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Die USA solle sich in Einwanderungsfragen von Menschlichkeit und Grosszügigkeit leiten lassen, fordert Clinton.
Bild: Nati Harnik/AP/KEYSTONE

Clinton kritisiert, Trump jubelt: USA will hunderte Migrantenfamilien abschieben

Knapp zwölf Millionen Einwanderer leben in den USA ohne gültige Ausweispapiere. Jetzt will das Ministerium für innere Sicherheit hunderte Migrantenfamilien aufspüren und abschieben. Hillary Clinton zeigt sich besorgt.

25.12.15, 09:37 25.12.15, 12:21

In den USA sorgt die geplante Abschiebung von illegalen Einwanderern aus Lateinamerika für heftige Diskussionen. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zeigte sich am Donnerstag besorgt über Zeitungsberichte, wonach das Ministerium für innere Sicherheit im neuen Jahr hunderte Migrantenfamilien aufspüren und abschieben will.

Clinton habe «ernsthafte Bedenken», sagte eine Sprecherin dem Sender CNN. Die frühere Aussenministerin sei der Auffassung, dass sich die USA in Einwanderungsfragen von «Menschlichkeit und Grosszügigkeit» leiten lassen sollten.

Trump: «Das wurde aber auch Zeit»

Clintons republikanischer Rivale Donald Trump zeigte sich dagegen begeistert. Die Einwanderungsbehörde plane «gross angelegte Abschiebungsrazzien», weil er selbst so grossen Druck ausgeübt habe, erklärte Trump im Onlinedienst Twitter. «Das wurde aber auch Zeit», fügte er hinzu.

Laut Berichten der Zeitungen «Washington Post» und «Wall Street Journal» steht die Abschiebung hunderter Migrantenfamilien, deren Asylanträge abgelehnt worden sind, unmittelbar bevor. Eine Sprecherin des Ministeriums für innere Sicherheit wollte die Berichte nicht bestätigen.

Sie betonte aber, dass Minister Jeh Johnson «immer wieder» gesagt habe, «dass unsere Grenze nicht offen ist für illegale Einwanderung». Abgelehnte Asylbewerber mit einer Abschiebungsanordnung würden «im Einklang mit unseren Gesetzen und Werten zurückgeschickt».

Einwanderungsreform auf Eis

In den USA leben knapp zwölf Millionen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere, die meisten von ihnen aus Mexiko und zentralamerikanischen Staaten. Republikaner und Demokraten sind sich einig, dass eine Einwanderungsreform lange überfällig ist, streiten aber darüber, wie diese aussehen soll.

Bei den Republikanern ist die Einwanderungsdebatte derzeit von schrillen Tönen geprägt, für die vor allem Trump verantwortlich ist. Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, bezeichnete mexikanische Einwanderer pauschal als «Vergewaltiger» und schlug zuletzt ein Einreiseverbot für Muslime in die USA vor.

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Eltern von Kindern mit US-Pass sollen Ausweise erhalten

Angesichts des Widerstands der Republikaner im US-Kongress hatte Präsident Barack Obama im November 2014 im Alleingang angeordnet, dass Eltern von Kindern mit US-Staatsbürgerschaft oder legalem Aufenthaltsstatus unter bestimmten Voraussetzungen eine befristete Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung erhalten sollen.

Zahlreiche republikanisch regierte Bundesstaaten hatten gegen die Präsidialverordnungen geklagt und vor Bundesgerichten Recht bekommen. Derzeit liegt die Umsetzung der Einwanderungsreform auf Eis. Obamas Regierung hofft auf eine Klärung durch den Obersten Gerichtshof. (dwi/sda/afp)

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  • SwissGTO 25.12.2015 13:39
    Highlight Wo ist das Problem? Laut Bericht handelt es sich um abgelehnte Asylanten. Ist bei uns doch ähnlich.
    9 5 Melden
    • Cloudpanther 25.12.2015 17:57
      Highlight Das Problem liegt daran, dass die Kinder einen US-Pass besitzen. In der USA gilt ius solis, man Bekommt den Pass wenn man in der USA geboren wurde. Daher würden Eltern, deren Kinder die amerikanische Staatsbürgerschaft haben ausgeschaft werden. Da liegt das Problem.
      11 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 10:23
    Highlight Ich würde meinen, die Indigenen des südlichen Teils des Kontinents haben mehr Anspruch auf den Norden als die Eroberer, die mindestens 54'000'000 (54 Mio) Indianer direkt und indirekt getötet haben.

    Tragisch, dass die verbliebenen wild lebenden Indios in Süd- und Mittelamerika immer noch von illegalen Holzfällern und anderen Profiteuren systematisch ausgerottet werden.

    Weisse Siedler sind was Tolles: Arsen in Zucker, Dynamit, Besoffene abknallen, Maschinengewehre, Pockeninjektionen und weitere kreative Mordmethoden.

    Was sind wir doch für eine tolle Spezies.
    26 19 Melden
    • sentir 25.12.2015 11:10
      Highlight Jetzt hast du es unserer Spezies wieder mal gegeben.
      Frohe Festtage
      12 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 11:18
      Highlight mich würde echt interessieren, wer statt eines kommentars einfach nur blitzt...
      5 13 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 11:24
      Highlight wir (weisse) europäre und ex-europäer sind das menschgewordene böse dieser erde, dieser welt und wir glauben immer noch im ernst, dass NUR wir das recht hätten auf dieser erde sein zu dürfen.
      auch nach hunderten von jahren haben wir noch kein bischen gelernt.
      wird wohl erst ändern, wenn wir auf der anderen seite stehen und uns dann (vielleicht) fragen werden, was da schiefgelaufen ist...
      13 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 12:59
      Highlight thotha ... Ich spreche bewusst von der gesamten Spezies und nicht nur vom weissen Europäer. Denn ich bin mir absolut sicher, dass das, was du "das Böse" nennst, sich nicht auf weisse Europäer beschränkt.

      Als jemand, der gerne Geschichtsbücher liest, kann ich dir versichern, dass "das Böse" auf allen Kontinenten vorkommt. Der weisse Europäer hat nur gerade das Zepter in der Hand, drum scheint es, er wär der Schlimmste.

      Bosheit ist nicht von der Nationalität abhängig, sondern allem voran vom kindlichen Umfeld. "Das Böse", das du meinst, ist die Folge mangelhafter Sozialisierung.
      6 3 Melden
    • sentir 25.12.2015 13:07
      Highlight Rhabarber, thotha; natürlich habt ihr beide Recht. Wir (ex)Europäer sind alles Schweine.
      Da möchte ich noch einwerfen, dass wir (gar nicht so weiss) und unsere Sprache noch vieles aus dem arabischen Raum haben und im Nu (arabisch) siehts halt überall auf der Welt so aus. Geld und Macht macht Mörder, gestern und heute.
      Wollte eigentlich mit meinem ersten Kommentar sagen, dass man zu dieser Meldung auch überreagieren kann
      5 1 Melden
    • TanookiStormtrooper 25.12.2015 13:08
      Highlight Hätten die Ureinwohner dieses Pack damals nur aus ausgeschafft...
      2 0 Melden

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