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Russische Hacker griffen Wahlsysteme in 21 US-Bundesstaaten an

21.06.17, 17:45 21.06.17, 18:16

Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Die Hinweise zu russischen Eingriffen in die US-Präsidentenwahl konkretisieren sich weiter. Gemäss dem US-Ministerium für innere Sicherheit war es in 21 US-Bundesstaaten zu Cyberangriffen gekommen. Dahinter stecke der russische Präsident Wladimir Putin.

Der zur Zeit der Präsidentenwahl als Minister für innere Sicherheit amtierende Jeh Johnson bestätigte geheimdienstliche Erkenntnisse, nach denen der russische Präsident Wladimir Putin Cyberangriffe zur Beeinflussung der US-Wahl orchestriert haben soll.

Jeh Johnson Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Das sei «schlicht und einfach» so, sagte Johnson am Mittwoch vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses. Das Ausmass der Cyberattacken nannte er «bisher einmalig».

Nach seiner derzeitigen Kenntnis habe Moskau aber keine Abläufe an den Wahlurnen manipuliert, fügte Johnson laut einem vorab veröffentlichten schriftlichen Manuskript seiner Aussage hinzu. Ihm lägen keine Hinweise vor, nach denen Wahlzettel oder Stimmenauszählungen durch Eingriffe der russischen Regierung geändert worden seien.

Auf einem andere Blatt stehe, ob der erfolgreiche Hackerangriff auf den Vorstand der Demokratischen Partei und auf andere Einrichtungen die öffentliche Meinung und damit den Wahlausgang beeinflusst habe - das sei schwer zu sagen, hiess es in Johnsons Erklärung.

Russland wird angelastet, neben dem Demokraten-Vorstand auch das E-Mail-Konto von John Podesta gehackt zu haben, dem seinerzeitigen Vorsitzenden der Wahlkampagne der Demokratin Hillary Clinton. Einzelne Mails, die ein ungünstiges Licht auf die Partei und die Kandidatin geworden hatten, waren dann via Wikileaks veröffentlicht worden.

Johnson war damals Minister für innere Sicherheit unter Präsident Barack Obama. Er hatte nach eigenen Angaben am Wahltag ein Krisenteam für den Fall etwaiger Berichte über Cybereingriffe in den Wahlablauf bereitstehen.

21 US-Bundesstaaten betroffen

Über das Ausmass der Angriffe russischer Hacker gab die bei der Behörde für die Computersicherheit zuständige Mitarbeiterin Jeanette Manfra Auskunft. Während der Präsidentenwahl 2016 seien die Systeme von 21 US-Bundesstaaten angegriffen worden.

Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Wahlergebnisse manipuliert worden seien, sagte auch Manfra in ihrer Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. Sie weigerte sich allerdings unter Berufung auf Vertraulichkeitsvereinbarungen, die Namen der betroffenen Bundesstaaten zu nennen.

Die Bundesstaaten Arizona und Illinois haben Cyberangriffe auf die Systeme für die Wählerregistrierung eingeräumt. Die russische Regierung wies alle bisherigen Vorwürfe von versuchter Einflussnahme auf die Präsidentenwahl zurück.

Russland sagt Treffen ab

Die Untersuchungen dazu belasten die Beziehungen beider Länder. Auch die neuen US-Strafmassnahmen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise wirken sich negativ aus auf das bilaterale Verhältnis.

Russlands Vize-Aussenminister Sergej Riabkow sagte aus Protest gegen neue US-Sanktionen ein Treffen mit US-Aussenstaatsekretär Thomas Shannon ab. Die neuen Strafmassnahmen setzten einen bereits unter Präsident Barack Obama begonnenen Trend fort, die Beziehungen beider Länder zugrunde zu richten, erklärte Riabkow am Mittwoch.

Sie entwerteten zudem die US-Bekundungen, an einem Dialog mit Russland interessiert zu sein. Bei dem Gespräch am Freitag in St. Petersburg sollten Probleme in den bilateralen Beziehungen erörtert werden.

