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Der US-Flugzeugträger Ronald Reagan wurde einen halben Tag verfolgt. 
Bild: EPA/YONHAP

Chinesisches U-Boot verfolgt US-Flugzeugträger Ronald Reagan –angespannte Stimmung im Südchinesischen Meer

Die Jagd dauerte mehr als einen halben Tag: Vor der Küste Japans hat ein chinesisches U-Boot den Flugzeugträger USS Ronald Reagan verfolgt. Der amerikanische Verteidigungsminister will nun persönlich in der Region Präsenz zeigen.

05.11.15, 08:07

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Die Stimmung im Südchinesischen Meer bleibt angespannt. Einem Medienbericht zufolge soll ein chinesisches U-Boot einen Flugzeugträger der US-Streitkräfte verfolgt haben. «Das war keine kurze Begegnung», zitiert der Nachrichtensender CNN einen Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums.

Demnach soll das Jagd-U-Boot der Kilo-Klasse den Flugzeugträger USS Ronald Reagan mehr als einen halben Tag lang verfolgt haben. Der Vorfall soll sich bereits am 24. Oktober ereignet haben. Von chinesischer Seite gab es bislang keine Bestätigung.

Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung
bild: spiegel online

Regelmässige Zwischenfälle

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Provokationen und kleine Zwischenfälle im Südchinesischen Meer gegeben. Die Volksrepublik hatte zuletzt ihre militärische Präsenz in der umstrittenen Region ausgebaut. Das Land beansprucht weite Teile der Region für sich, auch Gebiete vor den Küsten von Nachbarländern.

Chinesische Einheiten hatten Ende vergangenen Jahres begonnen, fünf Inseln der Spratlys durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrössern. Die USA schickten daraufhin einen Zerstörer in die umstrittene Region. Der Ton zwischen Peking und Washington verschärfte sich.

Nach CNN-Angaben betonte der US-Beamte, der aktuelle Vorfall sei keine Bedrohung gewesen. Chinesische U-Boote würden dort immer wieder US-japanische Manöver beobachten. Es habe kein aggressives Verhalten gegeben.

Es geht um Schiffsrouten – und Bodenschätze

Bei der Inselgruppe handelt es sich um insgesamt rund 150 Felsen, Atolle und Riffe, von denen gerade einmal fünf Quadratkilometer aus dem Wasser ragen. Neben China erheben auch Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen Anspruch auf sie. Durch das Südchinesische Meer führen wichtige Schifffahrtsrouten, ausserdem werden dort grosse Rohstoffvorkommen vermutet.

US-Verteidigunsminister Carter: Besuch auf US-Flugzeugträger geplant.
Bild: Lai Seng Sin/AP/KEYSTONE

Derweil stellen sich die USA demonstrativ an die Seite Malaysias. US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte an, an diesem Donnerstag in die umstrittenen Gewässer zu reisen. Er werde gemeinsam mit seinem malaysischen Kollegen Hishammuddin Hussein zum US-Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt fliegen, sagte Carter. Der Flugzeugträger werde die Meeresregion durchqueren. Der Besuch solle deutlich machen, wie wichtig Washington Asien und der Pazifik seien, sagte Carter.

brk/dpa/cma

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  • so en shit 05.11.2015 09:32
    Highlight Wen vor meiner Haustür eine Grossmacht auftaucht laufe ich denen auch nach ;)
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  • David Schönberger 05.11.2015 09:25
    Highlight Persönlich vertraue ich der amerikanischen Regierung um Welten mehr als der Chinesischen. Sie schützen zwar ihr eigenes Interesse, was man kritish beäugen muss, aber über die Schiffsrouten indirekt auch die Interessen der militärisch schwachen Länder herum und diejenigen des entfernten Europa. Es ist nicht ideal was sie andernorts unternehmen, aber hier geht es um die Wahl des Geringeren von zwei Übeln. Da hat der zynische Idealismus des typischen Globalsierungsgegners nichts verloren.
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    • Radiochopf 05.11.2015 11:23
      Highlight Statt eine diplomatische Lösung oder Gespräche zusuchen ist es besonders schlau, mal mit meinem Kriegsschiff vorzufahren.. so wie man das als Friedensnobelpreisträgernation halt seit Jahren macht.. Kann euer grosse Vertrauen in die USA nicht verstehen.. das Land welches uns seit Jahren anlügt, ständig überwacht, alle Mails/SMS liest und Telefone abhört.. das Land welches Fingerabdrücke, unsere Krankheitsakte und Vorlieben wissen will bevor wir es besuchen dürfen.. Ein Land welches paranoid ist und grundsätzlich niemanden mehr vertraut..
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    • Umbulubumbulu 05.11.2015 11:39
      Highlight "Kann euer grosse Vertrauen in die USA nicht verstehen.. das Land welches uns seit Jahren anlügt, ständig überwacht, alle Mails/SMS liest und Telefone abhört.. das Land welches Fingerabdrücke, unsere Krankheitsakte und Vorlieben wissen will bevor wir es besuchen dürfen.. Ein Land welches paranoid ist und grundsätzlich niemanden mehr vertraut.. "

