International

News-Sendung in Südkorea. bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

Rakete fliegt 787 Kilometer weit – Kim warnt USA vor Angriff auf Festland

15.05.17, 02:26 15.05.17, 14:46

Nach dem jüngsten Raketentest hat Nordkorea die USA vor der Reichweite seiner Waffen gewarnt. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf die nordkoreanische Agentur KCNA.

Demnach sagte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, die USA sollten die Realität nicht verkennen. Das US-Festland und das US-Einsatzgebiet im Pazifik seien in Reichweite für Angriffe Nordkoreas. Man habe alle Mittel für einen Vergeltungsschlag.

Ziel des jüngsten Tests war laut KCNA, die Zahl der Raketen zu erhöhen, die Atomsprengköpfe tragen können. Der Abschuss habe dazu gedient, die technischen Eigenschaften eines neuen Raketenmodells zu untersuchen, das «einen mächtigen und grossformatigen Nuklearsprengkopf tragen kann», hiess es.

Nordkorea gab zudem weitere Details bekannt. Die Armee habe demnach eine «neu entwickelte ballistische Mittel-/Langstrecken-Rakete» vom Typ Hwasong-12 getestet, teilte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mit.

Die Rakete wurde in der Nähe von Kusong abgefeuert und landete nicht unweit vom russischen Wladiwostok entfernt im Meer.

Die Boden-Boden-Rakete sei 787 Kilometer weit geflogen, habe eine Höhe von mehr als 2100 Kilometern erreicht und sei dann planmässig im Meer gelandet.

Der Test sei erfolgreich verlaufen. Staatschef Kim Jong Un habe den Abschuss der Rakete persönlich überwacht.

Weltweit verurteilt

Nordkoreas Raketentest wurde im Ausland als erneuter Verstoss gegen UNO-Resolutionen verurteilt, die der kommunistischen Führung Tests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik untersagen. Nach Berichten südkoreanischer Medien will sich der UNO-Sicherheitsrat in New York am Dienstag mit dem Test befassen.

Südkoreas Verteidigungsminister Han Min Koo und seine japanische Amtskollegin Tomomi Inada einigten sich am Montag bei einem Telefongespräch, auf bilateraler Ebene und zusammen mit den USA strikter gegen die Bedrohungen durch die Raketen Nordkoreas vorzugehen.

Nordkoreas Raketenversuch wurde nicht nur als Machtdemonstration gegenüber den USA, sondern auch als direkte Herausforderung der neuen Regierung in Südkorea gewertet. Präsident Moon Jae In, der am vergangenen Mittwoch angetreten war, hatte erklärt, wieder stärker auf die international isolierte Führung in Pjöngjang zugehen zu wollen. Er warnte das Nachbarland am Sonntag jedoch vor weiteren Provokationen.

Südkoreas Verteidigungsministerium teilte mit, dass eine genauere Analyse notwendig sei, um Nordkoreas Angaben über die technischen Eigenschaften der neuen Rakete zu bestätigen. Militärs bezweifelten, dass das Nachbarland bereits die Technologie für den Wiedereintritt einer abgefeuerten Langstreckenrakete in die Erdatmosphäre beherrsche, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Sehr angespannte Lage

Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen atomaren Sprengkopf bis in die USA tragen können. Im Januar hatte Kim Jong Un erklärt, das Land stehe vor dem Test einer Interkontinentalrakete.

Die Lage in der Region ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests Nordkoreas seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. US-Präsident Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. (sda/dpa)

Mehr zu Nordkorea

Nordkorea feuert erneut Geschoss in Richtung Japan ins Meer

«Sonst machen wir es alleine» – Trumps drohende Worte in Richtung Nordkorea und China

Nordkorea führt erneut Raketentest durch – doch er misslingt 

Beängstigende Szenarien: Wenn die USA Krieg gegen den Iran, China oder Nordkorea führen

Nordkorea testet neuen Raketenantrieb – Kim spricht von «historischem Sieg»

Zum Brüllen: Wenn die Kinder dem Professor live auf BBC die Show stehlen

Nordkorea zündelt wieder – eine Regionalmacht fordert die Welt heraus

Kim verrät, wem die neuesten Raketentests gegolten haben –  wenn das nur gut kommt ...

