International

Michael Moore. Bild: AP/Invision

Überraschende Filmpremiere: «Michael Moore in Trumpland»

Michael Moore wagt sich kurz vor der US-Wahl «tief in feindliches Gebiet»: Der Oscar-Preisträger veröffentlicht eine Dokumentation über Donald Trump. Die Premiere kündigte er erst Stunden vorher an.

Publiziert: 19.10.16, 02:31 Aktualisiert: 19.10.16, 09:15

Ein Artikel von

Der US-Filmemacher Michael Moore mischt sich unerwartet mit einem Film über Donald Trump in den Präsidentschaftswahlkampf ein. Die Dokumentation «Michael Moore in Trumpland» sollte am Dienstagabend in New York vorgestellt werden, kündigte der 62-Jährige kurzfristig bei Twitter an.

Moore tauche mit seiner «gewagten und urkomischen Ein-Mann-Show direkt in feindliches Gebiet ein», heisst es in der Ankündigung des Kinos , «mitten ins Herzen von Trumpland».

Die Preview findet genau drei Wochen vor der Wahl statt. Dem Kino zufolge hätten die Republikaner in Ohio versucht, den Film zu verhindern.

Moore hat in diesem Jahr bereits die Premiere seines Films «Where to invade next» gefeiert. Für die Dokumentation war er in mehrere westeuropäische Länder gereist, um deren Lebensqualität und Sozialsysteme den Verhältnissen im eigenen Land gegenüberzustellen.

Der Dokumentarfilmer war im Jahr 2003 für «Bowling for Columbine» über den Amoklauf zweier Jugendlicher an einer Schule mit dem Oscar ausgezeichnet worden.

In «Fahrenheit 9/11» hingegen setzte er sich kritisch mit dem Kurs des damaligen Präsidenten George W. Bush nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auseinander.

Kritiker haben Moore vorgeworfen, bestimmte Fakten in seinen Filmen bewusst zu verschweigen und die Zuschauer so zu manipulieren. Moores Methoden waren bereits Thema eigener Filme, etwa «Michael Moore Hates America» (2004) und «Manufacturing Dissent» (2007).

Im aktuellen Wahlkampf hatte Moore zunächst Senator Bernie Sanders unterstützt, der sich gegen Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewarb. Nach Clintons Sieg in den Vorwahlen lehnte der Regisseur es ab, die frühere Aussenministerin zu unterstützen. Er begründete dies mit Clintons einstigem Votum im Senat zugunsten der US-Militärinvasion im Irak.

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
2 Kommentare anzeigen
2
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • walsi 19.10.2016 05:57
    Highlight Zitat aus dem Artikel: "Kritiker haben Moore vorgeworfen, bestimmte Fakten in seinen Filmen bewusst zu verschweigen und die Zuschauer so zu manipulieren." Das machen alle Medien, von rechts bis links. Die einten ganz bewusst aber viele, und das ist schlimmer, ganz unbewusst weil sie es nicht besser wissen. Deshalb ist es wichtig, dass man als interessierter Mensch auch die Medien konsumiert welche nicht der eigenen Grundhaltung entsprechen.
    28 3 Melden
    • The Host 19.10.2016 08:00
      Highlight Word!
      13 1 Melden
    600

Ist Barack Obama ein Versager? Nein, die Zeit war nicht reif für ihn

Die Amtszeit von US-Präsident Barack Obama geht zu Ende. Gemessen an den immensen Erwartungen ist er gescheitert. Doch auf lange Sicht hat er sein Land mehr verändert, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Es ist einfach, von Barack Hussein Obama enttäuscht zu sein. Und enttäuschte Liebe tut besonders weh. Exemplarisch dafür ist die Bilanz des schwarzen Philosophen und Bürgerrechtlers Cornel West zur «traurigen Hinterlassenschaft» des ersten schwarzen US-Präsidenten. Sie kommt einer schonungslosen Abrechnung gleich: Obama habe «wieder und wieder versagt».

Die Wut des bekennenden Sozialisten auf Obama und dessen nach seiner Ansicht zu unkritische Anhängerschaft mag ein «Ausreisser» sein. …

Artikel lesen