International

Trump-Unterstützer während des Wahlkampfs am 23. Oktober 2016 in Florida. Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

Trump will Clinton nun doch nicht ins Gefängnis stecken

22.11.16, 16:40 22.11.16, 17:04

Der künftige US-Präsident Donald Trump wird keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen seine Widersacherin im Wahlkampf, die frühere Aussenministerin Hillary Clinton, wegen ihrer E-Mail-Affäre anstreben. Das stellte Trumps frühere Kampagnensprecherin Kellyanne Conway am Dienstag in einem Interview des Fernsehsenders MSNBC klar.

Der designierte Präsident rückt damit von einer seiner zentralen Ankündigungen im Wahlkampf ab. Trump hatte der Demokratin im zweiten Fernsehduell am 9. Oktober gedroht, er werde im Falle seines Wahlsiegs einen Sonderermittler auf sie ansetzen. Im dritten und letzten Fernsehduell am 19. Oktober drohte er ihr wegen ihrer E-Mail-Affäre sogar mit Gefängnis.

Während Trumps Wahlkampfveranstaltungen ertönte ständig der Sprechchor «Sperrt sie ein!», mit dem Trumps Anhänger die Ex-Aussenministerin schmähten. Kurz nach der Wahl sagte Trump dann aber bereits, dass eine Verfolgung Clintons für ihn keine Priorität habe.

Versöhnlicherer Kurs

Conway sagte nun, indem Trump noch vor seinem Amtsantritt bekanntgebe, dass er den Vorwürfen gegen Clinton nicht weiter nachgehen wolle, sende er eine «starke Botschaft» in «Ton und Inhalt» an seine republikanischen Parteifreunde.

Damit meinte sie offensichtlich ein Signal Trumps an die eigene Partei, dass es nach dem überaus hart geführten Wahlkampf nun Zeit für einen versöhnlicheren Kurs sei.

Die Karikaturisten dieser Welt zu Trumps Wahl

Trump trifft «New York Times» nach Absage nun doch

Der designierte US-Präsident Donald Trump wird nun doch an einem Treffen mit der «New York Times» teilnehmen. Das bestätigten sein Team und die Zeitung in Statements. Am frühen Dienstagmorgen hatte Trump ein für den gleichen Tag anberaumtes Treffen mit dem Herausgeber und mehreren Reportern der Zeitung abgesagt. Trump begründete das auf Twitter damit, dass die Bedingungen des Treffens kurzfristig geändert worden seien. Dass das Treffen nun doch stattfindet, twitterte Trump nicht. (sda/dpa)

E-Mail-Affäre belastete Wahlkampf

Clintons Wahlkampf war durch die E-Mail-Affäre schwer belastet worden. Dem Direktor der Bundespolizei FBI, James Comey, wurde von den Demokraten Einmischung in den Wahlkampf vorgeworfen, weil er weniger als zwei Wochen vor der Wahl neue Untersuchungen zu der Affäre ankündigte. Clinton machte später Comey für ihre Wahlniederlage direkt verantwortlich.

Die Demokratin hatte in ihren vier Jahren als Aussenministerin unter Verstoss gegen die geltenden Regeln private und damit nicht sonderlich geschützte Server für ihre dienstliche Kommunikation genutzt.

Comey erteilte ihr im Juli eine scharfe Rüge, sah aber keinen Hinweis auf strafbares Verhalten. Justizministerin Loretta Lynch verzichtete daraufhin auf die Aufnahme eines formellen Ermittlungsverfahrens gegen Clinton.

Am 28. Oktober informiert Comey dann aber überraschend den Kongresse darüber, dass seine Behörde im Zusammenhang mit Clintons E-Mail-Skandal neu aufgetauchte Korrespondenz prüfe. Nur zwei Tage vor dem Urnengang am 8. November entlastete Comey die Kandidatin der Demokraten dann erneut, indem er schrieb, auch in den neu entdeckten E-Mails seien keine Hinweise auf strafbare Handlungen gefunden worden. (whr/sda/afp)

Diese Promis sind entsetzt über Trumps Wahlerfolg

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1 Kommentar anzeigen
1
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • hiob 22.11.2016 16:59
    Highlight schon lustig irgendwie. hätte auch genau andersrum passieren können, mit hillary als präsi. verrückte welt..
    2 5 Melden
    600

Nach den Trump-News: Der Wiederaufbau in Schweden hat begonnen

Schweden in Not: Nachdem Donald Trump die skandalösen «Vorfälle» in dem skandinavischen Land schonungslos öffentlich gemacht hat, trauen sich andere Menschen, die Missstände klar und deutlich zu benennen.

Der US-Präsident hat auf Twitter quasi einen Tsunami ausgelöst: Unter den Hashtags #LastNightInSweden und #WhatHappenedInSwedenYesterday erreichen uns verstörenden Bilder.

Selbst die Trump-kritische System- und Lügenpresse kann sich des Themas nicht mehr erwehren, ...

... was angesichts …

Artikel lesen