Nordkorea weist Botschafter Malaysias aus

Wie die Kim-Dynastie mit Versicherungsbetrug und Drogenhandel zu Reichtum gelangt

100 Dollar für Kims Tod – wurde in einer schummrigen Bar der Komplott geschmiedet?

Nordkorea zum Fall Kim Jong Nam: Ein Mann verfiel in «Schockstarre» und starb

Nach mysteriösem Tod von Kims Halbbruder: Zweite Verdächtige festgenommen

Bericht: Kim Jong Uns Halbbruder mit vergifteten Nadeln ermordet

Mattis droht Nordkorea mit einer «überwältigenden» Antwort auf einen Atomangriff

Nordkorea nimmt umstrittenen Atomreaktor wieder in Betrieb

Kim Jong Un verfügt über genug Plutonium für zehn Atomwaffen

Das Tablet aus Nordkorea spioniert – und das nicht mal heimlich

Wo Nordkoreaner «gefüttert» werden: Absurde Reise an die Grenze von Kims Reich

Nordkoreas Armee probt die Zerstörung von Südkoreas Hauptstadt

Nordkoreas Regime verpatzt erneut einen Raketenstart

Zündeln à la Nordkorea: «Atommacht zu werden, ist die Politik unseres Staates»

Hat Nordkorea diesen Amerikaner entführt – damit er Kim Jong-un Nachhilfe in Englisch gibt?

Bebenwellen belegen heftige Detonation nach dem Atomtest in Nordkorea

Nordkorea bestätigt weiteren Atombomben-Test – die Explosion war stärker als Hiroshima

Kim ist happy: Nordkorea nennt den Raketentest «grössten Erfolg»

Warum niemand den irren Kim stoppen kann

Kim lässt aus dem Wasser feuern: Nordkorea schiesst eine Rakete aus U-Boot ab

Südkorea meldet Hinrichtung von Nordkoreas Vize-Premierminister

Nordkorea hat alle sechs Wochen eine Atombombe mehr 

Ersatzmutter von Kim Jong Un aus Berner Tagen outet sich

Kims neuer Albtraum: Drohnen schmuggeln Filme und Infos nach Nordkorea

Parteitag in Pjöngjang: Die KP wählt einen neuen Chef .... äh, bestätigt den alten

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5 Kommentare anzeigen
5
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • wololowarlord 15.05.2017 11:02
    Highlight also eins muss man ja kim lassen, er lässt sich nicht wirklich von der grössten supermacht der welt beeindrucken, und das obwohl fast die gesamte welt gegen ihn ist. die frage ist, ob er seine atombomben auch einsetzen würde. zu verlieren hat er ja nicht wirklich was...
    3 2 Melden
    600
  • Norbi259 15.05.2017 08:59
    Highlight Eine Höhe vob 2'100 Kilometer?? o.O

    Nicht 2'100 Meter?
    12 2 Melden
    600
  • blaubar 15.05.2017 08:21
    Highlight Militärbudget Nordkorea 5 Milliarden $ pro Jahr.
    USA 2 Milliarden $, pro Tag.
    Seufz.
    10 1 Melden
    600
  • cpu 15.05.2017 06:07
    Highlight ... Höhe von mehr als 2100 Kilometer erreicht ... Das kann nicht sein. Die Umlaufbahn der ISS liegt auf "nur" 400 Kilometer. Diese Rakete soll 5x höher geflogen sein?
    12 1 Melden
    600
  • raphi2 15.05.2017 04:38
    Highlight wirklich fast 3x so hoch wie weit??

    "Die Boden-Boden-Rakete sei 787 Kilometer weit geflogen, habe eine Höhe von mehr als 2100 Kilometern erreicht und sei dann planmässig im Meer gelandet."
    8 0 Melden
    600

Trumps Mega-Deal in Riad: Scheichs wollen Waffen im Wert von 350 Milliarden Dollar kaufen

Die USA und Saudi-Arabien haben am ersten Tag des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Riad Abkommen im Wert von insgesamt mehr als 380 Milliarden Dollar unterzeichnet.

Das erklärte der saudiarabische Aussenminister Adel al-Dschubeir am Samstag während einer gemeinsamen Medienkonferenz mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson in Riad. Die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur Sana erwähnte 34 Abkommen in so unterschiedlichen Bereichen wie Rüstung, Öl und Luftfahrt.

Zu den Vereinbarungen …

Artikel lesen