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Sinnbild für den friedlichen Protest gegen Polizeigewalt in den USA: Ieshia Evans.   Bild: JONATHAN BACHMAN/REUTERS

Das ist die Frau auf dem ikonischen Protestbild aus Baton Rouge

11.07.16, 11:43 11.07.16, 20:36

Ihr Bild ist jetzt schon eine Ikone der Protestfotografie: Die junge Frau, die sich am Sonntag in Baton Rouge, Louisiana, in einem wallenden Kleid einem Kordon von Polizisten entgegenstellt. Erhobenen Hauptes, voller Stolz – bis die Handschellen klicken und zwei Polizisten die Frau abführen. Das Sujet kam dem Fotograf Jonathan Bachman bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt vor die Linse.

Schwerbewaffnete Polizisten auf der einen, Demonstrationsteilnehmer auf der anderen Seite: Baton Rouge.  Bild: AP/The Daily Advertiser

Um wen es sich bei der Frau handelt, war unklar. Jetzt hat der britische Daily Telegraph die Identität der Demo-Teilnehmerin enthüllt: Ieshia Evans, 28 Jahre alt, Krankenschwester aus New York und Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Sie wolle eine bessere Zukunft für ihren Sohn, gab Evans als Grund für ihre Teilnahme an der Demonstration an. Zuvor hatte sie noch nie an einer Demo teilgenommen. Für den Protestumzug reiste die 28-Jährige von New York in den Bundesstaat Louisiana. 

Eine Freundin von Evans äusserte sich gegenüber dem «Telegraph» erleichtert, dass die junge Frau die Verhaftung unbeschadet überstanden hat. Evans wurde zusammen mit Dutzenden anderen Protest-Teilnehmern 24 Stunden auf dem Polizeiposten in Baton Rouge festgehalten. Insgesamt wurden 100 Demonstranten und zwei Journalisten in Polizeigewahrsam genommen.

100 Demonstranten wurden bei Protesten in Baton Rouge am Sonntag verhaftet.
Bild: AP/The Daily Advertiser

Über die Gründe ihrer Verhaftung kann Evans nur spekulieren: «Ich stand mit verschränkten Armen da und schaute die Polizisten bloss an. Wahrscheinlich gefiel ihnen das nicht.» Bis zu diesem Zeitpunkt war der Protest friedlich, auch Evans wehrte sich laut Zeugenaussagen nicht gegen ihre Verhaftung. «Sie hat nichts gesagt. Sie hat sich nicht widersetzt und die Polizei hat sie nicht weggezerrt», sagte Bachman.  Auf dem Posten sei sie gut behandelt worden, gab Evans später zu Protokoll. Ein Polizist habe sich darum gekümmert, dass die Verhafteten gut behandelt würden.

«We will never be extinct» – «Wir werden nie ausgelöscht werden.» Protestslogan in Baton Rouge. Bild: AP/The Daily Advertiser

Nach Angaben der Polizei wurden bei der Demonstration zwei Polizisten verletzt. Zum Protest aufgerufen hatten Mitglieder der schwarzen Bürgerrechtsbewegung «Black Lives Matter». In Baton Rouge wurde vergangene Woche der Afroamerikaner Alton Sterling bei einer Verkehrskontrolle aus nächster Nähe erschossen – Videomitschnitte des Vorfalls lösten landesweit heftige Proteste aus. (wst)

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  • felixJongleur 12.07.2016 21:50
    Highlight Ikonische Bilder und grosse Reden gibt es wohl langsam genug, dem hype um dieses zugegebenermassen gute Bild finde ich etwas befremdend, à la die "Oberschicht" zeigt ihre Solidarität und beweist erst noch Kunstgeschmack - ganz komisch.
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  • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 20:03
    Highlight Wird das Donald Trump Politik sein! Man staune, wo auf dieser Welt ausser China, Syrien, Türkei und Deutschland, gibt es noch solche rassistische Übergriffe!? Eine Frau aus new York ist nach Louisiana gereist, aus Protest, wegen ungerechten Handlungen und ungleiche Behandlungen der Schwarzen von den Weissen im Bundesstaats Louisiana, und Landesweit in Nordamerika. http://welt.de/vermischtes/article156893754/Absoluter-Ausnahmezustand-in-Dallas.html
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  • bangawow 11.07.2016 17:48
    Highlight Robocop :)!
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  • Echo der Zeit 11.07.2016 17:28
    Highlight Mag mich an ein änhlicher Fall aus derSchweiz erinnern - da gabs für die Frau Tränengas ins Gesicht.
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    • Ingenieur 11.07.2016 22:13
      Highlight Da hat dir dein Gedächtnis ein Schnippchen geschlagen. Die Frau, die du meinst, war keineswegs so ruhig und zurückhaltend, wie die Dame im Bild.
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    • Echo der Zeit 12.07.2016 17:25
      Highlight Ja - genau, ne echte gefahr für Polizisten in Demo Ausrüstung.
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    • Ingenieur 13.07.2016 22:38
      Highlight Klar. War einfach keine ähnliche Situation.
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  • Locutus 11.07.2016 17:22
    Highlight Und alle schön die Hände nach oben! Hatten wir doch schon mal... Bewaffnete "Black Panthers". Watson sagst Du auch dazu was, ausser dem netten Mädchen-Hype?

