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Ungemütliche Zeitgenossen: Polizeibilder der Mitglieder der Bürgerwehr.
Bild: Getty Images North America

Schusswechsel zwischen stramm rechter Bürgerwehr und US-Polizei fordert einen Toten

27.01.16, 16:50 27.01.16, 17:18

Die Besetzung eines Naturparks im US-Bundesstaat Oregon durch eine Bürgerwehr hat eine blutige Wende genommen. Bei einem Schusswechsel wurde eine Person getötet und eine weitere verletzt. Mehrere der Besetzer wurden festgenommen, darunter der Anführer.

Mehrere US-Medien berichteten am Dienstagabend (Ortszeit) über die Festnahme des Anführers Ammon Bundy sowie fünf bis acht seiner Unterstützer. Das FBI und die Polizei von Oregon bestätigten dem TV-Sender CNN, dass es bei der Polizeiaktion am Highway 395 auch einen Toten gab.

Schusswechsel bei Verkehrskontrolle

Die Festnahme und der Schusswechsel fanden bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe des Parks statt. Die Gruppe hatte mit der Besetzung gegen die Regierung in Washington protestiert. Der Park und der besetzte Häuserkomplex gehören der Bundesregierung.

Die Festnahme und der Schusswechsel fanden bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe des Parks statt.
Bild: AP/The Oregonian

Medienberichten zufolge ist der Tote eine weitere Schlüsselfigur der Besetzer - ihr Sprecher. Dem «Oregonian» zufolge hätten die Behörden den Namen des Opfers noch nicht bekannt gegeben, aber die Tochter des Mannes habe seinen Tod bestätigt.

Rancher als Wilderer

Die Gruppe hatte Anfang Januar angegeben, sie unterstützten zwei verurteilte Rancher. Diese beiden Rancher, Vater und Sohn, sollen auf Land der Bundesregierung Feuer gelegt haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Sie traten Haftstrafen wegen Brandstiftung an. Ende 2015 urteilte ein Bundesrichter, die Haft sei nach Bundesrecht zu kurz gewesen, die Männer müssten nochmals einsitzen.

An diesem neuen Urteil entzündete sich der Protest d80er bewaffneten Gruppe, ausschliesslich Ortsfremder. Sie besetzte den leerstehenden Gebäudekomplex. Unter den Bewaffneten waren auch Veteranen.

In den vergangenen Wochen hatten Anwohner wiederholt sehr deutlich gemacht, dass die Gruppe um Bundy unerwünscht und ihre Unterstützung nicht willkommen sei.

Ablehnung des Staates immer populärer

Rund um den Park, im Bezirk Harney County, leben nur etwa 7000 Menschen. Die nächste grössere Stadt ist 250 Kilometer entfernt. Dem Staat gehören in einigen Bezirken Oregons bis zu 90 Prozent des Landes. Darum wird seit Jahrzehnten gerungen.

Es gibt Verbindungen der Oregon-Gruppe zu Cliven Bundy, einem stramm rechten Cowboy, dem Vater von Anführer Ammon (rechts).
Bild: Rick Bowmer/AP/KEYSTONE

Die Ablehnung des Staates und namentlich der Bundesregierung ist in den USA vor allem aufseiten der extremen Rechten populär. In Oregon wollten sie sich nach eigenen Worten Land zurücknehmen, das dem Volk gehöre.

Stramm rechts

Es gibt Verbindungen der Oregon-Gruppe zu Cliven Bundy, einem stramm rechten Cowboy, dem Vater von Anführer Ammon. Er erlangte 2014 über Nevada hinaus gewisse Berühmtheit, weil er sich über Jahre weigerte, für das Beweiden von Bundesgebiet Gebühren für seine gewaltigen Herden zu bezahlen. Der Streit eskalierte. Die Regierung vermied einen Showdown und zog sich zurück.

In Oregon wurde eine Eskalation befürchtet, sollte die Gruppe nicht von selber aufgeben. Staat und Polizei hielten sich bisher komplett zurück, aber zuletzt wurden Forderungen laut, der Staat könne sich eine solche Form der Selbstjustiz nicht bieten lassen. (whr/sda/dpa/afp)

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