      Nun das gleiche kann man mittlerweile auch über China sagen, das ist kein Geheimnis.
      Ich gebe dir recht, eine diplomatische Lösung ist immer vorzuziehen, leider ist das zunehmend agressive Gebaren von China im Südchinesischen Meer eine Fakt.
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    • Radiochopf 05.11.2015 13:08
      Highlight "Nun das gleiche kann man mittlerweile auch über China sagen, das ist kein Geheimnis. "

      Mir ist nicht bekannt, dass die Chinesen uns so extrem und überall abhören wie die USA.. mir ist schon klar, dass China und andere Länder das sicher auch versuchen und irgendwie machen... nur richtige Beweise und Dokumente a la Snowden habe ich noch nicht gesehen.. der NSA Skandal ist ja leider schon längstens aus den Schlagzeilen und die totale Überwachung wird längstens toleriert und zum Teil sogar gewünscht, dass finde ich einfach nur traurig und schlimm.. remember remember the 5th of november
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  • Max Heiri 05.11.2015 08:57
    Highlight China schüttet ohne irgendwelche Legitimation Inseln auf. Logisch haben deren Nachbarn Angst. Spricht ja irgendwie für sich, dass Länder wie Vietnam mit den USA militärisch kooperieren.
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  • Mafi 05.11.2015 08:42
    Highlight Amerika, du hast da gar nix zu sagen, wundere dich nicht ;)
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    • Spielverderber 05.11.2015 10:20
      Highlight Mafi, du scheinst ein junger Schnüsel zu sein, laut deiner Aussagen. Ich erlebte die Nachwehen vom möchtegern 1000 jährigen Reich. War eine sehr harte Zeit für uns alle. Dabei ging es uns in der Schweiz dank dem Plan Wahlen (eine der schlausten Entscheide bis heute) was die Schweiz hervorbrachte, gut.
      Hätte es die Amerikaner und Briten nicht gegeben. GUTE NACHT. Die Chinesen sind Kommunisten. Weiss nicht ob du weisst was das ist. Ich war währed den 70ern im Ostblock und nach dem Hochfahren von eisernen Vorhang. Was die Amerikaner machen ist nicht alles richtig. Das mag stimmen.
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  • Peter.Pan 05.11.2015 08:40
    Highlight Wiedereinmal typisch Amerika. Sie mischen sich völlig unnötig in einen Konflikt ein. Auch wenn sie auf der Gewinnerseite sind, schadet es nur ihrem Ruf.
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    • Hand-Solo 05.11.2015 09:43
      Highlight Schon mal eine Sekunde darüber nachgedacht, dass sie vielleicht von verbündeten Nachbarstaaten wie Südkorea oder Japan ganz offiziell um Hilfe gebeten wurden?
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    • TheMan 05.11.2015 13:35
      Highlight Peter.Pan wen die Amerikaner nicht eingreifen, schaden sie Ihrem Ruf. Wen sie eingreifen Schaden sie Ihrem Ruf. Die Amerikaner können es so oder so niemandem Recht machen. Das weiss man doch schon Lang.
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Der Präsident des Irans kontert Trumps Kritik – und zwar so richtig

Irans Präsident Hassan Ruhani hat die scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump gegen die Islamische Republik mit deutlichen Worten gekontert. Dessen Rede vor der UNO vom Vortag sei «ignorant, absurd und abscheulich».

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