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Obama nimmt Trump in Schutz: «Erwartet nicht das Schlechteste»

Die Wahl von Donald Trump sorgt auch rund um den Pazifik-Gipfel in Peru für Unsicherheit. Welchen Kurs wird der kommende US-Präsident nehmen? Amtsinhaber Barack Obama versuchte zu beruhigen.

Publiziert: 20.11.16, 10:59 Aktualisiert: 20.11.16, 15:36

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Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Bei seinem letzten grossen öffentlichen Auftritt im Ausland hat US-Präsident Barack Obama vor einer Vorverurteilung seines Nachfolgers Donald Trump gewarnt. «Erwartet nicht das Schlechteste, hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird. Danach kann man sein Urteil fällen», sagte er in Lima bei einer Veranstaltung mit 1000 Studenten und jungen Führungskräften.

Video: watson.ch

Nach jeder Wahl gäbe es ein Gefühl der Unsicherheit. «Es wird nicht das Gleiche sein, wie er regiert und wie er Wahlkampf gemacht hat», versucht Obama zu beruhigen.

Eine Studentin will zum Schluss vom US-Präsidenten wissen, was er jungen Leuten rät. «Nicht die Vergangenheit ignorieren, sondern von ihr lernen», antwortet Obama. Die Demokratie verteidigen. Er sei gerade noch in Athen, dem Geburtsort der Demokratie gewesen.

Die Unsicherheit zeigt sich auch bei den am Gipfel teilnehmenden Politikern. Chinas Staatschef Xi Jinping sagte bei einem Treffen mit Obama, nach der Wahl von Trump stünden die Beziehungen beider Länder vor einem «entscheidenden Moment». Washington und Peking müssten sich nun auf ihre Zusammenarbeit konzentrieren, ihre «Differenzen beilegen» und einen «reibungslosen Übergang» in ihren Beziehungen sicherstellen, sagte Xi. Er hoffe darauf, dass das Verhältnis beider Länder «weiter wachsen» werde. Trump hatte China im Wahlkampf scharf kritisiert.

Obamas Rede in voller Länge

Video: YouTube/Michael McIntee

Zur Eröffnung des Gipfels hatte auch Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski vor einer Abschottung der US-Wirtschaft gewarnt. Es sei wichtig, «dass der Welthandel wieder wächst und dass Protektionismus besiegt wird», sagte er.

In seinem Wahlkampf hatte sich Trump sehr skeptisch gegenüber Freihandelsabkommen geäussert. Geplante Freihandelsabkommen wie das zwischen den USA und der EU (TTIP) oder das zwischen Amerika und Asien (TPP) lehnt er ab. Darüber hinaus will er die US-Wirtschaft mit hohen Strafzöllen etwa gegenüber Konkurrenz aus China schützen.

als/dpa

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naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
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  • Silent_Revolution 20.11.2016 14:53
    Highlight Alles Rückgratlose Waschlappen diese Politiker.
    Er war es doch gerade, der Trump ständig schlecht geredet hat. Er will jetzt bestimmt noch irgendeinen Posten für sich oder seine Frau in der Regierung ergattern, wie Mitt Romney. Es geht nur um das eigene Wohl. Wen interessiert schon das Volk. Das gilt sowohl für Clinton, als auch Trump oder Obama und auch sämtliche Regierungsvertreter in unseren Breitengraden.
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    • Mia_san_mia 20.11.2016 16:51
      Highlight Er will sicher keinen Posten dort.
      9 1 Melden
    • Spooky 21.11.2016 00:38
      Highlight @Silent_Revolution

      Genau so ist es. Vorher hat Obama gegen Trump gewettert, dass es fast schon peinlich war.

      Und jetzt redet Obama nur noch gut über Trump.

      Diese Typen sind doch alle von der gleichen Sorte.

      Es ist genau so, wie du sagst. Diesen Leuten geht es nur um ihr eigenes Wohl.
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    • Spi 21.11.2016 10:04
      Highlight Was wäre der Sinn, wenn Obama jetzt noch über den künftigen Präsidenten herzieht? Obama handelt nur im Sinne der USA.
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  • whatthepuck 20.11.2016 11:50
    Highlight Bei allem Respekt - Menschen wie dieser Kuczynski erregen Übelkeit bei mir. Diesen im Mittelmass steckengebliebenen Ländern Lateinamerikas ist jeder Weg recht, um zu mehr Wohlstand zu kommen. Das mag legitim sein - im Jahr 2016 ist mMn aber nicht mehr "jeder Weg" recht. Den Freihandel in Extremform so herbeizusehnen zeigt doch nur, wie pervers die Regierungsführer dort drauf sind. Hauptsache sie können dem Volk dann was vorschwätzen und den Westen als postkolonialen Handelsverweigerer hinstellen.
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