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Barack Obama während seiner Rede an der Howard-Universität in Washington.  Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

«Wir sind nicht mehr nur Ladenbesitzer»: Obama sieht Fortschritte im Kampf gegen Rassismus

08.05.16, 04:04 08.05.16, 11:28

US-Präsident Barack Obama hat seinem Land Fortschritte im Kampf gegen den Rassismus bescheinigt. Zwar bestünden Rassismus und Ungleichheit fort, sagte Obama am Samstag (Ortszeit) an der afroamerikanisch geprägten Howard-Universität in Washington.

Doch im Vergleich zur Situation vor 30 Jahren seien die Beziehungen zwischen Schwarzen und Weissen in den USA viel besser geworden. «Wir sind nicht mehr nur kleine Ladenbesitzer, wir sind Konzernchefs, wir sind Bürgermeister, Abgeordnete, Präsident der Vereinigten Staaten», sagte Obama, der 2008 als erster Afroamerikaner ins Präsidentenamt gewählt worden war.

Seine Wahl habe zwar «keine Gesellschaft geschaffen, die den Rassismus hinter sich gelassen hat», räumte Obama ein. «Sie war aber ein Anzeichen dafür, wie sehr sich die Einstellungen geändert haben.» Er fügte hinzu: «Seit ich selbst von der Hochschule abgegangen bin, haben sich die Rassenbeziehungen verbessert. Das ist die Wahrheit.»

Obama rief junge Afroamerikaner auf, sich für eine weitere Verbesserung der Beziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe einzusetzen. Dabei müssten sie sich aber auch in die Köpfe jener hineinversetzen, denen diese Entwicklung Unbehagen bereite, mahnte er.

Empörung wegen Polizeigewalt

Als Beispiel führte Obama einen «weissen Mann mittleren Alters» an: «In den vergangenen Jahrzehnten haben wirtschaftliche und kulturelle und technische Veränderungen seine Welt durcheinandergebracht, und er fühlt sich machtlos», sagte Obama. «Ihr müsst Euch auch in ihn hineinversetzen», forderte der Präsident seine Zuhörer auf. Solche Einstellungen zu ändern, erfordere eine Strategie und einen langen Atem.

Afroamerikaner sind in den USA auch unter Obamas Präsidentschaft immer noch überdurchschnittlich oft arm und arbeitslos. Zuletzt hatten mehrere Fälle, in denen weisse Polizisten Gewalt gegen Schwarze anwendeten, für Empörung gesorgt. (sda/afp)

Von George Washington bis Barack Obama: Alle 44 US-Präsidenten

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Alnothur 08.05.2016 22:32
    Highlight Nachdem er in letzter Zeit ja eher etwas mehr auf Polemik aus war, habe ich Obama eine solch wohlüberlegte Aussage fast nicht mehr zugetraut. Aber auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: genau so, wie er es vorschlägt, geht es! Ist gerade auch zur Zeit, in dem der Rassenkonflikt wieder mit Gewalttaten von sich reden macht, wichtig, dass sowas gesagt wird. Ganz unironisch: "Thanks, Obama!"
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  • rodolofo 08.05.2016 07:57
    Highlight Das ist "Obama vom feinsten"!
    Sinngemäss sagte er: "Ihr müsst Euch in diesen alternden, weissen Mann mit Wabbelbauch, der gerade seinen Job in der Autofabrik verloren hat, weil diese Fliessband-Arbeit jetzt von Robotern erledigt wird, hineinversetzen!"
    So weit sind wir also gekommen!
    Der alte Haudegen und Ku Klux Klan - Sympatisant wird von schwarzen "Weissen-Verstehern" BEMITLEIDET!
    Als wäre der Rechtsextreme eine aussterbende Spezies, die in einem Naturpark neu ausgewildert und in die Zukunft hinübergerettet werden müsste!
    Ja, der Rassismus hat es wirklich schwer im Amerika von heute...
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