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    • Dan Rifter 11.07.2016 21:36
      Highlight Gleicher Effekt wie die Daesh-Kids aus den Banlieues/Suburbs .. keine Zukunftsperspektiven und Hassprediger sind eine tolle Kombination.

      Ich befürchte, dass unsere Generation noch einen US-Bürgerkrieg erleben wird.
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  • ElendesPack 11.07.2016 14:38
    Highlight Die im Artikel erwähnten Handschellen dürften eher nicht geklickt haben. Wie man auf dem Bild sieht, benützen die Polizisten Kabelbinder bei den Verhaftungen und diese sind sehr zurückhaltende Klicker.
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    • AL:BM 11.07.2016 15:25
      Highlight Ja, die 'zippen' mehr...
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    • ElendesPack 11.07.2016 15:34
      Highlight Klingt einfach nicht so geil in nem Artikel, wenn man schreiben muss "bis die Kabelbinder zippten"....
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    • AL:BM 11.07.2016 17:15
      Highlight Da haben Sie Recht.
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    • James McNew 11.07.2016 18:07
      Highlight Klingt ziemlich schmissig, besser als das abgestandene klicken. Watson, bitte aufnehmen.
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  • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 14:34
    Highlight 0815-Demo-Foto. Was soll daran ikonisch sein? Ahso sie wurde verhaftet für 24h?
    Ist ja aich in Zürich ganz normal unschuldige einzukesseln und dann stundenlang festzuhalten, also auch nichts besonderes...
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    • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 15:01
      Highlight Genau, fehlt nur noch dass sie Blumen an die Polizisten angesteckt hätte. Aber das Foto ist halt gut gelungen, perfekt für ein Sozialmedien-Hype.
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    • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 15:19
      Highlight Glaube das ist nun wirklich ein Motiv dass du mehr oder weniger an jeder Demo findest (friedliche Person wird von Polizisten angegangen).
      Welche Agenda dahintersteckt dass es dann auf allen Titelblättern auftaucht wäre schon interessant...
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    • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 17:30
      Highlight Ja, eben fast 0815. Aber das Sommerkleid ist nunmal wirklich eher speziell…fehlt nur noch dass es mal blau/schwarz, mal weiss/schwarz erscheint.
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    • ElendesPack 11.07.2016 22:51
      Highlight Das ist nun mal wirklich eine interessante Frage: Wer sieht das Sommerkleid eher schwarz und wer eher blau? Also, ich tendiere Richtung gold.
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  • Str ant (Darkling) 11.07.2016 12:46
    Highlight Sehr passend dazu die erschreckende Realität wie sehr einzelne Bevölkerungsgruppen in den US in ihrer freien Bewegung eingeschränkt sind, zeigt das sehr populäre geocaching game "Pokemon GO" von den Ingress machern Niantic

    http://kotaku.com/pokemon-go-could-be-a-death-sentence-for-a-black-man-1783388743