Die USA hatten am Dienstag im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gegen weitere Personen und Organisationen Strafmassnahmen verhängt. Auf die Sanktionsliste wurden 38 Personen und Organisationen aufgenommen. (sda/dpa/reu)

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  • Ein Freigeist 22.06.2017 14:01
    Highlight Gebt beiden Präsis eine Xbox und lasst sie Counterstrike oder sowas gamen. Ist billiger
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  • Lowend 21.06.2017 21:23
    Highlight Schon bald wird Putins Wichtelarmee in heller Auf- und Erregung sein, um Putin rein zu waschen und Zweifel an den Ergebnissen der Amis zu säen, womit aber eigentlich nur bewiesen wäre, dass dieser russische Spaltpilz seine Finger im Spiel hatte, denn wenn er unschuldig wäre, könnten die Wichtel sich ja zurücklehnen und den Dingen, die da kommen gelassen entgegensehen.

    Hole schon mal das Pop-Corn. Wird sicher spassig.
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    • Informant 21.06.2017 23:02
      Highlight Also ich sehe weit und breit keine "helle Aufregung" bei den Russen. Der russische Bär schüttelt höchstens ab und zu genervt das Bein, weil sich dieser kläffende US-Köter immer wieder an an seiner Wade zu verbeissen versucht.
      Das typische Verhalten eines Imperiums im Niedergang eben.

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    • Moti_03 21.06.2017 23:23
      Highlight Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen? Es würde nichts manipuliert oder so was. Konten wurden gehackt und Inhalt öffentlich über wikileaks. Sonst gar nichts. Könnten alle gewesen sein, Russen sind leider Profi Hacker und müssten nicht mal was mit Putin zu tun haben. Dein Kommentar ist nichts anderes als extrem linker Populismus.
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    • Gelöschter Benutzer 22.06.2017 03:30
      Highlight Genau. Popcorn passt zu Hollywood
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    • Lowend 22.06.2017 10:22
      Highlight Die Populismuskeule wird langsam inflationär geschwungen, aber Populisten wollen die Lufthoheit über den Stammtischen und dass ist, als Verfechter der SVP-"Mainstreammeinung", wohl eher ihr Metier, liebster Motzi_03.

      Übrigens geht es bei Verbrechern nicht darum, ob sie erfolgreich waren und es zählt der Versuch und der scheint ja belegbar zu sein.
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    • roterriese 22.06.2017 11:58
      Highlight Wettert gegen die Populismuskeule und schwingt sie im nächsten Satz gleich selber. Linke Logik a la Lowend😂😂
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    • Lowend 22.06.2017 12:16
      Highlight Erläutern Sie bitte, was an meinem Kommentar populistisch sein soll?

      Die vereinigten rechten Hassmenschen haben doch die Lufthoheit bei Watson übernommen und wie soll ich da "linken" Populismus betreiben?

      PS: Ich finde es ja total toll, dass unser geliebter Scheinriese kein hinterhältiger Keulenschwinger ist.
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  • Pasch 21.06.2017 20:26
    Highlight .
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  • Radiochopf 21.06.2017 20:06
    Highlight Beweise und Fakten a la US-Geheimdienste "Das sei «schlicht und einfach» so... " und dann weiter wird erwähnt, dass es keine Hinweise von Manipulation der Abstimmung gab... also die bösen Russen haben gehackt für welches sie wiedermal keine Beweise vorlegen können, das einzig was klar ist das sie nicht die Abstimmung manipuliert haben.. oder kurz gesagt:daily business der Geheimdienste! nichts abnormalea passiert oder denkt noch jemand ernsthafte das die US-Geheimdienste nicht seit Jahren tagtäglich russische Firmen oder die Regierung und rus. Wahlen hacken?... soviel Drama um nichts...
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  • Partikel 21.06.2017 19:51
    Highlight Was haben die denn für IT-Sicherheitsberater am Start?!
    Könnte natürlich auch gelogen sein.
    Trump will ja die ja die Behörden modernisieren elektronische Geräte, PC's und so.
    Traue weder den Amerikaner noch anderen Ländern (Russland ist sicher auch kein Unschuldslamm) Der gute Vladi ist ja ein Ex KGB. Der wird wohl auch nicht ohne Fehl und Tadel sein.
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