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Ja, die Männer wollen eher Trump. Allein: Die Frauen stehen wie eine Wand hinter Clinton. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Erhellende Daten-Analyse: Frauen wollen Clinton sehr viel mehr als die Männer Trump

In wenigen Wochen wählt Amerika. Datenjournalist Nate Silver hat analysiert, wie die Wahl ausginge, wenn nur Männer oder nur Frauen abstimmen dürften – das Ergebnis ist verblüffend eindeutig.

Publiziert: 12.10.16, 19:42 Aktualisiert: 13.10.16, 11:39

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Donald Trump und die Frauen – das schwierige Verhältnis könnte die US-Präsidentschaftswahl entscheiden. Vier Wochen vor der Entscheidung zwischen dem Republikaner und der Demokratin Hillary Clinton hat der Datenanalyst Nate Silver auf seiner Seite Fivethirtyeight.com eine Prognose veröffentlicht, wie die Wahl ausgehen würde, wenn nur Frauen oder Männer abstimmen dürften.

Das Ergebnis ist eindeutig: Bei den Männern gewinnt Trump, bei den Frauen Clinton. Angesichts von Trumps Sexismus, der bekanntgewordenen Übergriffe auf Frauen und seines Machogehabes, kommt das nicht überraschend. Auffällig ist jedoch der Vorsprung, den Clinton gegenüber Trump bei den Frauen hätte: Die Demokratin erhielte 458 Wahlmänner, auf den Republikaner entfielen 80.

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Stimmten ausschliesslich Männer ab, wäre der Unterschied geringer – 350 Wahlmänner würden Trump den Einzug ins Weisse Haus sichern, Clinton käme auf 188 Wahlmänner. Für seine Prognose hat Silver die aktuellen Umfragen gemittelt und damit Clintons Vorsprung unter Frauen geschätzt.

Traditionell ist der Kandidat der Demokraten bei Frauen beliebter, Männer stimmten auch in den Vergangenheit eher für die Republikaner. Auch der scheidende US-Präsident Barack Obama genoss bei der Wahl vor vier Jahren bei den Frauen mehr Rückhalt als sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney. Allerdings ist Trumps Rückstand bei den Frauen in diesem Jahr deutlich grösser als es Romneys Rückstand 2012 war.

«Man kann wohl sagen: Wenn Trump die Wahl verliert, dann weil die Frauen gegen ihn gestimmt haben», schreibt Silver. Er spezialisiert sich seit Jahren darauf, den Ausgang von Wahlen vorherzusagen, indem er die Umfragen aggregiert und gewichtet. Der Name seines Internetportals, «538», entspricht der Gesamtzahl der Wahlmänner in den USA; wer mehr als die Hälfte ihrer Stimmen erhält, wird zum mächtigsten Politiker der Welt. (brk/sep)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
11 Kommentare anzeigen
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  • Maett 13.10.2016 00:04
    Highlight Naja, dass Clinton von Frauen gewählt wird, weil sie eine Frau ist, ist auch sexistisch, kein Grund um auf Trump rumzuhacken.

    Nicht dass es keine Männer gäbe die Clinton nicht wählen werden, weil sie eine Frau ist, aber die wählen dann als Protest wohl nicht einfach Trump, sondern gar niemanden.

    Frauen funktionieren da aber nun mal etwas anders, wie auch die diese Schätzungen zeigen.
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    • Pana 13.10.2016 00:28
      Highlight "Weil sie eine Frau ist" ist wirklich das einzigste Argument, das dir einfällt, wieso Frauen lieber Hillary als Trump wählen. Ernsthaft?
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    • Sapere Aude 13.10.2016 00:36
      Highlight Warum wählten dann eine Mehrheit der Frauen Obama obwohl er ein Mann ist? Kann durchaus sein, dass Frauen eher zu Clinton tendieren, weil sie eine Frau ist, dass es die meisten Frauen sind, hat wohl doch eher damit zu tun, was Trump über Frauen sagt, als das Clinton eine Frau ist. Ich als linksdenkender Mensch würde auch keine Frau wählen, die sich auf ähnliche Art und Weise über Männer äussert wie Trump über Frauen.
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    • Maett 13.10.2016 02:15
      Highlight @Pana: nein, nicht das einzige, aber es hat bestimmt einiges an Relevanz. Ich habe in den letzten 1-2 Monaten mit bestimmt über 100 Amerikanerinnen gesprochen (arbeitsbedingt und vor allem Kalifornierinnen), von denen eine grössere Anzahl aus genau diesem Grund für Clinton stimmen wird, ungeachtet der Inhalte.

      Hingegen ist mir kein Mann untergekommen, der für Trump stimmt, weil er ein Mann ist.

      Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber hat mein Bild über die diversen Wahlmotivationen mitgeprägt.
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  • Butzdi 12.10.2016 23:02
    Highlight Fivethirtyeight.com ist mein objektiver Hafen im Infosturm. Die Kommentare und die ausgewogenen Hochrechnungen sind top. Momentan hat Clinton übrigens über 90% Siegchance, so hoch war sie noch nie. Der Trump Train ist nach dem gestrigen Twitter-Ausfall mit massiven und primitiven Rundumschlägen vom Donald wohl endgültig aus der Kurve gefallen. Gut so.
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  • Radiochopf 12.10.2016 22:46
    Highlight Der wahre Journalismus existiert bei diesen Wahlen nicht mehr.. statt irgendwelche stumpfsinnige Umfragen und Statistiken könnte man endlich mal was über dir Podesta Mails schreiben.. praktisch stündlich gibt es auf Wikileaks neue Infos was in den Mails steht .. nichts davon ist zu lesen? Gute Journalisten machen daraus nun richtige Artikel, denn die Mails sind echt und der Inhalt wahr! Verstehe nicht wieso hier Watson dies ignoriert, später werdet ihr es bereuen habt ihr nicht als eine der ersten darüber geschrieben...
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  • Dovahkiin 12.10.2016 20:02
    Highlight Lool. Also wird Clinton doch nur gewählt, weil sie eine Frau ist.
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    • naitsabeS 12.10.2016 20:28
      Highlight Und Obama wurde auch nur gewählt weil er eine Frau ist.
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    • INVKR 12.10.2016 20:41
      Highlight Deiner Logik nach ist also Obama auch eine Frau?
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    • Sapere Aude 12.10.2016 20:57
      Highlight Eher wird Trump nicht gewählt weil er ein Sexist ist.
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    • Citation Needed 12.10.2016 23:48
      Highlight INVKR: die Logik ist, man sagte bei Obama auch, dass die Frauen hinter ihm stehen. War auch so; die Frauen wählten eher ihn, die Männer eher McCain/Romney. Wenn Salamandra also denkt, die Frauen stünden hinter Clinton, weil die eine Frau sei, dann müsste Obama auch eine Frau gewesen sein, damit die Frauen hinter ihm stehen. Ironie halt. Da Obama keine Frau ist, ist es also nicht das Frausein, dass die Frauen anzieht.

      Uch, das hab ich jetzt aber umständlich beschrieben! :-)
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