dem US-Imperialismus...
    Da staunt der Laie!
    Eine Chemiewaffen-Fabrik der Rebellen soll also getroffen worden sein bei einem Russischen Luftangriff?
    Da muss ja die Kriegsmaschine dieser Rebellen auf Hochtouren laufen, wie geschmiert!?
    Bindet doch jemand anderem diesen Russischen Bären auf!
    26 16 Melden
    • Informant 12.04.2017 07:56
      Highlight Ehemaliger CIA-Offizier und Spezialist für Terrorismusbekämpfung Philip Giraldi:

      Die vorliegenden Geheimdienstinformationen bestätigen ziemlich genau die russische Darstellung. Also dass ein Munitionslager getroffen wurde, in dem die Rebellen - Rebellen die mit al-Kaida in Verbindung stehen – chemische Stoffe gelagert hatten. Der Angriff verursachte eine Explosion der Chemikalien, die dann zu den Verlusten führten. Allem Anschein nach ist die vorliegende Geheimdienstinformation zu dem Fall sehr klar“, so Giradi in einem Interview mit The Libertarian Institute.
      13 7 Melden
    • Citation Needed 12.04.2017 14:35
      Highlight Philip Giraldi gehört zum Dunstkreis um Ron Paul. Aus dieser Ecke kamen schon früher (unter dem Sammelbegriff 'Anti-War') nebst ultrakonservativen und recht schrägen Ansichten auch pro-russische Aussagen. Also nehme ich Gilardi nur mit äusserster Vorsicht zur Kenntnis. Fraglich ist auch, woher er denn die Beweise haben will. Erhält man als Ex-CIA-Officer lebenslang Zugriff auf geheime Informationen? Oder hat er evtl. Beweise von Putin bekommen? Putin hat grosses Interesse daran, seinen Verbündeten Assad zu entlasten. Das beweist noch nichts, Misstrauen ist aber mehr als angebracht.
      2 0 Melden
    600

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Manchmal genügen 140 Zeichen und ein Bild: Das demonstriert dieser Tage der ehemalige US-Präsident. Via Twitter liess Barack Obama das Internet wissen, was er von den rassistischen Kundgebungen und der Gewalt in Charlottesville hält. Es ist mittlerweile der Tweet mit den meisten «Gefällt mir»-Reaktionen.

Obama zitierte Nelson Mandela und ruft in insgesamt drei Tweets dazu auf, Rassisten Liebe entgegenzubringen. «Menschen müssen lernen zu hassen, und wenn sie das Hassen lernen können, dann …

Artikel lesen