    Wo er eindrücklich beschreibt das er Angst vor der Polizei haben müss wenn er sich scheinbar ziellos in der Umgebung bewegt!
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    • River 11.07.2016 17:43
      Highlight Zuerst hab ich gedacht, ja ok, auch ein Weisser der zwischen Häusern rumtigert wirkt verdächtig und wird der Polizei gemeldet... Aber er hat recht. In Amerika wird der Weisse eher zu erst gefragt und wird sich erklären können, der Schwarze wird wohl erstmal brutal verhaftet, oder ja, tatsächlich grad erschossen.
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  • Domino 11.07.2016 12:41
    Highlight Ja, die USA hat ein Problem mit Polizeigewalt, aber was die Medien momentan machen finde ich schrecklich. Es wird ein Keil zwischen die schwarze und weise Bevölkerung getrieben, obwohl beide statistisch gleich unter Polizeigewalt leiden. Black Live Matters ist eine rassistische Bewegung, die keine Probleme löst. Jetzt braucht es Leute wie damals Martin Luther King, welche die Menschen vereinen.
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    • Zuagroasta 11.07.2016 13:44
      Highlight Hast du Belege dafür, dass kaukasische und afroamerikanische Amerikaner im gleichen Masse unter Polizeigewalt leiden?
      Dies würden mich brennend interessieren. Besonders aus dem Grunde,
      da überproportionell viele Afroamerikaner in US-Gefängnissen sitzen
      bzw. das racial profiling bei der US-Polizei gang und gäbe ist, welches sogar schon sehr konservative Publikationen, wie das WSJ, bemängelt haben.
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    • wonderwhy 11.07.2016 14:23
      Highlight Weisse werden sogar öfter Opfer von Polizeigewalt, hier die Statistik aus 2015 https://www.washingtonpost.com/graphics/national/police-shootings/
      Wie erklärst Du Dir dass in allen Gefängnissen weltweit mehr Männer sitzen als Frauen? Ist die Justiz sexistisch, oder könnte es evtl. daran liegen dass Männer häufiger kriminelle Handlungen vollziehen als Frauen? Könnte die Übervertretung von schwarzen Insassen in amerikanischen Gefängissen der USA, die darauf begründen dass diese öfters kirminell werden?
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    • Oliver_Wagner 11.07.2016 15:04
      Highlight Paul Joseph Watson ist nicht gerade eine gute Referenz um sich eine Meinung zu bilden. Seine Beiträge stützen sich in der Regel auf einschlägige und unzureichende Quellen ab. Mit anderen Worten er ist ein stumpfsinniges rechtsreaktionäres Grossmaul, dass mit allen Mitteln versucht intelligent und ach so allwissend in Erscheinung zu treten. Und noch was: Afroamerikaner werden in den USA öfter straffällig weil keine Chancengleichheit herrscht.
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    • zzZüri 11.07.2016 15:10
      Highlight Es gibt aber auch viel mehr weisse.
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    • Zuagroasta 11.07.2016 15:18
      Highlight Aus dem geht nicht hervor, ob die Gewalt gerecht- oder ungerechtfertigt war.
      z.B. gehe mit einer Waffe aus dem Haus und werde bei Verübung einer Straftat erschossen vs. gehe aus dem Haus und werde einfach so über den Haufen geballert. ->
      "Police mistook cellphone for a weapon" (sic!).
      (der Mann war ein Afroamerikaner)

      Soziale Gründe, wie Diskriminierung bei der Jobsuche. Bewerber mit einem afroamerik. Namen werden nicht so oft zum Gespräch eingeladen, wie Menschen mit einem "neutralen" Namen.
      Quelle: entweder Gladwell oder Levitt/Dubner.
      Bin mir nicht 100% sicher.
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    • wonderwhy 11.07.2016 17:42
      Highlight @Oliver_Wagner Wenn Du PJW nicht mit aussagekräftigen und zureichenden Quellen widerlegen kannst, gehe ich davon aus, dass Du einfach anderer Meinung bist wie er und ihn deswegen diskreditierst!
      Das keine Chancengleichheit besteht ist nicht richtig, es gibt viele Beispiele in denen Schwarze bevorteilt werden, Affirmative Action, Zugang zu Stipendien und niedrigere Anforderungen bei Universitäten sind nur wenige Beispiele. Rassismus ist sicher vorhanden, jedoch nicht das vordergründige Problem. Kultur, Zerfall der Familie Abhängigkeit vom Sozialstaat sind weitaus grössere Probleme!
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  • Radiochopf 11.07.2016 12:34
    Highlight 24h Gefängnis für friedlichen Protest, aber legal automatische Maschinengewehre kaufen können.. Die USA war in meiner Kindheit mein absolutes Traumland und ich hätte alles getan, dass ich 1x dorthin gehen könnte.. jetzt würde ich nicht mal mehr für Geld dorthin gehen..
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    • Sapere Aude 11.07.2016 14:17
      Highlight Automatische Maschinengewehr ist ein Pleonasmus, da jedes Maschinengewehr Seriefeuer abgeben kann. Diese Waffen sind selbst in der USA verboten. Legal erwerben kann man halbautomatische Sturmgewehre ohne Seriefeuer, keine Maschinengewehre.
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    • River 11.07.2016 17:52
      Highlight Ist doch egal ob voll- oder halbautomatisch. Es sind einfach Waffen. Und die Waffenlobby behauptet immer noch, dass: je mehr Waffen, um so sicherer das Land..
      Hätten mehr Waffen in Dallas den Sniper aufhalten können? I strongly doubt.
      Der Mann der im Auto erschossen wurde hatte eine Waffe. Konnte er sein Tod verhindern? No. Er wurde dafür erschossen.
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    • Sapere Aude 11.07.2016 18:38
      Highlight Mir scheint der Unterschied zwischen einem halbautomatischen Gewehr mit einer Magazinkapazität von 20-30 Schuss und einem Maschinengewehr mit mehreren hundert bis tausend Schuss schon relevant. Insbesondere wenn die Waffenlobby immer wieder versucht vollautomatische Waffen für Privatpersonen zu erlauben. Schon das jetzige Gesetz ist viel zu lasch.
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